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Finanzberichterstattungspflichten für Gesellschaften mit beschränkter Haftung

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Finanzberichterstattungspflichten für Gesellschaften mit beschränkter Haftung

Die Richtlinie modernisiert Finanzberichterstattungspflichten und senkt Kosten, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie schafft einen Rahmen, der Unternehmen und Regierungen zur Offenlegung von Einnahmen aus natürlichen Ressourcen verpflichtet, um den Kampf gegen Steuerbetrug und Korruption zu unterstützen. Sie vereint und verbessert zwei bestehende Rechtsvorschriften: Richtlinie 78/660/EWG über Einzelabschlüsse und Richtlinie 83/349/EWG über konsolidierte Abschlüsse.

RECHTSAKT

Richtlinie 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Abschlussprüfungen von Jahresabschlüssen und konsolidierten Abschlüssen, zur Änderung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG und zur Aufhebung der Richtlinie 84/253/EWG.

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie vereinfacht die Erstellung von Jahresabschlüssen für Kleinunternehmen und verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Unterscheidung zwischen kleinen und größeren Unternehmen.

Kleinunternehmen benötigen zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen lediglich eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlust-Rechnung und den entsprechenden Anhang. Die Mitgliedstaaten können Kleinunternehmen erlauben, diese Unterlagen in verkürzter Form vorzulegen. Dies gewährleistet, dass die erforderlichen Informationen der Größe des Unternehmens angemessener sind. Es besteht nach EU-Recht keine Verpflichtung für Kleinunternehmen, sich einer Rechnungsprüfung zu unterziehen.

Unternehmenskategorien

Die Richtlinie unterscheidet wie folgt zwischen Kleinst-, Klein- und Großunternehmen:

  • Kleinstunternehmen beschäftigen weniger als 10 Mitarbeiter, haben einen Umsatz von höchstens 0,7 Mio. EUR bzw. eine Bilanzsumme von höchstens 0,35 Mio. EUR.
  • Kleinunternehmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter, haben einen Umsatz von höchstens 8 Mio. EUR bzw. eine Bilanzsumme von höchstens 4 Mio. EUR. Es steht Mitgliedstaaten frei, höhere Schwellen von bis zu 12 Mio. EUR für den Umsatz bzw. 6 Mio. EUR für die Bilanzsumme festzulegen.
  • Großunternehmen beschäftigen mindestens 250 Mitarbeiter und haben einen Umsatz von mindestens 40 Mio. EUR und eine Bilanzsumme von 20 Mio. EUR.

Mehr als 90 % aller Unternehmen in der EU sind für Rechnungslegungszwecke als Kleinunternehmen einzustufen. Die Zahl liegt damit höher als bisher, repräsentiert jedoch die derzeitige Struktur der Unternehmen in Europa zugleich besser. Der vorzulegende Anhang umfasst nun zwischen 8 und 13 Erläuterungen. Bislang waren es zwischen 14 und 24.

Die Richtlinie trägt zur Stärkung des Binnenmarktes bei. Die danach vorgeschriebenen Jahresabschlüsse sind vergleichbar, klar und leicht verständlich. Somit unterstützen sie grenzüberschreitende Tätigkeiten und erleichtern Unternehmen die Wahrnehmung von Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland.

Rechnungslegung nach Ländern

Die Richtlinie schreibt vor, dass bestimmte Großunternehmen und Unternehmen von öffentlichem Interesse in der mineralgewinnenden Industrie oder in der Industrie des Holzeinschlags in Primärwäldern alle wesentlichen Zahlungen über 100 000 EUR pro Geschäftsjahr nach Ländern und Projekten untergliedert offenlegen, die sie jährlich an staatliche Stellen in den Ländern, in denen sie tätig sind, geleistet haben.

Folgende Zahlungen sind zu melden: Produktionszahlungsansprüche; Steuern, die auf Erträge, die Produktion oder die Gewinne von Unternehmen erhoben wurden; Nutzungsentgelte; Dividenden; Unterzeichnungs-, Entdeckungs- und Produktionsboni; Lizenz-, Miet- und Zugangsgebühren sowie sonstige Gegenleistungen für Lizenzen und/oder Konzessionen und Zahlungen für die Verbesserung der Infrastruktur.

Die ausführliche Aufstellung der Rechnungslegung erhöht die Transparenz der Finanzströme, die von der Rohstoffwirtschaft und Forstwirtschaft an die Staaten gehen, in denen sie tätig sind. Zugleich stellt sie der Zivilgesellschaft mehr Informationen über die Zahlungen bereit, die EU-Unternehmen an Länder leisten, um dort Rohstoffe abzubauen.

Die Bestimmungen dieser Richtlinie gelten erstmals für Abschlüsse für Geschäftsjahre mit Beginn am oder nach dem 1. Januar 2016.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens - Datum des Außerkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Richtlinie 2006/43/EG

29.6.2006

29.6.2008

ABl. L 157 vom 9.6.2006

Ändernde Rechtsakte

Datum des Inkrafttretens - Datum des Außerkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Richtlinie 2013/34/EU

19.7.2013

20.7.2015

ABl. L 182 vom 29.6.2013

Letzte Änderung: 10.03.2014

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