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Katarrhalfieber der Schafe - EUR-Lex

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Katarrhalfieber der Schafe - EUR-Lex

Die Europäische Union (EU) trifft Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung des Katarrhalfiebers der Schafe, deren Umfang und Tragweite davon abhängen, ob das Vorkommen der Krankheit in den Betrieben vermutet wird oder bestätigt ist.

RECHTSAKT

Richtlinie 2000/75/EG des Rates vom 20. November 2000 mit besonderen Bestimmungen für Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung des Katarrhalfiebers der Schafe (Blauzungenkrankheit) [Vgl. ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Mit der genannten Richtlinie nebst ihren späteren Änderungen wurden Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung des Katarrhalfiebers der Schafe oder Blauzungenkrankheit festgelegt.

Insbesondere seit die Virusserotypen 1 und 8 der Blauzungenkrankheit 2006 und 2007 in die Union eingeschleppt wurden, hat sich das Blauzungenvirus weiter verbreitet und könnte in bestimmten Gebieten endemisch werden. Dementsprechend ist es inzwischen schwierig, die Ausbreitung des Virus zu überwachen.

Die ursprünglichen Vorschriften zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit gemäß Richtlinie 2000/75/EG beruhten auf den Erfahrungen mit den sogenannten modifizierten Lebendimpfstoffen bzw. attenuierten Lebendimpfstoffen, die seinerzeit die einzig verfügbaren Impfstoffe waren. Der Einsatz dieser Impfstoffe kann jedoch zu einer unerwünschten lokalen Verbreitung des Vakzinevirus bei nicht geimpften Tieren führen.

Dank neuer Technologien sind inzwischen inaktivierte Impfstoffe gegen die Blauzungenkrankheit verfügbar, bei denen keine Gefahr besteht, dass sich das Vakzinevirus lokal bei nicht geimpften Tieren verbreitet. Der umfassende Einsatz derartiger Impfstoffe im Rahmen der Impfkampagne in den Jahren 2008 und 2009 ermöglichte eine erhebliche Verbesserung der Seuchenlage. Die Impfung mit inaktivierten Impfstoffen hat sich inzwischen als Mittel zur Kontrolle der Blauzungenkrankheit und der Verhinderung klinischer Fälle in der Union durchgesetzt.

Sofern entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, ist der Einsatz attenuierter Lebendimpfstoffe nicht ausgeschlossen, zumal ihre Verwendung unter bestimmten Umständen noch immer erforderlich sein kann, beispielsweise sofern ein neuer Virusserotyp der Blauzungenkrankheit eingeschleppt wird, für den keine inaktivierten Impfstoffe verfügbar sind.

Der Verdacht oder die Bestätigung des Virus der Blauzungenkrankheit muss bei der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats gemeldet werden, bevor die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden.

Maßnahmen bei Seuchenverdacht

Wird die Krankheit bei einer Herde vermutet, so ordnet der Amtstierarzt für den oder die betroffenen Betrieb(e) eine Überwachung an und trifft eine Reihe von Untersuchungsmaßnahmen (Überwachung des Betriebs, Bestandsaufnahme der Tiere und Orte, epidemiologische Untersuchung, usw.) und Schutzmaßnahmen (Verbot von Tierverbringungen, Behandlung der Tiere mit Insektiziden, Zerstörung und Entsorgung der Tierkörper, usw.).

Maßnahmen bei Seuchenbestätigung

Wird ein Befall mit der Krankheit bestätigt, dehnt der Amtstierarzt die im Verdachtsfall anwendbaren Maßnahmen auf alle Betriebe im Umkreis von 20 km um den oder die Seuchenbetriebe aus. Außerdem lässt er eine epidemiologische Untersuchung durchführen und kann die Initiative für ein Impfprogramm um die Herde der Blauzungenkrankheit herum ergreifen.

Darüber hinaus muss die zuständige Behörde bei Seuchenbestätigung um die Seuchenherde herum eine Schutzzone und eine Überwachungszone einrichten.

Schutz- und Kontrollzone

Die Schutzzone umfasst einen Radius von mindestens 100 km rund um den oder die infizierten Betrieb(e). Innerhalb dieser Zone müssen alle Tierhaltungsbetriebe identifiziert werden, die Tiere dürfen die Schutzzone nicht verlassen und die zuständige Behörde muss ein epidemiologisches Überwachungsprogramm einführen. In der Schutzzone kann ein Impfprogramm durchgeführt werden.

Die Überwachungszone erstreckt sich mindestens 50 km über die Grenzen der Schutzzone hinaus. Innerhalb dieser Zone müssen die Maßnahmen zur Identifizierung der Tiere, die Verbringungsbeschränkungen und die epidemiologische Überwachung umgesetzt werden, die in der Schutzzone gelten. Die Impfung der Tiere gegen das Katarrhalfieber der Schafe ist dagegen verboten.

Die Schutz- und Überwachungszonen können je nach epidemiologischen, geographischen, ökologischen oder witterungsbedingten Umständen vergrößert oder verkleinert werden.

Impfung

Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit können genehmigt werden, wenn die Entscheidung auf einer besonderen Risikobewertung durch Behörden beruht und die Europäische Kommission vorab informiert wird.

Wann immer attenuierte Lebendimpfstoffe verwendet werden, sind eine Schutzzone (hat mindestens die Impfzone zu umfassen) sowie eine Überwachungszone (im EU-Hoheitsgebiet mit einem Radius von 50 km über die Grenzen der Schutzzone hinaus) auszuweisen.

In der Überwachungszone sind Impfungen mithilfe attenuierter Lebendimpfstoffe verboten.

Abweichende und zusätzliche Maßnahmen

Die Kommission kann mit Unterstützung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit ergänzende oder abweichende Maßnahmen treffen. Es können insbesondere Bestimmungen erlassen werden, die unter bestimmten Bedingungen die Verbringung von Tieren aus den Schutz- und Überwachungszonen ermöglichen.

Nationale Laboratorien

Jeder Mitgliedstaat bestimmt ein nationales Laboratorium, das die in dieser Richtlinie vorgesehenen Untersuchungen durchführt, und teilt anschließend den anderen Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit die Adressdaten dieses Laboratoriums mit. Jedes nationale Laboratorium arbeitet mit dem gemeinschaftlichen Referenzlaboratorium in Pirbright (Vereinigtes Königreich) zusammen.

Hintergrund

Das Auftreten des Katarrhalfiebers der Schafe Ende der 90er Jahre hat gezeigt, dass die damaligen gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften nicht den Besonderheiten dieser Krankheit angepasst waren. Die genannte Richtlinie greift eine Anzahl von Maßnahmen der Richtlinie 92/35/EWG über die Pferdepest auf, die an das Katarrhalfieber der Schafe angepasst werden können.

Bezug

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2000/75/EG

22.12.2000

1.1.2002

ABl. L 327 vom 22.12.2000

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2008/73/EG

12.12.2006

-

ABl. L 219 vom 14.8.2008

Richtlinie 2012/5/EU

22.3.2012

23.9.2012

ABl. L 81 vom 21.3.2012

Die im Nachhinein vorgenommen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2000/75/EG wurden in den Grundlagentext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

12.11.2013

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