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EUROPASS – Erleichterung der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger

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EUROPASS – Erleichterung der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger

Europass ist ein Portfolio mit fünf standardisierten Dokumenten sowie ein elektronische Portfolio, mit denen Bürger überall in Europa ihre Fähigkeiten und Qualifikationen klar und einfach präsentieren können. Der Europass soll die Mobilität all jener erleichtern, die in Europa einer Beschäftigung oder einer Ausbildung nachgehen wollen.

RECHTSAKT

Entscheidung Nr. 2241/2004/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Dezember 2004 über ein einheitliches gemeinschaftliches Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen (Europass).

ZUSAMMENFASSUNG

Der 2005 eingeführte Europass besteht aus einem Portfolio von fünf unterschiedlichen Dokumenten sowie einem elektronischen Portfolio, mit denen alle Lernergebnisse, offiziellen Qualifikationen, Arbeitserfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen erfasst werden sollen, die der Passinhaber im Laufe seines Lebens erzielt bzw. erworben hat. Allen Dokumenten sind derselbe Markenname (Europass) und dasselbe Logo gemeinsam. Der Europass ist über das Europass-Portal in 28 Sprachen in einem frei zugänglichen elektronischen Format kostenlos verfügbar. Seit 2012 können die Nutzer alle Europass-Dokumente im Europäischen Kompetenzpass (Europäischer Skills-Pass) zusammenfassen, einem nutzerfreundlichen elektronischen Dokument, das ein persönliches modulares Inventar der im Laufe des Lebens erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen darstellt.

Der Europass besteht aus Folgendem:

Europass-Lebenslauf

Muster für die Darstellung des Lebenslaufs des Inhabers. Dies ist der zentrale Bestandteil des Portfolios und wurde entwickelt, um die Kompetenzen des Inhabers zu präsentieren.

Europass-Mobilitätsnachweis

Durch die Verwendung eines einheitlichen europäischen Musters können in dem Europass-Mobilitätsnachweis Lernzeiten in anderen Ländern als dem eigenen verzeichnet werden, unabhängig davon, auf welcher Ebene sie stattfinden: Unternehmenspraktikum, Auslandssemester an einer Universität oder sonstige Lernerfahrungen.

Europass-Diplomzusatz

Der Diplomzusatz liefert Informationen über den akademischen Werdegang des Inhabers. Er beschreibt Art, Niveau, Kontext, Inhalt und Status aller Studiengänge, welche die betreffende Person erfolgreich abgeschlossen hat. Er ersetzt jedoch nicht den Original-Befähigungsnachweis. Der Diplomzusatz, der gemeinsam von Europarat und Unesco entwickelt wurde, wird von der Hochschuleinrichtung ausgefüllt und gleichzeitig mit dem Hochschulabschluss vergeben.

Der Europass-Diplomzusatz besteht aus acht Punkten, die Auskunft über den Qualifikationsinhaber, die Qualifikation, das Niveau der Qualifikation, den Inhalt und die erzielten Ergebnisse, den Zweck der Qualifikation, die Beurkundung des Zusatzes und das nationale Hochschulsystem geben.

Europass-Zeugniserläuterung

Die Zeugniserläuterung beschreibt die beruflichen Qualifikationen des Inhabers des Berufsabschlusszeugnisses, auf das sie verweist. Zu diesem Zweck enthält die Europass-Zeugniserläuterung unter anderem Angaben zu den erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen, den mit diesem Zeugnis zugänglichen Tätigkeitsfeldern, der das Zeugnis ausstellenden Stelle und den für die Anerkennung zuständigen Behörden, dem Niveau des Zeugnisses sowie den Zugangsvoraussetzungen und den Möglichkeiten eines Zugangs zur nächsten Ausbildungsstufe. Die Zeugniserläuterung ist kein Ersatz für das Original-Abschlusszeugnis und stellt keine automatische Anerkennung dar. Sie wird von den zuständigen nationalen Behörden ausgestellt.

Europass-Sprachenportfolio

Das Sprachenportfolio ermöglicht den Bürgern die Darstellung ihrer sprachlichen und landeskundlichen Kenntnisse . Es enthält den Europäischen Sprachenpass mit einer genauen Beschreibung der Sprachkenntnisse des Inhabers anhand gemeinsamer, in ganz Europa anerkannter Kriterien, Informationen zu den in jeder Sprache vorhandenen Erfahrungen und einem Dossier mit persönlichen Arbeiten, um das erreichte Niveau anschaulich zu dokumentieren.

Der Europäische Kompetenzpass

Der Europäische Kompetenzpass (Europäischer Skills-Pass) ist ein elektronisches Portfolio, mit dem Menschen die Präsentation ihrer Lebensläufe verbessern können, indem alle Bescheinigungen über Aus- und Weiterbildung an einer Stelle gesammelt und die im Lebenslauf erklärten Qualifikationen und Kompetenzen nachgewiesen werden können. Er ist in 28 Sprachen über das Europass-Portal kostenlos erhältlich, wo ein Online-Editor den Nutzern bei der Erstellung ihrer persönlichen Pässe unterstützt. Er bildet eine Ergänzung zum Europass-Lebenslauf.

Die Initiative Europass wird durch ein auf Gemeinschaftsebene betriebenes Europass-Internetnetportal unterstützt. Dieses Portal ermöglicht es den Bürgern, ihren Europass-Lebenslauf und ihren Sprachenpass selbst auszufüllen und sich über die anderen Europass-Dokumente zu informieren.

Europass wird durch ein Netz von nationalen Europass-Zentralstellen (NEC) umgesetzt. Sie sind auf nationaler Ebene für die Koordinierung und Förderung von Europass zuständig. Die NEC werden durch europäische und nationale Förderung kofinanziert.

Die Kommission präsentiert dem Europäischen Parlament alle vier Jahre einen Bericht über die Durchführung dieser Entscheidung vorlegen.

Die Anhänge dieser Entscheidung enthalten die Muster für die Europass-Dokumente.

In der Entscheidung wird herausgestellt, wie wichtig die Vereinbarkeit und die gegenseitige Ergänzung mit den anderen Instrumenten zur Förderung der Mobilität auf europäischer und internationaler Ebene sind. Dies gilt insbesondere für

  • das Europäische Informationsnetz für Fragen der Beschäftigung (EURES) und
  • das Europäische Netz der nationalen Informationszentren für Fragen der akademischen Anerkennung und der Hochschulmobilität (ENIC-NARIC), das von Europarat und Unesco eingerichtet wurde.

BEZUG

Rechtsakt

Zeitpunkt des Inkrafttretens

Umsetzungsfrist in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Entscheidung (EG) Nr. 2241/2004

1.1.2005

-

ABl. L 390 vom 21.12.2004

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Bericht der Kommission vom 4. Juli 2008 an das Europäische Parlament und den Rat über die erste Evaluierung der Europass-Initiative [ KOM(2008) 427 endgültig – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Dieser Bericht enthält die wichtigsten Schlussfolgerungen und Empfehlungen der ersten externen Evaluierung der Europass-Initiative sowie die Schlussfolgerungen der Kommission hinsichtlich der Follow-up-Maßnahmen. Die Evaluierung hält die Initiative für ein effektives Mobilitätsinstrument, mit dem die Bürger ihre Qualifikationen und Kompetenzen sowohl im Bildungsbereich als auch am Arbeitsmarkt klar und deutlich präsentieren können. Das Netzwerk Nationaler Europass-Zentralstellen (NEC) und das Internetportal werden von den Interessengruppen und Nutzern geschätzt und als kostengünstige Umsetzungshilfsmittel angesehen. Dennoch gelangt die Evaluierung zu dem Schluss, dass das Potenzial der Initiative noch besser genutzt werden könnte. Zur Verbesserung von Relevanz und Wirksamkeit der Initiative empfiehlt die Evaluierung Folgendes:

  • Entwicklung der beruflichen Mobilität durch verbesserte Umsetzungsinstrumente;
  • Verbesserung der Tätigkeitsberichte der NEC durch die Verwendung spezifischer Indikatoren;
  • Steigerung des Bekanntheitsgrads der Initiative bei Lernenden und Arbeitgebern;
  • Weiterentwicklung des Programms zur Erstellung des Lebenslaufs und insbesondere der Vorlage und der Anleitungen;
  • stärkere Integration des Diplomzusatzes und der Zeugniserläuterung in den Euopapass-Rahmen;
  • verstärkte Zusammenarbeit mit Arbeitsvermittlungs- und Orientierungsdiensten, um eine höhere Wirkung bei Arbeitslosen und geringer Qualifizierten zu erreichen.

Als Reaktion auf die Evaluierung plant die Kommission folgende Maßnahmen:

  • weitere Zusammenarbeit mit den zuständigen Institutionen, um die Initiative auch bei geringer Qualifizierten und Arbeitslosen bekannt zu machen;
  • Bereitstellung einer weiterentwickelten Version des Europass-Lebenslaufs und eines entsprechenden Selbstbewertungstools;
  • weitere Förderung der Nutzung des Europass-Mobilitätsnachweises bei nationalen und regionalen Mobilitätsmaßnahmen;
  • Ausstellung des Europass-Mobilitätsnachweises im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen;
  • Sicherstellung einer besseren Koordination bei der Verwaltung des Europapass-Diplomzusatzes und der Europass-Zeugniserläuterung;
  • Weiterentwicklung des Europass-Diplomzusatzes, damit die Lernergebnisse des Inhabers besser berücksichtigt werden können;
  • Verknüpfung der Europass-Initiative mit der Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR).

Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat: Bewertung der Europass-Initiative: Zweite Bewertung der Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates über ein einheitliches gemeinschaftliches Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen (Europass) [COM(2013) 899 final vom 18.12.2013 - nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

In diesem Bericht werden die bisherigen Erfolge des Europass-Rahmens betrachtet, wobei eine 2012 erfolgte externe Evaluierung des Europasses als Grundlage dient. Darin heißt es, dass die ursprünglichen Ziele weiterhin von Relevanz sind; dies gilt insbesondere für den strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung 2020 (ET 2020), und dass Europass sich durch die Ermöglichung eines Vergleichs von Kompetenzen, Qualifikationen und Lernergebnissen als effizient gezeigt hat. Der Europass und insbesondere der Europass-Lebenslauf ist ein allgemein anerkanntes und geschätztes Markenzeichen für Transparenz und Anerkennung.

Der Bericht verweist jedoch auch auf einige Schwächen des Europasses im Umgang mit den veränderlichen Bedingungen im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt. Er besagt, dass einige Europass-Instrumente keine flexiblen Lernwege fördern. Auch ermöglichen sie noch nicht die vollständige Erfassung von Fähigkeiten, die durch nichtformales oder informelles Lernen einschließlich Online-Lernen erworben wurden.

Außerdem zeigen die Evaluierungsergebnisse, dass die meisten Europass-Instrumente große Gruppen potenzieller Nutzer noch immer nicht in vollem Maße erreichen. Derzeit sind die Europass-Nutzer in der Mehrheit jung, weiblich und hochgebildet. Der Bericht empfiehlt eine bessere Koordinierung mit den Berufsberatungsdiensten und deren Einbindung in den Europass-Rahmen, um einen Beitrag zur gezielten Ansprache großer Gruppen wie beispielsweise geringqualifizierter Arbeitsloser zu leisten, die häufig nicht über die erforderlichen Kompetenzen zur Ausfüllung der Europass-Unterlagen verfügen oder diese vielleicht als zu kompliziert oder verwirrend empfinden. Weitere notwendige Verbesserungen wären die Stärkung der Konvergenz mit anderen europäischen Referenzinstrumenten und die Förderung der Interoperabilität der Europass-IT-Tools mit den Tools, die die EU für die Arbeitsvermittlung verwendet.

Der Bericht vertritt die Auffassung, dass angesichts dieser Mängel der Europass neu strukturiert werden sollte, um eine einfachere, gezieltere und zeitgemäßere Nutzung dieses Dienstes zu ermöglichen, ohne vom ursprünglichen Ziel - Vergleichbarkeit und Transparenz von Kompetenzen und Qualifikationen zwecks Steigerung der geografischen und beruflichen Mobilität von Lernenden und Arbeitnehmern - abzugehen.

Letzte Änderung: 07.04.2014

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