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Verhinderung der Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bei Europas Rindern und Schafen

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Verhinderung der Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bei Europas Rindern und Schafen

Bei der Blauzungenkrankheit* handelt es sich um eine Viruskrankheit, die vor allem bei Schafen auftritt. Ein Ausbruch kann sich schnell ausbreiten, tödlich verlaufen, Störungen verursachen und damit die Rentabilität der tierischen Erzeugung drastisch senken.

RECHTSAKT

Richtlinie 2000/75/EG des Rates vom 20. November 2000 mit besonderen Bestimmungen für Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit.

ZUSAMMENFASSUNG

Bei der Blauzungenkrankheit* handelt es sich um eine Viruskrankheit, die vor allem bei Schafen auftritt. Ein Ausbruch kann sich schnell ausbreiten, tödlich verlaufen, Störungen verursachen und damit die Rentabilität der tierischen Erzeugung drastisch senken.

WAS IST DER ZWECK DER RICHTLINIE?

Die Richtlinie und ihre nachträglichen Änderungen enthalten die ausführlichen Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit und beschreiben die im Falle eines Ausbruchs vorzunehmenden Schritte.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Verdachtsfälle und bestätigte Fälle des Blauzungenvirus sind der zuständigen Behörde des betroffenen Landes der Europäischen Union (EU) zu melden, bevor Maßnahmen umgesetzt werden.

Besteht der Verdacht eines Falls von Blauzungenkrankheit, sollte der Tierarzt die Herde unter Überwachung stellen, die Tiere und Orte erfassen, Nachforschungen zur Epizootiologie anstellen, ein Verbot der Verbringung der Tiere erwirken, die Tiere mit Insektiziden behandeln und die Körper eventuell verendeter Tiere beseitigen.

Wird die Krankheit bestätigt, werden diese Maßnahmen auf alle Betriebe* in einem Umkreis von 20 km ausgedehnt. Außerdem erstreckt sich im Umkreis von mindestens 100 km eine Schutzzone um den befallenen Betrieb, in der sämtliche Tiere ermittelt werden müssen und aus der die Tiere nicht verbracht werden dürfen. Die Behörde muss ein Seuchenüberwachungsprogramm einrichten. Innerhalb dieser Zone kann zudem ein Impfprogramm eingerichtet werden.

Über die Schutzzone hinaus erstreckt sich eine Kontrollzone mit einer Fläche von mindestens 50 km, in der dieselben Maßnahmen zur Erfassung, der Einschränkung der Verbringung und der Überwachung gelten wie in der Schutzzone, außer dass Impfungen dort verboten sind. Die Zonen können unter Berücksichtigung der Umstände ausgedehnt oder verkleinert werden.

Der Einsatz von Impfstoffen wird auf der Grundlage einer spezifischen Risikobewertung erlaubt, vorausgesetzt, dass die Europäische Kommission vor der Impfung informiert wird. Ein gewisser Kostenzuschuss kann gewährt werden.

Seit Veröffentlichung der ursprünglichen Richtlinie stehen neue, inaktivierte Impfstoffe zur Verfügung. Ihr Einsatz während der Ausbrüche 2008 und 2009 hat die Bekämpfung der Blauzungenkrankheit erheblich verbessert. Inaktivierte Impfstoffe werden nunmehr den älteren Lebendimpfstoffen vorgezogen, mit denen zu einem gewissen Grad das Risiko einer Zirkulation einherging.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Sie ist am 22. Dezember 2000 in Kraft getreten.

SCHLÜSSELBEGRIFFE

* Blauzungenkrankheit: eine nicht ansteckende, von Mücken übertragene virale Infektionskrankheit, die bei Wiederkäuern, vor allem Schafen, auftritt. Zu den Symptomen gehören Geschwüre, Lahmheit und Reproduktionsstörungen. Eine wirksame Behandlung gibt es nicht. Die betroffenen Tiere können innerhalb weniger Tage verenden. Der Heilungsprozess bei den überlebenden Tieren kann mehrere Monate dauern. Die Krankheit stellt keine Bedrohung für den Menschen dar.

* Betrieb: landwirtschaftlicher oder anderer Betrieb, in dem dauerhaft oder vorübergehend Tiere von Arten aufgezogen oder gehalten werden, die für die Blauzungenkrankheit empfänglich sind.

Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission zur Blauzungenkrankheit erhältlich.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Richtlinie 2000/75/EG

22.12.2000

1.1.2002

ABl. L 327 vom 22.12.2000, S. 74-83

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Richtlinie 2008/73/EG

3.9.2008

1.1.2010

ABl. L 219 vom 14.8.2008, S. 40-54

Richtlinie 2012/5/EU

22.3.2012

23.9.2012

ABl. L 81 vom 21.3.2012, S. 1-2

Richtlinie 2013/20/EU

1.7.2013

1.7.2013

ABl. L 158 vom 10.6.2013, S. 234-239

Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2000/75/EG wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

Letzte Änderung: 06.08.2015

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