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Einheitliche Regeln für die Bereitstellung der Basisinformationen für Kaufkraftparitäten sowie für deren Berechnung und Verbreitung

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Einheitliche Regeln für die Bereitstellung der Basisinformationen für Kaufkraftparitäten sowie für deren Berechnung und Verbreitung

Kaufkraftparitäten (KKP) ermöglichen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) Volumenvergleiche des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und seiner Bestandteile. Im Interesse von mehr Transparenz und einer besseren Qualität des gesamten Prozesses der Erstellung von KKP soll durch diese Verordnung eine gemeinsame Grundlage für die Berechnung der KKP in den nationalen statistischen Ämtern und im Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) geschaffen werden.

RECHTSAKT

Verordnung Nr. 1445/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 zur Festlegung einheitlicher Regeln für die Bereitstellung der Basisinformationen für Kaufkraftparitäten sowie für deren Berechnung und Verbreitung.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Kaufkraftparitäten (KKP) berücksichtigen Preisniveauunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten und ermöglichen daher den direkten Volumenvergleich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Mitgliedstaaten. Mit dieser Verordnung wird ein rechtlicher Rahmen für die dauerhafte Entwicklung, Berechnung und Verbreitung der KKP geschaffen.

Rolle und Zuständigkeiten

Eurostat hat unter anderem die Aufgabe, bei den Mitgliedstaaten Informationen zur Berechnung der KKP einzuholen, die Bereitstellung der Basisinformationen zu koordinieren, die KKP zu berechnen und zu veröffentlichen und die Methodik im Einvernehmen mit den Mitgliedstaaten festzulegen. Die Berechnung der KKP erfolgt jedes Kalenderjahr durch Eurostat.

In der Verordnung wird die Methode dargelegt, nach der die Mitgliedstaaten die Basisinformationen erheben. Die Ergebnisse der Untersuchungen und die Basisdaten werden von den Mitgliedstaaten beglaubigt und an die Kommission übermittelt.

Veröffentlichte Ergebnisse

Die Ergebnisse werden von der Kommission für jeden Mitgliedstaat veröffentlicht und umfassen mindestens:

  • die KKP auf Ebene des BIP;
  • die KKP für die Konsumausgaben der privaten Haushalte und den Individualkonsum;
  • die Preisniveauindizes im Vergleich zum Gemeinschaftsdurchschnitt;
  • das BIP, die Konsumausgaben der privaten Haushalte und den Individualkonsum sowie die entsprechenden Pro-Kopf-Angaben in Kaufkraftstandard (KKS ).

Verwendung von KKP

KKP dienen zur Berechnung:

  • der von den Strukturfonds und den Kohäsionsfonds vergebenen Mittel: Anhand des in KKP gemessenen, inflationsbereinigten Pro-Kopf-BIP wird die Liste der für eine Unterstützung aus den Strukturfonds in Frage kommenden Regionen erstellt und die Höhe der für die einzelnen Regionen bereitgestellten Fondsmittel festgelegt;
  • der Berichtigungskoeffizienten, die nach dem Statut der Beamten und den Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften auf die Gehälter und Pensionen der Beamten und sonstigen Bediensteten anzuwenden sind.

Finanzierung

Die Kommission trägt maximal 70 % zuschussfähigen Kosten der Mitgliedstaaten.

BEZUG

Rechtsakt

Zeitpunkt des Inkrafttretens

Frist für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 1445/2007

9.1.2008

-

ABl. L 336 vom 20.12.2007

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EU) Nr. 193/2011 der Kommission vom 28. Februar 2011 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1445/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates bezüglich des Systems zur Qualitätskontrolle für Kaufkraftparitäten

Diese Verordnung legt die gemeinsamen Qualitätskriterien und die Struktur der Qualitätsberichte zum Thema Kaufkraftparitäten fest.

Verordnung (EG) Nr. 1059/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 über die Schaffung einer gemeinsamen Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik (NUTS) [Amtsblatt L 154 vom 21.6.2003].

Die EU hat einen Rechtsrahmen für die geografische Einteilung ihres Gebiets geschaffen, um die Erhebung, Übermittlung und Veröffentlichung von nationalen und Gemeinschaftsstatistiken zu harmonisieren.

Siehe konsolidierte Fassung

Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische Statistiken und zur Aufhebung der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1101/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Übermittlung von unter die Geheimhaltungspflicht fallenden Informationen an das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, der Verordnung (EG) Nr. 322/97 des Rates über die Gemeinschaftsstatistiken und des Beschlusses 89/382/EWG, Euratom des Rates zur Einsetzung eines Ausschusses für das Statistische Programm der Europäischen Gemeinschaften [ABl. L 87 vom 31.3.2009].

Verordnung (EG) Nr. 2223/96 des Rates zum Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen auf nationaler und regionaler Ebene in der Europäischen Gemeinschaft [Amtsblatt L 310 vom 30.11.1996].

Diese Verordnung soll die Erstellung vergleichbarer, aktueller und zuverlässiger Informationen über Struktur und Entwicklung der Wirtschaft der EU-Mitgliedstaaten und ihrer Regionen ermöglichen.

Geändert durch Verordnung (EG) Nr. 715/2010 [Amtsblatt L 210 vom 11.8.2010].

Verordnung (EWG) Nr. 696/93 des Rates betreffend die statistischen Einheiten für die Beobachtung und Analyse der Wirtschaft in der Gemeinschaft [Amtsblatt L 76 vom 30.3.1993].Siehe konsolidierte Fassung

BERICHT

Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1445/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 zur Festlegung gemeinsamer Regeln für die Bereitstellung der Basisinformationen für Kaufkraftparitäten sowie für deren Berechnung und Verbreitung - [KOM(2013)420 final vom 17.6.2013 - nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Der Bericht fasst den Stand der Umsetzung der Verordnung und verschiedener Entwicklungen seit der Verabschiedung zusammen. Er schlägt eine Überarbeitung des Regulierungsrahmens für KKPs vor, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und ihn mit dem Vertrag von Lissabon in Einklang zu bringen. Seine Haupterkenntnisse sind:

  • Übermittlung von Basisdaten: alle EU-Mitgliedsstaaten und EFTA-Staaten erfüllen sämtliche Anforderungen. Montenegro und zwei westliche Balkanstaaten, die mögliche Beitrittsländer sind, sehr gewillt, die Anforderungen zu erfüllen. Die größte Schwäche, die bei diesen Ländern gefunden werden konnte, liegt in der Bereitstellung von detaillierten Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
  • Berechnung und Verbreitung von KKPs: Eurostat berechnet und verbreitet jährlich KKPs und geht damit über das geforderte Mindestmaß der Verordnung hinaus.
  • Methodisches Handbuch: Die erste Ausgabe des Methodischen Handbuchs zu Kaufkraftparitäten von Eurostat und OECD (EN) wurde 2006 veröffentlicht. Im Jahr 2012 wurde es komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht, um die neuesten Methoden darzustellen.
  • Qualitätskontrolle: Durch die Verordnung wurde ein formales Verfahren zur Qualitätskontrolle in das KKP-Programm eingeführt. Alle Länder stellten dafür strukturierte Unterlagen zu ihren Quellen und Methoden für die Erhebung und Bereitstellung von Basisdaten zur Verfügung. Eurostat begann mit der formalen Auswertung der Vorgehensweisen der Mitgliedsstaaten im Jahr 2011, nachdem zuvor die einzelnen Länder ihre Bestandsaufnahme durchgeführt hatten. Bis zum Ende des Jahres 2012 waren 10 Länder besucht und bewertet worden.
  • Finanzierung: KKPs sind wichtige internationale statistische Werte und haben nur begrenzten nationalen Wert. Mitgliedsstaaten erhalten deshalb finanzielle Unterstützung von der Kommission (maximal 70% der förderfähigken Kosten entsprechend den Vorschriften der Kommission zur Gewährung von Finanzhilfen). Die Kommission plant, diese Unterstützung beizubehalten, da dies für die Nachhaltigkeit des KKP-Programms notwendig ist.

Der Bericht legt dar, dass die Verordnung geändert werden muss, um dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon Rechnung zu tragen. Besonders die Artikel zum Thema Komitologie müssen aktualisiert werden, um sie mit den neuen Vorgehensweisen in Einklang zu bringen.

Letzte Änderung: 03.03.2014

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