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Schutz von Schweinen

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Schutz von Schweinen

Diese Richtlinie legt Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen fest. Sie hebt die Richtlinie 91/630/EG auf und fasst die bereits geltenden Anforderungen in einem Text zusammen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2008/120/EG des Rates vom 18. Dezember 2008 über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen.

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie legt Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen fest. Dieser Text regelt die Durchführung schmerzhafter Operationen: Kastration, Schwanzamputation, Entfernung der Eckzähne usw.

Anwendungsbereich

Die Mindestvorschriften gelten für alle Kategorien von Schweinen, die zum Zweck der Aufzucht und Mast gehalten werden: Ferkel (vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Absetzen), Absatzferkel (vom Absetzen bis zum Alter von 10 Wochen), mehr als 10 Wochen alte Mastschweine, für Sauen, Jungsaue *, Eber * usw.

Diese Tiere werden, von Ausnahmen abgesehen (säugende Sauen, Eber), in Gruppen gehalten. Der Züchter muss Maßnahmen treffen, um die grundlegenden Bedürfnisse der Tiere zu befriedigen und Aggressionen innerhalb der Gruppe zu verhindern. Insbesondere müssen Schweine ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien haben, die sie untersuchen und bewegen können.

Sauen und Jungsauen

Trächtige Sauen und Jungsauen müssen erforderlichenfalls gegen Ekto- und Endoparasiten behandelt werden. Das Anbinden von Sauen und Jungsauen ist seit dem 1. Januar 2006 verboten.

Eine Woche vor dem Abferkeln können die Sauen und Jungsauen getrennt gehalten werden. Ein freier Bereich muss vorgesehen werden, um ein selbständiges oder unterstütztes Abferkeln zu ermöglichen. Die Abferkelbuchten müssen über eine Möglichkeit zum Schutz der Ferkel verfügen.

Saugferkel (nicht abgesetzt)

Die Ferkel müssen mindestens 28 Tage alt sein, wenn sie abgesetzt werden, es sei denn das Wohlbefinden oder die Gesundheit des Muttertiers oder der Ferkel wären andernfalls gefährdet.

Absatzferkel und Mastschweine/Zuchtläufer

Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass die Tiere miteinander kämpfen. Die Schweine werden in Gruppen gehalten, die möglichst unverändert bleiben sollen (falls Veränderungen der Zusammenstellung erforderlich sind, sollte diese vor dem Absetzen oder bis zu einer Woche danach erfolgen). Aggressive Tiere werden (ebenso wie verletzte Tiere) getrennt von der Gruppe gehalten. Beruhigungsmittel zur Erleichterung der Einstellung fremder Schweine dürfen nur in Ausnahmefällen und nach Konsultation eines Tierarztes verwendet werden.

Für die Tiere schmerzhafte Eingriffe

Ein Tierarzt oder eine mit Schweinen umgehende Person, die in Tierschutzaspekte eingewiesen wurde, dürfen folgende Eingriffe vornehmen:

  • Verkleinerung der Eckzähne von Ferkeln,
  • Kupieren eines Teils des Schwanzes (vor dem 7. Lebenstag oder aber nach dem 7. Lebenstag durch einen Tierarzt unter Anästhesie und Verwendung schmerzstillender Mittel),
  • Kastration der männlichen Schweine (vor dem 7. Lebenstag oder aber nach dem 7. Lebenstag durch einen Tierarzt unter Anästhesie und Verwendung schmerzstillender Mittel),
  • Nasenberingung bei Freilandhaltung.

Ein Kupieren der Schwänze oder eine Verkleinerung der Eckzähne dürfen nicht routinemäßig und nur dann durchgeführt werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass Verletzungen am Gesäuge der Sauen oder an den Ohren anderer Schweine entstanden sind. Bevor solche Eingriffe vorgenommen werden, sind andere Maßnahmen zu treffen, um Schwanzbeißen und andere Verhaltensstörungen zu vermeiden, wobei die Unterbringung und Bestandsdichte zu berücksichtigen sind. Aus diesem Grund müssen ungeeignete Unterbringungsbedingungen oder Haltungsformen geändert werden.

Gesundheit

Kranke oder verletzte Schweine werden vorübergehend in Einzelbuchten aufgestallt.

Fütterung

Die Richtlinie sieht außerdem Vorschriften für die „ausreichende“ Fütterung und „ständigen“ Zugang zu Frischwasser vor. Alle Schweine müssen gleichzeitig mit allen anderen Tieren ihrer Gruppe Zugang zum Futter haben. Die Tiere werden mindestens einmal täglich gefüttert.

Unterbringung

Die erforderliche Fläche wird nach dem Gewicht des Tieres festgelegt: sie beträgt zwischen 0,15 m² für Tiere unter 10 kg und 1 m² für Tiere über 110 kg, 1,64 m² pro Jungsau, 2,25 m² pro Sau und 6 m² für einen Eber (10 m² wenn der Eber zum Decken verwendet wird).

Bestimmte Vorschriften über die Unterbringung gelten erst ab 1. Januar 2013 (für vor 2003 gebaute Gebäude) oder ab dem Datum des EU-Beitritts.

Die Böden müssen glatt aber nicht rutschig sein, damit sich die Tiere nicht verletzen.

Der Liegebereich muss bequem, sauber und trocken sein.

Unterbringungsbedingungen

Geräuschpegel von 85 dBA oder mehr sind zu vermeiden. Mindestens acht Stunden pro Tag muss die Lichtstärke 40 Lux betragen.

Kontrollen

Die Mitgliedstaaten müssen einmal jährlich Kontrollen an einem statistisch repräsentativen Teil durchführen.

Die Kommission kann Veterinärsachverständige entsenden, die die Kontrollen an Ort und Stelle mit Unterstützung der nationalen Kontrolleure vornehmen.

Besondere Bestimmungen

Die Mitgliedstaaten können in ihrem Gebiet strengere Bestimmungen zur Anwendung bringen, als sie in dieser Richtlinie vorgesehen sind. In diesem Fall müssen sie die Kommission vorab über alle diesbezüglichen Maßnahmen unterrichten.

Hintergrund

Diese Richtlinie kodifiziert und ersetzt die Richtlinie 91/630/EWG und ihre späteren Änderungen.

Schlüsselwörter des Rechtsakts

  • Jungsauen: geschlechtsreife weibliche Schweine vor dem ersten Wurf;
  • Eber: geschlechtsreife männliche Schweine, die zur Zucht bestimmt sind.

Bezug

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2008/120/EG

10.3.2009

1.1.2008

ABl. L 47 vom 18.2.2009

Letzte Änderung: 13.07.2009

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