Help Print this page 
Title and reference
Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen - EUR-Lex

Summaries of EU legislation: direct access to the main summaries page.
Languages and formats available
BG ES CS DA DE ET EL EN FR GA HR IT LV LT HU MT NL PL PT RO SK SL FI SV
HTML html ES html DE html EN html FR html IT
Multilingual display
Text

Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen - EUR-Lex

Die europäischen Rechtsvorschriften legen gemeinsame Vorschriften für den Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und bestimmten anderen Stoffen zu Lebensmitteln fest. Diese Verordnung harmonisiert die unterschiedlichen in den Mitgliedstaaten geltenden Vorschriften, um den freien Verkehr von Lebensmitteln in der Europäischen Union (EU) zu erleichtern und den Verbraucherschutz zu verbessern. Darüber hinaus enthält sie eine Liste der Vitamine und Mineralstoffe, deren Zusatz zu Lebensmitteln erlaubt ist. Weiterhin legt sie zusätzliche Vorschriften für die Kennzeichnung fest, um den Verbraucher besser über die den Lebensmitteln zugesetzten Nährstoffe zu informieren.

RECHTSAKT

Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen sowie bestimmten andren Stoffen zu Lebensmitteln [Vgl. ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Verordnung betrifft Vitamine, Mineralstoffe und bestimmte andere Stoffe, die Lebensmitteln zugesetzt werden. Sie gilt unbeschadet der Bestimmungen über:

Die Bestimmungen dieser Verordnung über Vitamine und Mineralstoffe gelten nicht für Nahrungsergänzungsmittel, die von der Richtlinie 2002/46/EG abgedeckt werden.

Vitamine und Mineralstoffe, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen

Lebensmitteln dürfen nur die in Anhang I aufgeführten Vitamine und/oder Mineralstoffe in den in Anhang II aufgeführten Formen nach Maßgabe dieser Verordnung zugesetzt werden.

Änderungen der Listen werden unter Berücksichtigung der Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erlassen. Bis zum 19. Januar 2014 können die Mitgliedstaaten jedoch die Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen, die nicht in Anhang I aufgeführt sind in den nicht in Anhang II aufgeführten Formen in ihrem Hoheitsgebiet erlauben, solange folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • der fragliche Stoff wird Lebensmitteln zugesetzt, die am 19. Januar 2007 in der Gemeinschaft in Verkehr sind, und;
  • die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat auf der Grundlage von Unterlagen über die Verwendung des fraglichen Stoffes, die der Kommission vom Mitgliedstaat spätestens am 19. Januar 2010 vorzulegen sind, keine ablehnende Stellungnahme zur Verwendung dieses Stoffes oder seiner Verwendung in dieser Form bei der Herstellung des Lebensmittels abgegeben.

Kennzeichnung

Die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, denen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt wurden und die unter diese Verordnung fallen, ist obligatorisch. Sie muss folgende Angaben umfassen:

  • Gesamtgehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, wenn sie dem Lebensmittel zugesetzt werden;
  • Gehalt an Proteinen, Kohlenhydraten, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Kochsalz (Natrium) (gemäß den Anforderungen der Richtlinie 90/496/EWG über die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln);
  • Energiewert (gemäß der gleichen Richtlinie über die Nährwertkennzeichnung).

Die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln, denen Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt werden sowie die Werbung für diese Lebensmittel, dürfen den Verbraucher in Bezug auf den Ernährungswert des Lebensmittels infolge des Zusatzes der Nährstoffe nicht irreführen oder täuschen.

Außerdem dürfen die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln, denen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden, sowie die Werbung für diese Lebensmittel keinen Hinweis enthalten, mit dem behauptet oder suggeriert wird, dass die Zufuhr angemessener Nährstoffmengen bei einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung nicht möglich sei.

Höchst- und Mindestgehalte

Lebensmittel, denen freiwillig Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt wurden, können – manchmal sogar wesentlich – dazu beitragen, dass diese Stoffe in ausreichenden Mengen aufgenommen werden, und folglich die Gefahr eines Mangels verringern. Die Verordnung legt auch dar, dass eine übermäßige Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Deshalb sieht die Verordnung die Festlegung von Höchstgehalten für Vitamine und Mineralstoffe vor, die den Lebensmitteln zugesetzt werden. Die sicheren Höchstgehalte an Vitaminen und Mineralstoffen, die durch eine wissenschaftliche Risikobewertung festgelegt werden, richten sich nach den Aufnahmemengen an Vitaminen und Mineralstoffen aus anderen Ernährungsquellen und der empfohlenen Referenzzufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen für die Bevölkerung. Falls erforderlich, werden auch der Anteil der einzelnen Erzeugnisse an der Gesamternährung der Bevölkerung im Allgemeinen und das gemäß der Verordnung (EG) 1924/2006 festgelegte Nährstoffprofil berücksichtigt.

Der Zusatz eines Vitamins oder eines Mineralstoffs zu Lebensmitteln muss bewirken, dass das Vitamin oder der Mineralstoff in dem Lebensmittel mindestens in einer signifikanten Menge vorhanden ist, sofern dies im Anhang zur Richtlinie 90/496/EWG über die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln definiert ist.

Beschränkungen und Verbote

Vitamine und Mineralstoffe dürfen nicht zugesetzt werden zu:

  • nicht verarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel und Fisch;
  • Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 % vol., es sei denn Ausnahmen wurden festgelegt und unter der Bedingung, dass keine nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben gemacht werden.

Die vorliegende Verordnung sieht ein Verfahren vor für das Verbot oder die Beschränkung von anderen Stoffen als Vitaminen oder Mineralstoffen mit ernährungsbezogener Wirkung. Bei bestimmten Stoffen gibt es neben diesen Verfahren weitere europäische Kontrollvorschriften. Mitgliedstaaten können bei der Kommission beantragen, ein bestimmtes Produkt auf der Grundlage vorgelegter wissenschaftlicher Erkenntnisse in Anhang III aufnehmen zu lassen (Stoffe, deren Verwendung in Lebensmitteln verboten oder eingeschränkt ist oder von der Gemeinschaft geprüft wird). Verordnung (EU) Nr. 307/2012 legt die Bedingungen für einen solchen Antrag sowie die beizulegenden Nachweise bzw. Erkenntnisse fest.

Die Kommission wird vom Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit unterstützt.

Bezug

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 1925/2006

19.1.2007

-

ABl. L 404 vom 30.12.2006

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 108/2008

4.3.2008

-

ABl. L 178 vom 13.2.2008

Verordnung (EG) Nr. 307/2012

2.5.2012

-

ABl. L 102 vom 12.4.2012

Die Änderungen und Berichtigungen der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung ist von rein dokumentarischem Wert.

14.01.2014

Top