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Erhaltung der wildlebenden Vogelarten

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Erhaltung der wildlebenden Vogelarten

Bei vielen in Europa wildlebenden Zugvogelarten und einheimischen Vogelarten ist ein Rückgang der Bestände festzustellen. Um diesen Trend umzukehren, führt die Europäische Union (EU) eine Politik ein, die bestimmte Praktiken verbietet und Maßnahmen zum Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume einleitet.

BEZUG

Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7-25)

Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 103 vom 25.4.1979, S. 1-18)

ZUSAMMENFASSUNG

Bei vielen in Europa wildlebenden Zugvogelarten und einheimischen Vogelarten ist ein Rückgang der Bestände festzustellen. Um diesen Trend umzukehren, führt die Europäische Union (EU) eine Politik ein, die bestimmte Praktiken verbietet und Maßnahmen zum Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume einleitet.

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

Das Ziel der Richtlinie ist die Erhaltung aller wildlebenden Vögel in der EU durch die Festlegung von Vorschriften zu ihrem Schutz, in Bezug auf die Bewirtschaftung und die Kontrolle. Sie gilt für Vögel, ihre Eier, Nester und Lebensräume.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Die EU-Länder müssen Maßnahmen ergreifen, um die Bestände gefährdeter Arten auf einem Stand zu erhalten oder wieder auf einen Stand zu bringen, der den ökologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Erfordernissen entspricht, wobei den wirtschaftlichen und freizeitbedingten Erfordernissen Rechnung getragen wird.

Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um für alle Vogelarten eine ausreichende Vielfalt und eine ausreichende Flächengröße der Lebensräume* zu erhalten oder wieder herzustellen. Zu diesen Maßnahmen gehören in erster Linie:

die Einrichtung von Schutzgebieten;

die Pflege und Gestaltung der Lebensräume in und außerhalb von Schutzgebieten; und

die Wiederherstellung zerstörter Lebensstätten* sowie die Neuschaffung von Lebensstätten.

Bestimmte Arten, die in Anhang I aufgeführt werden, unterliegen besonderen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Lebensräume, um ihr Überleben sicherzustellen. Dazu gehören Arten,

die vom Aussterben bedroht sind;

die gegen Veränderungen ihrer Lebensräume empfindlich sind;

deren Bestand gering oder deren örtliche Verbreitung beschränkt ist; oder

die aufgrund des spezifischen Charakters ihres Lebensraums einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen.

Die EU-Länder müssen besondere Schutzgebiete (BSG) für gefährdete Arten und Zugvögel einrichten, die für deren Überleben günstige Bedingungen bieten und in den natürlichen Verbreitungsgebieten der Vögel liegen (d. h. dort, wo sie heimisch sind). Besondere Bedeutung wird den Feuchtgebieten beigemessen. Die BSG sind Teil des Natura-2000-Netzes ökologischer Schutzgebiete.

Diese Richtlinie stellt zudem eine allgemeine Regelung zum Schutz aller wildlebenden Vogelarten in der EU auf. Diese umfasst insbesondere das Verbot

des absichtlichen Tötens oder Fangens wildlebender Vögel;

der Beschädigung von Nestern;

des Sammelns und des Besitzes von Eiern;

des absichtlichen Störens, sofern diese Störung den Schutz gefährdet; und

des Handels mit oder des Besitzes von lebenden und toten Vögeln, die nicht bejagt werden dürfen.

Die EU-Länder müssen die Forschung zur Regulierung, zum Schutz und zur umsichtigen Nutzung von wildlebenden Vögeln in Europa fördern (z. B., indem sie sicherstellen, dass sich die Jagd auf die Erhaltung der Bestände dieser Arten auf ausreichendem Niveau beschränkt).

Einige Arten können aufgrund der Größe ihrer Bestände bejagt werden, sofern bestimmte Grundsätze eingehalten werden:

die Anzahl der erlegten Vögel darf keine Gefährdung der ausreichenden Bestände darstellen;

die Vogelarten dürfen nicht während ihrer Brut- und Aufzuchtzeit bejagt werden;

Zugvogelarten dürfen nicht während ihres Rückzugs zu den Nistplätzen bejagt werden; und

Methoden, mit denen Vögel in Mengen oder wahllos getötet werden, sind verboten.

HINTERGRUND

2015 veröffentlichte die Europäische Kommission zum zweiten Mal einen Bericht über den Stand der Erhaltungsmaßnahmen gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie, der eine vergleichende Bewertung ermöglicht. Laut dem Bericht und einem ähnlichen Bericht gemäß der Habitat-Richtlinie haben sich die Kenntnisse über und Trends für geschützte Arten und Lebensräume verbessert. Bei einigen Arten und Lebensräumen sind Zeichen der Erholung festzustellen, und es gibt klare Anzeichen dafür, dass das Natura-2000-Netz bei der Stabilisierung der Lebensräume und Arten eine wesentliche Rolle spielt, insbesondere in den Fällen, in denen Maßnahmen in ausreichendem Umfang umgesetzt wurden.

Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission zu Natur und Artenvielfalt erhältlich.

SCHLÜSSELBEGRIFFE

* Lebensraum: ein natürliches Gebiet oder eine Art der Umgebung, in der eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart für gewöhnlich vorkommt.

* Lebensstätte: ein Gebiet mit einheitlichen Umweltbedingungen, das einen Lebensraum für eine bestimmte Mischung aus Tieren und Pflanzen bietet.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Die Rechtsvorschrift wurde ursprünglich 1979 erlassen (Richtlinie 79/409/EWG des Rates) und sollte bis zum 7. April 1981 in einzelstaatliches Recht der EU-Länder umgesetzt werden. Richtlinie 79/409/EWG wurde 2009 durch eine kodifizierte Fassung ersetzt (Richtlinie 2009/147/EG).

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament: Der Zustand der Natur in der Europäischen Union - Bericht über den Zustand und die Trends von unter die Vogelschutz- und die Habitat-Richtlinie fallenden Lebensraumtypen und Arten für den Zeitraum 2007-2012 gemäß Artikel 17 der Habitat-Richtlinie und Artikel 12 der Vogelschutzrichtlinie (COM(2015) 219 final vom 20.5.2015)

Letzte Aktualisierung: 24.09.2015

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