Help Print this page 

Document 62016CJ0278

?

Provisional textURTEIL DES GERICHTSHOFS (Fünfte Kammer)
JUDGMENT OF THE COURT (Fifth Chamber)12. Oktober 2017 ( *1 )
12 October 2017 (*)„Vorlage zur Vorabentscheidung – Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen – Richtlinie 2010/64/EU – Art. 3 Abs. 1 – Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren – Übersetzung von ‚wesentlichen Unterlagen‘ – Begriff ‚wesentliche Unterlagen‘ – Nach einem vereinfachten, nicht kontradiktorischen Verfahren erlassener Strafbefehl, mit dem sein Adressat wegen einer minder schweren Straftat zu einer Geldstrafe verurteilt wird“
(Reference for a preliminary ruling — Judicial cooperation in criminal matters — Directive 2010/64/EU — Article 3(1) — Right to interpretation and translation in criminal proceedings — Translation of ‘essential documents’ — Definition of essential documents — Penalty order issued following a simplified unilateral procedure and imposing on the addressee a fine for a minor offence)In der Rechtssache C‑278/16
In Case C‑278/16,betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom Landgericht Aachen (Deutschland) mit Entscheidung vom 6. Mai 2016, beim Gerichtshof eingegangen am 19. Mai 2016, in dem Strafverfahren gegen
REQUEST for a preliminary ruling under Article 267 TFEU from the Landgericht Aachen (Regional Court, Aachen, Germany), made by decision of 6 May 2016, received at the Court on 19 May 2016, in the criminal proceedings againstFrank Sleutjes,
Frank Sleutjes,Beteiligte:
intervening parties:Staatsanwaltschaft Aachen,
Staatsanwaltschaft Aachen,erlässt
THE COURT (Fifth Chamber),DER GERICHTSHOF (Fünfte Kammer)
composed of J.L. da Cruz Vilaça, President of the Chamber, A. Tizzano (Rapporteur), Vice-President of the Court, E. Levits, M. Berger and F. Biltgen, Judges,unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J. L. da Cruz Vilaça, des Vizepräsidenten des Gerichtshofs A. Tizzano (Berichterstatter), des Richters E. Levits, der Richterin M. Berger sowie des Richters F. Biltgen,
Advocate General: N. Wahl,Generalanwalt: N. Wahl,
Registrar: A. Calot Escobar,Kanzler: A. Calot Escobar,
having regard to the written procedure,aufgrund des schriftlichen Verfahrens,
after considering the observations submitted on behalf of:unter Berücksichtigung der Erklärungen
–        Frank Sleutjes, by C. Peters, Rechtsanwalt,– | von Frank Sleutjes, vertreten durch Rechtsanwalt C. Peters,
–        the German Government, by M. Hellmann and T. Henze, acting as Agents,– | der deutschen Regierung, vertreten durch M. Hellmann und T. Henze als Bevollmächtigte,
–        the Czech Government, by J. Vláčil and M. Smolek, acting as Agents,– | der tschechischen Regierung, vertreten durch J. Vláčil und M. Smolek als Bevollmächtigte,
–        the Netherlands Government, by M. Bulterman and M. de Ree, acting as Agents,– | der niederländischen Regierung, vertreten durch M. Bulterman und M. de Ree als Bevollmächtigte,
–        the European Commission, by R. Troosters and S. Grünheid, acting as Agents,– | der Europäischen Kommission, vertreten durch R. Troosters und S. Grünheid als Bevollmächtigte,
after hearing the Opinion of the Advocate General at the sitting on 11 May 2017,nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 11. Mai 2017
gives the followingfolgendes
JudgmentUrteil
1        This reference for a preliminary ruling concerns the interpretation of Article 3 of Directive 2010/64/EU of the European Parliament and of the Council of 20 October 2010 on the right to interpretation and translation in criminal proceedings (OJ 2010 L 280, p. 1).1 | Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung von Art. 3 der Richtlinie 2010/64/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Oktober 2010 über das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren (ABl. 2010, L 280, S. 1).
2        The request has been made in criminal proceedings brought against Mr Frank Sleutjes for failure to stop at the scene of an accident.2 | Es ergeht im Rahmen eines Strafverfahrens gegen Herrn Frank Sleutjes wegen Unfallflucht.
 Rechtlicher Rahmen
Legal contextUnionsrecht
 3 | In den Erwägungsgründen 14, 17 und 30 der Richtlinie 2010/64 heißt es: | „(14) | Das Recht von Personen, die die Verfahrenssprache des Gerichts nicht sprechen oder nicht verstehen, auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen ergibt sich aus Artikel 6 [der am 4. November 1950 in Rom unterzeichneten Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten] in dessen Auslegung in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Diese Richtlinie erleichtert die praktische Anwendung dieses Rechts. Zu diesem Zweck zielt diese Richtlinie darauf ab, das Recht von verdächtigen oder beschuldigten Personen auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren im Hinblick auf die Wahrung des Rechts dieser Personen auf ein faires Verfahren zu gewährleisten. | … | (17) | Diese Richtlinie sollte gewährleisten, dass es unentgeltliche und angemessene sprachliche Unterstützung gibt, damit verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des Strafverfahrens nicht sprechen oder verstehen, ihre Verteidigungsrechte in vollem Umfang wahrnehmen können und ein faires Verfahren gewährleistet wird. | … | (30) | Zur Gewährleistung eines fairen Verfahrens ist es erforderlich, dass wesentliche Unterlagen oder zumindest die maßgeblichen Passagen solcher Unterlagen für die verdächtigen oder beschuldigten Personen gemäß dieser Richtlinie übersetzt werden. Bestimmte Dokumente sollten immer als wesentliche Unterlagen in diesem Sinne gelten und sollten deshalb übersetzt werden, beispielsweise jegliche Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßnahme, jegliche Anklageschrift und jegliches Urteil. Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten sollten von Amts wegen oder auf Antrag verdächtiger oder beschuldigter Personen oder ihres Rechtsbeistands entscheiden, welche weiteren Dokumente für die Gewährleistung eines fairen Verfahrens wesentlich sind und deshalb auch übersetzt werden sollten.“
EU law4 | Art. 1 („Gegenstand und Anwendungsbereich“) dieser Richtlinie sieht in seinen Abs. 1 und 2 vor: | „(1)   Diese Richtlinie regelt das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren und in Verfahren zur Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls. | (2)   Das in Absatz 1 genannte Recht gilt für Personen ab dem Zeitpunkt, zu dem sie von den zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats durch amtliche Mitteilung oder auf sonstige Weise davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie der Begehung einer Straftat verdächtig oder beschuldigt sind, bis zum Abschluss des Verfahrens, worunter die endgültige Klärung der Frage zu verstehen ist, ob sie die Straftat begangen haben, gegebenenfalls einschließlich der Festlegung des Strafmaßes und der abschließenden Entscheidung in einem Rechtsmittelverfahren.“
3        Recitals 14, 17 and 30 of Directive 2010/64 state:5 | Art. 3 („Recht auf Übersetzung wesentlicher Unterlagen“) dieser Richtlinie bestimmt in seinen Abs. 1 und 2: | „(1)   Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des Strafverfahrens nicht verstehen, innerhalb einer angemessenen Frist eine schriftliche Übersetzung aller Unterlagen erhalten, die wesentlich sind, um zu gewährleisten, dass sie imstande sind, ihre Verteidigungsrechte wahrzunehmen, und um ein faires Verfahren zu gewährleisten. | (2)   Zu den wesentlichen Unterlagen gehören jegliche Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßnahme, jegliche Anklageschrift und jegliches Urteil.“
‘(14)      The right to interpretation and translation for those who do not speak or understand the language of the proceedings is enshrined in Article 6 of the [European Convention for the Protection of Human Rights and Fundamental Freedoms, signed in Rome on 4 November 1950], as interpreted in the case-law of the European Court of Human Rights. This Directive facilitates the application of that right in practice. To that end, the aim of this Directive is to ensure the right of suspected or accused persons to interpretation and translation in criminal proceedings with a view to ensuring their right to a fair trial.Deutsches Recht
GVG
(17)      This Directive should ensure that there is free and adequate linguistic assistance, allowing suspected or accused persons who do not speak or understand the language of the criminal proceedings fully to exercise their rights of defence and safeguarding the fairness of the proceedings.6 | § 187 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) sieht in seinem Abs. 1 vor, dass für einen Beschuldigten, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, ein Dolmetscher oder Übersetzer heranzuziehen ist, soweit dies zur Ausübung seiner strafprozessualen Rechte erforderlich ist.
7 | Des Weiteren bestimmt § 187 GVG in seinem Abs. 2, dass zur Ausübung der strafprozessualen Rechte eines Beschuldigten, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, in der Regel die schriftliche Übersetzung von freiheitsentziehenden Anordnungen sowie von Anklageschriften, Strafbefehlen und nicht rechtskräftigen Urteilen erforderlich ist.
(30)      Safeguarding the fairness of the proceedings requires that essential documents, or at least the relevant passages of such documents, be translated for the benefit of suspected or accused persons in accordance with this Directive. Certain documents should always be considered essential for that purpose and should therefore be translated, such as any decision depriving a person of his liberty, any charge or indictment, and any judgment. It is for the competent authorities of the Member States to decide, on their own motion or upon a request of suspected or accused persons or of their legal counsel, which other documents are essential to safeguard the fairness of the proceedings and should therefore be translated as well.’StPO
4        Article 1 of that directive, headed ‘Subject matter and scope’, provides, in paragraphs 1 and 2:8 | Nach § 37 Abs. 3 der Strafprozessordnung (StPO) ist bei einem der deutschen Sprache nicht mächtigen Angeklagten nur das „Urteil“ zusammen mit einer Übersetzung in eine dem Angeklagten verständliche Sprache zuzustellen.
‘1.      This Directive lays down rules concerning the right to interpretation and translation in criminal proceedings and proceedings for the execution of a European arrest warrant.9 | Die §§ 407 ff. StPO regeln die Strafbefehle.
2.      The right referred to in paragraph 1 shall apply to persons from the time that they are made aware by the competent authorities of a Member State, by official notification or otherwise, that they are suspected or accused of having committed a criminal offence until the conclusion of the proceedings, which is understood to mean the final determination of the question whether they have committed the offence, including, where applicable, sentencing and the resolution of any appeal.’Ausgangsverfahren und Vorlagefrage
5        Article 3 of the directive, headed ‘Right to translation of essential documents’, provides, in paragraphs 1 and 2:10 | Am 2. November 2015 erließ das Amtsgericht Düren (Deutschland) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aachen (Deutschland) gemäß den §§ 407 ff. StPO einen Strafbefehl gegen Herrn Sleutjes, einen niederländischen Staatsangehörigen, und verurteilte diesen wegen Unfallflucht u. a. zu einer Geldstrafe.
‘1.      Member States shall ensure that suspected or accused persons who do not understand the language of the criminal proceedings concerned are, within a reasonable period of time, provided with a written translation of all documents which are essential to ensure that they are able to exercise their right of defence and to safeguard the fairness of the proceedings.11 | Dieser Strafbefehl enthielt eine Rechtsbehelfsbelehrung, in der darauf hingewiesen wurde, dass er rechtskräftig und vollstreckbar werde, wenn Herr Sleutjes nicht binnen zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls beim Amtsgericht Düren in deutscher Sprache schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle dieses Gerichts Einspruch einlege.
2.      Essential documents shall include any decision depriving a person of his liberty, any charge or indictment, and any judgment.’12 | Am 12. November 2015 wurde der fragliche Strafbefehl Herrn Sleutjes zugestellt. Er war in deutscher Sprache abgefasst, wobei nur die Rechtsbehelfsbelehrung mit einer niederländischen Übersetzung versehen war.
 13 | Mit E‑Mails vom 24. und 26. November 2015 an das Amtsgericht Düren nahm Herr Sleutjes in niederländischer Sprache zu dem gegen ihn erlassenen Strafbefehl Stellung. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2015 teilte das Amtsgericht Düren dem Angeklagten mit, dass Schreiben an das Gericht in deutscher Sprache abzufassen seien.
German law14 | Parallel dazu erhob der Rechtsanwalt von Herrn Sleutjes mit Telefax vom 1. Dezember 2015 Einspruch und beantragte die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Mit Beschluss vom 28. Januar 2016 verwarf das Amtsgericht Düren diesen Einspruch wegen Verspätung als unzulässig und wies auch den Wiedereinsetzungsantrag zurück.
 15 | Herr Sleutjes legte sofortige Beschwerde gegen diesen Beschluss ein, die derzeit beim vorlegenden Gericht, dem Landgericht Aachen (Deutschland), anhängig ist.
The GVG16 | Nach Ansicht dieses Gerichts stellen die beiden E‑Mails von Herrn Sleutjes vom 24. und 26. November 2015 keinen wirksamen Einspruch dar, obwohl sie innerhalb der Einspruchsfrist beim Amtsgericht Düren eingegangen seien. Selbst falls nämlich die E‑Mail dem vom deutschen Recht aufgestellten Schriftformerfordernis für den Einspruch entsprechen sollte, seien diese Eingaben jedenfalls nicht in deutscher Sprache verfasst worden. Aus diesem Grund sei der Einspruch von Herrn Sleutjes somit nicht für zulässig zu erklären, da diesem in niederländischer Sprache mitgeteilt worden sei, dass ein solcher Rechtsbehelf in deutscher Sprache abgefasst sein müsse.
6        Paragraph 187(1) of the Gerichtsverfassungsgesetz (Law on the Judicial System, ‘the GVG’) provides that, for an accused who does not have a command of the German language, recourse must be had to an interpreter or translator in so far as that is necessary for the exercise of his rights of defence in criminal proceedings.17 | Das vorlegende Gericht weist jedoch darauf hin, dass zum einen § 37 Abs. 3 StPO vorsehe, dass dem Angeklagten, wenn er der deutschen Sprache nicht mächtig sei, das „Urteil“ zusammen mit einer Übersetzung in eine ihm verständliche Sprache zuzustellen sei. Zum anderen bestimme § 187 Abs. 2 GVG, dass in der Regel eine schriftliche Übersetzung von u. a. Strafbefehlen und nicht rechtskräftigen Urteilen erforderlich sei.
7        In addition, Paragraph 187(2) of the GVG provides that, as a rule, a written translation of custodial orders as well as of indictments, penalty orders and non-final judgments is necessary for the exercise of the rights of defence of an accused who does not have a command of the German language.18 | In diesem Zusammenhang stellt sich das vorlegende Gericht die Frage, ob der Begriff „Urteil“ im Sinne des § 37 Abs. 3 StPO bei einer Auslegung im Licht des Art. 3 der Richtlinie 2010/64 auch Strafbefehle einschließen müsse. Bejahendenfalls würde daraus folgen, dass die Zustellung des gegen Herrn Sleutjes erlassenen Strafbefehls insofern unwirksam wäre, als diesem keine vollständige Übersetzung in niederländischer Sprache beigefügt worden sei, so dass die Einspruchsfrist überhaupt nicht zu laufen begonnen hätte.
 19 | Unter diesen Umständen hat das Landgericht Aachen beschlossen, das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof folgende Frage zur Vorabentscheidung vorzulegen: | Ist Art. 3 der Richtlinie 2010/64 dahin auszulegen, dass der Begriff „Urteil“ in § 37 Abs. 3 StPO auch Strafbefehle im Sinne der §§ 407 ff. StPO einschließt?
The StPOZur Vorlagefrage
8        Paragraph 37(3) of the Strafprozessordnung (Code of Criminal Procedure, ‘the StPO’) provides that, for an accused without a command of the German language, only the ‘judgment’ (20 | Vor der Beantwortung der Vorlagefrage ist festzuhalten, dass die deutsche Regierung in ihren schriftlichen Erklärungen die Auffassung vertreten hat, dass entgegen der Auslegung des vorlegenden Gerichts die anwendbaren Bestimmungen des innerstaatlichen Rechts dem Angeklagten das Recht auf eine Übersetzung des Strafbefehls und des dagegen erhobenen Einspruchs gewährleisteten, so dass die Entscheidung des Ausgangsverfahrens nicht von der Beantwortung der Vorlagefrage abhänge und dieser deshalb keine Relevanz zukomme.
Urteil21 | Dazu ist in Erinnerung zu rufen, dass es nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs im Rahmen der durch Art. 267 AEUV geschaffenen Zusammenarbeit zwischen ihm und den nationalen Gerichten allein Sache des mit dem Rechtsstreit befassten nationalen Gerichts, in dessen Verantwortungsbereich die zu erlassende gerichtliche Entscheidung fällt, ist, im Hinblick auf die Besonderheiten der Rechtssache sowohl die Erforderlichkeit einer Vorabentscheidung für den Erlass seines Urteils als auch die Erheblichkeit der dem Gerichtshof von ihm vorgelegten Fragen zu beurteilen. Betreffen daher die vorgelegten Fragen die Auslegung des Unionsrechts, ist der Gerichtshof grundsätzlich gehalten, darüber zu befinden (Urteile vom 6. September 2016, Petruhhin, C-182/15, EU:C:2016:630, Rn. 19, und vom 8. Dezember 2016, Eurosaneamientos u. a., C-532/15 und C-538/15, EU:C:2016:932, Rn. 27).
) must be served, together with its translation into a language the accused understands.22 | Hieraus folgt, dass eine Vermutung für die Entscheidungserheblichkeit der Vorlagefragen eines nationalen Gerichts spricht, die es zur Auslegung des Unionsrechts in dem rechtlichen und sachlichen Rahmen stellt, den es in eigener Verantwortung festlegt und dessen Richtigkeit der Gerichtshof nicht zu prüfen hat. Die Zurückweisung des Ersuchens eines nationalen Gerichts ist dem Gerichtshof nur möglich, wenn die erbetene Auslegung des Unionsrechts offensichtlich in keinem Zusammenhang mit den Gegebenheiten oder dem Gegenstand des Ausgangsrechtsstreits steht, wenn das Problem hypothetischer Natur ist oder wenn der Gerichtshof nicht über die tatsächlichen und rechtlichen Angaben verfügt, die für eine zweckdienliche Beantwortung der ihm vorgelegten Fragen erforderlich sind (Urteil vom 8. Dezember 2016, Eurosaneamientos u. a., C-532/15 und C-538/15, EU:C:2016:932, Rn. 28 und die dort angeführte Rechtsprechung).
9        Paragraphs 407 et seq. of the StPO govern penalty orders (23 | Im vorliegenden Fall geht aber aus der dem Gerichtshof vorgelegten Akte nicht offensichtlich hervor, dass hier eine dieser Konstellationen vorliegen würde. Darüber hinaus steht es dem Gerichtshof nicht zu, in die vom vorlegenden Gericht vorgenommene Auslegung des nationalen Rechts einzugreifen.
Strafbefehle24 | Somit ist die vorgelegte Frage zu beantworten.
).25 | Mit dieser Frage möchte das vorlegende Gericht im Wesentlichen wissen, ob Art. 3 der Richtlinie 2010/64 dahin auszulegen ist, dass ein Rechtsakt wie ein im nationalen Recht vorgesehener Strafbefehl zur Sanktionierung von minder schweren Straftaten, der von einem Richter nach einem vereinfachten, nicht kontradiktorischen Verfahren erlassen wird, eine „wesentliche Unterlage“ im Sinne des Abs. 1 dieses Artikels darstellt, von der verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des betreffenden Verfahrens nicht verstehen, gemäß den von dieser Bestimmung aufgestellten Formerfordernissen eine schriftliche Übersetzung erhalten müssen, um zu gewährleisten, dass sie imstande sind, ihre Verteidigungsrechte wahrzunehmen, und um so ein faires Verfahren zu gewährleisten.
 26 | Zur Beantwortung dieser Frage ist festzuhalten, dass Art. 1 Abs. 1 der Richtlinie 2010/64 das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen u. a. in Strafverfahren vorsieht. Des Weiteren bestimmt Art. 1 Abs. 2 der Richtlinie 2010/64, dass dieses Recht für Personen ab dem Zeitpunkt gilt, zu dem sie von den zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie der Begehung einer Straftat verdächtig oder beschuldigt sind, bis zum Abschluss des Verfahrens, worunter die endgültige Klärung der Frage zu verstehen ist, ob sie die Straftat begangen haben, gegebenenfalls einschließlich der Festlegung des Strafmaßes und der abschließenden Entscheidung in einem Rechtsmittelverfahren.
The dispute in the main proceedings and the question referred for a preliminary ruling27 | Folglich fällt die Situation einer Person wie Herrn Sleutjes, die gegen einen nach den §§ 407 ff. StPO gegen sie erlassenen Strafbefehl Einspruch eingelegt hat, dessen Zulässigkeit im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens geprüft wird, offensichtlich in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2010/64, so dass diese Person die Möglichkeit haben muss, das dort garantierte Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Anspruch zu nehmen (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 15. Oktober 2015, Covaci, C‑216/14, EU:C:2015:686, Rn. 27).
10      On 2 November 2015, at the request of the Staatsanwaltschaft Aachen (Public Prosecutor’s Office, Aachen, Germany), the Amtsgericht Düren (Local Court, Düren, Germany) issued a penalty order under Paragraphs 407 et seq. of the StPO against Mr Frank Sleutjes, a Netherlands national, imposing on him, in particular, a fine for failure to stop at the scene of an accident.28 | Was die Frage betrifft, ob sich im vorliegenden Fall dieses Recht auf den in Rede stehenden Strafbefehl bezieht, so haben nach Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2010/64 verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des Strafverfahrens nicht verstehen, das Recht, eine schriftliche Übersetzung aller „wesentlichen Unterlagen“ zu erhalten.
11      That penalty order contained information on the legal remedies available, stating that it would become legally binding and enforceable only if, within two weeks of its service, Mr Sleutjes did not lodge an opposition, in German, before the Amtsgericht Düren (Local Court, Düren), in writing or by making a statement recorded at the court registry.29 | Insoweit bestimmt erstens Abs. 2 dieses Artikels, dass zu diesen Unterlagen jegliche Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßnahme, jegliche Anklageschrift und jegliches Urteil gehören.
12      Mr Sleutjes was served with the penalty order in question on 12 November 2015. The penalty order was drawn up in German and delivered with a translation into Dutch only of the information on the legal remedies.30 | Der dem Gerichtshof vorliegenden Akte sowie den Rn. 20 und 60 des Urteils vom 15. Oktober 2015, Covaci (C-216/14, EU:C:2015:686), lässt sich entnehmen, dass der im deutschen Recht vorgesehene Strafbefehl auf der Grundlage eines vereinfachten Verfahrens erlassen wird. Seine Zustellung erfolgt dabei im Wesentlichen zum einen erst, nachdem das Gericht über die Stichhaltigkeit der Anklage entschieden hat. Zum anderen stellt sie für die beschuldigte Person die erste Gelegenheit dar, über die gegen sie erhobene Anklage informiert zu werden. Im Übrigen wird der Strafbefehl rechtskräftig und vollstreckbar, wenn diese Person nicht innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab seiner Zustellung Einspruch erhebt.
13      By emails sent to the Amtsgericht Düren (Local Court, Düren) on 24 and 26 November 2015, Mr Sleutjes set out his case with regard to the penalty order issued against him in Dutch. By letter of 1 December 2015, that court informed the accused that letters lodged at the court must be written in German.31 | Unter diesen Umständen stellt ein solcher Strafbefehl zugleich eine Anklageschrift und ein Urteil im Sinne des Art. 3 Abs. 2 der Richtlinie 2010/64 dar.
14      At the same time, Mr Sleutjes’s lawyer lodged an objection to the penalty order by fax of 1 December 2015 and requested restoration of the status quo ante. By order of 28 January 2016, the court dismissed that objection as inadmissible on account of its late submission and also rejected the request for restoration of the status quo ante.32 | Zweitens geht, wie der Generalanwalt in Nr. 33 seiner Schlussanträge festgehalten hat, sowohl aus den Erwägungsgründen 14, 17 und 30 dieser Richtlinie als auch aus dem Wortlaut ihres Art. 3 selbst, insbesondere aus dessen Abs. 1, hervor, dass das dort normierte Recht auf Übersetzung zu dem Zweck konzipiert ist, den betreffenden Personen die Wahrnehmung ihrer Verteidigungsrechte zu ermöglichen und ein faires Verfahren zu gewährleisten (Urteil vom 15. Oktober 2015, Covaci, C-216/14, EU:C:2015:686, Rn. 43).
15      Mr Sleutjes immediately brought an appeal against that order, which is currently pending before the referring court, the Landgericht Aachen (Regional Court, Aachen, Germany).33 | Wenn aber ein Strafbefehl wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehende nur in der Sprache des jeweiligen Verfahrens an eine Person gerichtet wird, obwohl sie diese Sprache nicht beherrscht, so ist diese Person nicht in der Lage, die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe zu verstehen, und kann somit ihre Verteidigungsrechte nicht wirksam ausüben, wenn sie nicht eine Übersetzung des Strafbefehls in eine ihr verständliche Sprache erhält.
16      That court considers that Mr Sleutjes’s two emails of 24 and 26 November 2015, although received at the Amtsgericht Düren (Local Court, Düren) within the period prescribed for opposition, do not amount to a valid opposition. Even assuming that the emails satisfy the requirement of form laid down in German law that an opposition must be drawn up in writing, those emails were not, in any event, written in German. On that ground, Mr Sleutjes’s opposition was not therefore to be declared admissible, since he had been informed in Dutch that he must write such an objection in German.34 | Nach alledem ist auf die Vorlagefrage zu antworten, dass Art. 3 der Richtlinie 2010/64 dahin auszulegen ist, dass ein Rechtsakt wie ein im nationalen Recht vorgesehener Strafbefehl zur Sanktionierung von minder schweren Straftaten, der von einem Richter nach einem vereinfachten, nicht kontradiktorischen Verfahren erlassen wird, eine „wesentliche Unterlage“ im Sinne des Abs. 1 dieses Artikels darstellt, von der verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des betreffenden Verfahrens nicht verstehen, gemäß den von dieser Bestimmung aufgestellten Formerfordernissen eine schriftliche Übersetzung erhalten müssen, um zu gewährleisten, dass sie imstande sind, ihre Verteidigungsrechte wahrzunehmen, und um so ein faires Verfahren zu gewährleisten.
17      However, the referring court recalls, first, that Paragraph 37(3) of the StPO provides that, for an accused without a command of the German language, the ‘judgment’ must be served on him, together with a translation in a language he understands. Second, Paragraph 187(2) of the GVG provides that it is, as a rule, necessary for a written translation to be provided, inter alia, of penalty orders and non-final judgments.Kosten
18      In that context, the referring court asks whether the concept of ‘judgment’ (35 | Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren Teil des beim vorlegenden Gericht anhängigen Verfahrens; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligter für die Abgabe von Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig.
Urteil  | Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer) für Recht erkannt:
), within the meaning of Paragraph 37(3) of the StPO, read in the light of Article 3 of Directive 2010/64, should also cover penalty orders (  | Art. 3 der Richtlinie 2010/64/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Oktober 2010 über das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren ist dahin auszulegen, dass ein Rechtsakt wie ein im nationalen Recht vorgesehener Strafbefehl zur Sanktionierung von minder schweren Straftaten, der von einem Richter nach einem vereinfachten, nicht kontradiktorischen Verfahren erlassen wird, eine „wesentliche Unterlage“ im Sinne des Abs. 1 dieses Artikels darstellt, von der verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache des betreffenden Verfahrens nicht verstehen, gemäß den von dieser Bestimmung aufgestellten Formerfordernissen eine schriftliche Übersetzung erhalten müssen, um zu gewährleisten, dass sie imstande sind, ihre Verteidigungsrechte wahrzunehmen, und um so ein faires Verfahren zu gewährleisten.
Strafbefehle  | Da Cruz Vilaça | Tizzano | Levits | Berger | Biltgen | Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 12. Oktober 2017. | Der Kanzler | A. Calot Escobar | Der Präsident der Fünften Kammer | J. L. da Cruz Vilaça
). If so, it would follow that the service of the penalty order issued against Mr Sleutjes was void, in so far as it was not provided together with a complete translation into Dutch, so that the period for opposition had not even begun to run.( *1 ) Verfahrenssprache: Deutsch.
19      In those circumstances, the Landgericht Aachen (Regional Court, Aachen) decided to stay the proceedings and to refer the following question to the Court of Justice for a preliminary ruling: 
‘Is Article 3 of [Directive 2010/64] to be interpreted as meaning that the term “judgment” ( 
Urteil 
) in Paragraph 37(3) of the [StPO] also includes penalty orders ( 
Strafbefehle 
) within the meaning of Paragraph 407 et seq. of the [StPO]?’ 
  
Consideration of the question referred 
20      Before answering the question referred for a preliminary ruling, it should be noted that, in its written observations, the German Government took the view that, contrary to the interpretation of the referring court, the applicable provisions of domestic law afford the accused a right to a translation of the penalty order and of the opposition lodged against that order, so that the outcome of the case in the main proceedings does not depend on the answer to the question referred and that that question is therefore irrelevant. 
21      In that regard, it must be borne in mind that, according to the Court’s settled case-law, in the context of the cooperation between the Court and the national courts provided for in Article 267 TFEU, it is solely for the national court, before which the dispute has been brought and which must assume responsibility for the subsequent judicial decision, to determine in the light of the particular circumstances of the case both the need of a preliminary ruling in order to enable it to deliver judgment and the relevance of the questions which it submits to the Court. Consequently, where the questions submitted concern the interpretation of EU law, the Court is, in principle, bound to give a ruling (judgments of 6 September 2016, 
Petruhhin 
, C‑182/15, EU:C:2016:630, paragraph 19, and of 8 December 2016, 
Eurosaneamientos and Others 
, C‑532/15 and C‑538/15, EU:C:2016:932, paragraph 27). 
22      It follows that questions on the interpretation of EU law referred by a national court in the factual and legislative context which that court is responsible for defining and the accuracy of which is not a matter for the Court to determine, enjoy a presumption of relevance. The Court may refuse to rule on a question referred by a national court only where it is quite obvious that the interpretation of EU law that is sought is unrelated to the actual facts of the main action or its object, where the problem is hypothetical, or where the Court does not have before it the factual or legal material necessary to give a useful answer to the questions submitted to it (judgment of 8 December 2016, 
Eurosaneamientos and Others 
, C‑532/15 and C‑538/15, EU:C:2016:932, paragraph 28 and the case-law cited). 
23      In the present case, it is not obvious from the case file submitted to the Court that the facts of the case correspond to one of those situations. In addition, it is not for the Court to call into question the interpretation of national law provided by the referring court. 
24      Accordingly, the question referred must be answered. 
25      By that question, the referring court asks, in essence, whether Article 3 of Directive 2010/64 must be interpreted as meaning that a measure, such as an order provided for in national law for imposing sanctions in relation to minor offences and delivered by a judge following a simplified unilateral procedure, constitutes a ‘document which is essential’, within the meaning of Article 3(1) of that directive, of which a written translation must, in accordance with the formal requirements laid down in that provision, be provided to suspected or accused persons who do not understand the language of the proceedings in question, for the purposes of enabling them to exercise their rights of defence and thus of safeguarding the fairness of the proceedings. 
26      In order to answer that question, it should be noted that Article 1(1) of Directive 2010/64 provides for the right to interpretation and translation in, inter alia, criminal proceedings. In addition, Article 1(2) of that directive states that that right is to apply to persons from the time that they are made aware by the competent authorities of a Member State that they are suspected or accused of having committed a criminal offence until the conclusion of the proceedings, which is understood to mean the final determination of the question of whether they have committed the offence, including, where applicable, sentencing and the resolution of any appeal. 
27      Consequently, the situation of a person, such as Mr Sleutjes, who has lodged an objection, the admissibility of which is being examined in appeal proceedings, against a penalty order made pursuant to Paragraph 407 et seq. of the StPO of which he was the addressee clearly falls within the scope of Directive 2010/64, with the result that that person must be able to exercise the right to interpretation and translation guaranteed by that directive (see, to that effect, judgment of 15 October 2015, 
Covaci 
, C‑216/14, EU:C:2015:686, paragraph 27). 
28      As to whether, in the present case, that right concerns the penalty order in question, it must be borne in mind that Article 3(1) of Directive 2010/64 provides for the right of suspected or accused persons who do not understand the language of the criminal proceedings in question to obtain a written translation of all ‘documents which are essential’. 
29      In that regard, in the first place, Article 3(2) of Directive 2010/64 states that such documents are to include any decision depriving a person of his liberty, any charge or indictment, and any judgment. 
30      According to the documents in the case file submitted to the Court and to paragraphs 20 and 60 of the judgment of 15 October 2015, 
Covaci 
, (C‑216/14, EU:C:2015:686), the penalty order provided for under German law is adopted on the basis of a simplified procedure, under which, in essence, service of the order is, first, effected only after the court has ruled on the merits of the accusation and, second, represents the first opportunity for the accused person to be informed of the accusation against him. Furthermore, where that person does not lodge an objection within two weeks from its service, the order acquires binding authority and the penalties provided for become enforceable. 
31      In those circumstances, such a penalty order represents both an indictment and a judgment within the meaning of Article 3(2) of Directive 2010/64. 
32      In the second place, as the Advocate General stated in point 33 of his Opinion, it follows both from recitals 14, 17 and 30 of Directive 2010/64 and from the very wording of Article 3 of that directive, in particular, of paragraph 1 thereof, that the right to translation provided for is designed to ensure that the persons concerned are able to exercise their right of defence and to safeguard the fairness of the proceedings (judgment of 15 October 2015, 
Covaci 
, C‑216/14, EU:C:2015:686, paragraph 43). 
33      Where a penalty order such as that at issue in the main proceedings is addressed to an individual only in the language of the proceedings in question even though the individual has no command of that language, that individual is unable to understand what is alleged against him, and cannot therefore exercise his rights of defence effectively if he is not provided with a translation of that order in a language which he understands. 
34      It follows from all the foregoing considerations that the answer to the question referred is that Article 3 of Directive 2010/64 must be interpreted as meaning that a measure, such as an order provided for in national law for imposing sanctions in relation to minor offences and delivered by a judge following a simplified unilateral procedure, constitutes a ‘document which is essential’, within the meaning of Article 3(1) of that directive, of which a written translation must, in accordance with the formal requirements laid down in that provision, be provided to suspected or accused persons who do not understand the language of the proceedings in question, for the purposes of enabling them to exercise their rights of defence and thus of safeguarding the fairness of the proceedings. 
  
Costs 
35      Since these proceedings are, for the parties to the main proceedings, a step in the action pending before the national court, the decision on costs is a matter for that court. Costs incurred in submitting observations to the Court, other than the costs of those parties, are not recoverable. 
On those grounds, the Court (Fifth Chamber) hereby rules: 
Article 3 of Directive 2010/64/EU of the European Parliament and of the Council of 20 October 2010 on the right to interpretation and translation in criminal proceedings must be interpreted as meaning that a measure, such as an order provided for in national law for imposing sanctions in relation to minor offences and delivered by a judge following a simplified unilateral procedure, constitutes a ‘document which is essential’, within the meaning of Article 3(1) of that directive, of which a written translation must, in accordance with the formal requirements laid down in that provision, be provided to suspected or accused persons who do not understand the language of the proceedings in question, for the purposes of enabling them to exercise their rights of defence and thus of safeguarding the fairness of the proceedings. 
[Signatures] 
*      Language of the case: German.