Help Print this page 

Summaries of EU Legislation

Title and reference
Verhütung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

Summaries of EU legislation: direct access to the main summaries page.
Multilingual display
Text

Verhütung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Richtlinie 2002/60/EG – besondere Vorschriften für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine im Allgemeinen tödlich verlaufende Infektionskrankheit bei Schweinen, die mit schwerwiegenden Folgen für die sozioökonomische Entwicklung und die öffentliche Gesundheit verbunden ist. Diese Richtlinie sieht Maßnahmen für ihre Verhinderung, Bekämpfung und Tilgung vor.

WICHTIGE ECKPUNKTE

  • Die Länder der Europäischen Union (EU) tragen dafür Sorge, dass jeder Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest ihren zuständigen nationalen Behörden unverzüglich gemeldet wird. Bei einer Bestätigung sind die Untersuchungsergebnisse der Europäischen Kommission und den anderen EU-Ländern mitzuteilen. Die Diagnose muss durch zugelassene Labore nach dem amtlichen Diagnosehandbuch erfolgen.
  • Kann ein Vorliegen der Krankheit nicht ausgeschlossen werden, so muss der Betrieb der Überwachung unterstellt werden. Ferner ist in solchen Fällen jede Verbringung von Schweinen, Schweineerzeugnissen, Materialien oder Abfällen, die das Ausbreitungsrisiko der Seuche erhöhen, zu beschränken. Unbefugten Personen und Fahrzeugen ist der Verkehr vom und zum Betrieb untersagt.
  • Wird die Krankheit amtlich bestätigt, so sind sämtliche Schweine im Betrieb zu töten und die Kadaver zu verarbeiten. Jede Form von Fleisch, Materialien oder Abfällen, die Träger von Ansteckungsstoffen sein könnten, müssen vernichtet, verarbeitet oder einer Behandlung unterzogen werden, durch die die Vernichtung des Virus sichergestellt ist. Für völlig gesonderte, gesunde Produktionseinheiten befallener Betriebe können Ausnahmen gewährt werden. Um den Seuchenherd ist eine Schutzzone mit einem Mindestradius von 3 km und um diese herum eine Überwachungszone mit einem Mindestradius von 10 km abzugrenzen.
  • Tritt die Seuche in einem Schlachthof oder bei der Durchfuhr auf, sind alle empfänglichen Schweine zu töten und alle Materialien zu verarbeiten. Alle Orte, Fahrzeuge und Ausrüstungen, die kontaminiert sein könnten, müssen gereinigt und desinfiziert werden.
  • Besteht bei Wildschweinen ein Infektionsverdacht, so haben die EU-Länder Schweinebesitzer und Jäger darüber zu unterrichten; sie müssen außerdem Untersuchungen aller mit Schusswaffen erlegten oder verendet aufgefundenen Schweine vornehmen. Das infizierte Gebiet muss ausgewiesen werden. Betriebe in diesem Gebiet sind der Überwachung zu unterstellen und gegebenenfalls ist ein Jagdverbot zu verhängen.
  • Das Arbeitspapier SANCO/7138/2013 enthält Leitlinien für die Überwachung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen.
  • Die EU-Länder müssen der Kommission einen Seuchentilgungsplan unterbreiten und ihr alle sechs Monate einen Fortschrittsbericht vorlegen.
  • Der Einsatz von Impfstoffen gegen die Afrikanische Schweinepest ist gegenwärtig verboten. Eine spätere Überarbeitung, um dem Entwicklungsstand der wissenschaftlichen und technischen Forschung Rechnung zu tragen, ist jedoch möglich.
  • Die EU-Länder müssen Krisenpläne erstellen. Dabei sind lokale Faktoren, die eine Ausbreitung des Virus beeinflussen könnten (z. B. die Schweinebesatzdichte), zu berücksichtigen.
  • Sachverständige der Kommission können Kontrollen an Ort und Stelle durchführen, um die einheitliche Anwendung dieser Verordnung zu gewährleisten.

Aufhebung

Diese Richtlinie wird ab 21. April 2021 durch die Verordnung (EU) 2016/429 aufgehoben.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Die Richtlinie ist am 9. August 2002 in Kraft getreten. Die EU-Länder mussten sie bis zum 1. Juli 2003 in nationales Recht umsetzen.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

HAUPTDOKUMENT

Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002 zur Festlegung von besonderen Vorschriften für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sowie zur Änderung der Richtlinie 92/119/EWG hinsichtlich der Teschener Krankheit und der Afrikanischen Schweinepest (ABl. L 192 vom 20.7.2002, S. 27-46)

Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen der Richtlinie 2002/60/EG wurden in den Grundlagentext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE DOKUMENTE

Entscheidung 2003/422/EG der Kommission vom 26. Mai 2003 zur Genehmigung eines Diagnosehandbuchs für die Afrikanische Schweinepest (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2003) 1696) (ABl. L 143 vom 11.6.2003, S. 35-49)

Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im Bereich Tiergesundheit („Tiergesundheitsrecht“) (ABl. L 84 vom 31.3.2016, S. 1-208)

Letzte Aktualisierung: 20.10.2016

Top