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Die Europäische Zentralbank (EZB)

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Die Europäische Zentralbank (EZB)

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) handelt es sich um die Zentralbank des Euroraums. Sie bildet als unabhängige Institution der Europäischen Union den Kern des für die Durchführung der Geldpolitik im Euroraum zuständigen Eurosystems und des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB).

RECHTSAKT

Protokoll (Nr. 4) über die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank im Anhang zum Vertrag über die Europäische Union und zum Vertrag über die Funktionsweise der Europäischen Union.

ZUSAMMENFASSUNG

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) handelt es sich um die Zentralbank des Euroraums. Sie bildet als unabhängige Institution der Europäischen Union den Kern des für die Durchführung der Geldpolitik im Euroraum zuständigen Eurosystems und des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB).

Die EZB und die nationalen Zentralbanken der EU-Länder, deren Währung der Euro ist, bilden das Eurosystem. Die EZB und die nationalen Zentralbanken bilden das ESZB. Das Eurosystem und das ESZB werden so lange parallel existieren, wie es EU-Länder außerhalb des Euroraums gibt.

Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität, sprich den Schutz des Wertes des Euro zu gewährleisten. Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt die EZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der EU.

Die grundlegenden Aufgaben der EZB bestehen darin,

die Geldpolitik des Euroraums festzulegen und auszuführen;

Devisengeschäfte durchzuführen;

die offiziellen Währungsreserven der Länder des Euroraums zu halten und zu verwalten;

das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.

Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben erhebt die EZB zudem mit Unterstützung der nationalen Zentralbanken statistische Daten. Sie hat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von Euro-Banknoten innerhalb der EU zu genehmigen.

Zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden ist die EZB zudem für die Bankenaufsicht im Euroraum und in den übrigen am einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) beteiligten Ländern zuständig. Diese Zuständigkeit wurde ihr im Jahr 2014 zugewiesen, um zur Sicherheit und Solidität von Kreditinstituten und zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen.

Die Beschlussorgane der EZB sind der EZB-Rat, das Direktorium und der Erweiterte Rat der EZB. Der EZB-Rat, das wichtigste Beschlussorgan, besteht aus den Mitgliedern des Direktoriums der EZB und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der EU-Länder, deren Währung der Euro ist. Das Direktorium, zuständig für die Ausführung der Geldpolitik und des Tagesgeschäfts, besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern. Der Erweiterte Rat der EZB, zuständig für die Ausführung der Aufgaben, die die EZB übernehmen muss, bis alle EU-Länder den Euro angenommen haben, besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB sowie den Präsidenten der nationalen Zentralbanken aller EU-Länder, deren Währung der Euro ist.

Das im Rahmen des SSMgegründete Aufsichtsgremium ist für die Wahrnehmung der Aufsichtsaufgaben der EZB zuständig. Das Gremium setzt sich aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden, vier Vertretern der EZB und jeweils einem Vertreter der nationalen Aufsichtsbehörden der am SSM beteiligten Länder zusammen.

Die EZB mit Sitz in Frankfurt am Main (Deutschland) wurde 1998 errichtet.

HINTERGRUND

Die Europäische Zentralbank wurde am 1. Juni 1998 errichtet und ist eine vollwertige EU-Institution. Im Jahr 2009 wurde die EZB gemäß Artikel 282 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union mit Rechtspersönlichkeit ausgestattet.

Weiterführende Informationen:

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttreten

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Protokoll (Nr. 4) über die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank

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ABl. C 326 vom 26.10.2012, S. 230-250

Letzte Änderung: 12.05.2015

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