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Zu einem Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe

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Zu einem Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe

Ein neues Europäisches Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe muss eingerichtet werden, um einen Rahmen für die Beteiligung der Bürger an Einsätzen der Europäischen Union (EU) zu schaffen. Dieses Korps soll einen Beitrag zum EU-Gesamtkonzept für die Bewältigung humanitärer Katastrophen darstellen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat vom 23. November 2010 „Freiwilligenarbeit als Ausdruck solidarischen Handelns der EU-Bürger: Erste Überlegungen zu einem Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe“ [KOM(2010) 683 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Der Vertrag von Lissabon sieht die Einrichtung eines Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe (EVHAC) vor. Daher prüft die Kommission die besten Konzepte für dessen Schaffung, vor allem in Bezug auf die Auswahl und Rekrutierung der Freiwilligen, ihre Schulung und ihren Einsatz.

Leitprinzipien

Das EVHAC soll folgende Prinzipien respektieren und fördern:

  • Solidarität mit den Opfern von Katastrophen und Zusammenhalt in der europäischen Gesellschaft;
  • Humanität, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit wie im Europäischen Konsens über die humanitäre Hilfe festgelegt;
  • Professionalität und Sicherheit, um schnell und wirksam insbesondere in Konfliktgebieten reagieren zu können;
  • Koordinierung und Zusammenarbeit mit humanitären Organisationen und bestehenden Strukturen.

Einrichtung

Die Erfahrungen aus bestehenden Freiwilligenprogrammen müssen bei der Schaffung eines EVHAC genutzt werden, damit das neue Korps bei der Durchführung humanitärer Hilfsmaßnahmen der EU einen Mehrwert aufweist.

Zudem muss sich seine Arbeitsweise an den Erfordernissen humanitärer Organisationen und der Arbeitsweise der Freiwilligenorganisationen orientieren. Daher möchte die Kommission vor allem:

  • Kriterien für die Auswahl von Freiwilligen entwickeln;
  • Schulungsprogramme auf der Grundlage gemeinsamer Standards und bewährter Praktiken unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Länder und der Gegebenheiten erarbeiten;
  • Bereitschaftspools erfahrener Freiwilliger einrichten, um einen guten Ablauf der Hilfsmaßnahmen zu gewährleisten;
  • die Hilfsorganisationen bei internen Verwaltungsaufgaben verstärkt unterstützen;
  • die Sensibilisierung europäischer Bürger verbessern.

Für das EVHAC müssen spezifische Finanzmittel bereitgestellt werden, damit seine Finanzierung nicht zulasten des operativen Kernbudgets für die Hilfsmaßnahmen für Katastrophenopfer geht. Das EVHAC muss unter erhöhten Sicherheitsbedingungen arbeiten, insbesondere wenn die Einsätze in Konfliktgebieten stattfinden.

Außerdem darf sich sein Einsatzspektrum nicht auf Notfälle beschränken, sondern muss auf die Unterstützung der Kapazitäten vor Ort, den Wiederaufbau und die Ankurbelung der Wirtschaft nach einer Katastrophe ausgerichtet sein. So soll die Schaffung des EVHAC die Partnerschaft und den Austausch mit lokalen Organisationen der Drittländer fördern.

Hintergrund

Der Freiwilligensektor hat sich in den letzten zehn Jahren sehr gewandelt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Organisationen, die Freiwilligenprogramme für europäische Bürger anbieten. Hierzu gehören der Europäische Freiwilligendienst (EVS), der von der Kommission ins Leben gerufen wurde, und das Programm der Vereinten Nationen (EN) (ES) (FR).

Anlässlich des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit sollen mehrere Schritte in die Schaffung des EVHAC münden. Im Anschluss an eine öffentliche Konsultation möchte die Kommission 2012 einen Legislativvorschlag vorlegen.

Letzte Änderung: 17.02.2011

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