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Unerwünschte Stoffe in der Tierernährung

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Unerwünschte Stoffe in der Tierernährung

Die Europäische Union (EU) legt Höchstwerte für die unerwünschten Stoffe (Kontaminanten) in der Tierernährung fest. Sie begrenzt so die Kontaminierungsrisiken für Futtermittel durch Stoffe und Erzeugnisse, die toxisch sind oder schädliche Auswirkungen auf die Erzeugung haben.

RECHTSAKT

Richtlinie 2002/32/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. Mai 2002 über unerwünschte Stoffe in der Tierernährung [Vgl. ändernde Rechtsakte].

ZUSAMMENFASSUNG

Die vorliegende Richtlinie legt Grenzwerte fest, die das Vorkommen unerwünschter Stoffe in Futtermitteln ab dem Zeitpunkt des Inverkehrbringens in der Europäischen Union (EU) weitestgehend beschränken sollen.

Unerwünschte Stoffe

Als unerwünschte Stoffe gelten Stoffe oder Erzeugnisse, mit Ausnahme von Krankheitserregern, die in und/oder auf einem Erzeugnis vorhanden sind und eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier oder für die Umwelt darstellen oder die tierische Erzeugung beeinträchtigen können. Die von der Richtlinie abgedeckten Stoffe umfassen u. a. Arsen, Blei, Quecksilber, Dioxin und verschiedene Senfsorten.

Diese Richtlinie bezieht sich auf alle zur Tierernährung bestimmten Erzeugnisse, darunter insbesondere Futtermittel-Ausgangserzeugnisse, Zusatzstoffe und Ergänzungsfuttermittel.

Liste der unerwünschten Stoffe

Die Richtlinie umfasst ein Verzeichnis unerwünschter Stoffe, das unter Berücksichtigung der technischen Fortschritte regelmäßig aktualisiert wird und Höchstgehalte für deren Vorkommen in Futtermitteln vorschreibt, die nicht überschritten werden dürfen (siehe Anhang I der Richtlinie).

Untersuchungen

Bei Überschreiten der Höchstwerte führen die Mitgliedstaaten in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbeteiligten Untersuchungen durch, um die Ursachen für das Vorhandensein unerwünschter Stoffe zu ermitteln. Anschließend informieren sie die Kommission über die Ergebnisse dieser Untersuchungen und die ergriffenen Maßnahmen zur Verringerung oder Beseitigung des Gehalts an unerwünschten Stoffen.

Mischungen

Um Betrugsfällen vorzubeugen, verbietet die Richtlinie, dass zur Tierernährung bestimmte Erzeugnisse, die unerwünschte Stoffe enthalten, zu Verdünnungszwecken mit dem gleichen oder mit anderen Erzeugnissen gemischt werden.

Übergangsbestimmungen

Abweichungen von den Richtlinienbestimmungen sind nicht zulässig. Dennoch können die Mitgliedstaaten vorübergehend strengere Vorschriften erlassen und die in der Richtlinie aufgeführten Höchstgehalte herabsetzen, wenn eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier oder für die Umwelt besteht.

Hintergrund

Nach der Dioxinkrise Ende der 90er Jahre hat die EU zahlreiche Veränderungen an den europäischen Vorschriften über unerwünschte Stoffe vorgenommen, um die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen und so die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt besser zu schützen.

Die Richtlinie 2002/32/EG ersetzt die Richtlinie 1999/29/EG zum 1. August 2003.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2002/32/EG

30.5.2002

1.5.2003

ABl. L 140, 30.5.2002

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 219/2009

20.4.2009

-

ABl. L 87, 31.3.2009

Verordnung (EU) Nr. 744/2012

6.9.2012

-

ABl. L 219, 17.8.2012

Verordnung (EU) Nr. 107/2013

26.2.2013

-

ABl. L 35, 6.2.2013

Die vorgenommenen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2002/32/ EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung hat rein dokumentarischen Wert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über amtliche Futter- und Lebensmittelkontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz [Amtsblatt L 165 vom 30.4.2004].

Im Rahmen der Überarbeitung des Lebensmittelrechts (Hygiene-Paket) regelt diese Verordnung die amtlichen Kontrollen im Futter- und Lebensmittelbereich neu und sieht Kontrollen in allen Phasen der Produktion und in allen Sektoren vor. Festgelegt werden die Aufgaben der Europäischen Union bei der Organisation dieser Kontrollen sowie die Vorschriften, die von den nationalen Behörden, die mit der Durchführung amtlicher Kontrollen beauftragt sind, einzuhalten sind, einschließlich Durchsetzungsmaßnahmen bei Verstößen gegen das Gemeinschaftsrecht.

Letzte Änderung: 11.02.2014

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