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Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen- Bericht über die zweite externe Zwischenbewertung des Programms Kultur 2000

/* KOM/2006/0666 endg. */
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52006DC0666

Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen- Bericht über die zweite externe Zwischenbewertung des Programms Kultur 2000 /* KOM/2006/0666 endg. */


[pic] | KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN |

Brüssel, den 8.11.2006

KOM(2006) 666 endgültig

BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

Bericht über die zweite externe Zwischenbewertung des Programms Kultur 2000

BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

Bericht über die zweite externe Zwischenbewertung des Programms Kultur 2000

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung 4

2. Hintergrund der externen Bewertung 4

3. Externe Bewertung 4

3.1. Bewertungsrahmen 4

3.2. Methodik 5

3.3. Ergebnisse der Bewertung 5

3.3.1. Finanzielle Aspekte 5

3.3.2. Jährliche kulturelle Schwerpunkte 6

3.3.3. Europäischer Mehrwert 6

3.3.4. Relevanz 6

3.3.5. Effektivität und Auswirkungen 6

3.3.6. Effizienz und Wirtschaftlichkeit 7

3.3.7. Nutzen, Mehrwert und Nachhaltigkeit 7

4. Wichtigste Empfehlungen der externen Bewertung und Bemerkungen der Kommission 8

5. Schlussfolgerungen der Kommission 10

KURZFASSUNG

Kultur 2000 war das wichtigste Finanzierungs- und Planungsinstrument der Europäischen Union für ihre Aktivitäten im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit im Zeitraum 2000-2006. Das Budget betrug rund 236 Millionen EUR.

Der vorliegende Bericht basiert auf der zweiten Zwischenbewertung des Programms, die von einem unabhängigen Beratungsunternehmen durchgeführt wurde. Er enthält die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen des Beratungsunternehmens sowie den Standpunkt der Kommission in diesem Zusammenhang.

Der Bewerter gelangt zu dem Schluss, dass die Ziele des Programms erreicht wurden und dass das Programm einen angemessenen Mechanismus zur Erfüllung ursprünglicher und aktueller Anforderungen hinsichtlich der kulturellen Zusammenarbeit in Europa darstellte. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass ein Bedarf an einem Programm speziell für den kulturellen Sektor besteht, d.h. dass Kultur nicht nur in sonstige Programme aufgenommen werden sollte.

Laut dem Bewerter gelingt es Kultur 2000 eindeutig, Defizite in der Förderung transnationaler Zusammenarbeit in Europa abzubauen und durch neue oder gestärkte Verbindungen zwischen europäischen kulturellen Akteuren umfangreiche neue Kooperationen zu schaffen.

Eine Reihe von Vorteilen für die an Kultur 2000 teilnehmenden Organisationen wurde ermittelt: Erwerb von Erfahrungen im Bereich Kultur auf europäischem Niveau; höhere Professionalität durch gesteigerte Managementfähigkeiten; Verbesserung der Kapazität von Organisationen und Einzelpersonen; erweiterter Dialog zwischen Akteuren aus dem Kultursektor. Bemerkenswert ist weiters, dass die Teilnehmer das gesamte künstlerische Spektrum und Organisationen verschiedenster Arten und Größen abdeckten. Die Hälfte der Nutznießer des Programms verfügte über weniger als zehn Mitarbeiter.

Laut Bewerter haben diese Errungenschaften und die europäische Dimension des Programms zu stärkeren kulturellen Beziehungen zwischen den Ländern geführt, die Wahrnehmung einer europäischen Identität gefördert und die Integration der neuen Mitgliedstaaten unterstützt.

Beispielsweise hätte die Hälfte der Einsender von Fragebögen ihr Projekt ohne Kultur 2000 gar nicht konzeptualisiert. Das Programm dient somit also als wichtiger Ideenkatalysator.

Auch ein hoher Grad an Nachhaltigkeit konnte erzielt werden. Fast zwei Drittel der Teilnehmer der Befragung gaben an, dass Pläne bestehen, die aufgebauten Partnerschaften aufrecht zu erhalten. Ebenso hielten zwei Drittel der befragten Teilnehmer fest, ihre Aktivitäten nach dem Ende des Projekts fortsetzen zu wollen.

Schließlich gab der Bewerter einige Empfehlungen ab, deren Großteil bereits ganz oder teilweise umgesetzt ist bzw. im neuen Programm Kultur[1] Berücksichtigung findet, das Kultur 2000 ab dem Jahr 2007 ersetzen wird. Dies gilt insbesondere für die Empfehlungen im Zusammenhang mit dem Verbesserungsbedarf bezüglich Bewusstseinsbildung und Bekanntmachung von Projektergebnissen durch eine aktive Verbreitungsstrategie zur Steigerung der Bekanntheit des Programms und der in seinem Rahmen finanzierten Projekte. Nur durch die Einführung hoch wirksamer Verbreitungsmechanismen kann der Nutzen des Programms noch besser weitergegeben und fortentwickelt werden – insbesondere, da Kultur 2000 aufgrund seiner relativ geringen Finanzmittel nicht als groß angelegtes Programm geplant war.

1. Einleitung

Dieser Bericht wird laut fünftem Erwägungsgrund des Beschlusses Nr. 626/2004/EG[2] vorgelegt, der die Verlängerung von Kultur 2000 auf die Jahre 2005 und 2006 vorsieht. Der Bericht enthält die Position der Kommission zu den wichtigsten Schlussfolgerungen der zweiten Zwischenbewertung des Programms, die über den untenstehenden Link verfügbar ist:

http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/evalreports/index_en.htm

2. HINTERGRUND DER EXTERNEN BEWERTUNG

Kultur 2000 wurde mit Beschluss Nr. 508/2000/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Februar 2000[3] (nachfolgend “der Beschluss”) angenommen. Das Programm dient zur Unterstützung kultureller Zusammenarbeit, mit dem Ziel, einen Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Kulturraumes zu leisten. Zu diesem Zweck wurden in Artikel 1 des Beschlusses acht spezifische Ziele festgelegt.

Die Unterstützung erfolgt durch drei Arten von Maßnahmen. Maßnahme 1 unterstützt einjährige Projekte von Akteuren[4] aus mindestens drei Ländern sowie Übersetzungsprojekte ohne Anforderungen hinsichtlich Partnerschaften. Maßnahme 2 trägt mehrjährige Projekte im Rahmen von Abkommen zur Zusammenarbeit, an denen Partner[5] aus mindestens fünf Ländern mitwirken. Maßnahme 3 schließlich fördert besondere kulturelle Veranstaltungen mit europäischer und/oder internationaler Ausstrahlung.

Kultur 2000 ist ein zentral gelenktes Programm, das über ein Netzwerk von kulturellen Kontaktstellen (KKS) in den teilnehmenden Ländern verfügt. Diese KKS sind vor allem für die Bekanntmachung des Programms, die Erleichterung des Zugangs zum Programm und die Beziehungen zu den kulturellen Sektoren auf nationaler Ebene zuständig.

3. Externe Bewertung

3.1. Bewertungsrahmen

Aufgrund des durchgeführten Ausschreibungsverfahrens[6] wurde die Firma Ecotec Research and Consulting Ltd mit der Durchführung der Bewertung betraut. Diese Bewertung sollte der ersten Bewertung, über welche 2003 ein Bericht vorgelegt wurde, nachfolgen und diese vervollständigen. Dementsprechend deckt die gegenständliche Bewertung hinsichtlich Maßnahme 1 und 3 vor allem die Jahre 2002-2004 bzw. hinsichtlich Maßnahme 2 die Jahre 2000-2001 ab.

3.2. Methodik

Zu den eingesetzten Methoden gehörte die Durchführung von Interviews mit Mitgliedern des Verwaltungsausschusses, KKS-Vertretern, Fachleuten, Projektleitern, Mitorganisatoren und Mitarbeitern der Kommission. Außerdem wurden eine elektronische Umfrage bei Projektleitern und Mitorganisatoren sowie Fallstudien vor Ort durchgeführt.

3.3. Ergebnisse der Bewertung

Allgemein kann festgehalten werden, dass der Bewerter Kultur 2000 als angemessenen Mechanismus zur Abdeckung der Bedürfnisse der kulturellen Zusammenarbeit in Europa erachtet.

Im Zeitraum 2000-2004 wurden 1072 Projekte finanziert: Fast 40 % der Antragsteller für Maßnahme 1 und 18 % der Antragsteller für Maßnahme 2 wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.[7]

Zu den Teilnehmern an Kultur 2000 zählte eine breite Palette von Organisationen, was Kulturbereich, Größe und Rechtsform anbelangt (NROs, nationale Kulturinstitute, regionale Behörden, Privatunternehmen, etc.). Es ist bemerkenswert, dass die meisten kulturellen Akteure, die Mittel erhielten, hinsichtlich ihrer organisatorischen Kapazitäten relativ klein waren; die Hälfte der Teilnehmer der elektronischen Befragung verfügte über weniger als zehn Mitarbeiter, die meisten davon sogar über weniger als sechs.

Was den Aspekt der Zusammenarbeit anbelangt, so wurden bei ca. zwei Dritteln der Projekte neue Partnerschaften aufgebaut.[8]

3.3.1. Finanzielle Aspekte

Um eine echte Projektkooperation sicherzustellen, wurde 2001 eine "5 %-Regel" eingeführt, die von den Projektleitern und Mitorganisatoren eine finanzielle Mindestbeteiligung fordert. Der Bericht des Bewerters enthält keinerlei Hinweise darauf, dass Organisationen aus den neuen Mitgliedstaaten (NMS) oder kleine Akteure (siehe Abschnitt 3.3 oben) aufgrund dieser Regel von der Programmteilnahme ausgeschlossen wurden. In Bezug auf die NMS könnte eine Erklärung hierfür sein, dass in sieben NMS sowie in Rumänien nationale/regionale Finanzierungsquellen geschaffen wurden. Über diese Finanzierungsquellen erhielten erfolgreiche Antragsteller des Programms Kultur 2000 nationale/regionale Kofinanzierung. Der Bewerter spricht sich entschieden dafür aus, von allen Mitorganisatoren eine finanzielle Mindestbeteiligung zu verlangen, damit ein Grundmaß an Engagement gewährleistet ist.[9]

Im Jahr 2004 wurde das Verhältnis der Finanzierung für Maßnahme-1-Projekte von 50 % als Vorschuss und 50 % nach Annahme des Abschlussberichts durch die Kommission zu einer 70/30-Aufteilung geändert. 60 % der Teilnehmer der Befragung gaben an, dass sich dadurch ihre Liquidität verbesserte.[10]

3.3.2. Jährliche kulturelle Schwerpunkte

In den Jahren 2002, 2003 und 2004 wurden jährliche Schwerpunkte in verschiedenen kulturellen Sektoren gesetzt (bildende Kunst, darstellende Kunst und Kulturerbe). Weder die aktuelle noch die vorhergehende Bewertung unterstützt dieses Modell: Generell sollte ein sektorübergreifender Ansatz verfolgt werden.

3.3.3. Europäischer Mehrwert

Viele Interviewpartner betonten, dass Kultur 2000 der einzige Mechanismus zur Unterstützung transnationaler Zusammenarbeit in Europa ist, da jedes Land seine eigenen Prioritäten pflegt.[11] Der Bewerter stellt fest,[12] dass schon die Zusammenführung von Akteuren mit unterschiedlichen Backgrounds und Kulturen an sich neue Konzepte erzeugt und eine Basis für die weitere Zusammenarbeit schafft. Als sonstige Ergebnisse werden vertiefte kulturelle Verbindungen zwischen den Ländern, eine stärkere Wahrnehmung der europäischen Identität und eine bessere Integration der neuen Mitgliedstaaten genannt.

3.3.4. Relevanz [13]

Laut Bewertungsbericht bot Kultur 2000 eine angemessene Grundlage zur Erfüllung ursprünglicher und aktueller Anforderungen hinsichtlich der kulturellen Zusammenarbeit (98 % der Befragen) und die abgedeckten kulturellen Bereiche [14] stellten einen repräsentativen Querschnitt durch den Kultursektor dar (97 % der Befragten). Auf breiter Basis herrscht Einigkeit darüber, dass das Programm sehr zielgerichtet konzipiert und umgesetzt war.

Auch die Notwendigkeit für ein Programm, das speziell den Kultursektor unterstützt (anstatt den Bereich Kultur im Rahmen anderer Programme mit abzudecken) wurde vielfach wahrgenommen.

Darüber hinaus schließt Kultur 2000 eindeutig eine Lücke, was die Finanzierung transnationaler Zusammenarbeit in Europa anbelangt, die weder von einzelstaatlichen noch von regionalen Förderprogrammen abgedeckt wird. Das Programm brachte beachtliche transnationale Kooperationen hervor. Viele Partnerschaften und Aktivitäten dauerten nach dem Ende der Finanzierung durch das Programm Kultur 2000 fort und führten in einigen Fällen zu zusätzlichen Kooperationen außerhalb des Rahmens von Kultur 2000.

3.3.5. Effektivität und Auswirkungen [15]

Schon allein durch seine Existenz leistet Kultur 2000 einen Beitrag zu den beabsichtigten Kernzielen: Förderung der Zusammenarbeit, des Dialogs und des Austauschs zwischen kulturellen Akteuren in Europa.

Auch die anderen acht in Artikel 1 des Beschlusses angeführten Ziele wurden weitgehend – einige mehr, andere weniger – erreicht. Insbesondere wurden eine Verbreiterung des Wissens über europäische Kulturen und Kulturerbe und ein besseres Verständnis der kulturellen Vielfalt Europas erzielt.

Der Bewerter gibt folgende mögliche Hindernisse für die Erreichung dieser Ziele an: das Missverhältnis zwischen den breit gestreuten Zielen des Programms und seinen begrenzten Mitteln; die Komplexität der Verwaltungs- und Organisationserfordernisse; der Mangel an Informationen über potenzielle Partner; die geringen Managementfähigkeiten auf Seiten der kulturellen Akteure und deren mangelnde Erfahrung im Zusammenhang mit transnationalen Projekten sowie das generelle Fehlen von Ressourcen auf dem Kultursektor.

3.3.6. Effizienz und Wirtschaftlichkeit [16]

Generell waren die Verwaltungs- und Managementressourcen für das Programm recht bescheiden. Der Bewerter schlussfolgert, dass dies für die Effizienz der erbrachten Leistungen spricht. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Ausgaben für Verwaltung zu niedrig[17] und jene für Projekte zu hoch sind. Laut Bewerter würde eine Erhöhung der Verwaltungsausgaben zu höherer Effizienz führen, wenn mit diesen Mitteln die Rückmeldung an die Antragsteller verbessert und eine aktuelle Kontaktdatenbank sowie eine aktivere Verbreitungsstrategie finanziert würden.

In Bezug auf Ergebnisse und Resultate äußert der Bewerter, dass die Anzahl der durch Kultur 2000 förderbaren Projekte aufgrund der vergleichsweise geringen Mittelausstattung beschränkt ist. Qualität und Öffentlichkeitswirksamkeit sind jedoch starke Vorzüge und der Bewerter hält fest, dass die potenziellen kritischen Auswirkungen des Programms erstrebens- und nutzenswert sind.

3.3.7. Nutzen, Mehrwert und Nachhaltigkeit [18]

Für eine Reihe von positiven Auswirkungen auf Organisationen und Einzelpersonen, die sich an Kultur 2000 beteiligten, liegen Hinweise vor: Sammlung breiterer Erfahrungen im Kulturbereich und Teilnahme an europäischen Projekten; erhöhte Professionalität aufgrund der benötigten Managementfähigkeiten; verbesserte organisatorische Kapazitäten und Kompetenz des Personals; verstärkter Dialog zwischen kulturellen Akteuren.

Kultur 2000 war definitiv impulsgebend: Die meisten Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie ihre Projekte ohne das Programm gar nicht umgesetzt hätten. Vielleicht noch bezeichnender ist, dass die Hälfte der Teilnehmer ihr Projekt noch nicht einmal konzeptualisiert hätte. Das Programm dient somit also als wichtiger Ideenkatalysator.

20 % der Teilnehmer hatten zuvor noch mit keinem einzigen ihrer Projektpartner zusammen gearbeitet, 50 % nur mit einigen. 25 % gaben an, neue Kontakte geknüpft zu haben, während 33 % ihre Verbindungen zu kulturellen Akteuren in anderen Ländern stärken konnten. Viele Umfrageteilnehmer hielten fest, dass die Zusammenarbeit auf die eine oder andere Art fortgesetzt wird und fast 67 % werden die gebildeten Partnerschaften aufrechterhalten.

Laut Bewerter ist es unwahrscheinlich, dass ein anderes Instrument zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit einen nützlicheren Beitrag hätte leisten können, als es Kultur 2000 zu tun vermochte. Die breit angelegten Ziele erlaubten den Teilnehmern großen Spielraum. Im Mittelpunkt standen dabei Experimente und Innovationen zur Förderung von Kreativität und neuen kulturellen Ausdrucksformen.

4. WICHTIGSTE EMPFEHLUNGEN DER EXTERNEN BEWERTUNG UND BEMERKUNGEN DER KOMMISSION

Die wichtigsten Empfehlungen des Bewerters sind in Fettdruck, die Antworten der Kommission in Kursivschrift gehalten.

Die Verteilung der verfügbaren Mittel auf die einzelnen Kultursektoren und Maßnahmen sollte aus den jährlichen Ausschreibungen hervorgehen und so die Transparenz des Auswahlverfahrens erhöhen.

Die Verteilung der Mittel zwischen Maßnahme 1 und 2 (in Prozentsätzen) und die Aufteilung auf die Sektoren (ungefähre Anzahl von Projekten pro Sektor) geht bereits aus dem Ausschreibungstext hervor. Das zukünftige Programm Kultur nennt keine spezifischen kulturellen Sektoren mehr, da diesbezüglich keinerlei Einschränkungen bestehen. Es wird jedoch wieder unterschiedliche Maßnahmen geben (Unterstützung von Projekten; Unterstützung europäischer kultureller Einrichtungen, Unterstützung von Analyse und Information). Die Verteilung der verfügbaren Mittel auf die einzelnen Aktionsbereiche wird eindeutig angegeben.

Die Kommission sollte alle Projektleiter (und abgelehnte Antragsteller) zum Ausfüllen eines kurzen Fragebogens über das Antragsstellungs- und Auswahlverfahren auffordern. Diese Art der Informationssammlung würde die Einführung von Leistungskennzahlen für jedes Programmziel erleichtern, anhand deren die Auswirkungen des Programms bewertet werden könnten.

Generell teilt die Kommission diese Auffassung, da derartige Daten eine Basis für zuverlässige Statistiken im Zusammenhang mit dem Programm und seinem Erfolg darstellen könnten. In der Praxis könnte es augenblicklich jedoch schwierig sein, die erforderlichen personellen Ressourcen zur Vorbereitung und Umsetzung dieser Aufgabe bereit zu stellen.

Eine Strategie zur Verbreitung des Programms sollte entwickelt und veröffentlicht werden, um das Programm und seine Errungenschaften bei den Akteuren bekannt zu machen.

Der Kommission ist bekannt, dass gezielte Informations- und Kommunikationsaktivitäten sowie eine bessere Nutzung der Resultate und Ergebnisse der Projekte erforderlich sind. Im neuen Programm Kultur (Aktionsbereich 3) werden derartige Kommunikations- und Verbreitungsstrategien stark betont.

Tatsächlich ist es entscheidend, den Bekanntheitsgrad des Programms und der in diesem Rahmen finanzierten Projekte zu steigern, um so die kritischen Auswirkungen (im Gegensatz zur kritischen Masse) zu verbessern. Die Kommission wird weiterhin ihren Internet-Newsletter herausgeben und Anstrengungen unternehmen, weitere Artikel in einschlägigen Publikationen zu veröffentlichen. Darüber hinaus wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) die Europa-Website ausgearbeitet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf Benutzerfreundlichkeit gelegt und der Präsentation von Projekten mehr Platz gewidmet. Ausführlich präsentierte, qualitativ hochwertige Projekte könnten dann auch in einem anderen Kontext genutzt werden.

Die Kommission sollte eine online durchsuchbare Datenbank aufbauen, in der kulturelle Akteure nach geeigneten potenziellen Projektpartnern suchen können und auch auf der Kultur 2000 Website Links zu derartigen bereits von den KKS bereitgestellten Datenbanken anbieten.

Die Kommission beabsichtigt, nach einer optimalen Lösung für die Entwicklung und Pflege eines umfassenden, leistungsfähigen Internet-Tools zu suchen. Ein solches Tool könnte von den KKS gepflegt werden (denen es am besten möglich ist, Daten von kulturellen Akteuren auf nationaler/regionaler Ebene zu erheben). Dabei würden die KKS von der Kommission und der EACEA (in einer übergreifenden Funktion) unterstützt. Siehe dazu auch die Bemerkungen der Kommission zu ihrer Website: In diesem Zusammenhang könnten mehr direkte Links auf die bereits von den KKS zur Verfügung gestellten Tools zur Partnersuche gesetzt werden.

Die Antragsformulare für Kultur 2007 sollten einfacher gestaltet werden.

Diese Empfehlung wird innerhalb der durch die Haushaltsordnung und ihre Ausführungsbestimmungen vorgegebenen Beschränkungen berücksichtigt. Der Bewerter wurde von der Kommission mehrfach dazu aufgefordert, diesbezüglich konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Es wurden jedoch keine nützlichen Informationen geliefert.

Jeder Antragsteller sollte eine ausführliche schriftliche Rückmeldung sowie ein amtliches Schreiben erhalten, aus dem die Annahme/Ablehnung des Antrags hervorgeht.

Seit dem Beginn von Kultur 2000 gibt es Bemühungen, diese Herausforderung umzusetzen. Im Rahmen des neuen Programms Kultur werden diese Anstrengungen noch verstärkt. Bislang zog es die Kommission jedoch vor, bei begrenzten personellen Ressourcen so viele Projekte wie möglich zu fördern. Somit war es der Kommission praktisch unmöglich, rund 700 Antragstellern pro Jahr eine ausführliche Antwort zukommen zu lassen.

Der befristete Personalstand des Büros für technische Unterstützung (zuständig für die Überprüfung der Berechtigung der Anträge) sollte erweitert werden, um die Dauer des Verfahrens abzukürzen.

Das Büro für technische Unterstützung wurde aufgelöst. Seine Aufgaben wurden per 1. Januar 2006 von der EACEA übernommen, die für einige Aspekte des Programms Kultur verantwortlich zeichnet. Diese spezialisierte Einrichtung sollte den Nutznießern des Programms bessere Unterstützung bieten können. Es ist darauf hinzuweisen, dass andere Faktoren, wie das Verwaltungsausschuss-Verfahren und das anschließende Überwachungsrecht des EP größeren Einfluss auf den langwierigen Auswahlprozess nehmen.[19]

Anträge sollten durch höchstens zwei externe Fachleute bewertet werden. Vor oder während der Antragsbewertungswoche in Brüssel sollte eine Orientierungsveranstaltung für die Fachleute abgehalten werden. Die Fachleute sollten ihre Tätigkeit mehrere Jahre lang ausführen. Von den nationalen Behörden sollten Rückmeldungen darüber eingeholt werden, weshalb die Fachleute tendenziell kaum mehrfach im Einsatz sind. Die Arbeit der Fachleute sollte entsprechend bewertet werden.

Die Kommission ist sich darüber im Klaren, dass die Zuziehung externer Fachleute für die Qualität und Transparenz des Auswahlverfahrens eine wichtige Rolle spielt.

Bis 2005 wurde jeder Antrag von sechs Fachleuten geprüft. Im Jahr 2006 wurde die Zahl der zugezogenen Fachleute auf zwei reduziert. Allerdings muss auch der offene Charakter des neuen Programms Kultur berücksichtigt werden, der stärkeres Augenmerk auf sektorübergreifende Aktivitäten legt. D.h. das zur Bewertung der Antragsinhalte benötigte Wissen (und damit die Anzahl der Fachleute) wird ansteigen.

Die Fachleute werden im Vorfeld schriftlich und nach ihrer Ankunft in einer Einführungsveranstaltung mündlich informiert. Sie werden von den teilnehmenden Ländern vorgeschlagen. Aus Gründen der Objektivität verlangt die Kommission, dass sie nicht öfter als zweimal teilnehmen. Fachleute, die nicht die geforderte Leistung erbringen, würden ihren Vertrag mit der Kommission nicht erfüllen, was dementsprechende Maßnahmen nach sich zöge. Im Rahmen des neuen Programms Kultur könnten alternative Möglichkeiten der Rekrutierung externer Fachleute ins Auge gefasst und das Verfahren an jenes anderer Programme der Generaldirektion Bildung und Kultur angeglichen werden.

5. SCHLUSSFOLGERUNGEN DER KOMMISSION

Die Kommission teilt die Gesamteinschätzung des Bewerters, dass das Programm einen einzigartigen Beitrag zur kulturellen Zusammenarbeit in Europa geleistet hat. Kultur 2000 spielte für die Stärkung der Lebhaftigkeit des europäischen kulturellen Austauschs eine entscheidende Rolle. Es ist unwahrscheinlich, dass ein anderes Instrument zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit in Europa einen nützlicheren Beitrag hätte leisten können. Die in Artikel 151 des EG-Vertrags festgelegten Ziele wurden daher voll erreicht.

Tatsächlich haben Tausende kulturelle Einrichtungen aller Arten und Größen, die das gesamte Spektrum kultureller Aktivitäten abdecken – Theater, Museen, Berufsverbände, Forschungszentren, Universitäten, Kulturinstitute, Behörden etc. – aus ganz Europa bei der Konzeption und Umsetzung kultureller und künstlerischer Projekte zusammengearbeitet. So gelang es, für eine noch viel größere Zahl europäischer Bürger die einzigartige Möglichkeit zu schaffen, die Kulturen ihrer europäischen Nachbarn kennen zu lernen.

Es ist daher erforderlich, dass die Gemeinschaft Aktivitäten zur kulturellen Zusammenarbeit in Europa weiterhin unterstützt. Genau das wird durch das neue Programm Kultur erreicht. Durch zielgerichtete EU-Maßnahmen in Bezug auf die drei Hauptziele, die einen wirklichen europäischen Mehrwert besitzen – die transnationale Mobilität der auf dem Kultursektor tätigen Personen, der transnationale Umlauf von Werken im Kulturbereich und der interkulturelle Dialog – wird das neue Programm die kulturelle Zusammenarbeit in Europa noch weiter stärken als seine Vorgänger.

[1] KOM(2004) 469 endg.

[2] ABl. L 99 vom 03.04.2004.

[3] ABl. L 63 vom 10.03.2000.

[4] Ein Projektleiter, der für die Koordination des Programms verantwortlich zeichnet, und mindestens zwei Mitorganisatoren.

[5] Ein Projektleiter und mindestens vier Mitorganisatoren.

[6] Öffentliche Ausschreibung Nr. EAC 31/04.

[7] Zweite Zwischenbewertung, Tabelle 3.6 und 3.9.

[8] ibid. Tabelle 4.7.

[9] ibid. Abschnitt 7.1.3.

[10] ibid. Tabelle 4.18.

[11] ibid. Abschnitt 7.1.5.

[12] ibid. Abschnitt 7.1.5.

[13] Ausmaß, in dem die Ziele des Programms für den Kultursektor in Europa heute relevant sind.

[14] Für den von der gegenständlichen Bewertung abgedeckten Zeitraum wurden die Antragsteller aufgefordert, ihr Projekt einem kulturellen Sektor zuzuordnen.

[15] Ausmaß, in dem die gesteckten Ziele erreicht wurden.

[16] Ausmaß, in dem die gewünschten Ergebnisse zu vertretbaren Kosten erzielt wurden.

[17] Zweite externe Zwischenbewertung, Tabelle 3.4.

[18] Ausmaß, in dem positive Effekte über den Abschluss der Aktivitäten hinaus fortdauern.

[19] KOM(2003) 722, Seite 11.

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