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Verkehrsflussregelung im Flugverkehr

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Verkehrsflussregelung im Flugverkehr

Diese Verordnung legt die Anforderungen an die Verkehrsflussregelung im Flugverkehr fest und ergänzt das Paket des Jahres 2004 zum Flugverkehrsmanagement, mit dem ein einheitlicher europäischer Luftraum eingerichtet werden soll. Diese Verordnung soll die verfügbare Kapazität des europäischen Flugverkehrsmanagementnetzes verbessern und die Verfahren der Verkehrsflussregelung durch die einheitliche Anwendung spezifischer Regeln und Verfahren im einheitlichen europäischen Luftraum stärken.

RECHTSAKT

Verordnung (EU) Nr. 255/2010 der Kommission vom 25. März 2010 zur Festlegung gemeinsamer Regeln für die Verkehrsflussregelung im Flugverkehr.

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Verordnung gilt innerhalb des einheitlichen europäischen Luftraums gemäß Verordnung Nr. 551/2004 für:

  • alle Flüge, die als allgemeiner Luftverkehr und ganz oder teilweise nach Instrumentenflugregeln durchgeführt werden sollen oder durchgeführt werden;
  • das Flugverkehrsmanagement.

Diese Verordnung gilt für die folgenden Beteiligten oder ihre Beauftragten, die an Prozessen für Anforderungen an die Verkehrsflussregelung (ATFM) beteiligt sind:

  • Betreiber von Luftfahrzeugen;
  • Stellen der Flugverkehrsdienste;
  • Flugberatungsdienste;
  • Stellen, die am Luftraummanagement beteiligt sind;
  • Leitungsorgane von Flughäfen;
  • die zentrale ATFM-Stelle;
  • örtliche ATFM-Stellen;
  • Zeitnischenkoordinatoren von koordinierten Flughäfen.

Planung, Koordinierung und Durchführung der ATFM-Maßnahmen durch die genannten Beteiligten müssen den ICAO-Vorschriften entsprechen.

Allgemeine Verpflichtungen der Mitgliedstaaten

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die ATFM-Funktion den genannten Beteiligten durchgehend zur Verfügung steht. Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die Festlegung und Durchführung von AFTM-Maßnahmen mit den Sicherheits- und Verteidigungsanforderungen der Mitgliedstaaten vereinbar sind.

Allgemeine Verpflichtungen der Stellen der Flugverkehrsdienste (ATS)

Muss eine ATFM-Maßnahme angewandt werden, koordinieren die ATS-Stellen diese über die örtliche ATFM-Stelle mit der zentralen ATFM-Stelle, um zu gewährleisten, dass die Wahl der Maßnahme mit Blick auf die Optimierung der Auswirkungen auf die Gesamtleistung des europäischen Flugverkehrsmanagementnetzes (EATMN) erfolgt.

ATS-Stellen müssen die zentrale ATFM-Stelle über alle Ereignisse informieren, die sich auf die Kapazität der Flugverkehrskontrolle oder die Flugverkehrsnachfrage auswirken können. Die ATS-Stellen übermitteln der zentralen ATFM-Stelle die folgenden Daten und anschließende Aktualisierungen:

  • Verfügbarkeit von Luftraum- und Streckenstrukturen;
  • Kapazitäten der Flugverkehrskontrollsektoren und Flughäfen;
  • Streckenverfügbarkeit;
  • Abweichungen von Flugdurchführungsplänen;
  • Luftraumverfügbarkeit.

Die Daten sind den oben genannten Parteien, die an ATFM-Prozessen beteiligt sind, zur Verfügung zu stellen und der zentralen ATFM-Stelle und durch die zentrale ATFM-Stelle kostenlos zu übermitteln.

Allgemeine Verpflichtungen der Betreiber

Alle relevanten ATFM-Maßnahmen und Änderungen an Flugdurchführungsplänen sind für den geplanten Flugbetrieb zu berücksichtigen und dem Luftfahrzeugführer mitzuteilen. Wurde ein Flugdurchführungsplan ausgesetzt, weil eine ATFM-Startzeitnische nicht eingehalten werden kann, hat der betreffende Betreiber für die Aktualisierung oder Streichung des Flugdurchführungsplans zu sorgen.

Konsistenz zwischen Flugdurchführungsplänen und Flughafenzeitnischen

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die zentrale ATFM-Stelle oder die örtliche ATFM-Stelle einem Flughafenzeitnischenkoordinator oder dem Leitungsorgan eines koordinierten Flughafens auf Anfrage den akzeptierten Flugdurchführungsplan eines Flugs, der an diesem Flughafen verkehrt, bereitstellt, bevor der Flug stattfindet

Verpflichtungen in Bezug auf kritische Ereignisse

Die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass die ATFM-Verfahren für die Bewältigung kritischer Ereignisse eingerichtet sind und von der zentralen ATFM-Stelle veröffentlicht werden, um Beeinträchtigungen des EATMN zu minimieren. Um auf kritische Ereignisse vorbereitet zu sein, koordinieren die ATS-Stellen und die Leitungsorgane von Flughäfen mit den von kritischen Ereignissen betroffenen Betreibern die Ausweichverfahren.

Überwachung der Einhaltung von ATFM-Maßnahmen

EU-Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die ATFM-Startzeitnischen an Flughäfen eingehalten werden. Für den Fall, dass die ATFM-Startzeitnischen an einem Startflughafen während eines Jahres zu 80 % oder weniger eingehalten wurden, gewährleisten die Mitgliedstaaten, dass die ATS-Stelle an diesem Flughafen relevante Informationen über die Maßnahmen, mit denen die Einhaltung der ATFM-Startzeitnischen sichergestellt werden soll, bereitstellt. Die ATS-Stelle an dem betreffenden Flughafen ist auch dafür zuständig, relevante Informationen über jede Nichteinhaltung der Ablehnung oder Aussetzung von Flugdurchführungsplänen an diesem Flughafen bereitzustellen und die Maßnahmen, die zur Gewährleistung der Einhaltung getroffen wurden, zu nennen.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EU) Nr. 255/2010

15.4.2010

-

ABl. L 80 vom 26.3.2010

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 552/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. März 2004 über die Interoperabilität des europäischen Flugverkehrsmanagementnetzes. [Amtsblatt L 96 vom 31.3.2004].

Verordnung (EG) Nr. 551/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. März 2004 über die Ordnung und Nutzung des Luftraums im einheitlichen europäischen Luftraum. [Amtsblatt L 96 vom 31.3.2004].

Verordnung (EG) Nr. 550/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. März 2004 über die Erbringung von Flugsicherungsdiensten im einheitlichen europäischen Luftraum.[Amtsblatt L 96 vom 31.3.2004].

Verordnung (EG) Nr. 549/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. März 2004 zur Festlegung des Rahmens für die Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums (Rahmenverordnung) [Amtsblatt L 96 vom 31.3.2004].

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Beschleunigte Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums [ COM(2013)408 vom 11.6.2013]. Auf der Grundlage der Analyse in dieser Mitteilung und der zugehörigen Folgenabschätzung schlägt die Kommission ein Legislativpaket (SES 2+) vor, um den Prozess der Reform des Flugverkehrsmanagements in Europa zu konsolidieren und, soweit möglich, zu beschleunigen, indem die Ineffizienz bei der Erbringung von Flugsicherungsdiensten weiter abgebaut und die Anstrengungen zur Vereinheitlichung des europäischen ATM-Systems fortgesetzt werden. Die Legislativvorschläge bauen auf früheren Reformen auf, ersetzen sie aber nicht. Sie dürften jedoch zu einem effizienteren, integriert betriebenen Luftraum in der Zukunft beitragen.

Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums [ COM(2013)410 final vom 11.6.2013].

Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 in Bezug auf Flugplätze, Flugverkehrsmanagement und Flugsicherungsdienste [ COM(2013)409 final vom 11.6.2013 – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Letzte Änderung: 10.04.2014

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