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Übergewicht, Ernährung und körperliche Bewegung

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Übergewicht, Ernährung und körperliche Bewegung

Adipositas (Fettleibigkeit) ist ein Phänomen, das in der Europäischen Union (EU) insbesondere bei Kindern in besorgniserregender Art und Weise zunimmt. Der Rat ersucht daher die Mitgliedstaaten, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung zu fördern.

RECHTSAKT

Schlussfolgerungen des Rates Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz vom 3. Juni 2005, Übergewicht, Ernährung und körperliche Bewegung [nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Aspekte der adipositasbekämpfung

Bei Adipositas handelt es sich um eine Krankheit mit breitem Ursachenspektrum. Eine wirksame Bekämpfung dieser Krankheit erfordert einen globalen präventiven Ansatz, der alle einschlägigen Akteure - auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer oder weltweiter Ebene - mit einbezieht.

Die Förderung von gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung ermöglicht die Bekämpfung von Übergewicht. Darüber hinaus können Risiken reduziert werden, die mit Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes und bestimmten Krebsarten in Zusammenhang stehen. Gesunde Ernährung und körperliche Bewegung führen ganz allgemein zu einer beträchtlichen Verbesserung der Lebensqualität.

Körperliche Betätigung ist ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von sportlicher Aktivität und körperlicher Bewegung in der Schule und während der Freizeit vermittelt wird. Die Erziehung zu einer gesunden Lebensweise muss ebenfalls in einem frühen Alter einsetzen.

Empfohlene massnahmen

Der Rat ersucht die Mitgliedstaaten und gegebenenfalls die Europäische Kommission, Initiativen zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung zu entwickeln und durchzuführen. Dies umfasst insbesondere folgende Aktionen:

Gesunde Ernährungsweise mit den folgenden Zielen:

  • Den Bürgern soll ermöglicht werden, sich für eine gesunde Ernährung zu entscheiden. In diesem Sinne soll darauf geachtet werden, dass gesunde Nahrungsmittel verfügbar, zugänglich und erschwinglich sind.
  • Das Wissen der Bürger über den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit, Energieaufnahme und -verbrauch, über eine Ernährungsweise, die das Risiko für chronische Erkrankungen senkt, sowie über die Wahl gesunder Lebensmittel soll vertieft werden.
  • Es soll sichergestellt werden, dass die Verbraucher nicht durch Reklame-, Marketing- oder Werbestrategien irregeführt werden. Vor allem soll darauf geachtet werden, dass die Leichtgläubigkeit und die fehlende Medienkompetenz von besonders schutzbedürftigen Verbrauchern und insbesondere Kindern nicht ausgenützt wird.

Die Beteiligung aller einschlägigen Akteure, um Folgendes zu bewirken:

  • Den Angehörigen von Gesundheitsberufen soll es ermöglicht werden, Patienten und deren Familienangehörigen regelmäßig praktische Ratschläge über die Vorteile von optimaler Ernährung und mehr körperlicher Betätigung zu geben.
  • Die Akteure, die zu einer Förderung von gesunder Ernährung beitragen können (z. B. Hersteller und Verarbeiter von Nahrungsmitteln, Einzelhändler und Restaurantbetreiber), sollen zur Einleitung diesbezüglicher Initiativen bewegt werden.

Integration in andere Politikbereiche

Das Thema Ernährung und körperliche Bewegung sollte in alle einschlägigen Politikbereiche auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene einbezogen werden (z. B. bei Politiken zur Bekämpfung der schädlichen Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums).

Gesundheitserziehung

Für diese Maßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas spielt die Erziehung eine wesentliche Rolle. Die Mitgliedstaaten sollten daher Folgendes unternehmen:

  • Der Schulunterricht zur Wahl von Nahrungsmitteln soll im Sinne einer gesunden Ernährungsweise gefördert werden. Kinder und Jugendliche sollen zur täglichen sportlichen Betätigung aufgerufen werden.
  • Bildungsmaßnahmen im Bereich Ernährung und körperliche Bewegung, der einen wesentlichen Bestandteil in der allgemeinen Gesundheitserziehung ausmachen sollte, sollen entwickelt werden. Schwerpunkte der Gesundheitserziehung sollten außerdem auf Themen wie Bekämpfung der Tabaksucht,übermäßiger Alkoholkonsum oderDrogenmissbrauch liegen sowie auf der Gesundheitsförderung in den Bereichen Sexualität und geistige Gesundheit.

Sonstige Maßnahmen

In seinen Schlussfolgerungen fordert der Rat die Mitgliedstaaten auch zu Folgendem auf:

  • Die Entwicklung in Bezug auf gesunde Ernährung und körperlicher Bewegung in der Bevölkerung zu beobachten und die Forschung und die wissenschaftliche Grundlage im Hinblick auf Maßnahmen in diesem Bereich auszubauen;
  • Arbeitgeber dazu bewegen, in ihren Kantinen gesunde Lebensmittel anzubieten und die Arbeitnehmer durch entsprechende Einrichtungen zur sportlichen Betätigung anzuregen.
  • In städtischen Gebieten soll die Schaffung von Umfeldern unterstützt werden, die der körperlichen Bewegung förderlich sind.

Hintergrund

Die EU-weit zunehmende Prävalenz von Adipositas stellt ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Immer mehr Kinder sind heute übergewichtig oder fettleibig. Die Zahlen wie die daraus resultierenden Konsequenzen sind alarmierend. Adipositas geht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes einher.

Um dagegen anzugehen, hat die Kommission im März 2005 eine Europäische Plattform zur Unterstützung einer Aktion für Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit eingerichtet. Mittels dieser Initiative, an der Sachverständige für Ernährung und körperliche Bewegung mitarbeiten, will die Kommission dem sich in Europa verbreitenden Krankheitsbild Adipositas begegnen und seine Verbreitung stoppen.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 27. November - zur Unterstützung gesundheitsfördernder körperlicher Aktivität [Amtsblatt C 393 vom 19.12.2012].

In diesen Schlussfolgerungen wird insbesondere ein sektorenübergreifender Ansatz empfohlen, der alle Themenfelder im Zusammenhang mit der Förderung gesundheitsfördernder Aktivität umfasst.

Empfehlung des Rates vom 26. November 2013 zur sektorübergreifenden Unterstützung gesundheitsfördernder körperlicher Aktivität [Amtsblatt C 354 vom 4.12.2013].

In dieser Empfehlung fordert der Rat die Mitgliedstaaten bzw. die Kommission zu Folgendem auf:

  • Erstellung und Umsetzung nationaler Strategien und sektorübergreifender Politiken zur Förderung gesundheitsfördernder körperlicher Aktivität sowie die Sicherstellung der Überwachung des Grads an körperlicher Aktivität und von Politiken in diesem Bereich;
  • Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Annahme nationaler Strategien und Förderung der Einrichtung und Inbetriebnahme eines Beobachtungsmechanismus für gesundheitsfördernde körperliche Aktivität (HEPA).

Letzte Änderung: 06.05.2014

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