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Petra I

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Petra I

1) ZIEL

PETRA ist das Aktionsprogramm der Gemeinschaft für die Berufsbildung Jugendlicher und ihre Vorbereitung auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben. Sein Ziel ist es, die Politiken der Mitgliedstaaten durch gemeinschaftliche Maßnahmen zu ergänzen, die es allen Jugendlichen, die dies wünschen, ermöglichen sollen, im Anschluß an die Vollzeitschulpflicht für die Dauer von einem Jahr oder, soweit möglich, zwei oder mehr Jahren, an einer Berufsbildungsmaßnahme teilzunehmen.

2) GEMEINSCHAFTSMASSNAHME

Beschluß 87/569/EWG des Rates vom 1. Dezember 1987 über ein Aktionsprogramm für die Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben.

3) INHALT

Das Programm wird zunächst für eine Dauer von fünf Jahren ab dem 1. Januar 1988 festgelegt.

Das Programm ist darauf ausgerichtet, das Berufsbildungsangebot zu verbessern und zu diversifizieren, die Anpassungsfähigkeit der Berufsbildungssysteme an die wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Veränderungen zu fördern und den beruflichen Qualifikationen eine Gemeinschaftsdimension zu verleihen.

Die Tätigkeiten der Mitgliedstaaten, die durch die Gemeinschaftsmaßnahmen ergänzt werden sollen, sind insbesondere ausgerichtet auf:

  • die Verstärkung der Verbindungen zwischen den Bildungs-, Berufsbildungs- und Berufsberatungssystemen und allen Wirtschaftsbereichen sowie den Jugendorganisationen;
  • die Verbesserung der Kenntnisse über die Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie über die Arbeitsbedingungen insbesondere in bezug auf Gesundheit und Sicherheit;
  • die Förderung der Chancengleichheit für weibliche Jugendliche;
  • die besondere Unterstützung der Jugendlichen, die die meisten Schwierigkeiten haben (Behinderte, Benachteiligte, Jugendliche, die eine geringe oder gar keine Qualifikation besitzen);
  • Förderung der Entfaltung von Kreativität, Eigeninitiative und Unternehmensgeist der Jugendlichen.

Die gemeinschaftlichen Maßnahmen sehen wie folgt aus:

  • Errichtung eines europäischen Netzes von Ausbildungsinitiativen;
  • Unterstützung für Informationsprojekte betreffend den Übergang von der Schule zur beruflichen Bildung und zum Erwerbsleben sowie für Projekte zur Förderung des Unternehmungsgeistes, der Kreativität und der Eigenverantwortung der jungen Menschen;
  • Austausch von Fachkräften;
  • fachliche Unterstützung;
  • vergleichende Untersuchungen über Themen der beruflichen Bildung;
  • Analyse der Entwicklung der beruflichen Qualifikationen;
  • Prüfung der Durchführung des Programms durch die politischen Entscheidungsträger und die Sozialpartner.

Die Kommission vergewissert sich bei der Durchführung dieses Programms der Unterstützung durch das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung.

4) frist für den erlaß einzelstaatlicher umsetzungsvorschriften

Entfällt.

5) zeitpunkt des inkrafttretens (falls abweichend von 4)

01.01.1988.

6) quellen

Amtsblatt L 346 vom 10.12.1987

7) weitere arbeiten

Beschluß 91/387/EWG des Rates vom 22. Juli 1991 zur Änderung des Beschlusses 87/569/EWG (Zusammenfassung 10.4.2b), der das Programm zur Förderung des Austausches junger Arbeitskräfte einschließt.

8) durchführungsmaßnahmender kommission

Bericht der Kommission über die Durchführung des PETRA-Programms (1988-1991) [KOM(93) 48 endg.].

Die finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinschaft betrug für den Zeitraum 1988-1991 40 Mio. ECU. Während dieser Zeit kamen rund 75 000 Jugendliche und über 10 000 Lehrer und Ausbilder in den Genuß entsprechender Maßnahmen. 70 Forschungsinstitute wurden bei ihrer Tätigkeit zur Erforschung der Wirksamkeit der Erstausbildungsysteme unterstützt. Vorrangige Fortschritte wurden durchgeführt, um den Jugendlichen den Zugang zur beruflichen Erstausbildung zu erleichtern und ihnen eine einjährige Ausbildung im Anschluß an die Vollzeitschulpflicht anzubieten. Die Zahl der Jugendlichen, die eine solche Ausbildung in Anspruch genommen haben, ist durchschnittlich um 0,5 % bis 4,3 % der gesamten Alterskohorte gestiegen. PETRA hat eine Schlüsselrolle bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und dem grenzübergreifenden Austausch gespielt. Ferner bietet das Programm einen einheitlichen und kohärenten Rahmen für Gemeinschaftsmaßnahmen zur Förderung der Erstausbildung Jugendlicher und ihrer Vorbereitung auf das Erwerbsleben.

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