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Summaries of EU Legislation

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Sicherstellung genauer und erkenntnisbasierter nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel

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Sicherstellung genauer und erkenntnisbasierter nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel

Zunehmend werden Lebensmittel in der Europäischen Union (EU) mit nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben gekennzeichnet, und es wird mit diesen Angaben für sie Werbung gemacht. Um dem Verbraucher ein hohes Schutzniveau zu gewährleisten und ihm die Wahl zu erleichtern, müssen die im Handel befindlichen Produkte sicher sein und eine angemessene Kennzeichnung aufweisen.

RECHTSAKT

Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.

ZUSAMMENFASSUNG

Zunehmend werden Lebensmittel in der Europäischen Union (EU) mit nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben gekennzeichnet, und es wird mit diesen Angaben für sie Werbung gemacht. Um dem Verbraucher ein hohes Schutzniveau zu gewährleisten und ihm die Wahl zu erleichtern, müssen die im Handel befindlichen Produkte sicher sein und eine angemessene Kennzeichnung aufweisen.

WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?

Sie soll sicherstellen, dass die nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteletiketten und bei der Aufmachung und Werbung klar sind und sich auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse stützen.

Es gibt eine Vielzahl von Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Ballaststoffe und Kräuterextrakte mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkung, die in Lebensmitteln vorhanden und Gegenstand entsprechender Angaben sein können. Die Verordnung gewährleistet ein hohes Verbraucherschutzniveau, liefert dem Verbraucher die notwendigen Informationen für eine sachkundige Entscheidung und schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Lebensmittelindustrie.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Die Europäische Kommission muss Nährwertprofile und Bedingungen für die Verwendung von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel festlegen. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • die Mengen der Nährstoffe und anderer Substanzen, die in dem betreffenden Lebensmittel enthalten sind, wie z. B.:
    • Fettsäuren*,
    • gesättigte Fettsäuren*,
    • trans-Fettsäuren*,
    • Zucker und
    • Salz;
  • die Rolle und Bedeutung des Lebensmittels für die Ernährung allgemein oder Risikogruppen wie etwa Kinder;
  • das Vorhandensein von Nährstoffen, deren Wirkung auf die Gesundheit wissenschaftlich anerkannt ist.

Gesundheitsbezogene Angaben sollten

  • nicht falsch, mehrdeutig oder irreführend sein;
  • keine Zweifel über die Sicherheit oder die ernährungsphysiologische Eignung anderer Lebensmittel wecken;
  • nicht zum übermäßigen Verzehr eines Lebensmittels ermutigen;
  • nicht suggerieren, dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung nicht die erforderlichen Mengen an Nährstoffen liefern kann;
  • nicht den Eindruck erwecken, durch Verzicht auf das Lebensmittel könnte die Gesundheit beeinträchtigt werden;
  • keine Angaben über Dauer und Ausmaß der Gewichtsabnahme machen;
  • nicht auf Empfehlungen von einzelnen Vertretern medizinischer Berufe verweisen.

Die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben ist nur zulässig, wenn anhand anerkannter wissenschaftlicher Erkenntnisse nachgewiesen ist, dass das Vorhandensein, das Fehlen oder der verringerte Gehalt des Nährstoffs in einem Lebensmittel eine positive Wirkung hat. Diese Substanzen müssen in Mengen vorhanden sein, die vernünftigerweise verzehrt werden können, und die ausreichend sind, um die gewünschte Wirkung zu erzeugen.

Gesundheitsbezogene Angaben sind nur zulässig, wenn die Kennzeichnung folgende Informationen trägt:

  • die Zielbevölkerung für die Angabe;
  • einen Hinweis auf die Bedeutung einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung und einer gesunden Lebensweise;
  • Informationen zur Menge des Lebensmittels und zum Verzehrmuster, die erforderlich sind, um die behauptete positive Wirkung zu erzielen;
  • einen Hinweis an Personen, die es vermeiden sollten, dieses Lebensmittel zu verzehren (z. B. Schwangere);
  • einen Warnhinweis bei Produkten, die bei übermäßigem Verzehr eine Gesundheitsgefahr darstellen könnten;
  • bei Angaben über die Verringerung eines Krankheitsrisikos eine Erklärung dahin gehend, dass die Krankheit durch mehrere Risikofaktoren bedingt ist und dass die Veränderung eines dieser Risikofaktoren eine positive Wirkung haben kann oder auch nicht;
  • sonstige Beschränkungen der Verwendung oder Verwendungshinweise.

Auf allgemein anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende gesundheitsbezogene Angaben, die vom durchschnittlichen Verbraucher richtig verstanden werden, können vom Zulassungsverfahren ausgenommen werden.

Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent dürfen keine gesundheits- oder nährwertbezogenen Angaben tragen, mit Ausnahme solcher, die sich auf eine Reduzierung des Alkoholgehalts oder des Brennwerts beziehen.

Beantragung der Zulassung

Der Hersteller muss die Zulassung bei dem betreffenden Land der Europäischen Union (EU) beantragen, welches den Antrag an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weiterleitet. Auf der Grundlage des Gutachtens der EFSA entscheidet die Kommission über die Verwendung der Angabe.

WANN TRITT DIE VERORDNUNG IN KRAFT?

Diese Verordnung ist am 1. Juli 2007 in Kraft getreten.

Weiterführende Informationen:

SCHLÜSSELBEGRIFFE

* Fettsäuren: Fettsäuren sind Grundeinheiten von Fettmolekülen. Sie enthalten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.

* Gesättigte Fettsäuren: Je mehr Wasserstoffatome an jedes Kohlenstoffatom gebunden sind, desto gesättigter ist die gesättigte Fettsäure. Gesättigte Fettsäuren sind zum Beispiel in Kokosöl, fettigem Fleisch und Kakaobutter enthalten.

* Trans-Fettsäuren: Werden ungesättigte Fettsäuren einem Hydrierungsverfahren unterzogen (zum Beispiel bei der Herstellung von Margarine), entstehen trans-Fettsäuren. Die Hydrierung wurde entwickelt, um Fette daran zu hindern, schnell ranzig zu werden. Trans-Fettsäuren kommen häufig in industriell hergestellten Backwaren vor.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Verordnung (EG) Nr. 1924/2006

19.1.2007

1.7.2007

ABl. L 404 vom 30.12.2006, S. 9-25

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Verordnung (EG) Nr. 107/2008

4.3.2008

-

ABl. L 39 vom 13.2.2008, S. 8-10

Verordnung (EG) Nr. 109/2008

4.3.2008

-

ABl. L 39 vom 13.2.2008, S. 14-15

Verordnung (EU) Nr. 1169/2011

12.12.2011

-

ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 18-63

Verordnung (EU) Nr. 1047/2012

29.11.2012

-

ABl. L 310 vom 9.11.2012, S. 36-37

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 353/2008 der Kommission vom 18. April 2008 zur Festlegung von Durchführungsbestimmungen für Anträge auf Zulassung gesundheitsbezogener Angaben gemäß Artikel 15 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 109 vom 19.4.2008, S. 11-16).

Letzte Aktualisierung: 06.08.2015

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