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Die Millenniumsentwicklungsziele (MDG)

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Die Millenniumsentwicklungsziele (MDG)

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Zwölfpunkte-Aktionsplan der EU zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele – KOM(2010) 159 endg.

ZUSAMMENFASSUNG

WAS IST DER ZWECK DIESER MITTEILUNG?

2010 legte die Europäische Kommission einen mittelfristigen Zwölfpunkte-Aktionsplan vor, um die Beschleunigung der Durchführung der Millenniumsziele (MGD) bis 2015 zu fördern.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Erfüllung der Hilfszusagen

Zur Aufrechterhaltung des Ziels, den Anteil der EU an der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) auf 0,7 % ihres BNE (Bruttonationaleinkommens) im Jahr 2015 zu heben, schlug die Kommission Folgendes vor:

Festlegung realistischer Jahresaktionspläne zur besseren Umsetzung der Entwicklungshilfe;

Stärkung der EU-Mechanismen zur Erfüllung der Rechenschaftspflicht auf der Grundlage einer Prüfung der Entwicklungshilfe;

Verabschiedung nationaler Rechtvorschriften durch die EU-Länder zur Festlegung von Entwicklungshilfezielen.

Außerdem rief sie die anderen internationalen Geber auf, ihre Beiträge so weit zu erhöhen, bis sie sich an die ODA der EU angleichen.

Verbesserung der Wirksamkeit der Hilfe

Zur Verbesserung der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe und der Koordination der verschiedenen beteiligten Akteure schlug die Kommission Folgendes vor:

bis 2013 die schrittweise Nutzung eines gemeinsamen Rahmens und eines einheitlichen Programmierungszyklus für die EU-Länder und die EU;

Einrichtung eines operativen Rahmens für die Wirksamkeit der Hilfe, die Arbeitsteilung, die Transparenz der Finanzierungen, der gegenseitigen Rechenschaftspflicht der EU und der Entwicklungsländer;

Unterstützung der Anwendung der Agenda zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit durch andere Geber.

Aktionsplan für raschere Fortschritte bei der Verwirklichung der MDG

Um raschere Fortschritte bei der Verwirklichung der MDG zu erzielen, schlug die Kommission für die EU und die EU-Länder Folgendes vor:

den Schwerpunkt vorrangig auf jene Länder und Bevölkerungen zu legen, in denen am meisten Fortschritte nötig sind;

die Ausrichtung auf die am stärksten in Rückstand geratenen MDG und Verbesserung der Auswirkung der sektorbezogenen EU-Politik (z. B. Gesundheit, Erziehung, Ernährungssicherheit und Geschlechtergleichstellung);

die Förderung der Eigenverantwortung der Partnerländer für die Verwirklichung der MDG (z. B. die Integration der MDG in die eigenen Entwicklungsstrategien sowie die Verbesserung der Qualität der Statistiken;

die Verabschiedung eines Arbeitsprogramms zur Sicherstellung der Kohärenz zwischen den EU-Politiken, die sich möglicherweise auf die Partnerländer auswirken (z. B. die Schlüsselbereiche Wirtschaft- und Finanzen, Klimawandel, Ernährungssicherheit, Migration und Sicherheit);

Mobilisierung der einheimischen Ressourcen, insbesondere durch eine bessere nationale und internationale Lenkung im Steuerbereich sowie durch die Stärkung der Steuersysteme der Partnerländer;

Förderung der regionalen Integration und des Handels für Wachstum und Beschäftigung;

Ermittlung und Förderung innovativer Finanzierungsquellen, auch über öffentlich-private Partnerschaften, zur Sicherstellung stabiler Einkommen für eine nachhaltige Entwicklung;

Unterstützung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Abmilderung seiner Folgen in den Partnerländern (z. B. durch Förderung der Kooperation, der Forschung und des Zugangs zu grünen Technologien);

Schaffung der Voraussetzungen für eine langfristige Sicherheit (die meisten Länder, die bei der Verwirklichung der MDG weit zurückliegen, sind aufgrund militärischer Konflikte geschwächt);

neue Impulse für die Reform der Weltordnungspolitik geben (z. B. die Wirksamkeit und die Legitimität des Prozesses durch eine bessere Einbeziehung der ärmsten Länder verbessern, deren Interessen oft vernachlässigt werden).

Errungenschaften

Die Maßnahmen der EU und der EU-Länder konnten einige positive Ergebnisse erzielen. In einigen Fällen jedoch konnten die gesetzten Ziele nicht erreicht werden.

Extreme Armut und Hunger

Weltweit ist die extreme Armut bis 2010, bereits 5 Jahre vor Ablauf der Frist, um die Hälfte zurückgegangen; Seitdem nimmt sie weiterhin ab, Dennoch leben 836 Millionen Menschen immer noch in extremer Armut. 72 von 129 Ländern haben den Anteil der Menschen, die Hunger leiden, halbiert. 795 Millionen Menschen leiden weiterhin an Hunger, 2 Milliarden Menschen leiden an schlechter Ernährung und ein Viertel der Kinder an Wachstumshemmungen.

Allgemeine Primarschulbildung

Im Vergleich zu 2000 ist die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, um die Hälfte gesunken. Die Alphabetisierungsraten für junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren stiegen von 83 % im Jahre 1990 zu prognostizierten 91 % im Jahre 2015. Hierzu und auch zu Verbesserungen auf allen Bildungsebenen hat die EU-Unterstützung beigetragen.

Gleichstellung der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen

Einige Fortschritte zum Erreichen der Gleichstellung der Geschlechter und der Ermächtigung von Mädchen und Frauen konnten erzielt werden. Es existieren jedoch anhaltende und in einigen Fällen beispiellose Verletzungen der Frauenrechte. Die Geschlechterkluft ist umso größer, wenn Geschlechterungleichheit mit anderen Formen der Ausgrenzung kombiniert ist, beispielsweise aufgrund von Behinderung, Alter, Kaste, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, geografischer Randlage oder Religion.

Kindersterblichkeit

Weiterhin kommt es täglich zu schätzungsweise 16 000 Todesfällen. Die Sterblichkeitsraten für Kinder unter 5 Jahren sind seit 1990 um die Hälfte zurückgegangen, von 90 zu prognostizierten 43 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten im Jahr 2015. Bei Kindern aus den ärmsten Haushalten konnten größere Rückgänge erzielt werden als bei den reichsten Haushalten in allen Regionen. Dennoch sind die Fortschritte unzureichend, um das Ziel einer Senkung der Sterblichkeitsrate um zwei Drittel bis 2015 zu erreichen.

Gesundheit der Mütter

Im Jahr 2015 war die Müttersterblichkeit im Vergleich zu 1990 fast halbiert. Das Erreichte erfüllt jedoch nicht das Millenniumentwicklungsziel der Reduzierung der Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel bis 2015.

HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose (TB)

Die Zahl der Todesfälle aufgrund von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria ging seit 2000 um 40 % zurück.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die Ziele hinsichtlich eines Zugangs zu verbesserten Wasserquellen und einer geringeren Anzahl von Menschen, die in Slums leben, wurden vor Ablauf der Frist erreicht. Der Verlust von Umweltressourcen und der Biodiversität wurde jedoch nicht aufgehalten.

Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Seit 1990 konnten gute Fortschritte erreicht werden. Im Jahr 2014 nahm die Höhe der Entwicklungshilfe im Vergleich zum Jahr 2000 um 66 % zu. Im gleichen Zeitraum wurde der Zugang von Entwicklungsländern zu den Märkten ausgeweitet.

HINTERGRUND

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen - Zwölfpunkte-Aktionsplan der EU zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele (KOM(2010)159 endg. vom 21.4.2010)

Letzte Aktualisierung: 13.01.2016

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