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Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen (Euro VI): Typgenehmigungsvorschriften

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Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen (Euro VI): Typgenehmigungsvorschriften

Diese Verordnung trägt zur Umsetzung der EU-Ziele in Bezug auf die Verringerung von Emissionen und die Verbesserung der Luftqualität bei. Sie führt technische Vorschriften für die Typgenehmigung von schwere Nutzfahrzeuge und ihre Motoren im Hinblick auf Emissionen und ergänzt die bestehenden Rechtsvorschriften über die EG-Typgnehmigung von Kraftfahrzeugen.

RECHTSAKT

Verordnung (EG) Nr. 595/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2009 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Motoren hinsichtlich der Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen (Euro VI) und über den Zugang zu Fahrzeugreparatur- und -wartungsinformationen, zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 und der Richtlinie 2007/46/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinien 80/1269/EWG, 2005/55/EG und 2005/78/EG (Text von Bedeutung für den EWR).

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Verordnung legt einen Rechtsrahmen für die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen, Motoren und Ersatzteilen für schwere Nutzfahrzeuge hinsichtlich ihrer Emissionsleistungen fest. Sie enthält ferner Vorschriften für:

  • die Übereinstimmung in Betrieb befindlicher Fahrzeuge und Motoren mit den Anforderungen;
  • die Dauerhaltbarkeit emissionsmindernder Einrichtungen;
  • Systeme für On-Board-Diagnose (OBD)
  • Zugang zu Fahrzeug-OBD sowie Fahrzeugreparatur- und -wartungsinformationen;
  • die Messung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen.

Diese Verordnung gilt für Kraftfahrzeuge der Klassen M1, M2, N1 und N2 mit einer Bezugsmasse von mehr als 2 610 kg und für alle Kraftfahrzeuge der Klassen M3 und N3 wie in Anhang II der Richtlinie 2007/46/EG festgelegt.

Pflichten der Hersteller

Die Hersteller müssen nachweisen können, dass alle neuen Fahrzeuge, Motoren oder Ersatzteile, die von ihnen verkauft, zugelassen oder in der Gemeinschaft in Betrieb genommen wurden, einem EG-Typgenehmigungsverfahren im Einklang mit dieser Verordnung unterzogen wurden.

Darüber hinaus müssen die Hersteller technische Maßnahmen ergreifen, die eine wirkungsvolle Begrenzung der Auspuffemissionen während der gesamten normalen Lebensdauer eines Fahrzeuges bei normalen Nutzungsbedingungen sicherstellen.

Anforderungen und Prüfungen

Die Hersteller müssen ihre Fahrzeuge oder Motoren mit Bauteilen ausrüsten, mit denen die in Anhang I dieser Verordnung festgelegten Emissionsgrenzwerte eingehalten werden können, zu den Bedingungen, die von der Europäischen Kommission in dieser Verordnung und in den Durchführungsrechtsakten angegeben werden.

Zugang zu Informationen

Die Fahrzeughersteller müssen unabhängigen Markteilnehmern Zugang zu Fahrzeug-OBD-Informationen , zu Diagnosegeräten sowie zu Instrumenten und Software gewähren. Zusätzlich stellen die Hersteller eine standardisierte, zuverlässige und ortsungebundene Struktur zur Verfügung, die es unabhängigen Reparaturbetrieben ermöglicht, Arbeiten durchzuführen, bei denen auf das Sicherheitssystem des Fahrzeugs zugegriffen werden muss.

Diese Informationen müssen auf den Webseiten der Hersteller oder, wenn dies nicht möglich ist, in einer anderen Form veröffentlicht werden.

Zeitplan

Ab dem 31. Dezember 2012 erteilen die nationalen Behörden für Fahrzeuge, die nicht dieser Verordnung entsprechen, keine EG-Typgenehmigung oder nationale Typgenehmigung mehr. Ebenso untersagen sie ab dem 31. Dezember 2013 die Inbetriebnahme von Neufahrzeugen, die nicht dieser Verordnung entsprechen.

Finanzielle Anreize

Die Mitgliedstaaten können bis 31. Dezember 2013 finanzielle Anreize für den Kauf von in Serie hergestellten Fahrzeugen vorsehen, die dieser Verordnung entsprechen. Finanzielle Anreize für die Nachrüstung in Betrieb befindlicher Fahrzeuge oder für deren Verschrottung sind ebenfalls möglich.

Die Höhe dieser finanziellen Anreize entspricht den Mehrkosten für die technischen Einrichtungen, die zur Einhaltung der Emissionsgrenzwerte erforderlich sind.

Diese Verordnung hebt die Richtlinien 80/1269/EWG, 2005/55/EG und 2005/78/EG mit Wirkung vom 31. Dezember 2013 auf.

Hintergrund

Entsprechend dem sechsten Umweltaktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft muss die Luftverschmutzung verringert werden. Diese Verordnung trägt zur Erreichung der EU-Ziele im Bereich der Luftqualität bei, indem sie ein System schafft, das die Automobilindustrie zur Begrenzung der Kraftfahrzeugemissionen zwingt.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 595/2009

7.8.2009

-

ABl. L 188 vom 18.7.2009

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Verordnung (EU) Nr. 582/2011

15.7.2011

-

Amtsblatt L 167 vom 25.6.2011)

Verordnung (EU) Nr. 133/2014

10.3.2014

-

Amtsblatt L 47 vom 18.2.2014

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EU) Nr. 136/2014 der Kommission zur Änderung der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) sowie der Verordnung (EU) Nr. 582/2011 hinsichtlich der Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen (Euro VI) [Amtsblatt L 43 vom 13.2.2014].

Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 715/2007 und (EG) Nr. 595/2009 hinsichtlich der Verringerung der Schadstoffemissionen von Straßenfahrzeugen. [COM(2014) 28 final vom 31.1.2014 - nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Im Kontext der Luftqualitätsziele der EU und der Agenda für bessere Rechtsetzung führt dieser Vorschlag eine Reihe von Änderungen ein, die unter anderem das System der Typgenehmigungen für Hersteller vereinfachen und neue Grenzwerte für NO2-Emissionen einführen sollen.

Letzte Änderung: 29.04.2014

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