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Verbraucherkreditverträge

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Verbraucherkreditverträge

Die Entwicklung des Kreditmarkts in der Europäischen Union muss mit einer Stärkung der Verbraucherrechte einhergehen. Die Harmonisierung einzelstaatlicher Vorschriften muss auch die Förderung grenzüberschreitender Kredite erlauben.

RECHTSAKT

Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Entwicklung des Kreditmarkts in der Europäischen Union muss mit einer Stärkung der Verbraucherrechte einhergehen. Die Harmonisierung einzelstaatlicher Vorschriften muss auch die Förderung grenzüberschreitender Kredite erlauben.

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

Die Richtlinie harmonisiert die Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Länder der Europäischen Union auf dem Gebiet der für Verbraucher zum Erwerb von Waren oder Dienstleistungen (Urlaub, Waren, neues Auto usw.) gewährten Kredite. Sie öffnet den europäischen Verbraucherkreditmarkt und verbessert die Transparenz der Vertragsbedingungen und das Verbraucherschutzniveau.

Diese Richtlinie gilt jedoch nicht für Kreditverträge, die:

entweder durch eine Hypothek oder eine vergleichbare Sicherheit gemäß Richtlinie 2014/17/EU für Wohnimmobilien genutzt werden oder durch ein Recht an Wohnimmobilien besichert sind;

gemäß Richtlinie 2014/17/EU für den Erwerb oder die Erhaltung von Eigentumsrechten an einem Grundstück oder einem bestehenden oder geplanten Gebäude bestimmt sind;

deren Gesamtbetrag geringer als 200 EUR oder größer als 75 000 EUR ist. Spätestens bis zum 21. März 2016 (Termin, zu dem die Richtlinie 2014/17/EU umgesetzt sein muss) ist die Richtlinie für nicht garantierte Kreditverträge anzuwenden, die zum Zwecke der Renovierung einer Wohnimmobilie bei einem Betrag von über 75 000 EUR gedacht sind.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Die Werbung für Kredite enthält Aspekte in Bezug auf die Kreditkosten (zum Beispiel den Zinssatz) und muss Standardinformationen durch ein repräsentatives Beispiel veranschaulichen und unter anderem folgende Dinge enthalten:

den Zinssatz und Kostenangaben;

den Kreditbetrag;

den effektiven Jahreszins, der in Form eines Prozentsatzes alle obligatorischen Kosten zur Gewährung des Kredits darstellt (Darlehenszinssatz, Verwaltungsgebühren, obligatorische Versicherungsprämien, Garantiegebühren).

In der vorvertraglichen Phase muss der Kreditgeber verständliche Informationen über die Hauptmerkmale des angebotenen Kredits innerhalb eines angemessenen Zeitraums liefern. Zu diesen Standardinformationen gehören unter anderem:

die Laufzeit des Kreditvertrags;

der Gesamtkreditbetrag;

der Sollzinssatz und die mit diesem Zinssatz verbundenen Bedingungen;

der effektive Jahreszins und der vom Verbraucher zu zahlende Gesamtbetrag;

der Betrag, die Anzahl und die Periodizität der Zahlungen;

mit dem Vertrag zusammenhängende oder daraus entstehende Gebühren;

Konsequenzen bei Zahlungsverzug und Zahlungsausfall.

Verbraucher müssen die Informationen in standardisierter Form erhalten.

Der Kreditvertrag muss außerdem ähnliche Informationen in einem ähnlichen Format enthalten.

Der Kreditgeber muss:

dem Verbraucher angemessene Erläuterungen geben, damit dieser einen Vertrag nach seinen Bedürfnissen und seiner finanziellen Situation abschließen kann;

die Kreditwürdigkeit seines Kunden überprüfen, bevor ein Vertrag unterzeichnet wird, und gleichzeitig das Recht des Verbrauchers respektieren, über die Ablehnung des Kreditantrags nach Konsultation einer Kreditdatenbank informiert zu werden.

Der Verbraucher:

kann innerhalb von 14 Kalendertagen ohne Angabe von Gründen von dem Kreditvertrag zurücktreten;

hat jederzeit das Recht auf eine vorzeitige Rückzahlung des Kredits, sofern der Kreditgeber eine angemessene und objektiv gerechtfertigte Entschädigung erhält.

AB WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Die Richtlinie trat am 11. Juni 2008 in Kraft und musste spätestens bis zum 11. Juni 2010 umgesetzt werden.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite der Europäischen Kommission zu Verbraucherrechten erhältlich.

Weiterführende Informationen zur Richtlinie über den Verbraucherkredit sowie weitere Fragen zur Richtlinie und ihrer Umsetzung.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2008/48/EG

11.6.2008

11.6.2010

ABl. L 133,22.5.2014, S. 66-92

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2014/17/EU

20.3.2014

21.3.2016

ABl.L 60, 28.2.2014, S. 34-85

Letzte Änderung: 05.01.2015

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