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Grünbuch über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in Europa

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Grünbuch über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in Europa

Dieses Grünbuch soll eine Diskussion über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in der Europäischen Union einleiten, um die Anzahl der Abeitskräfte in diesem Bereich zu erhöhen und deren Ausbildung zu verbessern. Dabei sollen ihre zunehmende Mobilität, die neuen Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung und die wachsende Rolle neuer Technologien berücksichtigt werden.

RECHTSAKT

Grünbuch der Kommission vom 10. Dezember 2008 über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in Europa [KOM(2008) 725 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Dieses Grünbuch untersucht die Herausforderungen, denen die Europäische Union (EU) gegenwärtig in Bezug auf die Beschäftigten des Gesundheitswesens gegenübersteht, und schlägt mit Blick auf die öffentliche Anhörung zu diesem Thema geeignete Lösungen vor.

Rechtlicher Rahmen und Grundlage für Maßnahmen auf EU-Ebene

Auch wenn die Mitgliedstaaten für die Organisation des Gesundheitswesens und die medizinische Versorgung verantwortlich sind, sieht der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) eine gewisse Koordinierung auf Gemeinschaftsebene vor. Außerdem legt das abgeleitete Recht Bestimmungen fest, die auf einzelstaatlicher Ebene gelten, einige davon, insbesondere arbeitsrechtliche Bestimmungen, für die Arbeitskräfte des Gesundheitswesens.

Herausforderungen für die Arbeitskräfte des Gesundheitswesens

Das Grünbuch befasst sich mit dem medizinischen Personal und allen Berufen, die Gesundheitsversorgung organisieren oder bereitstellen. Zu den Arbeitskräften des Gesundheitswesen zählen beispielsweise die Spezialisten des öffentlichen Gesundheitswesens, Sozialarbeiter, Ausbilder und die in der alternativen Medizin Beschäftigten.

Demografie, Nachhaltigkeit der Arbeitskräfte und Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Die EU-Bürger leben immer länger und es ist äußerst wichtig, dass sie ihr Leben lang gesund bleiben.

Durch die zunehmende Alterung erhöht sich die Zahl chronisch Kranker. Der Bedarf an Gesundheitsversorgung wächst, während sich gleichzeitig ein beträchtlicher Teil der geeigneten Arbeitskräfte dem Rentenalter nähert. Tatsächlich reicht die Zahl der Nachwuchskräfte nicht aus, diese zu ersetzen.

Darüber hinaus sind ungleicher Zugang zu Gesundheitsversorgung sowie die Förderung der Gesundheit und der Sicherheit am Arbeitsplatz entscheidende Faktoren der öffentlichen Gesundheit, denen diese Arbeitskräfte erhöhte Aufmerksamkeit schenken müssen.

Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Information

Wenn sich der Bedarf an Gesundheitsversorgung erhöht und nicht genügend Nachwuchskräfte zur Verfügung sehen, muss es mehr Studien- und Ausbildungsplätze sowie mehr Lehrpersonal geben. Darüber hinaus muss geklärt werden, welche Art Fachkenntnisse am ehesten benötigt werden.

Es liegen nur wenige vergleichbare und aktuelle Daten über die Beschäftigten des Gesundheitswesens und deren Mobilität vor.

Mobilität und Migration von Arbeitskräften des Gesundheitswesens

Die Mobilität der Fachkräfte im Gesundheitswesen hat zweierlei Auswirkungen. Positiv ist zu bewerten, dass damit das Angebot an die Nachfrage angepasst wird, denn die Fachkräfte können dorthin gehen, wo sie am ehesten gebraucht werden. Diese Freizügigkeit kann sich aber auch negativ auswirken, da sie im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften des Gesundheitswesens zu Ungleichgewichten und Ungleichheiten führen kann.

Ein größeres Problem besteht in dem Phänomen der Abwanderung von Fachkräften aus Drittländern in die Europäische Union. Daher sollte eine zirkuläre Migration eingeführt werden.

Zu diesem Zweck hat der Ausschuss für den europäischen sozialen Dialog im Krankenhaussektor, dem die HOSPEEM (European hospital and healthcare employers' association) und der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) angehören, im Jahr 2008 einen gemeinsamen Verhaltenskodex und Nachfassung der ethischen grenzüberschreitenden Einstellung von Mitarbeitern und Mitarbeiterbindung im Krankenhaussektor beschlossen. Dabei geht es darum, ethisches Verhalten bei der Anwerbung von Fachkräften des Gesundheitswesens zu fördern.

Neue Technologien und Unternehmergeist

Künftig können neue Technologien wie Telemedizin bestimmte Mängel des gegenwärtigen Gesundheitssystems beheben. Allerdings ist die Einführung neuer Technologien mit gewissen Herausforderungen verbunden, für die das Grünbuch Lösungsvorschläge bietet, indem es die Mitgliedstaaten auffordert:

  • Schulungen zur Nutzung dieser neuen Technologien anzubieten;
  • den Einsatz neuer Informationstechnologie zu fördern.

Manche Erwerbstätige der Gesundheitsbranche betreiben selbst ihre eigenen Praxen und beschäftigen Personal. Die Europäische Union unterstützt diesen Personenkreis, umso mehr als die Gründung kleiner und mittlerer Unternehmen zur Verwirklichung der Ziele der Lissabon-Programm der Gemeinschaft beiträgt.

Einige Vorschläge des Grünbuchs

Das Grünbuch schlägt vor, über verschiedene Themen nachzudenken, bis die Ergebnisse der öffentlichen Anhörung über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens vorliegen. Hierzu gehören:

  • Stärkung der Vorsorge-, Gesundheitsförderungs- und Präventionskapazitäten;
  • eine flexiblere numerus clausus-Verwaltung in Gesundheitsberufen;
  • Austausch bewährter Verfahren in Bezug auf ihre Mobilität;
  • Nachdenken über Grundsätze für die Einstellung von Fachkräften aus Drittländern;
  • Sammeln vergleichbarer Informationen über die Beschäftigten des Gesundheitswesens;
  • Gewährleistung von Nach- und Umschulungen der Beschäftigten u.a. im Hinblick auf die Nutzung neuer Technologien;
  • Förderung der Selbständigkeit im Gesundheitswesen.

Hintergrund

Dieses Grünbuch soll eine Diskussion über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in der Europäischen Union einleiten, um herauszufinden, wie die Arbeitskräfte besser gefördert, ausgebildet und in die Lage versetzt werden können, den gegenwärtigen Herausforderungen in puncto Demografie, Technologie und Migration gerecht zu werden. Zwischen Dezember 2008 und März 2009 findet eine öffentliche Anhörung statt.

See also

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:

Letzte Änderung: 26.01.2009

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