Help Print this page 

Summaries of EU Legislation

Title and reference
Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen: EU-Initiativen

Summaries of EU legislation: direct access to the main summaries page.
Languages and formats available
Multilingual display
Text

Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen: EU-Initiativen

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Mitteilung der Kommission (KOM(2009) 380 endgültig) über eine europäische Initiative zur Alzheimer-Krankheit und zu anderen Demenzerkrankungen

ZUSAMMENFASSUNG

WAS IST DER ZWECK DIESER MITTEILUNG?

In dieser Mitteilung werden die Meilensteine für eine EU-Initiative zu Demenz* festgelegt.

WICHTIGE ECKPUNKTE

In dieser Mitteilung hebt die Europäische Kommission vier Bereiche hervor, in denen Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen durch die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz zu ergreifen sind:

  • 1.

    Senkung des Demenzrisikos und frühzeitige Diagnose: Demenzprävention oder eine frühzeitige Diagnose können das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern. Allerdings sind die Risikofaktoren je nach Art der Demenzerkrankung unterschiedlich. Es ist zum Beispiel leichter, der vaskulären Demenz vorzubeugen als der Alzheimer-Krankheit, da die Risikofaktoren für vaskuläre Demenz, d. h. Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Rauchen, bereits allgemein bekannt sind. Die Kommission empfiehlt den EU-Ländern die Ergreifung von Maßnahmen zur

    • Förderung der Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und körperlicher Aktivität;
    • Formulierung von Empfehlungen, um die Öffentlichkeit zu informieren;
    • Ermöglichung flexibler Ruhestandsregelungen, damit ältere Menschen aktiv bleiben können.
  • 2.

    Demenz verstehen – Verbesserung der Kenntnisse und Forschungskoordinierung: Zuverlässige Prävalenz- und Inzidenzdaten über Demenz sind von wesentlicher Bedeutung, damit die EU-Länder einen optimalen Umgang mit der Erkrankung seitens ihrer öffentlichen Dienste planen und neue Kriterien für die Früherkennung erarbeiten können. Parallel zu ihrer Mitteilung brachte die Kommission eine Pilotinitiative zur Entwicklung einer Forschungsstrategie im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen auf den Weg. Dies würde die Bündelung und Koordinierung der Arbeit von Grundlagenforschern und klinischen Forschern auf diesem Gebiet ermöglichen. In diesem Zusammenhang entstand zwischen 2011 und 2013 die gemeinsame Aktion Alcove (Alzheimer Cooperative Valuation in Europe – Kooperative Bewertung von Alzheimer in Europa), mit der alle vier Herausforderungen angegangen wurden und an der 30 Partner aus ganz Europa beteiligt waren.

  • 3.

    Austausch bewährter Verfahren: Dieser kann über die offene Methode der Koordinierung (OMK) für Sozialschutz, soziale Eingliederung und Langzeitpflege erfolgen. Die OMK kann bei der Definition von Qualitätsstrukturen und -standards für medizinische und soziale Dienstleistungen für Demenzpatienten helfen.

  • 4.

    Wahrung der Rechte, Autonomie und Würde der Patienten: Der Verlust ihrer Fähigkeiten erschwert es Demenzpatienten, ihren Platz in der Gesellschaft und die aktive Beteiligung daran zu bewahren. Auch pflegende Angehörige erleben in manchen Fällen eine soziale Ausgrenzung, die auf die Demenz ihrer Familienangehörigen zurückzuführen ist. Die Kommission schlug die Schaffung eines europäischen Netzes für Rechte und Würde von Demenzpatienten vor. Im Jahr 2009 richtete die Patientenorganisation Alzheimer Europe das European Dementia Ethics Network (europäisches Ethik-Netzwerk für Demenzerkrankungen) ein.

Im Jahr 2014 veröffentlichte die Kommission einen Bericht über die Umsetzung der Mitteilung. Darin werden sämtliche Aktivitäten seit 2009 dargelegt und die Ergebnisse des Alcove-Projekts beleuchtet. Es sei auch auf die Europäische Innovationspartnerschaft im Bereich „Aktivität und Gesundheit im Alter“ hingewiesen sowie auf die Tatsache, dass die EU-Initiative mehr als die Hälfte der EU-Länder dazu veranlasst hat, nationale Pläne oder Strategien zu Demenzerkrankungen anzunehmen oder mit der Ausarbeitung dieser zu beginnen.

Der Rat nahm im Dezember 2015 Schlussfolgerungen an, in denen die Notwendigkeit der Verbesserung der Strategien und Verfahren im Pflegebereich auf dem Gebiet der Demenzerkrankungen hervorgehoben wird.

HINTERGRUND

Eine der Konsequenzen, die eine alternde europäische Bevölkerung nach sich zieht, ist die Zunahme neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und anderen Formen der Demenz. Diese Erkrankungen stellen hohe Kosten für die Gesellschaft dar, die durch koordinierte EU-weite Maßnahmen gesenkt werden können.

Weitere Informationen sind unter Demenz auf der Website der Europäischen Kommission erhältlich.

SCHLÜSSELBEGRIFF

* Demenz: eine neurodegenerative Erkrankung, welche die geistigen Fähigkeiten wie das Erinnerungs-, Denk- und Urteilsvermögen beeinträchtigt und sogar zu Persönlichkeitsveränderungen führen kann. Die verbreitetsten Formen sind:

  • Alzheimer-Krankheit (50-70 % der Demenzfälle),
  • Multiinfarkt-Demenz (30 % der Demenzfälle),
  • frontotemporale Demenz,
  • Pick-Krankheit,
  • Binswanger-Krankheit,
  • Lewy-Body-Demenz.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über eine europäische Initiative zur Alzheimer-Krankheit und zu anderen Demenzerkrankungen (KOM(2009) 380 endgültig vom 22.7.2009)

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen: Umsetzungsbericht zur Mitteilung der Kommission über eine europäische Initiative zur Alzheimer-Krankheit und zu anderen Demenzerkrankungen (SWD(2014) 321 final vom 16.10.2014)

Schlussfolgerungen des Rates über die Unterstützung von Menschen mit Demenz: Verbesserung der Strategien und Verfahren im Pflegebereich (ABl. C 418 vom 16.12.2015, S. 9-12)

Letzte Aktualisierung: 24.05.2016

Top