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Summaries of EU Legislation

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Tiere und Erzeugnisse aus Aquakultur – Gesundheitsvorschriften

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Tiere und Erzeugnisse aus Aquakultur – Gesundheitsvorschriften

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Richtlinie 2006/88/EG – Gesundheitsvorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten

ZUSAMMENFASSUNG

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

  • Die Richtlinie enthält
    • Tiergesundheitsvorschriften für den Verkauf, die Einfuhr und die Durchfuhr von Tieren aus Aquakultur (Zuchtfische und Krustentiere);
    • Mindestmaßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Bewusstseins und der Verhütung von Krankheiten;
    • Mindestmaßnahmen für den Fall des Verdachts oder der Ermittlung des Ausbruchs einer Seuche.

WICHTIGE ECKPUNKTE

  • Die nationalen Behörden der EU-Länder stellen sicher, dass jeder Zuchtbetrieb ordnungsgemäß genehmigt wurde.
  • Für den Erhalt einer Genehmigung müssen die Zuchtbetriebe folgende Voraussetzungen erfüllen:
    • Buch über sämtliche Bewegungen von Fischen und Krustentieren in den bzw. aus dem Zuchtbetrieb führen;
    • hohe Hygienestandards nachweisen;
    • eine risikoorientierte Tiergesundheitsüberwachung betreiben, um Krankheiten und erhöhte Sterblichkeitsraten zu erkennen.
  • Die nationalen Behörden führen ein Register von genehmigten Zuchtbetrieben, halten es stets auf dem neuesten Stand und machen es der Öffentlichkeit zugänglich.
  • Die Richtlinie legt eine Liste der Krankheiten und der für diese Krankheiten empfänglichen Arten dar.
  • Vorkehrungen zur Seuchenverhütung sind beim Transport von Tieren aus Aquakultur einzuhalten.
  • Zuchtfische und Krustentiere müssen gesund sein. Sie benötigen eine Tiergesundheitsbescheinigung, sobald sie zum Verkauf angeboten werden.
  • Eingeführte Fische und Krustentiere haben die Tiergesundheitsvorschriften der EU zu erfüllen. Die EU kann entscheiden, die Zuchtbetriebe, aus denen sie stammen, zu kontrollieren.
  • Die Betreiber der Zuchtbetriebe sowie Tierärzte müssen bei erhöhter Mortalität oder dem Verdacht auf eine Krankheit die zuständige Behörde sofort darüber informieren.
  • Die nationalen Behörden melden den anderen EU-Ländern, der Europäischen Kommission sowie Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein innerhalb von 24 Stunden die Bestätigung der Krankheit.
  • Wenn der Verdacht einer Krankheit besteht, werden Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ergriffen, z. B. Labortests durchgeführt und der Zuchtbetrieb unter Quarantäne gesetzt.
  • Wenn eine Krankheit bestätigt wird, treffen die Behörden folgende Maßnahmen:
    • die offizielle Erklärung, dass der betreffende Zuchtbetrieb verseucht ist;
    • die Abgrenzung eines Sperrgebiets, einschließlich einer Schutz- und Überwachungszone;
    • Verbot der Wiederaufstockung und der Verbringung von Zuchtfisch und Krustentieren.
  • Die EU-Länder müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, bevor sie den Seuchenfreiheitsstatus zurückerlangen.
  • Sachverständige der Europäischen Kommission können gemeinsam mit nationalen Beamten Kontrollen vor Ort und Stelle durchführen.
  • Es bleibt den nationalen Behörden überlassen, strengere Maßnahmen zu erlassen, sofern sie es wünschen.
  • Diese Richtlinie gilt nicht für Fische oder Krustentiere, die
    • zu Zierzwecken gehalten werden,
    • wild gefangen werden oder
    • zur Herstellung von Fischmehl, Fischfuttermitteln, Fischöl und ähnlichen Erzeugnissen gefangen werden.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Sie ist am 14. Dezember 2006 in Kraft getreten. Die EU-Länder mussten sie bis 1. Mai 2008 in nationales Recht umsetzen.

HINTERGRUND

Siehe „Aquakultur“ auf der Website der Europäischen Kommission.

RECHTSAKT

Richtlinie 2006/88/EG des Rates vom 24. Oktober 2006 mit Gesundheits- und Hygienevorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten (ABl. L 328 vom 24.11.2006, S. 14-56)

Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2006/88/EG wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Entscheidung 2008/392/EG der Kommission vom 30. April 2008 zur Durchführung der Richtlinie 2006/88/EG des Rates hinsichtlich der Einrichtung einer Website für Informationen über Aquakulturbetriebe und genehmigte Verarbeitungsbetriebe (ABl. L 138 vom 28.5.2008, S. 12-20)

Beschluss 2010/221/EU der Kommission vom 15. April 2010 über die Genehmigung nationaler Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen bestimmter Krankheiten bei Tieren in Aquakultur und wild lebenden Wassertieren im Einklang mit Artikel 43 der Richtlinie 2006/88/EG des Rates (ABl. L 98 vom 20.4.2010, S. 7-11). Siehe konsolidierte Fassung.

Letzte Aktualisierung: 23.05.2016

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