Help Print this page 

Summaries of EU Legislation

Title and reference
Umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin

Summaries of EU legislation: direct access to the main summaries page.
Multilingual display
Text

Umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Empfehlung 2002/77/EG zur Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin

WAS IST DER ZWECK DIESER EMPFEHLUNG?

Mit der vorliegenden Empfehlung werden die Länder der Europäischen Union (EU) ersucht, spezifische Strategien für die umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel* wie Antibiotika in der Humanmedizin zu entwickeln und umzusetzen, und somit deren Wirksamkeit aufrecht zu erhalten.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz sieht die Empfehlung spezifische Maßnahmen vor:

  • Stärkung der Systeme zur Überwachung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel und des Verbrauchs von Antibiotika (z. B. durch Sammlung von Daten über die Verordnung und Verwendung antimikrobieller Mittel in Krankenhäusern;
  • Einführung von Kontroll- und Präventivmaßnahmen im Hinblick auf die umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel durch Festlegung von Vorschriften für die Verwendung antimikrobieller Mittel und Durchsetzung von Maßnahmen für die Hygiene und die Infektionsbekämpfung in öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäusern, Pflegeheimen usw.);
  • Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung von Zahnärzten, Apothekern, Krankenschwestern und anderen im Zusammenhang mit dem Problem der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel, und Verringerung des Bedarfs an antimikrobiellen Mitteln;
  • Aufklärung der Öffentlichkeit über die Bedeutung der umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel durch Sensibilisierung für das Problem der Antibiotikaresistenz und Förderung realistischer Erwartungen der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Verordnung antimikrobieller Mittel;
  • Förderung von Forschungsarbeiten zur Kontrolle der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel mit besonderem Augenmerk für die Mechanismen des Auftretens und der Verbreitung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel beim Menschen.

Vorschriften für die Mittel

Die Empfehlung enthält Leitlinien für die Verwendung antimikrobieller Mittel. Es gilt, Kontrollsysteme für das Inverkehrbringen antimikrobieller Mittel einzurichten, um die Einhaltung der Grundsätzen für die gute Praxis beim Umgang mit übertragbaren Krankheiten sicherzustellen.

Folgemaßnahmen

Berichte

Die EU-Länder haben regelmäßig Bericht über die von ihnen getroffenen strategischen Maßnahmen erstattet. Auf der Grundlage der zur Verfügung gestellten Informationen veröffentlichte die Kommission alle fünf Jahre Berichte:

  • Der erste Bericht im Jahr 2005 ersuchte die EU-Länder:
    • das Problem der Selbstmedikation mit Antibiotika zu bekämpfen, insbesondere durch Aufklärung der Öffentlichkeit über die damit verbundenen Risiken;
    • Leitlinien für eine geeignete Antibiotikatherapie festzulegen.
  • Der zweite Bericht im Jahr 2010 forderte u. a. die Schaffung eines geeigneten sektorübergreifenden Mechanismus in jedem EU-Land, um die Umsetzung der in der Empfehlung vorgesehenen Strategien zu koordinieren.
  • Der dritte Bericht im Jahr 2015 forderte die EU-Länder auf:
    • Kontroll- und Präventivmaßnahmen zu verstärken;
    • Maßnahmen zu ergreifen, die den Einsatz der politischen Entscheidungsträger für die Bekämpfung des Problems der Antibiotikaresistenz erhöhen; und
    • die Forschung in wichtigen Bereichen zu fördern, um aktuelle Lücken in der Überwachung der Antibiotikaresistenz zu schließen.

Aktionspläne

Infolge der Berichte von 2005 und 2010 und der Annahme einer Empfehlung zur Sicherheit der Patienten durch den Rat im Jahr 2009 verabschiedete die Kommission im Jahr 2011 einen fünfjährigen Aktionsplan zur Bewältigung der Gefahren der Antibiotikaresistenz.

Ein zweiter Aktionsplan wird im Jahr 2017 eingeführt. Sein Schwerpunkt liegt auf Folgendem:

  • Unterstützung der EU-Länder, insbesondere bei der Festlegung, Durchführung und Überwachung ihrer nationalen Aktionspläne;
  • Zusammenführung von EU-Fonds und -Instrumenten, um Innovation und Forschung im Bereich der Antibiotikaresistenz zu fördern; und
  • Stärkung der führenden Rolle in globalen Foren, besonders in internationalen Organisationen und gegenüber wichtigen Handelspartnern.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

* SCHLÜSSELBEGRIFFE

antimikrobielle Mittel: Jede chemische Komponente und jedes physikalische Mittel, das zur Zerstörung infektiöser Mikroorganismen oder Verhinderung ihrer Entwicklung eingesetzt wird (z. B. antibiotisches Penizillin, Antiseptika oder Germizide).

HAUPTDOKUMENT

Empfehlung 2002/77/EG des Rates vom 15. November 2001 zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin (ABl. L 34 vom 5.2.2002, S. 13-16)

VERBUNDENE DOKUMENTE

Bericht der Kommission an den Rat auf der Grundlage der Berichte der Mitgliedstaaten über die Umsetzung der Empfehlung (2002/77/EG) des Rates zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin (COM(2005) 684 final vom 22.12.2005)

Zweiter Bericht der Kommission an den Rat auf der Grundlage der Berichte der Mitgliedstaaten über die Umsetzung der Empfehlung (2002/77/EG) des Rates zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin (COM(2010) 141 final vom 9.4.2010)

Umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin: dritter Bericht über die Umsetzung der Empfehlung des Rates (2016)

Letzte Aktualisierung: 01.03.2017

Top