Help Print this page 
Title and reference
Bericht der Kommission (ECHO : Amt für humanitäre Hilfe) - Jahresbericht 2002

/* KOM/2003/0430 endg. */
Languages and formats available
Multilingual display
Text

52003DC0430

Bericht der Kommission (ECHO : Amt für humanitäre Hilfe) - Jahresbericht 2002 /* KOM/2003/0430 endg. */


BERICHT DER KOMMISSION - ECHO : Amt für humanitäre Hilfe - Jahresbericht 2002

INHALTSVERZEICHNIS

1. Zusammenfassung

2. Allgemeines Rahmenkonzept 2002

3. Übersicht über die humanitären Maßnahmen von Echo

3.1 AKP-Staaten

3.1.1 Horn von Afrika und Ostafrika

3.1.2 Südliches Afrika

3.1.3 Zentralafrika

3.1.4 Westafrika

3.2 Balkanstaaten, Neue Unabhängige Staaten und südlicher Mittelmeerraum

3.2.1 Balkanstaaten

3.2.2 Neue Unabhängige Staaten (NUS)

3.2.3 Südlicher Mittelmeerraum und Naher Osten

3.3 Asien und Lateinamerika

3.3.1 Asien

3.3.2 Lateinamerika

3.4 Vorsorge zum Schutz vor Naturkatastrophen - Dipecho

4. Querschnittsthemen

4.1 Beziehungen zu den Partnern - Partnerschaftsrahmenverträge (PRV)

4.2 Beziehungen zu den wichtigsten humanitären Partnern und Nicht-EU-Gebern

4.3 Beziehungen zu den anderen Organen der Gemeinschaft

4.4 Planungsinstrumentarium

4.5 Zuschussfazilität

4.6 Kommunikation und Information

4.7 Budget und Humanressourcen, Audit und Evaluierung

5. Ausblick und Perspektiven

6. Statistische Anhänge

BERICHT DER KOMMISSION

(ECHO - Amt für humanitäre Hilfe)

Jahresbericht 2002 [1]

[1] gemäß Artikel 19 der Verordnung (EG) Nr. 1257/96 des Rates vom 20. Juni 1996 über die humanitäre Hilfe.

1. Zusammenfassung

Die Reaktion von ECHO auf die humanitären Krisen richtete sich nach der globalen Bedarfsentwicklung im Zusammenhang mit Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Notlagen. Dabei war weiterhin eine Verlagerung der Einsatzschwerpunkte von Osteuropa nach Afrika und Asien festzustellen. Die Hilfe von ECHO wurde über 114 Finanzierungsbeschlüsse im Gesamtbetrag von 537,8 Mio. EUR geleitet. Diese Summe ist - auch in diesem Jahr wieder - wesentlich höher als im Haushaltsplan der Kommission ursprünglich zugewiesen. Aufgrund der dramatischen Entwicklung der humanitären Lage in Afghanistan im Anschluss an die Rückkehr von 1 ½ bis 2 Millionen Flüchtlingen und der Ernährungskrise im südlichen Afrika, wo bis zu 13 Millionen Menschen unter gravierender Nahrungsmittelknappheit litten, war ECHO gezwungen, aus der Soforthilfereserve zusätzliche Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 80 Mio. EUR in Anspruch zu nehmen. Außerdem machte sich ECHO rechtzeitig an die Aufstellung von Katastrophenplänen zur Bewältigung der humanitären Folgen des Kriegs im Irak.

Besondere Aufmerksamkeit widmete ECHO auch weiterhin den ,vergessenen Krisen" in Gebieten, die nur selten von den Fernsehkameras erfasst werden. So leistete ECHO in Angola, Tschetschenien, Uganda, Westsahara und Jemen humanitäre Hilfe für Opfer, die aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten waren. Um eine unparteiische Verteilung der Hilfe nach Maßgabe der Bedürfnisse zu gewährleisten, hat ECHO seine Methodik zur Ermittlung der vergessenen Krisen weiter ausgefeilt.

Ein weiteres Merkmal der Arbeit von ECHO bestand darin, die Nachhaltigkeit seiner Operationen zu gewährleisten, indem man versuchte, Projekte weiterzugeben oder die Grundlagen für die Verknüpfung mit längerfristigen Entwicklungsinstrumenten zu legen. Mit der Umsetzung dieser Politik der Verknüpfung von Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung (SRE) konnte ECHO den Umfang seiner Operationen in der Balkanregion langsam reduzieren. Auch in Sierra Leone und Angola floss die von ECHO geleistete humanitäre Hilfe in einen integrierten EG-Aktionsplan zur Bewältigung der humanitären Krisen und Einleitung des Rücksiedlungsprozesses ein.

Die jüngsten Entwicklungen beim Krisenmanagement im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie im Zusammenhang mit dem ,Konvent zur Zukunft Europas" erforderten eine aktive Reaktion von ECHO zur Erläuterung und Verteidigung der Besonderheiten des ,humanitären Raums".

ECHO hat im Wege des sog. ,Dialogs über die strategische Programmierung" seine Beziehungen zu seinen wichtigsten Partnern vertieft. Dieser Dialog wurde im November 2002 zum dritten Mal in Folge mit den wichtigsten UN-Sonderorganisationen (UNHCR, WEP, UNICEF, OCHA und erstmals WHO) geführt. Ähnliche Dialoge fanden auch mit IKRK, IFRK und den NRO statt.

2002 unternahm ECHO beträchtliche Anstrengungen, um die Kommunikation, Zusammenarbeit und Koordinierung mit dem Europäischen Parlament noch weiter zu verbessern. Auf seiner Plenarsitzung vom 14. Januar 2003 nahm das EP den Bericht von Frau Carlotti an und würdigte die Fortschritte, die ECHO während des Zeitraums 2001-2002 bei der effektiven Umsetzung der Hilfe, der Vereinfachung der Verfahren und der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung erzielt hat.

Ferner intensivierte ECHO im Jahr 2002 seine Tätigkeit im Bereich Information, Kommunikation und Sensibilisierung, insbesondere durch verstärkte Berichterstattung in den Massenmedien und den Start seiner neu gestalteten Website im November.

Was die fortwährende Umsetzung der Reform im Jahr 2002 angeht, so stellte ECHO von zentralisierten auf teilweise dezentralisierte Finanzierungskreisläufe um. Die internen Kontrollsysteme wurden neu ausgerichtet und weiter verstärkt, wodurch eine bessere Risikoabschätzung im Zusammenhang mit humanitären Projekten und eine effizientere Überwachung der Fortschritte durch Ergebnisorientierung erreicht wurde.

Im Juli 2002 erfuhr ECHO eine interne Umstrukturierung im Hinblick auf die weitere Verbesserung der Effizienz des Amtes, die Schaffung neuer Synergieeffekte und eine bessere Verteilung der Arbeitsbelastung auf die verschiedenen Referate.

2. Allgemeines Rahmenkonzept 2002

2002 wurden 170 Millionen Menschen von Naturkatastrophen heimgesucht und fast 40.000 getötet. Im Verlauf des Jahres hinterließen über 42 anhaltende Kriege und schwere Krisen ein humanitäres Vermächtnis von 37 Millionen entwurzelten Menschen. Trotz der Tatsache, dass ECHO 2002 mit einem Haushalt von 537,8 Mio. EUR wiederum weltweit zu den drei wichtigsten Gebern humanitärer Hilfe zählte, macht die humanitäre Hilfe in Höhe von insgesamt 4,5 Mrd. USD (OCHA) nur einen Bruchteil der weltweiten Militärausgaben von 839 Mrd. USD aus (SIPRI Jahrbuch 2002), so dass die humanitäre Gemeinschaft gezwungen ist, ihre Krisenreaktion zu begrenzen und sich auf die bedürftigsten Gebiete zu konzentrieren.

Die Reaktion von ECHO auf die humanitären Krisen richtete sich nach der globalen Bedarfsentwicklung im Zusammenhang mit Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Notlagen. Dabei war weiterhin eine Verlagerung der Einsatzschwerpunkte von Osteuropa nach Afrika und Asien festzustellen. Die Hälfte aller schweren Krisen entfiel auf Afrika, wo 27,5% aller Flüchtlinge aufgenommen werden mussten. Auf Asien entfielen weltweit die größten Flüchtlingsströme (48,3% aller Flüchtlinge). ECHO konnte seine bedarfsorientierte Strategie mit Erfolg umsetzen, was in der regionalen Verteilung der finanzierten humanitären Operationen deutlich zum Ausdruck kommt: Wichtigste Hilfeempfänger waren die AKP-Staaten (211,5 Mio. EUR oder 39%), gefolgt von Asien (137,96 Mio. EUR oder 26%) und Osteuropa (85,3 Mio. EUR oder 16%). Neue Notsituationen, wie in Afghanistan infolge der beschleunigten Rückkehr von 1 ½ bis 2 Millionen Flüchtlingen, und die Ernährungskrise im südlichen Afrika, wo bis zu 13 Millionen Menschen unter gravierender Nahrungsmittelknappheit litten, zwangen ECHO, aus der Soforthilfereserve zusätzliche Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 80 Mio. EUR in Anspruch zu nehmen. Im Zusammenhang mit der internationalen politischen Entwicklung im ,Gefolge des 11. September" machte sich ECHO außerdem rechtzeitig an die Aufstellung von Katastrophenplänen zur Bewältigung der humanitären Folgen eines Krieges im Irak. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, den wichtigsten Partnern, insbesondere den Organisationen der UN und des Roten Kreuzes, sowie mit anderen wichtigen Gebern wie den Vereinigten Staaten.

Während die durch zwei große Konflikte gefolgt von zehn Jahren internationaler Sanktionen ausgelöste Misere des irakischen Volkes 2002 in der Medienberichterstattung auf zunehmendes Interesse stieß, sind andere humanitäre Krisen aus den Schlagzeilen verschwunden. ECHO hat seine Unterstützung in den vergessenen Krisen mit Erfolg fortgesetzt. Für diese vergessenen Krisen, die in Tansania, Uganda, Jemen, Angola, Tschetschenien und Westsahara ermittelt wurden, wurden insgesamt 85 Mio. EUR (16% des ECHO-Haushalts) bereitgestellt.

Zahlreiche Entwicklungen beim Krisenmanagement im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie im Zusammenhang mit dem ,Konvent zur Zukunft Europas" erforderten eine aktive Reaktion. Folglich beteiligte sich ECHO an verschiedenen Foren (Ratsausschüsse im Rahmen des zweiten Pfeilers, EU-Militärausschuss usw.) und erstellte Unterlagen, um die Besonderheiten des ,humanitären Raums" zu erläutern und zu verteidigen, um den "Mehrwert" des auf europäischer Ebene angesiedelten Systems der humanitären Hilfe hervorzuheben, das bereits auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblickt, und um zu gewährleisten, dass sich alle Akteure der neutralen, unparteiischen und unabhängigen Natur der humanitären Hilfe bewusst sind.

3. Übersicht über die humanitären Massnahmen von Echo

Im folgenden Kapitel werden die humanitären Maßnahmen von ECHO länderweise dargestellt. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um eine Übersicht. Die geleistete humanitäre Hilfe ist der konkrete Ausdruck der Umsetzung der ECHO-Strategie im Jahr 2002: Eingriffe in den Gebieten mit dem größten humanitären Bedarf, Fortführung der Unterstützung in den vergessenen Krisen und Bereitstellung hochwertiger humanitärer Hilfe durch die Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Koordinierung von Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklungsanstrengungen. Zur besonderen Hervorhebung dieses Aspekts und zur Unterstreichung des ergebnisorientierten Schwerpunkts seiner Arbeit hat ECHO sich zu einer geänderten Aufmachung dieses Kapitels gegenüber dem vergangenen Jahr entschlossen. Die humanitären Maßnahmen werden aus der Sicht des humanitären Bedarfs, der humanitären Ziele und Leistungen und der Anstrengungen zur Gewährleistung der Koordinierung und Verknüpfung mit den längerfristigen Interventionsmechanismen dargestellt. Außerdem wird nicht nur über die Finanzierungsbeschlüsse Bericht erstattet, sondern auch über deren Umsetzung in Form von unterzeichneten Verträgen und geleisteten Zahlungen [2].

[2] Die Tatsache, dass für geringfügige Beträge aus dem Haushalt 2002 bis Ende 2002 noch keine Auftragsvergabe erfolgt war, kann auf einen oder eine Kombination aus den folgenden Faktoren zurückzuführen sein: Verzögerungen aufgrund einer instabilen Sicherheitslage, Gesamtgeltungsdauer der Beschlüsse von mehr als 12 Monaten, (wobei bestimmte Aufträge bewusst in einer späteren Phase erteilt werden), die Partner beantragen weniger Mittel als zum Zeitpunkt des Beschlusses erwartet, nicht in Anspruch genommene Reserven oder Finanzierungsbeschlüsse, die sehr spät im Jahr gefasst werden

Die Reaktion von ECHO auf die humanitären Krisen in aller Welt wurde über 114 Finanzierungsbeschlüsse [3] im Gesamtbetrag von 537,8 Mrd. EUR abgewickelt. Die Quote der Haushaltsausführung ausgedrückt in Verpflichtungsermächtigungen lag nun im fünften Jahr in Folge bei 100%. 2002 wurden 798 Aufträge über humanitäre Maßnahmen mit Projekten in über 60 Ländern vergeben [4]. Durchführende Partner waren Nichtregierungsorganisationen (62% der ECHO-Finanzierungen, wobei es sich zum überwiegenden Teil um NRO aus der EU handelte) die UN-Familie (27%, wichtigste Partner: UNHCR (10,2%(, WEP (8%( und UNICEF (4,7%() sowie andere internationale Organisationen, vor allem IKRK und IFRK (7,9% der Mittel). Die verbleibenden 3,5% wurden im wesentlichen für Aufträge über technische Hilfe oder Information, Kommunikation, Audit oder Evaluierung verwendet.

[3] Finanzierungsbeschlüsse nach Arten: Oberste Dringlichkeitsstufe: 1 - Soforthilfe: 21 - Globalplan: 10 - Humanitäre Hilfe /Dipecho: 82

[4] Einschließlich Aufträge zur Ausführung der Finanzierungsbeschlüsse von 2001

3.1. AKP-Staaten

3.1.1. Horn von Afrika und Ostafrika

Sudan:

Humanitärer Bedarf

Unter dem Einfluss chronischer vom Menschen verursachter Notlagen und Naturkatastrophen litten die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen des Sudan im Norden (von der Regierung kontrollierte Gebiete) wie auch im Süden (von der Opposition kontrollierte Gebiete) weiterhin unter schwerwiegenden humanitären Rückschlägen, und dies zu einer Zeit, in der sich der Friedensprozess positiv zu entwickeln schien. In allen wichtigen Bereichen, d.h. Gesundheit und Ernährung, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, bestand ein dringlicher humanitärer Bedarf.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Das Ziel der Verhinderung einer weiteren Verschlechterung der Lage der schwächsten Bevölkerungsschichten unter besonderer Berücksichtigung der intern Vertriebenen (im ganzen Land über 4 Millionen Menschen), ist unter Einsatz vielfältiger Interventionen in den vorstehend genannten Bereichen sowie durch Unterstützung auf dem Gebiet der Logistik, der Koordinierung und Sicherheit der humanitären Maßnahmen usw. erreicht worden. Dafür wurden im Rahmen des Globalplans für den Sudan 17 Mio. EUR bereitgestellt. Die Maßnahmen verteilten sich gleichmäßig auf den Norden und Süden des Landes und wurden über 4 Partner abgewickelt. Der größte Teil der ECHO-Mittel floss in den Bereich Gesundheit und Ernährung. Die Projekte zielten auf die Verbesserung der kritischen Ernährungslage von Kindern, stillenden Müttern und sonstigen gefährdeten Gruppen ab und sorgten für einen einfacheren und besseren Zugang zu den medizinischen Grundversorgungseinrichtungen. Es wurden spezifische Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung und zur Vorbeugung gegen die großen tödlichen Krankheiten eingeleitet, unter denen im Süden des Sudan Tausende von Menschen leiden. Obgleich eine Übersicht über die endgültigen Auswirkungen auf Gesundheit und Ernährung noch nicht vorliegt, steht doch fest, dass über 2,5 Millionen Menschen unmittelbar von diesen Projekten profitiert haben, darunter unterernährte Kinder, Frauen, intern Vertriebene, deren Aufnahmegemeinschaften und ältere Menschen. ECHO finanzierte Wasser- und Abwasserprojekte, die im Norden des Landes über 230.000 Menschen und ihrem Vieh zugute kamen, während im Süden rund 380.000 Begünstigte erreicht werden sollten. Projekte zur Verbesserung der Ernährungssicherheit wurden besonders intensiv im Süden durchgeführt, wo im Wege der Bereitstellung von leichtem Gerät, Werkzeugen und Saatgut sowie der Verbesserung des Angebots an Vieh und Viehzuchtprodukten auf die Bedürfnisse von über 2 Millionen Menschen eingegangen wurde. Ferner wurden verschiedene Anstrengungen zur Ausrottung der Rinderpest und Kontrolle anderer Viehseuchen unternommen.

Als Reaktion auf den an alle Organisationen gerichteten Aufruf zur Bereitstellung von Hilfsgeldern (den sog. ,Flash Appeal") beschloss ECHO die Bereitstellung einer humanitären Soforthilfe von 1 Mio. EUR für internern Vertriebene in der Region Kassala, die infolge der zunehmenden Feindseligkeiten neu eingetroffen sind, sowie für die bedürftigen Bevölkerungsgruppen in ehemals unzugänglichen Gebieten. Wesentliche Behinderungen traten jedoch weiterhin aufgrund der unsicheren Lage in vielen Gegenden sowie aufgrund von Zugangsbeschränkungen ein, die sowohl auf die Ablehnung der Regierung als auch auf klimatische Einfluesse zurückzuführen waren. ECHO hat sich auf verschiedenen Ebenen aktiv für einen ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe zu der notleidenden Bevölkerung eingesetzt.

SRE

Im Bereich SRE wurden 2002 nur in sehr begrenztem Umfang Fortschritte erzielt. Das aus EEF-Mitteln finanzierte humanitäre Hilfsprogramm ,Humanitarian Plus", das auf die Erleichterung des Übergangs von der Soforthilfe zur Entwicklung abstellt, wurde zwar bereits im April 2001 angenommen, hat jedoch bis heute nicht die Phase der vollen Umsetzung erreicht. Allerdings hat die Wiederbelebung des politischen Dialogs zwischen dem Sudan und der EU seit 1999 die Möglichkeit einer fortschreitenden Normalisierung der Zusammenarbeit EG-Sudan einschließlich der Übergabe der Projekte auf längere Sicht geschaffen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Äthiopien

Humanitärer Bedarf

Obgleich einige Gebiete noch akuten Hilfebedarf hatten, haben sich die humanitären Notlagen infolge des Grenzkriegs mit Eritrea und der Dürre im Südosten des Landes im späteren Verlauf des Jahres weitgehend stabilisiert. Angesichts der anhaltenden Verbesserung der Situation im Nordwesten Somalias ging der Bedarf der somalischen Flüchtlinge von Pflege- und Versorgungsleistungen auf Hilfestellung bei der Rückführung über.

Wie bereits 2001 brach eine ausgedehnte Meningitis-Epidemie aus, und die Regenfälle fielen wesentlich geringer als üblich aus. Dieser Regenmangel löste gegen Ende des Jahres wachsende Besorgnis über die Folgen einer weiteren umfangreichen Dürre in bestimmten Teilen der Regionen der Somali, Oromi und Afar aus. Die Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln im ganzen Land führten zu einer akuten Verschlechterung der ohnehin schon chronischen Unterernährungsprobleme, wobei Berichten zufolge in einigen Gebieten bis zu 29% der Bevölkerung von akuter Unterernährung betroffen sind. Zudem wurden beträchtliche Verluste an Viehbeständen gemeldet, die in den Land- und Weidewirtschaftsgebieten in Afar und Hararghe stellenweise über 40% erreichten und mit zunehmenden Problemen bei der Sicherstellung der Wasserversorgung einhergingen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Als Reaktion auf die noch verbleibenden Bedarfsfälle infolge der Dürre und zur Konsolidierung der bereits aufgestellten Reaktionsstrategie für Notfälle leistete ECHO weitere Unterstützung im Betrag von 400.000 EUR für die Wasserversorgung in den Regionen der Somali, Oromi und Afar, für Monitoring-Programme im Bereich Ernährungssicherheit und ein Frühwarnsystem für die von der Dürre betroffene Region der Somali. Angesichts des anhaltenden Schutzbedarfs infolge des Grenzkonflikts stellte ECHO ferner dem IKRK 750.000 EUR für die Unterstützung von über 7.000 Kriegsgefangenen und im Zusammenhang mit dem Krieg festgenommenen Personen bereit. Für den Rückführungsbedarf der Somali-Flüchtlinge stellte ECHO dem UNHCR 1,6 Mio. EUR bereit, die mit Erfolg für die Rückführung der ausgewählten 30.000 Somali-Flüchtlinge verwendet wurden.

In Einklang mit seinem Kernmandat stellte ECHO 1 Mio. EUR bereit, wovon 785.000 EUR der Organisation Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen für die erfolgreiche Bekämpfung der Meningitis-Epidemie zugewiesen wurden. Dies umfasste die Notimpfung von über 970.000 Menschen und damit durchschnittlich rund 90% der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten zur Eindämmung der Epidemie. Als Reaktion auf den Ausbruch einer neuen ausgedehnten Dürre wurden zum Ende des Jahres weitere 4 Mio. EUR zur Behebung der Notsituation im Bereich menschliche Gesundheit, Unterernährung und Wasserknappheit zugewiesen. Die im Rahmen dieses Finanzierungsbeschlusses bereitgestellten Mittel werden weiterhin auf der Grundlage des Kernmandats ausgezahlt, wenn sich die Dürre in das Jahr 2003 hineinzieht und ein akuter Bedarf entsteht.

SRE

Nach der Deckung des umfangreichen Bedarfs während und im Anschluss an die Notsituationen infolge des Grenzkriegs und der Dürre sowie der Rückführung der Somali-Flüchtlinge leitete ECHO 2002 wie geplant seinen Rückzug ein. Das ECHO-Büro in Addis Abeba, das auch für die Sofortmaßnahmen gegen die Meningitis-Epidemie zuständig war, wurde im Juni geschlossen, und die Überwachung wird nun vom Regionalbüro in Nairobi wahrgenommen. Etwa die Hälfte der wichtigsten ECHO-Partner erhielt Folgefinanzierungen aus den längerfristigen Interventionsinstrumenten wie Ernährungssicherheit und NRO-Kofinanzierungen, während den meisten anderen Mittel von sonstigen Gebern im Bereich Rehabilitation/Entwicklung zugewiesen wurden.

Auf den neuen Bedarf im Rahmen des Kernmandats hin, der Ende 2002 durch den Ausbruch einer neuen Dürre entstanden ist, hat ECHO die personellen Kapazitäten seines Regionalbüros in Nairobi gestärkt, um Äthiopien mit abzudecken. Sowohl die Einstiegs- als auch die Ausstiegsstrategien sind eng mit den anderen EG-Interventionsinstrumenten koordiniert, insbesondere mit dem massiven EG-Nahrungsmittelhilfeprogramm.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Eritrea

Humanitärer Bedarf

Der Soforthilfebedarf aufgrund des Grenzkrieges mit Äthiopien hat sich im Laufe des Jahres 2002 weitgehend stabilisiert. Benötigt wurde noch Hilfe für rund 60.000 intern Vertriebene, die in Lagern auf ihre Wiederansiedlung warteten, sowie für die Flüchtlinge, die im Sudan auf ihre Rückführung warteten.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Die 2002 neu bereitgestellte ECHO-Hilfe in Höhe von insgesamt 1,75 Mio. EUR gestattete die fortwährende Bereitstellung von angemessenen Notunterkünften für die 60.000 intern Vertriebenen, den Schutz von über 2.500 Kriegsgefangenen und Festgenommenen durch das IKRK sowie die Unterstützung des UNHCR bei der ersten Phase der Rückführung von über 30.000 registrierten eritreischen Flüchtlingen. 300.000 EUR dieser ECHO-Mittel waren für Aufklärungsmaßnahmen über Minengefahren vorgesehen, doch wurde dieses Programm nicht vollends umgesetzt, da die Regierung beschloss, die minenbezogenen Maßnahmen selbst zu übernehmen. Schließlich erhielt auch OCHA finanzielle Unterstützung einschließlich der Einrichtung von Kontaktstellen in den Regionen Debub und Gash Barka, um auf diese Weise die Koordinierung von SRE und die Bewertung etwaiger neuer dringlicher Bedürfnisse zu erleichtern.

SRE

Der Rückzug von ECHO wurde wie geplant umgesetzt, wobei sich die Mittelzuweisung 2002 auf 1,75 Mio. EUR gegenüber 7 Mio. EUR im Jahr 2001 belief. Das ECHO-Büro in Asmara wurde im Juni 2002 geschlossen, und die Überwachung wird nun vom Regionalbüro in Nairobi wahrgenommen. Außerdem erhielt OCHA Mittel zur Unterstützung des SRE-Prozesses. Die für die erste Phase der Rückführung von eritreischen Flüchtlingen von ECHO bereitgestellten Finanzierungen sind mit Mitteln für die Wiederansiedlung dieser Flüchtlinge im Rahmen des EEF gekoppelt.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Somalia

Humanitärer Bedarf

Somalia und insbesondere die Mitte und der Süden des Landes sind nach wie vor von bürgerkriegsähnlichen Unruhen, den Umtrieben bewaffneter Milizen und Anarchie geprägt. Im Hinblick auf die Erreichung politischer Stabilität wurden nur geringfügige Fortschritte erzielt: Über 13 Friedensinitiativen scheiterten, und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt nach wie vor in absoluter Armut. Die extreme Unsicherheit und Unberechenbarkeit der Lage führte zum Zusammenbruch von Infrastrukturen und Sozialleistungen. Aufgrund von nachteiligen Klimaveränderungen hat sich die Notlage noch weiter verschlimmert.

Der Bedarf im Bereich der Ernährungssicherung ist aufgrund gravierender Einbußen im Getreideanbau und in der Viehzucht groß. Die vorhandenen Strukturen des öffentlichen Gesundheitswesens leiden an einem Mangel an Medikamenten und qualifiziertem Personal aller Kategorien (auf 100.000 Personen entfallen 0,4 Ärzte und 2,8 Krankenpfleger). Schätzungen zufolge haben 30% der Bevölkerung keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt beträgt schätzungsweise 47 Jahre. Nur 15,6% der einjährigen Kinder sind vollständig immunisiert. Der durchschnittliche Anteil akuter Unterernährung bei Kindern unter 5 Jahren beträgt in Somalia 17%.

Die Wasserversorgungssysteme in der Mitte und im Süden Somalias sind infolge der chronischen Instabilität und des Zusammenbruchs des Staates völlig zerstört. 70% der Bohrbrunnen haben ihre geplante Nutzungsdauer bereits überschritten und bedürfen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten. Nicht einmal 20% der Bevölkerung haben Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser. Jüngsten Einschätzungen zufolge muss für die Beschaffung von 20 Litern Wasser ein sechsstuendiger Weg zurückgelegt werden.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Vor dem Hintergrund eines rückläufigen finanziellen Engagements der Geber hat ECHO seine Hilfe ausgebaut. Gegenüber 2001 wurde die Finanzhilfe für Somalia 2002 auf 4,5 Mio. EUR verdoppelt. Als allgemeines Ziel für Somalia bemüht sich ECHO um die Unterstützung der Opfer der unsicheren Lage und der klimatischen Gefahren, wobei der Hauptschwerpunkt auf der Mitte und dem Süden des Landes liegt. ECHO finanzierte 2002 Projekte, die auf die akuten Bedürfnisse in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittelversorgung und Ernährungssicherheit sowie Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung ausgerichtet waren. 71% des Gesamtbudgets flossen in Gesundheits- und Ernährungsprojekte, und es wurde ein umfassendes Gesundheitsprogramm unterstützt, von dem annähernd 1.000.000 Somalis profitierten. Dieses Programm umfasste medizinische Primärversorgung, Referenzkrankenhäuser, therapeutische Zusatznahrung, Immunisierung und Cholerabekämpfung. Im Norden Mogadischus wurde ein voll funktionsfähiges Zentrum für medizinische Primärversorgung eingerichtet, und drei Krankenhäuser im Norden und Süden Mogadischus sowie in der Region Bay erhielten Arzneimittel und medizinisches Gerät für die Versorgung von Verwundeten und sonstigen Patienten. Durch eine frühzeitige Reaktion konnte die Cholera-Epidemie und auch ein Ausbruch im Nordosten Somalias eingedämmt werden. Da in der Region Gedo die Regenzeit sechsmal hintereinander ausgeblieben ist, wurden Ernährungssicherungsprogramme für rund 150.000 Menschen aufgelegt, um die gravierenden Auswirkungen auf die Weidewirtschaftsgebiete und ihre Viehbestände abzufangen.

Im Bereich Wasser und Abwasser wurden die Mittel vorrangig für den Wiederaufbau von Wasserstellen in ländlichen Gebieten verwendet. ECHO finanzierte 11 Bohrbrunnen und 30 handgegrabene Brunnen für die Versorgung von 55.200 Personen in der Mitte und im Süden Somalias. Im Nordwesten des Landes haben Wasser- und Abwasserprojekte zur Verbesserung der Versorgung von 350.000 Menschen mit einwandfreiem Wasser beitragen, darunter unlängst neu angesiedelte Flüchtlinge und intern Vertriebene in der Stadt Hargeisa. Als Kontrollmaßnahme zur Eindämmung des Ausbruchs der Cholera in Bossaso wurde in den Lagern der intern Vertriebenen ein Abwasserprogramm zur Verbesserung der Hygienebedingungen durchgeführt.

SRE

ECHO und das EG-Länderreferat Somalia haben eine gemeinsame Strategie zur Projektfindung und -prüfung entwickelt, um mögliche Überschneidungen, Doppelarbeit und unterschiedliche Konzepte zwischen den verschiedenen Interventionsinstrumenten der Gemeinschaft und anderer Geber zu vermeiden. Die verschiedenen Organisationen werden angehalten, ihre Projektvorschläge zunächst mit der Koordinierungsstelle Somalia Aid Co-ordination Body (SACB) abzustimmen, bevor sie diese der Kommission offiziell vorlegen, um auf diese Weise Überschneidungen und Doppelarbeit zu vermeiden.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Uganda

Humanitärer Bedarf

Die humanitäre Lage im Norden Ugandas, insbesondere in Acholiland (Verwaltungsbezirke Gulu, Kitgum und Pader), hat sich seit Jahren ständig verschlechtert. Der Grund dafür ist die extreme Unsicherheit, die im wesentlichen durch brutale Angriffe der Lord's Resistance Army (LRA) auf die Zivilbevölkerung ausgelöst wird. Schätzungsweise eine Million Menschen waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und in Lagern zu leben, die von der ugandischen Armee beschützt werden. 80% der Bevölkerung in Acholiland leben in Vertriebenenlagern. Durch diese Vertreibung der örtlichen Bevölkerung entstand ein beträchtlicher humanitärer Bedarf in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Gesundheit, Ernährung und Ernährungssicherheit, Non-Food-Produkte und Schutz/Rehabilitation ehemaliger Kindersoldaten.

Die Anzahl der Untersuchungen und der Drogenkonsum in den ambulanten Abteilungen der 4 Krankenhäusern in Kitgum, Gulu und Pader hat um 40% zugenommen. Aufgrund der Übervölkerung der ,geschützten Dörfer" führten die Hygieneverhältnisse verbunden mit der unzureichenden Wasserversorgung zum Ausbruch von Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Infektionen der Atemwege. Beispielsweise in den Vertriebenenlagern im Verwaltungsbezirk Gulu reichen die Latrinen lediglich für 18% der Insassen aus, und die Wasserversorgung liegt im Durchschnitt bei weniger als 3 Litern pro Person und Tag. Aufgrund der unzureichenden und unberechenbaren Regenfälle war 2002 in den Verwaltungsbezirken Kotido, Kitgum und Pader eine absolute Missernte zu verzeichnen, wobei 80% der Erträge ausgefallen waren.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Die Reaktionsstrategie von ECHO umfasste 2002 ein konzertiertes Programm zur Unterstützung der Referenzkrankenhäuser der Verwaltungsbezirke. Über verschiedene Partner wurden Mittel für medizinische Teams, wesentliche Arzneimittel, Generatoren, Wasserbehälter und Latrinen in fünf Krankenhäusern in Gulu, Kitgum und Kalongo bereitgestellt und Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Gegenden ergriffen, wo eine besondere Konzentration von intern Vertriebenen vorliegt. Diese Maßnahmen kamen 950.000 Menschen zugute. Es entstanden 20 neue Bohrbrunnen, weitere 5 wurden repariert, es wurden 6 handgegrabene Brunnen fertiggestellt, und insgesamt sollen noch 2.950 Latrinen und 1.000 Abfallgruben angelegt werden. Wegen der zahlreichen Kindesentführungen durch die LRA wurden an 4.800 intern Vertriebene Non-Food-Produkte verteilt. Ferner finanzierte ECHO ein Projekt zum Schutz, zur Rehabilitation und Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten in den Verwaltungsbezirken Kitgum und Pader. Davon waren 1.400 Kinder direkt und weitere 10.000 Personen einschließlich der Familien und direkten Nachbarn der betroffenen Kinder indirekt begünstigt.

SRE

Die von ECHO geleistete Hilfe erfolgt in enger Koordinierung mit anderen Interventionsinstrumenten der Gemeinschaft, den Mitgliedstaaten und anderen Gebern. Als Koordinierungsstelle fungiert die Delegation in Kampala.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Kenia

Humanitärer Bedarf

Der Norden Kenias litt in den drei aufeinanderfolgenden Jahren 1999 - 2001 unter Regenmangel. Zwar lösten die Regenfälle 2001 generell eine Entspannung der Lage in Kenia aus, insbesondere in den westlichen Anbaugebieten, doch blieben die Regenfälle in den nördlichen und östlichen Verwaltungsbezirken erneut weit hinter dem normalen Umfang zurück und reichten für ein Einsetzen der Selbstheilungskräfte der Natur nicht aus.

Der Weide- und Wassermangel löste bei den Weidewirtschaft betreibenden Gemeinschaften umfangreiche Migrationsbewegungen in Gegenden mit besseren Weidebedingungen aus. In den Verwaltungsbezirken Wajir, Marsabit, Tana River und Mandera wurde von zunehmender Unterernährung berichtet. Der Anteil akuter Unterernährung lag im Verwaltungsbezirk Wajir bei 14,7%, 2,9% davon waren gravierende Fälle. Die öffentlichen Gesundheitsdienste leiden an akutem Mangel an Arzneimitteln, und schätzungsweise rund 80.000 Kinder waren aufgrund einer verhängnisvollen Kombination von Unterernährung und Infektionen lebensgefährdet.

Humanitäre Ziele und Leistungen

2002 unterstützte ECHO ein integriertes Paket von Projekten zur Linderung der durch die Dürren ausgelösten Not, das insbesondere auf die Weidewirtschaft betreibenden Gemeinschaften im Norden und Nordosten des Landes ausgerichtet war. In Einklang mit dem Ziel, die gefährdeten Gemeinschaften für künftige Dürren zu wappnen, unterstützte ECHO ein umfangreiches Viehzuchtprojekt. Hunderte von Tierpflegern wurden auf dem Gebiet der Impfung und Behandlung der wichtigsten Viehseuchen geschult. Im Wassersektor wurden über 200 Wasserstellen instandgesetzt und örtliche Wasserwirtschaftskomitees eingesetzt.

SRE

ECHO zieht sich schrittweise aus seinem Programm zur Bewältigung der Auswirkungen der Dürre zurück, wird jedoch die humanitäre Lage vor Ort weiterhin genau im Auge behalten und die Gebergemeinschaft aktiv zu längerfristigen Interventionen ermutigen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

ECHO-Flight

In seinem achten Betriebsjahr stellte ECHO-Flight auch 2002 wirksame und kostengünstige Lufttransportkapazitäten für Projekte am Horn von Afrika und in den benachbarten Regionen bereit. Nachdem ECHO-Flight in den letzten Jahren traditionell stark auf das Horn von Afrika ausgerichtet war, wurde 2002 der Linienverkehr zwischen Nairobi und der DRK aufgenommen. In Goma wurde ein Stützpunkt eingerichtet, wodurch sich der Zugang für die Mitarbeiter der humanitären Organisationen und die Beförderung von Luftfracht zu Projekten im Osten der DRK wesentlich verbessert hat.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.1.2. Südliches Afrika

Angola

Humanitärer Bedarf

Der Tod des UNITA-Führers Jonas Savimbi während eines Gefechts im Februar 2002 und der daraufhin vereinbarte Waffenstillstand ließ die Hoffnung auf einen echten Frieden in Angola nach 27 Jahren Bürgerkrieg aufkeimen. Mit der besseren Zugänglichkeit im Anschluss an den Waffenstillstand hob sich jedoch der Vorhang, der bis dahin das tatsächliche Ausmaß der humanitären Lage in den zuvor unzugänglichen Gebieten des Landes verdeckt hatte. Die Unterernährungs- und Sterblichkeitsziffern lagen vielfach deutlich oberhalb der Notstandsschwelle, darunter auch bei ehemaligen UNITA-Kämpfern und ihren Familien, die sich in Zwangslagern im ganzen Land aufhielten. Die bessere Zugänglichkeit des Landes löste ferner enorme Bevölkerungsbewegungen aus: Bis zum Ende des Jahres kehrten 1,5 Millionen intern Vertriebene und 80.000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurück, wobei es in den meisten dieser Gegenden selbst an den Mindestvoraussetzungen für ihre Wiederansiedlung fehlte, wozu vielfach noch eine starke Verminung hinzukam. Trotz des Waffenstillstands stieg der humanitäre Bedarf weiter an, und Ende 2002 waren drei Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Als das Ausmaß des humanitären Bedarfs ans Licht kam, wurde auch klar, dass die finanziellen Möglichkeiten von ECHO allein nicht ausreichen würden. Zusätzlich zu den 8 Mio. EUR, die zunächst für den dringlichsten Bedarf an Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgungs- und wesentlichen Hilfsgütern sowie logistischen Eingriffen und Koordinierungsmaßnahmen bereitgestellt wurden, widmete ECHO weitere 6 Mio. EUR fast ausschließlich lebensrettenden Ernährungsinterventionen in den neu zugänglichen Gebieten einschließlich den UNITA-Zwangslagern. Nach dem Waffenstillstand ging ECHO bei seinen Interventionen zu einem wesentlich flexibleren Konzept über, um die massiven Bevölkerungsbewegungen mitverfolgen und rasch darauf reagieren zu können, und um den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weiterhin Hilfe leisten zu können. Die Anstrengungen der gesamten humanitären Gemeinschaft werden weiterhin durch die extrem schlechte Luftverkehrs- und Straßeninfrastruktur sowie die Verseuchung des Landes mit Landminen behindert. Minenexplosionen forderten zahlreiche Tote und Verletzte - auch bei den Mitarbeitern der humanitären Organisationen - und schnitten Tausende von Menschen erneut von ihrer Umwelt ab. Bis Ende 2002 waren 42% der von ECHO im Verlauf des Jahres vergebenen Aufträge erfuellt, und die meisten übrigen sollten bis März 2003 abgeschlossen sein. Diese Projekte trugen dazu bei, die Ernährungslage zu stabilisieren, Hunderte junger Menschenleben zu retten und eine primäre Gesundheitsversorgung in Gebieten wiederherzustellen, in denen bis zu vier Jahre lang keinerlei medizinische Versorgung zur Verfügung stand. Ferner wurden für über 225.000 Menschen dringliche Hilfsgüter wie Decken, Kochbedarf und Notunterkünfte bereitgestellt.

SRE

Im Anschluss an das Waffenstillstandsabkommen stellten die Generaldirektionen DEV, AIDCO und ECHO einen Aktionsplan (125 Mio. EUR) zur Unterstützung des Friedensprozesses durch eine beschleunigte Umsetzung der bestehenden Hilfe- und Rehabilitationsprogramme auf. Nach diesem Aktionsplan wurden alle Formen der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinschaft auf die Bewältigung der humanitären Krise und die Einleitung des Wiederansiedlungsprozesses ausgerichtet (bzw. neu ausgerichtet). Außerdem wurde im August ein Soforthilfeprogramm (30 Mio. EUR aus EEF-Mitteln) angenommen, mit dem auf die ersten Phasen des Demobilisierungsprozesses reagiert werden sollte. Dieses Soforthilfeprogramm bildete eine Ergänzung der Tätigkeiten von ECHO in Angola.

Im Länderstrategiepapier für den 9. EEF wurde die zentrale Rolle der Verknüpfung von SRE anerkannt, die im Aktionsplan für Angola deutlich zum Ausdruck kommt. Daher wird ECHO im Hinblick auf seinen Rückzug aus den Bereichen, die einer nachhaltigeren Intervention bedürfen, versuchen, diese Bereiche so rasch wie möglich zu ermitteln und an die Entwicklungsorganisationen zu übergeben, und sich künftig auf sein Kernmandat lebensrettender Interventionen konzentrieren.

Angola, Simbabwe, Sambia, Malawi

Humanitärer Bedarf

Im Juli 2002 riefen die Vereinten Nationen zur Bereitstellung von humanitärer Hilfe im Betrag von 611 Mio. USD für das südliche Afrika auf. Zu diesem Zeitpunkt litten rund 13 Millionen Menschen unter akuter Nahrungsmittelknappheit, Krankheiten, Wasserknappheit, miserablen Hygienebedingungen und einer anhaltenden Verschlechterung der grundlegenden Versorgungsleistungen. Der Aufruf beinhaltete 511 Mio. USD (84%) Nahrungsmittelhilfe, während der Rest dringliche humanitäre Hilfe aus dem Non-Food-Bereich betraf. Zu den besonders betroffenen Ländern zählten Lesotho, Malawi, Mosambik, Swaziland, Sambia und Simbabwe.

Während sich der UN-Appell schwerpunktmäßig auf den Nahrungsmittelbedarf in der Region richtete, stand natürlich außer Frage, dass die Region nicht nur unter einer durch die Dürren verursachten Nahrungsmittelknappheit litt. Der seit langem anhaltende wirtschaftliche Niedergang, unangemessene politische Maßnahmen und natürlich die dramatische Ausbreitung der HIV/AIDS-Pandemie trugen dazu bei, dass sich hier eine komplexe und anhaltende Krise entwickelte. Bereits jeder dritte Erwachsene ist HIV/AIDS-infiziert. Die Lebenserwartung bei der Geburt hat sich 1998 in den meisten Ländern der Region um 20 Jahre oder mehr verringert und ist in Malawi, Swaziland, Sambia and Simbabwe auf unter 40 Jahre zurückgefallen. Von allen AIDS-Toten weltweit im Jahr 2001 entfiel jeder sechste auf die Ländergruppe Lesotho, Malawi, Mosambik, Swaziland, Sambia und Simbabwe.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Auf der Grundlage vorläufiger Angaben zum humanitären Bedarf in der Region hatte ECHO bereits in der ersten Jahreshälfte 2002 6,5 Mio. EUR Soforthilfe für Malawi, Sambia und Simbabwe gebunden. Mit dieser Hilfe wurden insbesondere Operationen in den Bereichen Ernährungsüberwachung, Schulmahlzeiten, Zusatznahrung, therapeutische Ernährung und Gesundheitsversorgung finanziert. Ein weiterer Betrag von 1 Mio. EUR wurde zur Bekämpfung dringlicher Heuschreckenprobleme in Madagaskar bereitgestellt.

Auf den UN-Appell hin mobilisierte ECHO im September 2002 rasch zusätzliche 30 Mio. EUR, die Maßnahmen in Simbabwe (13,7 Mio. EUR), Sambia (9 Mio. EUR), Malawi (2,7 Mio. EUR), Swaziland (1,4 Mio. EUR) und Angola (2 Mio. EUR) zugewiesen wurden. Diese Gelder wurden für die Ausweitung der Schulspeisungsprogramme in Simbabwe und Swaziland, die Deckung von Ernährungsbedarf aber auch dafür verwendet, Kinder zum weiteren Schulbesuch anzuhalten. Ferner leistet ECHO UN und OCHA direkte Hilfestellung bei der Koordinierung der humanitären Hilfe. Das Welternährungsprogramm erhält logistische Unterstützung und Hilfe bei der Überwachung einer politisch neutralen Verteilung der Nahrungsmittel. In Sambia werden Maßnahmen in den Flüchtlingslagern und Vorbereitungen für die Rückführung von rund 300.000 angolanischen Flüchtlingen unterstützt. In Angola kommt die ECHO-Hilfe Operationen in den neu zugänglichen Gebieten zugute, wo es die enorme Aufgabe der Wiederansiedlung von Millionen von Vertriebenen und heimkehrenden Flüchtlingen zu bewältigen gilt.

Ebenfalls im September 2002 entsandte ECHO einen erfahrenden technischen Berater vom Regionalbüro Nairobi nach Harare zur Unterstützung der dortigen Maßnahmen und zur Einrichtung eines ECHO-Büros. Im November benannte ECHO einen ständigen technischen Berater für Harare und brachte die Einstellung der örtlichen Mitarbeiter zum Abschluss. Für 2003 ist der Ausbau dieses Büros zur Unterstützung der erweiterten Einsätze in der Region geplant.

Zwar ist es für eine vollständige Bewertung der Auswirkungen der ECHO-Operationen noch zu früh, doch steht schon jetzt außer Frage, dass die ECHO-Hilfe bereits maßgeblich zur Rettung zahlreicher Menschenleben beigetragen hat.

SRE

Die ECHO-Hilfe im südlichen Afrika stellt eine Ergänzung der für diese Region verfügbaren EEF-Mittel einschließlich der früheren EEF-Mittel für Simbabwe dar, die nun ausschließlich für Maßnahmen verwendet werden, die direkt der Bevölkerung Simbabwes zugute kommen. Außerdem fand eine eingehende und regelmäßige Konsultation der anderen für Nahrungsmittelsoforthilfe zuständigen Kommissionsdienststellen statt, um sicherzustellen, dass die ECHO-Hilfe eine Ergänzung der übrigen Formen der Hilfe in der Region bildet.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.1.3. Zentralafrika

Demokratische Republik Kongo (DRK)

Humanitärer Bedarf

In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) war ECHO mit einem Staat konfrontiert, der durch Jahrzehnte der Korruption und Misswirtschaft unter dem Mobutu-Regime bereits strukturell verarmt war und zudem mit den kumulativen Auswirkungen von zwei Bürgerkriegen zu kämpfen hatte. Einer Erhebung der US-amerikanischen NRO International Rescue Committee (IRC) zufolge war im Osten der DKR in den 33 Monaten von August 1998 bis April 2001 ein ,Sterblichkeitsüberschuss" von insgesamt 2,5 Millionen Toten zu beklagen. Allerdings waren nur rund 14% dieses ,Sterblichkeitsüberschusses" direkt auf Gewalttaten zurückzuführen, während der Rest der über mehrere Jahrzehnte hinweg eingetretenen ständigen Verschlechterung der Lebensbedingungen und sozialen Versorgungsleistungen zuzuschreiben war. 2002 starben die Kongolesen nicht an Schusswunden oder Verletzungen durch die Machete, sondern an Malaria und Unterernährung infolge der unterbrochenen Nahrungsmittelproduktion oder aufgrund fehlender medizinischer Grundversorgung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Hinsichtlich der humanitären Reaktionsstrategie erwies es sich als sinnvoll, zwischen (a) dem chronischen/akuten Bedarf infolge der langfristigen Krise und dem beigelegten ,großen Krieg" und (b) dem akuten/dringlichen Bedarf im Zusammenhang mit den noch stattfindenden ,kleinen Kriegen" zu unterscheiden. Die humanitären Prioritäten im Bereich der chronischen Bedürfnisse bestanden in der Wiederherstellung oder Konsolidierung eines nachhaltigen, wirksamen Systems der medizinischen Primärversorgung für alle Schichten der Bevölkerung und in der Bereitstellung von Zusatznahrung und therapeutischer Ernährung für unterernährte Kinder sowie kurzfristigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit ihrer Familien. Hinsichtlich des akuten/dringlichen Bedarfs legte ECHO den Schwerpunkt auf die unmittelbare Bedrohung durch die ,großen Killer" und engagierte sich in Impfkampagnen gegen Masern und in klassischen Soforthilfeinterventionen zur Bekämpfung von Malaria, Cholera und Unterernährung.

Die humanitären Ziele von ECHO, die im Globalplan 2002 für die DRK niedergelegt waren, wurden alle mit Erfolg umgesetzt und das im Globalplan vorgesehene Hilfepaket von 32 Mio. EUR vollständig ausgezahlt. Hinsichtlich der operationellen (sektorspezifischen) Ziele wurde im Laufe des Jahres in rund 105 der 306 Gesundheitsbezirke des Landes über 18 Partner medizinische Primärversorgung geleistet. Rund 2,7 Millionen Patienten wurden in medizinischen Versorgungsstationen behandelt, die von ECHO mit Arzneimitteln, Ausrüstungsgegenständen, technischer und logistischer Hilfe, sauberem Wasser und Kleidung unterstützt werden. Weitere zehn Partner stellten integrierte Unterstützung im Bereich Ernährung, Nahrungsmittelhilfe und Nahrungsmittelsoforthilfe für rund 375.000 Kongolesen in Konfliktgebieten bereit. Ferner leistete ECHO Unterstützung im Rahmen der Sondermandate spezieller internationaler Organisationen, beteiligte sich aktiv an der Förderung der Koordinierung und der Funktion von OCHA, und übernahm eine Hauptrolle bei der gemeinsamen Geber-Bewertungsmission im Juli.

Neben den im Globalplan vorgesehenen Tätigkeiten reagierte ECHO unverzüglich auf den Vulkanausbruch von Goma am 17. Januar. Die ECHO-Mitarbeiter vor Ort waren binnen 48 Stunden zur Stelle, und ein zusätzliches Hilfepaket von 5 Mio. EUR wurde sofort genehmigt. Innerhalb von zwei Tagen wurden Behelfswasserstellen errichtet und Familiensets mit wesentlichen Hilfsgütern an rund 100.000 Menschen verteilt. Die wichtigsten Zufahrtstraßen nach Goma wurden geräumt, die kommunalen Wasserversorgungssysteme rasch instandgesetzt und alle Betroffenen wurden drei Monate lang kostenlos medizinisch versorgt. Schließlich erhielten 3.000 mittellose Familien (15.000 Personen) die Mittel, um ihre von der Lava zerstörten Häuser wieder aufzubauen.

Schließlich wurde auf einen allgemeinen Notruf des UNHCR hin Ende des Jahres ein weiterer Finanzierungsbeschluss über 1,1 Mio. EUR angenommen, um die Schließung von Lagern zu verhindern, die 60.000 angolanischen Flüchtlingen Pflege, Schutz und Versorgung gewähren.

SRE

Die erste große Übergabe im Rahmen von SRE fand Anfang 2002 statt und betraf ein Umsiedlungsprogramm, das im Jahr 2000 von ECHO als Pilotprogramm in der Masisi-Region Nordkivu eingeleitet worden war, einem traditionell produktionsstarken Gebiet, das ethnischen Konflikten und umfangreichen Vertreibungen zum Opfer fiel. Im Rahmen des Programms Appui à la Réhabilitation (PAR) und aus Mitteln nach Artikel 255 des Abkommens von Lomé wurden über 7 Mio. EUR bereitgestellt. Die zweite ,Tranche" von Übergaben betraf den Gesundheitssektor. Ab dem 1. Juli wurden etwa 31 Gesundheitsbezirke in den Provinzen Nordkivu und Orientale, die von ECHO unterstützt wurden, von DEV/AIDCO übernommen, wobei im Rahmen des Programms Appui Transitoire à la Santé (PATS) und nach Artikel 255 des Abkommens von Lomé 9 Mio. EUR bereitstanden. Schließlich setzte AIDCO im Anschluss an den Vulkanausbruch in Goma vom 17. Januar rasch eine Bewertungsmission ein, die in Zusammenarbeit mit dem ECHO-Team vor Ort ein 4 Mio. EUR-Paket für den Wiederaufbau der sozialen Infrastruktur schnürte (Artikel 255 des Lomé-Abkommens), das sich nahtlos an die Tätigkeiten von ECHO während der Soforthilfephase anschloss.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Burundi

Humanitärer Bedarf

Burundi ist Konfliktpartei der verworrenen regionalen Auseinandersetzungen im Gebiet der Großen Seen, die bereits seit Jahre anhalten. Doch ist Burundi darüber hinaus mit seinem eigenen internen Konflikt konfrontiert, der im wesentlichen auf ethnischen Feindseligkeiten zwischen Tutsi und Hutu Gruppen beruht. Der Bürgerkrieg begann 1993 nach der Ermordung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten und hält trotz des im August 2000 unterzeichneten Friedensabkommens und der Einsetzung einer Übergangsregierung sowie dem Abschluss einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen drei Rebellengruppen im Jahr 2002 weiter an. Die Lage im Land hat sich 2002 nicht verbessert, und die Kämpfe zwischen Rebellengruppen und Armee/ Regierung kamen nicht zum Erliegen. Die Vertreibung der Bevölkerung und Flüchtlingsströme in die benachbarten Länder sowie die Zerstörung der sozialen und wirtschaftlichen Infrastrukturen sind die direkten Folgen dieses Konflikts für die Zivilbevölkerung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Das Ziel von ECHO in Burundi bestand in der Deckung des humanitären Grundbedarfs der gefährdeten Bevölkerungsgruppen (Vertriebene, Bedürftige, Weisen, alleinerziehende Mütter, Rückkehrer). Dieses Ziel wurde im Wege der Zusammenarbeit mit 20 Partnern mit Erfolg erreicht. Die Reaktion von ECHO auf den vordringlichsten Bedarf richtete sich im wesentlichen auf die Wiederherstellung der Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung, Versorgung mit einwandfreiem Wasser, Anwasserbeseitigung und Nahrungsmittelversorgung. Dies geschah über die Bereitstellung von wesentlichen Arzneimitteln und medizinischen Pflegeleistungen in Gebieten, wo der Zugang zu medizinischer Versorgung extrem schwach ausgeprägt oder gar völlig inexistent war. Ferner wurden Ernährungsprogramme in den von Ernährungskrisen betroffenen Gebieten finanziert. Schließlich wurden Maßnahmen zur Wasserversorgung und grundlegenden Abwasserbeseitigung für Vertriebene im ganzen Land getroffen. ECHO ging ferner auf plötzlich auftretende Krisen wie vorübergehende Vertreibung in instabilen Gebieten (östliche und südliche Provinzen und die ländlichen Gebiete um Bujumbura) ein und reagierte rasch auf den Ausbruch von Epidemien (Meningitis, Cholera). Von diesen von ECHO finanzierten Maßnahmen profitierten schätzungsweise rund 2 Millionen Menschen.

SRE

Der SRE-Prozess wurde 2002 fortgeführt, insbesondere in Form von Programmen, die vom Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) finanziert und in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten durchgeführt werden. Dies geschah vor allem seit der Wiederaufnahme verschiedener neuer Rehabilitations- und Entwicklungsoperationen zur Förderung des Friedensprozesses und des Wiederaufbaus im Lande. Allerdings behindert die anhaltende Instabilität in Burundi weiterhin die Übergabe von ECHO's Projekten.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Tansania

Humanitärer Bedarf

In Tansania halten sich enorme Flüchtlingsgruppen aus den benachbarten Ländern auf, die für ihr Überleben fast ausschließlich auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Anfang 2002 lebten 495.000 Flüchtlinge aus Burundi, der DRK und Ruanda in 14 Lagern in Westtansania unter dem Schutz des UNHCR. Diese Flüchtlingspopulation nahm im Laufe des Jahres 2002 um weitere 20.000 Menschen zu. Trotz anhaltender Versuche zur Durchsetzung von Friedensabkommen konnten die meisten Flüchtlinge nicht in ihre Heimat zurückkehren. Gleichzeitig schließt das tansanische Recht Eigenständigkeit und Integration aus. Der humanitäre Bedarf umfasste Nahrungsmittel, Wasser, Notunterkünfte, Schutz und Gesundheitsversorgung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Hauptziel von ECHO war es, die Unterstützung, die dieser ,Betreuungs- und Versorgungsoperation" bereits seit Jahren gewährt wird, aufrechtzuerhalten, denn da es sich hier um eine anhaltende Krise handelt, haben viele Geber ihr vorrangiges Interesse verloren. Die Ziele des ECHO-Globalplans 2002 für Tansania wurden mit einem finanziellen Engagement von 27 Mio. EUR erreicht, die internationalen Partnern wie IFRK, UNHCR, UNICEF und WEP zugewiesen wurden. Die Zuweisungen an alle Partner wurden vollständig gebunden. Dabei wurden Programme in den Bereichen Nahrungsmittelhilfe, Logistik, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Ernährung, Unterkünfte und Schutz unterstützt. Von diesen Interventionen profitierten über 500.000 Flüchtlinge, und ECHO war im Rahmen des UNHCR-Flüchtlingsprogramms in Tansania der größte Einzelgeber. Das Ziel der fortwährenden Überwachung wurde ebenfalls erreicht. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Rückführung der burundischen Flüchtlinge gewidmet, die im März 2002 begann, um bei diesem Unterfangen die Einhaltung der humanitären Grundsätze Sicherheit, Würde und Willensfreiheit zu gewährleisten. Obgleich im Laufe des Jahres über 50.000 burundische Flüchtlinge (aus eigenen Stücken und unter erleichterten Bedingungen) zurückkehrten, führte anhaltende Gewalt in Burundi und der DRK zum Eintreffen neuer Flüchtlinge in Tansania. Trotz der unerwarteten Rückkehr der meisten ruandischen Flüchtlinge gegen Ende des Jahres 2002 (über 20.000) nahm die Gesamtzahl der in UNHCR-Lagern im Westen Tansanias registrierten Flüchtlinge im Jahresverlauf zu. ECHO sorgte weiterhin mit kinder- und geschlechterspezifischen Projekten für den Schutz gefährdeter Gruppen.

SRE

Einige Projektverknüpfungen konnten 2002 über Interventionen im Rahmen des Sonderprogramms für Flüchtlingsgebiete (Special Programme for Refugee-Affected Areas - SPRAA, 22 Mio. EUR, 1997-2003) und gemäß Artikel 73 des Cotonou-Abkommens (ex-Artikel 255, Lomé; 4 Mio. EUR für bestimmte längerfristige Maßnahmen in den Lagern im Bereich Bildung und Erziehung, Umwelt, Gesundheit und Wasser/Abwasser) erzielt werden. Ferner konnte Einigung über die Übertragung einiger ECHO-finanzierter Nahrungsmittelhilfeprojekte an das von der GD AIDCO verwaltete Interventionsinstrument für Ernährungssicherheit erzielt werden.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.1.4. Westafrika

Sierra Leone - Guinea - Liberia

Humanitärer Bedarf

Diese drei Länder, die die Mano River Union bilden, waren in den vergangenen 12 Jahren von Krieg und Unruhen geprägt. Die humanitären Probleme der Region sind eng miteinander verstrickt, und die Entwicklung in einem Land wirkt sich oft unmittelbar auf die beiden anderen aus. Zudem wurden gleichzeitig schätzungsweise rund 700.000 Menschen in ihren eigenen Ländern vertrieben (500.000 in Sierra Leone, 250.000 in Liberia, 50.000 in Guinea). Das Zentrum der Unruhen hat sich von Liberia nach Sierra Leone verlagert.

In Sierra Leone sind seit Ende September 2000 schätzungsweise 75.000 Flüchtlinge in ihr Land zurückgekehrt (UNHCR). Davon handelt es sich bei 58.000 um "Sorgenfälle", d.h. um Rückkehrer, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Dem Programm zur Wiederansiedlung dieser Rückkehrer wurde höchste humanitäre Priorität beigemessen, und es galt als die größte Herausforderung für das Land.

Die humanitäre Lage in Guinea war relativ stabil, obgleich in der Region Forestiere auch Phasen der Unsicherheit zu verzeichnen waren. Anfang 2002 hielten sich noch 180.000 Flüchtlinge in Guinea auf. Davon lebten 65.000 in vom HCR verwalteten Lagern (50.000 Flüchtlinge aus Sierra Leone und 15.000 aus Liberia), während sich schätzungsweise 50.000 Sierraleoner und 65.000 Liberianer außerhalb von Lagern aufhielten.

Die intern Vertriebenen in Liberia befanden sich in einer extrem gefährdeten Lage. Das örtliche soziale Netz, das von den Jahren der Kämpfe und Instabilität ohnehin stark strapaziert war, konnte diese zusätzliche Belastung von weiteren 38.000 intern Vertriebenen, die vor den wiederaufflammenden Kämpfen im Verwaltungsbezirk Lofa flohen, nicht verkraften. Diese intern Vertriebenen ließen sich in Lagern in Verwaltungsbezirken Bong, Grand Cape Mount und Gbapolou nieder. Hinzu kamen noch rund 35.000 Flüchtlinge aus Sierra Leone, die in den Flüchtlingslagern in Liberia lebten.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO reagierte auf den humanitären Bedarf im Wege eines regionalen Konzepts mit einem Globalplan von 17 Mio. EUR, der auf vier verschiedene in Notsituationen lebende Bevölkerungsgruppen ausgerichtet war (Flüchtlinge, Rückkehrer, intern Vertriebene und die Aufnahmegemeinschaften). Dabei wurde zwischen unterschiedlichen Stufen der Gefährdung unterschieden und integrierte Unterstützung (u.a. medizinische Versorgungsleistungen, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Ernährung, Unterkünfte und Non-Food-Produkte) geleistet. Weitere Maßnahmen betrafen die Unterstützung der humanitären Datenbank und des kartographischen Informationssystems, die Verteilung von Nahrungsmitteln und die Förderung der grundlegenden humanitären Prinzipien. Die humanitären Ziele von ECHO wurden mit Erfolg erreicht und das 17 Mio. EUR-Hilfepaket wie vorgesehen vollständig ausgezahlt. Die Projekte in den drei Ländern wurden von 21 Partnern durchgeführt, darunter von UN-Sonderorganisationen, internationalen NRO und dem IKRK.

In Sierra Leone leistete ECHO einen Beitrag zum Betrieb von vier Bezirkskrankenhäusern, 56 Stationen für medizinische Primärversorgung, zum landesweiten Erweiterten Immunisierungsprogramm und zu einer Erhebung zur Bewertung der Malaria-Resistenz gegen Chloroquin. Außerdem wurden über 100 Wasserstellen gebohrt oder instandgesetzt, 3000 Latrinen und über 50 Duschen und Waschgelegenheiten in Vertriebenen- und Flüchtlingslagern installiert. Zudem wurden wesentliche Non-Food-Produkte und Material für Notunterkünfte an entwurzelte Bevölkerungsgruppen verteilt (z.B. über 30.000 Decken und Schlafmatten, 50.000 Kochsets, Kanister, 30.000 Stück Seife und 700 Rollen Plastikplanen von 200 m ).

In Guinea leisteten die von ECHO bereitgestellten Mittel einen Beitrag zu einem integrierten Programm für medizinische Primärversorgung und Wasserversorgung/Abwasserbeseitigung, das auf rund 37.000 Flüchtlinge in den Lagern von Boréah, Nonah, Laïné und Kouankan abstellte. Außerdem wurden an anderen Orten 75 Brunnen und 300 Latrinen errichtet. Ferner erhielt die Bevölkerung der Präfektur Guéckédou (200.000 Menschen) Zugang zu medizinischer Primärversorgung, und schätzungsweise 7.000 Kinder und 500 schwangere Frauen wurden mit Zusatznahrung versorgt. Schließlich beteiligte sich ECHO im Anschluss an einen Gelbfieber-Ausbruch in Conakry an einer Not-Impfkampagne, die 1,5 Millionen Menschen umfasste. Diese Operation wurde von der Weltgesundheitsorganisation durchgeführt.

In Liberia sorgten die von ECHO finanzierten Partner in therapeutischen Ernährungszentren für die Versorgung von 150 an gravierender Unterernährung leidenden Kindern mit Zusatznahrung und führten ein Programm zur Bekämpfung eines Cholera-Ausbruchs durch, von dem rund 50.000 Menschen gefährdet waren. Ferner wurden zehn Wasserstellen, 200 Latrinen und ebenso viele Waschgelegenheiten in Vertriebenenlagern installiert. Das Schutzprogramm zugunsten der intern Vertriebenen richtete sich an rund 100.000 gefährdete Menschen.

Zum Jahresende (20/12/2002) wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 2 Mio. EUR bereitgestellt, um das UNHCR bei der Rückführung von Flüchtlingen nach Sierra Leone und der Bereitstellung humanitärer Basisleistungen für liberische Flüchtlinge in Sierra Leone zu unterstützen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

SRE

Den Schwerpunkt der SRE-Maßnahmen von ECHO bildeten die zusammen mit DEV und AIDCO eingeleiteten Vorbereitungen für den Start von zwei gemeinschaftsfinanzierten Rehabilitations- und Entwicklungsprogrammen, die für den SRE-Prozess in Sierra Leone von maßgeblicher Bedeutung sind: das Programm zur Wiederansiedlung und Wiedereingliederung von 2000.000 Rückkehrern (SLRRP - Resettlement and Reintegration Programme) und das Programm zur Unterstützung des Gesundheitssektors (HSSP - Health Sector Support Programme). Mit dem Auftakt dieser beiden Programme im November 2002, dem Eintreffen eines Technische-Hilfe-Assistenten beim Gesundheitsministerium und der Einstellung eines jungen Experten, der bei der Delegation für den SRE-Bereich zuständig ist, hat die Gemeinschaft bei der SRE-Verknüpfung in Sierra Leone gute Fortschritte erzielt.

In Guinea übergab ECHO mehrere Ernährungssicherungsprogramme an andere Kommissionsdienststellen, da diese über das Kernmandat von ECHO hinausgingen. Ab Dezember 2002 hat die GD DEV/AIDCO zwei Projekte übernommen, die zuvor von ECHO finanziert wurden (Einsatz von Mitteln aus dem 6. und 7. EEF), ein weiteres wird aus der Haushaltslinie Kofinanzierungen mit NRO finanziert.

In Liberia gehen die GD DEV/AIDCO und ECHO nach dem ,Continuum-Konzept" vor, wobei sich die Programme beider Dienstsellen gegenseitig ergänzen. DEV/AIDCO finanzieren weiterhin Projekte im Anschluss an die Notstandsphase mit Mitteln gemäß Artikel 255 des 8. EEF (25 Mio. EUR für zwei Jahre) in den Bereichen Gesundheit, Wasser und Ernährung. ECHO ergänzt diesen Beitrag mit gezielten Maßnahmen zugunsten der entwurzelten Bevölkerungsgruppen in und um Monrovia

Côte d'Ivoire

Im Anschluss an den versuchten Staatsstreich im September 2002 in Côte d'Ivoire, wurde ein Soforthilfebeschluss über 1,5 Mio. EUR angenommen. Diese Gelder wurden und werden auch weiterhin für die Unterstützung verschiedener Strukturen des Gesundheitssystems verwendet und werden dazu beitragen, dass gefährdete Familien zusätzliche Nahrungsmittelrationen erhalten.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.2. Balkanstaaten, Neue Unabhängige Staaten und südlicher Mittelmeerraum

3.2.1. Balkanstaaten

Serbien

Humanitärer Bedarf

2002 konnte die akute Krisensituation in Serbien endgültig für beendet erklärt werden. Dennoch liegt nach wie vor ein kritischer humanitärer Bedarf vor, da sich die Lage aufgrund zunehmender Armut und nach wie vor bedeutender Flüchtlings- und Vertriebenenzahlen (377.000 bzw. 187.000) weiter verschlechtert hat.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO setzte seinen schrittweisen Rückzug aus dem Land fort, blieb jedoch mit einer umfangreichen Operation im Wert von 37,5 Mio. EUR präsent, die schwerpunktmäßig auf den unmittelbaren humanitären Bedarf der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Flüchtlinge und intern Vertriebene, ausgerichtet war.

Die Hauptziele des Einsatzes von ECHO drehten sich 2002 um drei Achsen: Erstens, Aufrechterhaltung der grundlegenden Lebensbedingungen der gefährdeten Flüchtlinge, intern Vertriebenen und von bestimmten extrem gefährdeten Personengruppen während des Winters 2002-2003. Zweitens, Konsolidierung und Abschluss der ECHO-Programme in den medizinischen und psychosozialen Bereichen durch Bereitstellung von medizinischer Grundausrüstung und Rehabilitation verbunden mit Schulungsmaßnahmen. Drittens, Förderung dauerhafter Lösungen für die Flüchtlinge. Dabei geht es darum, den Flüchtlingen bestmögliche Chancen für ihre Eingliederung zu gewähren. ECHO hat weiter Mittel für die nachhaltige Rückführung von Flüchtlingen nach Bosnien Herzegowina und Kroatien bereitgestellt. Dabei wurde den voraussichtlichen Rückkehrern die Möglichkeit von Erkundungsbesuchen geboten, Rechtsbeistand geleistet und ihre Beförderung sichergestellt.

Im Rahmen der beiden Finanzierungsbeschlüsse, die ECHO 2002 für Serbien gefasst hat (37,5 Mio. EUR) wurden 47 Verträge geschlossen. 25 davon sind bereits erfuellt. Während des Berichtszeitraums wurden Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel an annähernd 115.000 Personen ausgegeben. 1.200 Flüchtlingsfamilien erhielten Unterstützung in Form von Baumaterial und Sachleistungen und wurden damit in die Lage versetzt, sich dauerhaft in Serbien niederzulassen. Weitere 150 extrem gefährdete Flüchtlinge werden in instandgesetzten Langzeit-Pflegeeinrichtungen untergebracht. Fast 1.000 Personen haben von der Möglichkeit der Erkundungsbesuche in Kroatien Gebrauch gemacht, um zu sehen, ob sie auf Dauer zurückkehren möchten.

Für die intern Vertriebenen wurde die ununterbrochene Lieferung von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln für 50.000 Personen aufrechterhalten. 110 Vertriebenenfamilien wurden in Privatunterkünften untergebracht und 51 Gemeinschaftsunterkünfte instandgesetzt.

Insgesamt 98.000 extrem gefährdete Sozialfälle wurden mit Hygieneartikeln versorgt oder über Suppenküchen verpflegt. 28.000 Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften und sonstige gefährdete Personen erhielten Brennstoffe, um den Winter zu überstehen.

Die mit 6,5 Mio. EUR dotierte Hilfe im Gesundheitsbereich wurde über ein landesweites Programm zur Unterstützung des primärmedizinischen Sektors auf die gesamte serbische Bevölkerung ausgeweitet. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Roma-Bevölkerung gerichtet, um zu gewährleisten, dass diese nicht aus der Gesundheitsfürsorge ausgegrenzt wird.

SRE

In allen Sektoren wurden große Anstrengungen unternommen, um den SRE-Prozess im Wege der Koordinierung mit den nationalen Behörden, anderen Gebern und der Europäischen Agentur für Wiederaufbau (EAR) sowie mit den Programmen der Kommission zur Förderung der Rückkehr nach Bosnien und Kroatien voranzutreiben. Es ist noch zu früh, um beurteilen zu können, welche Ergebnisse der Einsatz von ECHO für den SRE-Prozess erbringen wird, da viele Projekte noch laufen. Im Gesundheitssektor, wo die EAR für 2003 9,5 Mio. EUR für die weitere Stärkung des primärmedizinischen Sektors vorgesehen hat, sind die Aussichten gut. Die Agentur plant Unterstützung bei der gesundheitspolitischen Entwicklung. Dies impliziert die Einbeziehung von ECHO-Partnern wie UNICEF oder die WHO, die dem Ministerium auch beratend zur Seite stehen. Möglicherweise ergeben sich auch weitere Möglichkeiten für einkommenswirksame Tätigkeiten und berufliche Bildung. ECHO wird sich im Jahr 2003 um weitere Verknüpfungsmöglichkeiten bemühen.

Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien - Kosovo

Humanitärer Bedarf

Aus humanitärer Sicht hing der wesentlichste Bedarf in der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und Kosovo 2002 mit den Nachwirkungen des Konflikts von 1999 zusammen und betraf im wesentlichen die Flüchtlinge im Kosovo, intern Vertriebene, Rückkehrer und sonstige gefährdete Bewohner der Konfliktgebiete.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO wies der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien/Kosovo 2002 5,5 Mio. EUR mit dem Ziel zu, den intern Vertriebenen, Flüchtlingen, Minderheiten und anderen gefährdeten Gruppen grundlegende Hilfestellung zu leisten, dauerhafte Lösungen zu bieten und den Übergang zur Strukturentwicklung zu erleichtern. In Mazedonien half ECHO bei der Deckung des Nahrungsmittelgrundbedarfs von intern Vertriebenen, der Aufnahmefamilien, gefährdeter Bewohner von Konfliktgebieten und den in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Menschen, während im Non-Food-Sektor Pakete mit Hygieneartikeln an die Aufnahmefamilien und Brennholz an Familien, Schulen und Ambulatorien in den Konfliktgebieten ausgegeben wurden. Die notdürftige Instandsetzung von Schulen und Ambulatorien wurde während des Jahres 2002 ebenso fortgesetzt wie Maßnahmen im Wasser- und Abwassersektor. Im sozialen Bereich wurden in Tetovo, Kumanovo und Skopje soziale Nachbarschaftsdienste und vertrauensbildende Maßnahmen durchgeführt. Da sich nur noch knapp über 3.000 Kosovo-Flüchtlinge in Mazedonien aufhalten, wurden für diese Fürsorgefälle über das UNHCR dauerhaftere Lösungen wie Rückführung, Rechtsberatung und lokale Integration angestrebt.

In der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien wurden 2002 über 9 Partner 13 Projekte abgewickelt. Zu den Begünstigten zählten 3.500 Flüchtlinge, 14.000 intern Vertriebene und 5.500 sozial schwache Familien. Außerdem erhielten 2.500 Bauern Saatgut und Futtermittel. 40.000 Menschen profitierten von Wasser- und Abwasserprojekten. Die laufenden Projekte im Bereich der gemeinnützigen Dienste (Betreuung von geistig Behinderten, Kinderwohlfahrt, Pflegeheime) erreichten rund 40.000 Begünstigte. 12 Projekte wurden bereits mit Erfolg abgeschlossen, das letzte soll im Juni 2003 beendet werden.

Obgleich sich ECHO Ende 2001 aus dem Kosovo zurückzog, war der Bedarf der Minderheiten (rund 150.000 Menschen) noch so groß, dass für 2002 zusätzliche Unterstützung (Schutz und materielle Hilfe) über das UNHCR bereitgestellt wurde. Das UNHCR-Projekt ist inzwischen mit Erfolg abgeschlossen worden.

SRE

In der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien verläuft der SRE-Prozess weniger direkt als in anderen Ländern, da die Mehrzahl der Instrumente weniger auf die Entwicklung an der Basis als vielmehr auf institutionelle Reformen ausgerichtet ist, die das Land auf den Assoziierungs- und Stabilisierungsprozess vorbereiten sollen. Dennoch hat ECHO den SRE-Prozess in mehreren Breichen vorangetrieben. Im sozialen Bereich sind die 23 von ECHO eingerichteten Babylon Kinder- und Jugendzentren, die Kinder (und ihre Eltern) verschiedner ethnischer Herkunft zusammenbrachten, nun an die Weltbank übergeben worden. Ebenfalls im sozialen Bereich wurde die ECHO-Unterstützung zugunsten sozial schwacher Familien 2002 ausgeweitet, um die Zeit bis zur Reform des nationalen Fürsorgesystems zu überbrücken, die Anfang 2003 vom Ministerium für Arbeit und Soziales endlich angekündigt wurde. ECHO hat in der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien beträchtliche Mittel in den Wasser- und Abwassersektor investiert, und das letzte Projekt in diesem Bereich umfasste u.a. die Einrichtung einer Datenbank, in der Einzelheiten zu allen ECHO-Projekten erfasst sind. Diese Projekte wurden im Hinblick auf langfristige Entwicklungsanliegen konzipiert, und die Datenbank wurde von der Regierung und den Kommunalbehörden gutgeheißen und könnte der EAR bei der Aufstellung künftiger Programme in diesem Sektor durchaus nützlich sein.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.2.2. Neue Unabhängige Staaten (NUS)

Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan

Humanitärer Bedarf

Drei Jahre nach Beginn des zweiten Krieges in Tschetschenien war der Konflikt noch immer in vollem Gang und keine politische Lösung in Sicht. Obgleich die erste Phase schwerer Bombardements einer Phase von geringerer Konfliktintensität wich, waren 2002 in Tschetschenien noch immer über 80.000 Soldaten der Streitkräfte der Russischen Förderation im Einsatz, während die regelmäßigen Angriffe der Rebellen unvermindert anhielten. Die Lage war durch mehrere schwere Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts geprägt, wobei die Zivilbevölkerung das Hauptopfer des Konflikts war.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit, in der jede tschetschenische Familie von dem Konflikt betroffen war, hielten sich noch immer zahlreiche vertriebene Familien in den Nachbarrepubliken Inguschetien und Dagestan sowie in der übrigen Russischen Förderation auf. Trotz des zunehmenden Drucks auf die vertriebenen Familien in Inguschetien, nach Tschetschenien zurückzukehren, und trotz der Schließung der Zeltlager im November, halten sich auch jetzt noch rund 100.000 Vertriebene in Inguschetien und 5- bis 10.000 in Dagestan auf.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Da weder in Tschetschenien noch in Inguschetien und Dagestan eine Verbesserung der humanitären Lage festzustellen war, sondern vielmehr eine noch stärkere Gefährdung der Vertriebenen, die ihrer Situation immer weniger gewachsen waren, hat ECHO seine Unterstützung der intern Vertriebenen wie auch der örtlichen Bevölkerung Tschetscheniens aufrechterhalten. Die bereitgestellten Mittel (28 Mio. EUR) wurden auf Tschetschenien (über 60% des Gesamtbetrags), Inguschetien (etwa 35%) und Dagestan (weniger als 5%) aufgeteilt. In Tschetschenien stellte ECHO weiterhin Mittel für die Wasserversorgung von Grozny, die Verteilung von Grundnahrungsmitteln in allen Regionen Tschetscheniens, die Ausgabe kostenloser Arzneimittel in Krankenhäusern und die Unterstützung der chirurgischen und traumatologischen Abteilungen mehrerer Krankenhäuser sowie die Instandsetzung eines Prothesenwerks in Grozny bereit. Ferner wurden vier Kinderkrankenhäuser unterstützt, kinderfreundliche Plätze in Grozny eingerichtet und Bewusstseinskampagnen um die Minenproblematik durchgeführt.

In Inguschetien setzte sich ECHO für das Recht der Vertriebenen ein, solange bleiben zu können, wie die unsichere Lage in Tschetschenien ihnen keine sichere Heimkehr gestattet, und setzte daher umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen zugunsten dieser Gruppe fort. Die Mittel wurden zur Verbesserung der Unterkünfte eingesetzt, indem man zunächst abgenutzte Zelte ersetzte und später versuchte, Baracken für die Unterbringung der besonders schutzbedürftigen Vertriebenen zu bauen. Ferner wurden die Wasser- und Abwassereinrichtungen in den Lagern und Behelfssiedlungen verbessert, wesentliche Non-Food-Produkte (Bettzeug, Kleidung, Hygieneartikel) verteilt, Grundschul- und Kindergarteneinrichtungen bereitgestellt, medizinische und psychologische Betreuung - insbesondere für Mütter und Kinder - gewährt, psychosoziale Unterstützung und Berufsbildungsmaßnahmen insbesondere für Jugendliche geleistet und Schutz gewährt, insbesondere in Form von rechtlicher Beratung und Unterstützung der Vertriebenen sowie der Verteidigung der Rechte der Vertriebenen und der örtlichen Bevölkerung in Tschetschenien.

In Dagestan stellte ECHO Mittel zur Unterstützung der Vertriebenen aus Tschetschenien bereit. Im einzelnen handelte es sich dabei um die Verteilung von Grundnahrungsmitteln und medizinische Unterstützung eines Krankenhauses sowie um die Verbesserung der Wasser- und Abwassereinrichtungen in den Behelfssiedlungen.

Aufgrund der unsicheren Lage in Tschetschenien und in zunehmendem Maße auch in Inguschetien und Dagestan mussten die Maßnahmen wie bereits in der Vergangenheit ferngesteuert von Partnern ausgeführt werden. Der Zugang nach Tschetschenien ist immer problematischer geworden, und die zentralen und kommunalen Behörden legen der Lieferung der Hilfe zunehmend Hindernisse in den Weg. Zudem wurden der Arbeit der humanitären Organisationen in Inguschetien neue Restriktionen in der Form auferlegt, dass die Behörden versucht haben, den Partnern die Aufstellung neuer Zelte oder sonstiger Notunterkünfte in den Lagern zu verbieten. Der Zugang zu den Lagern war zwischenzeitlich problematisch, und die allgemeine Sicherheitslage in Inguschetien hat sich gegen Ende des Jahres weiter verschlechtert.

In Dagestan zog die Entführung des Missionschefs von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) am 12. August die Aussetzung aller MSF-Tätigkeiten in Dagestan und Tschetschenien nach sich.

2002 finanzierte ECHO Operationen über 17 verschiedene Durchführungspartner; 45 Maßnahmen wurden zum Abschluss gebracht, eine ausgesetzt und 61 neue Verträge geschlossen. Rund 60.000 intern Vertriebene und gefährdete Menschen in Tschetschenien, Dagestan und Inguschetien wurden medizinisch versorgt. Den wichtigsten Einsatzbereich bildete nach wie vor die Verteilung von Nahrungsmitteln. Rund 220.000 intern Vertriebene und gefährdete Menschen in Tschetschenien und Dagestan wurden mit Grundnahrungsmitteln versorgt. In Inguschetien erhielten 1.000 Kleinkinder im Alter zwischen 6 und 24 Monaten Sondernahrung, und in Tschetschenien wurden 45.000 Grundschulkinder täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Zur Unterbringung der Menschen, die in Inguschetien in Zeltlagern oder Behelfssiedlungen leben, wurden annähernd 800 neue Zelte aufgestellt und 170 Baracken gebaut.

In Inguschetien wurden an 20.000 Vertriebenenfamilien Hilfsgüter verteilt (Hygieneartikel und Bettzeug, Brennholz), und 30.000 Vertriebenenkinder in Inguschetien und Tschetschenien wurden mit Kinderkleidung versorgt. Fast 1.000 junge Vertriebene in Inguschetien kamen in den Genuss von psychosozialer Hilfe und von Maßnahmen zur Verbesserung ihrer beruflichen Fähigkeiten.

In Inguschetien wurde die Wasser- und Abwassersituation (20.000 intern Vertriebene) verbessert, und in Grozny wurde die Trinkwasserversorgung der Einwohner (100.000) sichergestellt, wobei Schulen und Gesundheitseinrichtungen den Schwerpunkt bildeten. In Inguschetien, Tschetschenien und Dagestan wurden 210.000 Menschen (insbesondere Kinder) für die Minenproblematik sensibilisiert. Ferner leistete ECHO einen Beitrag zu funktionierenden kinderfreundlichen Plätzen, die für annähernd 1.000 Kinder in Tschetschenien und Inguschetien zur Verfügung stehen.

Außerdem kamen im ganzen Nordkaukasus Vertriebene, Rückkehrer und Einwohner in den Genuss von ECHO-finanzierten Schutzmaßnahmen, insbesondere in Form von rechtlicher Beratung.

SRE

Aufgrund der humanitären Lage war es ECHO im Jahr 2002 nicht möglich, den SRE-Prozess weiter voranzutreiben.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Tadschikistan

Humanitärer Bedarf

Nach drei schweren Dürrejahren waren 2002 wieder annähernd normale Regenfälle zu verzeichnen. Dennoch waren die Folgen der Dürre noch überall im Land zu spüren. Über ein Viertel der Bevölkerung von 6,3 Millionen war auf Nahrungsmittelsoforthilfe angewiesen, und der Grad der Unterernährung bei Säuglingen wies noch immer ein inakzeptabel hohes Niveau auf. Über die Hälfte der Bevölkerung hatte keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser, und die Regierung war nach wie vor nicht in der Lage, eine ausreichende medizinische Grundversorgung sicherzustellen, um den verbreiteten Ausbruch von Krankheiten bewältigen zu können.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Zum ersten Mal seit Jahren war kein zusätzlicher Soforthilfebeschluss erforderlich. Am 30. April 2002 wurden ein 10 Mio. EUR-Globalplan für eine Dauer von 12 Monaten angenommen. Das Programm war auf drei spezifische Ziele ausgerichtet. Erstens, möglichst umfassende Deckung des unmittelbaren Bedarfs an Grundnahrungsmitteln bei gleichzeitiger Verbesserung der Ernährungssicherheit der am stärksten gefährdeten Haushalte. Zweitens, Senkung der Krankheits- und Sterblichkeitsziffer durch Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Grundversorgung, Gewährleistung einer wirksamen Reaktion auf den Ausbruch von Infektionskrankheiten und Förderung des allgemeinen Bewusstseins um die Gesundheit im gemeinschaftlichen Zusammenleben. Drittens, Verbesserung der Trinkwasserversorgung bei gleichzeitiger Förderung einer sicheren Wasserverwendung zur Verringerung des Auftretens von durch unreines Wasser verursachten Krankheiten. Das Programm betraf alle Regionen des Landes, wobei allerdings ein besonderer Schwerpunkt auf die Provinz Khatlon im Südwesten als der von der Dürre am stärksten betroffenen Region gelegt wurde.

Rund 55.000 Menschen erhielten Nahrungsmittelhilfe (darunter 15.000 unterernährte Kinder), und 27.000 ländliche Haushalte profitierten von kurzfristigen Ernährungssicherungsprojekten. Für 250.000 Menschen wurde der Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser verbessert, und die gesamte Bevölkerung kam in den Genuss einer besseren medizinischen Primärversorgung. Es wurden 17 Zuschussvereinbarungen mit 14 Partnern geschlossen. Dabei traten keine nennenswerten Probleme auf, und alle 17 Projekte sind entweder bereits abgeschlossen oder stehen kurz vor der Vollendung.

SRE

Nach mehrjähriger Abwesenheit leiteten 2002 verschiedene andere Finanzierungsinstrumente der Kommission Vorbereitungen ein, um ihre Tätigkeiten in Tadschikistan wieder aufzunehmen. Diese Maßnahmen werden Ende 2003/Anfang 2004 anlaufen. ECHO baute den Kontakt mit anderen Kommissionsdienststellen und sonstigen Gebern aus, um den SRE-Prozess weiter voranzutreiben.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Georgien und Armenien

Im südliche Kaukasus musste ECHO trotz einer Reduzierung der Hilfe im Vorjahr den Menschen in Georgien und Armenien zu Hilfe kommen, die erneut von einer Dürre heimgesucht wurden, und seine Unterstützung der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Georgien, insbesondere in Abchasien, wieder aufnehmen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.2.3. Südlicher Mittelmeerraum und Naher Osten

Algerien (Westsahara)

Humanitärer Bedarf

In der südwestalgerischen Wüste leben 155.000 Sahrawi-Flüchtlinge - einige von ihnen seit 1975. Sie sind Opfer einer vergessenen Krise und eines gewissen Überdrusses der Geber. Ihre eigenen Möglichkeiten sind äußerst begrenzt, und sie sind weitgehend auf internationale Hilfe angewiesen. Am dringendsten benötigen sie Nahrungsmittel, und zwar Grund- wie auch Ergänzungsnahrung. Ein weiterer wesentlicher Bedarf besteht an Gesundheitsversorgung, Unterkünften und Kleidung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Entsprechend der Strategie, sich der vergessenen Krisen anzunehmen, stellte ECHO im Rahmen eines Globalplans 14,34 Mio. EUR bereit und wurde damit zum wichtigsten Geber von Hilfe für die Sahrawi-Flüchtlinge.

Das Ziel bestand in der Gewährleistung von Stabilität und Vielfalt im Nahrungsmittelangebot. Dieses Ziel wurde über die Konsolidierung der Bestände an Grundnahrungsmitteln zur Ernährungssicherung, die 2001 angelegt worden waren, weitgehend erreicht. Die Verwendung dieser Bestände im Rahmen des Globalplans 2002 gestattete es, den Flüchtlingen jeden Monat (außer im September) täglich 2.100 Kcal pro Person bereitzustellen, wie dies nach den WHO-Normen vorgesehen ist. Im Rahmen des Globalplans 2002 sind bereits 1.000 Tonnen Reis, 1.727,35 Tonnen Gerste und 517 Tonnen Linsen verteilt worden.

Mit den bereits ausgegebenen Zusatznahrungsmitteln wurde ferner eine gewisse Ausgewogenheit des Nahrungsmittelkorbs erreicht: 1.437,65 Tonnen Milchpulver, 408 Tonnen Kamelfleisch, 609 Tonnen Datteln und 343 Tonnen Gemüse und frisches Obst.

Zusätzlich zu den bereits erwähnten 5.000 Tonnen Nahrungsmitteln werden im Laufe des Jahres 2003 weitere 8.777 Tonnen Grundnahrungsmittel geliefert, die ebenfalls in den Rahmen des Globalplans 2002 fallen. Damit wird der Grundnahrungsmittelbedarf bis zur Umsetzung des Globalplans 2003 gedeckt.

Die ECHO-Hilfe wurde über 6 Partner abgewickelt. Dabei konnte das Management im Vergleich zu den Vorjahren verbessert werden. Dennoch ist ECHO mit der Qualität des Monitoring noch nicht ganz zufrieden und hat seinen Partnern daher Empfehlungen für eine gute Monitoring-Praxis zugeleitet. Anfang 2003 wird ECHO ferner ein Audit der einschlägigen Projekte durchführen.

SRE

Da es sich hier um eine vergessene Krise handelt, war 2002 kein ausreichendes Interesse seitens der Geber vorhanden, um den SRE-Prozess voranbringen zu können.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Palästinensische Gebiete, Jordanien, Libanon,

Humanitärer Bedarf

Die durch den Ausbruch der zweiten Intifada im September 2000 ausgelöste humanitäre Krise hat sich stetig weiter verschärft. Ausgehverbote und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit trugen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 53% bei und führten dazu, dass rund zwei Millionen Menschen und damit 60% der palästinensischen Bevölkerung unter die Armutsgrenze von 2 EUR pro Tag fielen. Etwa 1,9 Millionen Menschen erhielten Nahrungsmittelhilfe, und dennoch ging der Nahrungsmittelverbrauch pro Kopf real um 25-30% zurück. Arzneimittelknappheit, mangelhafter Zugang zu medizinischen Einrichtungen und Geldmangel behinderten die Wirksamkeit des Gesundheitssektors. Der Bedarf an psychologischer Unterstützung nahm insbesondere bei Kindern beträchtlich zu. Eine regelmäßige Versorgung mit einwandfreiem Wasser wurde zu einem tagtäglichen Problem. Sozial schwache Palästinenser in Jordanien, Libanon und Syrien waren ebenfalls indirekt von der Krise betroffen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO reagierte auf diesen humanitären Notstand mit der Annahme von fünf Finanzierungsbeschlüssen im Gesamtwert von 35 Mio. EUR, was mehr als doppelt so viel wie der ursprünglich vorgesehene Betrag war. ECHO finanzierte Maßnahmen in allen wichtigen von der Krise betroffenen Bereichen: Gesundheit, Ernährung und psychosoziale Betreuung, Wasser und Abwasser, Nahrungsmittelversorgung, Unterkünfte und Rehabilitation. Kleinprojekte im Bereich Wirtschaft und Beschäftigung wurden ebenso gefördert wie Schutzmaßnahmen des IKRK und sein Gutscheinprogramm für die städtischen Gebiete. Schließlich wurde die zuständige UN-Koordinierungsstelle - OCHA - bei ihren humanitären Anstrengungen im Bereich des rechtlichen Beistands unterstützt. Annähernd 300.000 Menschen, zumeist in ländlichen und abgelegenen Gebieten, profitierten von ECHO-Projekten zur Trinkwasserversorgung. Etwa 1,3 Millionen Menschen erhielten medizinische Versorgungsleistungen. Etwa 10.000 Menschen profitierten von einkommenswirksamen Maßnahmen, während 151.280 Personen in den Genuss von Nahrungsmittelhilfe kamen, darunter 6.145 unterernährte Kinder unter fünf Jahren und stillende Mütter. 53.200 Personen wurden psychologisch betreut, und es wurden 558 Notunterkünfte repariert.

Außerhalb der palästinensischen Gebiete wurden in UNRWA-Flüchtlingslagern in Jordanien (75), Libanon (115) und Syrien (141) die Unterkünfte von 331 Familien instandgesetzt, was über 1.500 Personen zugute kam. Ferner finanzierte ECHO Maßnahmen im Wasser- und Abwasserbereich zugunsten der am stärksten gefährdeten palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, zu denen schätzungsweise 40.000 nicht registrierte Flüchtlinge zählen, die in inoffiziellen Lagern und Sammelunterkünften leben.

In den palästinensischen Gebieten haben die von den israelischen Sicherheitskräften verhängten Beschränkungen des Personen- und Warenverkehrs die Durchführung der humanitären Aktionen und die Bewegungsfreiheit der humanitären Teams behindert. Mehrere ECHO-Einsätze bedurften vertraglicher Änderungen einschließlich einer Verlängerung der Laufzeit, doch schließlich konnten alle eingehalten werden. Im Libanon wurde ein Projekt im Bereich Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung aufgrund von Problemen mit den örtlichen Behörden aufgegeben.

SRE

Zwar wurden keine Tätigkeiten an andere Finanzinstrumente der Gemeinschaft übergeben, doch haben sich in drei Bereichen Synergieeffekte im Hinblick auf einen SRE-Prozess ergeben: im Nahrungsmittelbereich, im Gesundheitswesen und bei den einkommenswirksamen/Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Im Nahrungsmittelbereich geht ECHO den dringlichen Bedarf bestimmter Zielgruppen an, während die Hauptziele des EU-Ernährungssicherungsprogramms in der längerfristigen Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen, im Aufbau von ländlichen Infrastrukturen und landwirtschaftlichen Dienstleistungen und in der Einrichtung eines Nahrungsmittel-Informationssystems bestehen. Im Gesundheitssektor werden die von ECHO finanzierten Maßnahmen mit der breiter angelegten Unterstützung im Rahmen der EU-Hilfe für die besetzten palästinensischen Gebiete koordiniert. Dazu zählen u.a. eine umfassende Überprüfung des Gesundheitswesens, die Unterstützung des palästinensischen Gesundheitsministeriums und ausgewählter Krankenhäuser im Osten Jerusalems sowie Krankenhausmanagement und Planung. Hinsichtlich der einkommenswirksamen Maßnahmen/Arbeitsbeschaffungsprogramme fließen die positiven Erfahrungen von ECHO in die Aufstellung des Länderstrategiepapiers für die West Bank und den Gaza-Streifen ein. Dabei geht es darum, den sozialen Sektor durch die Bereitstellung finanzieller Mittel gezielt bei Maßnahmen zu unterstützen, die über die kurzfristige und rein humanitäre Hilfe von ECHO hinausgehen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Jemen

Humanitärer Bedarf

Der Jemen zählt zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Das Land muss noch die Folgen des Bürgerkriegs von 1994 zwischen Nord- und Südjemen bewältigen. Die Bevölkerung des Jemen lebt überwiegend in ländlichen Gebieten und ist nach wie vor Opfer von Stammesfehden und Naturkatastrophen. Schätzungen zufolge kamen 2002 nur 25% der Bevölkerung in den Genuss medizinischer Versorgung, und nur 69% hatten Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Hauptziele von ECHO waren die Verbesserung der Hygienebedingungen der Menschen in abgelegenen Gebieten ohne Zugang zu medizinischer Primärversorgung und zu Trinkwasser. Im Jahr 2002 wurden auf der Insel Socotra 17 Quellen über Rohrleitungen mit den nahegelegenen Dörfern verbunden, 5 Sammelbecken gebaut und 20 Tanks zur Trennung von Wasser für den menschlichen und tierischen Verbrauch geliefert. Damit konnte ein Wasserverteilungsnetz für 55 Dörfer und die Wasserversorgung von über 11.000 Menschen bereitgestellt werden. Auf derselben Insel wurden 5 Gleisstrecken instandgesetzt und damit der Zugang von 7.000 Menschen zu Grundversorgungsleistungen verbessert. In der Region Dhala erhielten 65 000 Menschen in abgelegenen Gebieten Zugang zu besserer medizinischer Versorgung und Wasser. Auch in der Region Taez erhielten 50.000 in abgelegenen Gebieten lebende Menschen Zugang zu besserer medizinischer Versorgung. In der Stadt Taez wurden 986 gefährdete Angehörige der Akhdam-Gemeinschaft an einen sichereren Ort umgesiedelt. Ferner wurden dem Jemen im Dezember 2002 weitere 1,59 Mio. EUR zugewiesen, um im Jahr 2003 für 25.500 Personen den Zugang zu Trinkwasser und für 162.000 Personen den Zugang medizinischer Versorgung wiederherzustellen.

SRE

ECHO reihte den Jemen im Jahr 2002 in die Reihe der vergessenen Krisen ein. Aufgrund des unzureichenden Interesses der Geber war es nicht möglich, humanitäre Maßnahmen an längerfristige Interventionsinstrumente zu übergeben.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.3. Asien und Lateinamerika

3.3.1. Asien

Afghanistan

Humanitärer Bedarf

2002 war die Krise in Afghanistan die dominierende Herausforderung in Asien. Ab dem Frühjahr setzte eine der größten Flüchtlingsbewegungen seit Menschengedenken ein. Allen Vorhersagen zum Trotz kehrten annähernd 2 Millionen Menschen aus Pakistan und Iran sowie weitere 500.000 intern Vertriebene in ihren Heimatgebiete zurück. Sie wurden mit einer Situation konfrontiert, die von den Verwüstungen von über 20 Kriegsjahren geprägt war: die Häuser zerstört oder unbewohnbar, die Felder brach, und es fehlte selbst an den grundlegendsten Infrastrukturen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Den ersten Schwerpunkt bildete die Deckung des dringlichsten Bedarfs und die Unterstützung der afghanischen Flüchtlinge in den benachbarten Ländern. Hierfür wurden 35 Mio. EUR bereitgestellt.

Als das Ausmaß der Rückkehrwelle sichtbar wurde, leitete ECHO zunehmend mehr Mittel in die Region, wobei schließlich 73 Mio. EUR und damit mehr als doppelt so viel wie der ursprünglich angesetzte Betrag erreicht wurden. Die Prioritäten von ECHO richteten sich ebenfalls nach der Entwicklung der Lage, so dass schließlich drei allgemeine Ziele angestrebt wurden. Erstens, Gewährleistung der Nachhaltigkeit der Rückkehrbewegung und damit Verhinderung weiterer Vertreibungen. Hier wurden Mittel für den Bau von Unterkünften, Latrinen und Wasserverteilungsnetzen, für medizinische Noteingriffe und die Verteilung von Saatgut und Non-Food-Produkten wie Decken und Brennstoff bereitgestellt und einkommenswirksame Projekte gefördert. Zweitens war die humanitäre Hilfe auf die Opfer der schweren nunmehr im vierten Jahr anhaltenden Dürre ausgerichtet, um diese am Leben zu erhalten und zu verhindern, dass sie die Gegend verlassen mussten. Diese Menschen erhielten Trinkwasser, Bewässerungsvorkehrungen, medizinische Primärversorgung und Nahrungsmittel. Im Rahmen der von ECHO finanzierten Projekte wurden 1.500 Brunnen gebaut bzw. repariert. Drittens wurde den Flüchtlingen in den benachbarten Ländern Hilfe in Form von Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie medizinischer Betreuung gewährt.

Im Jahr 2002 arbeitete ECHO mit über 40 Partnern zusammen und half über 400.000 Afghanen bei der Überwindung ihrer Unterbringungsprobleme. Dabei wurden Beschäftigungsmöglichkeiten in beträchtlichem Umfang geschaffen (insgesamt 4,5 Millionen Manntage), wodurch den Menschen Einkommen und Ernährung und damit das Überleben gesichert wurde. Auf diese Weise wurden in Afghanistan 1.500 km Straßen, 300 km Bewässerungskanäle, 13 Schulen, 10 Krankenstationen, 1 Krankenhaus und 235 Abfluesse und Brücken repariert. Gegen Ende des Jahres wurde sodann besondere Aufmerksamkeit darauf gerichtet, die gefährdeten Bevölkerungsgruppen dafür zu wappnen, den harten afghanischen Winter zu überstehen. So erhielten über 1 Million Menschen Decken, Brennstoff und andere wichtige Non-Food-Produkte.

Im Januar 2001, als sich das Land nach dem Fall der Taliban gerade geöffnet hatte, konnte ECHO bereits ein Büro in Kabul eröffnen und war damit lange vor den anderen Gebern präsent.

SRE

Im Laufe des Jahres 2002 traten umfangreiche EU-Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte in Afghanistan in die operationelle Phase ein. Der SRE-Prozess ist gut entwickelt, und die praktische Koordinierungstätigkeit wurde auf sektorieller und regionaler Ebene aufgenommen. Als größte konkrete Leistung des Jahres 2002 ist die bevorstehende Übergabe mehrerer Gesundheitsprojekte an die von der GD AIDCO verwalteten Entwicklungsinstrumente zu nennen. So umfasst das nationale Richtprogramm der Kommission für Afghanistan 2003 eine bedeutende Gesundheitskomponente. Der zweite große Erfolg betrifft die Wiedereingliederung der Rückkehrer. Während ECHO alle humanitären Belange von der Rückführung bis zur Unterbringung abdeckt, sorgt AIDCO durch die Wiederbelebung der ländlichen Wirtschaft für die langfristige Hilfe.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Irak

Humanitärer Bedarf

Nach zwei großen Konflikten - dem Iran-Irak-Krieg und dem Golfkrieg - und 12 Jahren internationaler Sanktionen ist das ehemals wohlhabende Land dem Ruin verfallen. Selbst vor der US-Militärintervention im Irak bestand in diesem Land ein gewaltiger Bedarf an humanitärer Hilfe. Jedes achte Kind stirbt vor Erreichung des fünften Lebensjahrs, 20% der Kinder unter fünf Jahren haben Untergewicht und jedes zwölfte Kind leidet an akuter Unterernährung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Selbst vor dem Irak-Krieg war ECHO seit längerer Zeit der größte einzelne Geber internationaler humanitärer Hilfe und hat seit 1992 über 150 Mio. EUR bereitgestellt. Im Jahr 2002 wurden 13 Mio. EUR zur Linderung des Leidens des irakischen Volkes angewiesen und damit das UN-Programm "Öl für Nahrung" ergänzt, das es der irakischen Regierung gestattet, Öl als Gegenleistung für Nahrungsmittel und andere Grundversorgungsgüter zu verkaufen. ECHO legte den Schwerpunkt auf die Bereitstellung von medizinischer Versorgung, einwandfreiem Wasser und Abwasserbeseitigungsmaßnahmen in der Mitte und im Süden des Landes, wo der Bedarf am größten war. Diese Maßnahmen kamen rund 7 Millionen Irakern zugute (wovon die Hälfte Kinder waren).

Ende 2002 befanden sich die meisten von ECHO finanzierten Operationen, die von 9 verschiedenen Partnern durchgeführt wurden, noch in der Durchführung, hatten jedoch zumeist bereits ein relativ fortgeschrittenes Stadium erreicht. Mit den von ECHO bereitgestellten Mitteln konnten 95% der irakischen Kinder unter fünf Jahren gegen Kinderlähmung geimpft und 25 überflutete Grundschulen vollständig instandgesetzt werden. Im Gesundheitssektor erhielt das einzige Kinderkrankenhaus im Norden des Irak Ausrüstungsgüter, die ihm die Einrichtung einer Abteilung für postoperative Betreuung ermöglichte. Die Instandsetzung von 8 Tuberkulosebehandlungszentren und der nationalen Blutbank in Bagdad war annähernd abgeschlossen, und die Instandsetzung mehrerer Krankenhäuser und primärmedizinischen Versorgungsstationen in der Mitte und im Süden des Landes war bereits gut vorangekommen. Im Bereich Wasser und Abwasser hatten die Instandsetzungsarbeiten an zwei Kläranlagen in Bagdad und von mehreren Abwasseraufbereitungsanlagen und Kompaktreinigungsanlagen sowie die Einrichtung von Wasserversorgungsnetzen begonnen.

SRE

Aufgrund der politischen Lage war es ECHO 2002 nicht möglich, den SRE-Prozess weiter voranzutreiben..

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Nordkorea

Humanitärer Bedarf

Die dritte bedeutende humanitäre Krise des Jahres 2002 betraf Nordkorea. Hier hatte während der letzten zehn Jahre ein unerbittlicher wirtschaftlicher und sozialer Niedergang stattgefunden, der zu einem drastischen Rückgang in der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser und Arzneimitteln führte. Unterernährung und vermeidbare Krankheiten breiteten sich immer stärker aus, insbesondere bei Kindern: UNICEF stellte fest, dass 21% von ihnen Untergewicht hatten, 42% an chronischer und 9% an akuter Unterernährung litten. Die humanitären Organisationen hatten es bei ihrer Arbeit im Lande nicht leicht, aber sie fanden zunehmend bessere Einsatzbedingungen vor, und es findet ein ständiger Dialog mit der Regierung darüber statt, wie sich ein besserer Zugang zu den Begünstigten, eine freiere Überwachung der Projekte und Durchführung von Erhebungen sowie eine gezieltere Ermittlung der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen erreichen ließe.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO ist der wichtigste Geber humanitärer Hilfe in Nordkorea. 2002 stellte ECHO Nahrungsmittelhilfe bereit und belieferte 1.762 medizinische Versorgungseinrichtungen in den bedürftigsten Teilen des Landes mit Gerät und Arzneimitteln. Außerdem profitierten etwa 250.000 Menschen von Verbesserungen an den Wasser- und Abwassersystemen. Überdies wurde Soforthilfe bereitgestellt, um den dringlichsten Bedarf von rund 22.500 Menschen zu decken, nachdem das Sommerhochwasser im Westen des Landes verheerende Schäden angerichtet hatte. Von den 21 Mio. EUR, die Nordkorea zugewiesen wurden, wurden 9,5 Mio. EUR gegen Ende des Jahres über das Welternährungsprogramm geleitet, nachdem die Vereinigten Staaten ihren Finanzierungsbeitrag für das WEP in Nordkorea zurückgezogen hatten. Durch die Lieferung von 47.000 Tonnen Weizen konnten über 2 Millionen Frauen, Kinder und besonders gefährdete Menschen am Leben erhalten werden.

SRE

Aufgrund der politischen Lage war es ECHO 2002 nicht möglich, den SRE-Prozess weiter voranzutreiben.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Sri Lanka

Humanitärer Bedarf

Das Waffenstillstandsabkommen, das im Februar zwischen der Regierung und den tamilischen Separatisten unterzeichnet wurde, hat einen neuen Friedensprozess eingeleitet und über 230.000 durch den Bürgerkrieg vertriebenen Menschen die Möglichkeit eröffnet, in ihre Heimat zurückzukehren. Die Familien können sich jedoch nicht selbst ernähren, da sie in Städte und Dörfer zurückkehren, deren Infrastrukturen wie Unterkünfte, Wasserversorgung und Kanalisation zerstört sind. Ein großes Problem für die Rückkehrer ist auch der Zugang zu Ackerland, das, wenn es zur Verfügung steht, vielfach von Landminen durchsetzt ist. Außerdem fehlt es im Norden und Osten des Landes an geschultem Personal und Material für die medizinische Versorgung.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Die ursprüngliche ECHO-Zuweisung von 4 Mio. EUR wurde auf 8,3 Mio. EUR aufgestockt, um den anhaltenden Strom von Rückkehrern unterstützen zu können. ECHO finanzierte integrierte Programme und lieferte Non-Food-Produkte an 12.000 gefährdete Rückkehrerfamilien, um ihnen dabei zu helfen, sich in ihren Heimatgebieten wieder niederzulassen. Es wurden 650 Notunterkünfte errichtet, 350 Brunnen und 300 Latrinen instandgesetzt oder neu gebaut und 6 Bewässerungsteiche renoviert. Diese sektorübergreifenden Programme beinhalten eine wesentliche Komponente zur Ernährungssicherung, die die Lieferung von beschäftigungsrelevanten Ausrüstungen wie Saatgut, Dünger, Gefluegel, landwirtschaftliches und handwerkliches Gerät und Fischernetze an 9.200 Bauern und Handwerker sowie an 500 Fischer umfasste. Im Hinblick auf den Umgang mit den schätzungsweise 1.000.000 nicht explodierten Minen in den ehemaligen Konfliktgebieten hat ECHO einschlägige Sensibilisierungsmaßnahmen, Erhebungen über die Minensituation und Demarkationsmaßnahmen finanziert, die 610.000 Menschen zugute kamen. Die Ergebnisse der Minenuntersuchung werden Anfang 2003 vorliegen, und die Zahl der Minenopfer, die sich 2002 auf schätzungsweise 1.000 belief, ist zwar nach wie vor zu hoch, hat sich jedoch trotz der massiven Rückkehrbewegung gegenüber den Vorjahren nicht erhöht. Zum Ende des Jahres fasste ECHO ferner den Beschluss über die Finanzierung eines Minenbeseitigungs-Sofortprogramms, das 2003 durchgeführt werden soll.

Bis August 2002 unterstützte ECHO ferner eine Seeverkehrsverbindung und ermöglichte damit die Versorgung der Bevölkerung von Jaffna, die vom Rest des Landes abgeschnitten war, mit über 300 Tonnen medizinischen und sonstigen Gütern. Das Schiff transportierte überdies 1.500 schwerkranke Patienten an Orte, wo sie einer angemessenen Behandlung unterzogen werden konnten.

SRE

In bestimmten Bereichen muss ein schrittweiser Rückzug von ECHO eingeleitet werden. Insbesondere die Minenräumung sollte ab Ende 2003 von RELEX/AIDCO wahrgenommen werden. Die Gesundheitsprojekte werden 2004/05 an RELEX/AIDCO übergehen. Dauerunterkünfte werden über einen Wiederaufbaufonds für den Norden und Osten des Landes gebaut, der im Auftrag der Regierung von der Weltbank verwaltet wird, und zu dem RELEX/AIDCO Ende 2003 einen Beitrag leisten werden. Ferner werden RELEX/AIDCO 2004/05 landwirtschaftliche Vorleistungen und Ausrüstungen sowie Wasser- und Abwasserinfrastrukturen bereitstellen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Indien

Humanitärer Bedarf

ECHO legte seinen Schwerpunkt auf spezifische Bereiche, in denen die anderen Geber nicht aktiv waren. Insbesondere zielten die Maßnahmen auf die Unterstützung der Flüchtlinge aus Sri Lanka in Tamil Nadu im Süden des Landes sowie der Opfer der Dürre in Rajasthan, dem zweitärmsten Bundesstaat Indiens ab. ECHO intervenierte zudem in zwei weitgehend vergessenen, vom Menschen verursachten Krisen: den kommunalen Ausschreitungen in Gujarat und dem langwährenden Kaschmir-Konflikt.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO finanzierte den Kauf und die Verteilung von 38 Tonnen besonders nahrhafter Lebensmittel an 2.200 Schwangere und stillende Mütter sowie 830 Kinder unter fünf Jahren, die in srilankischen Flüchtlingslagern in Tamil Nadu leben. In Gujarat wurden 180 Tonnen Reis, Dahl-Linsen und Öl an 50.000 Vertriebene verteilt. Außerdem wurden Notunterkünfte bereitgestellt und erzieherische Maßnahmen für Frauen und Kinder durchgeführt, die Opfer der kommunalen Ausschreitungen von März 2002 waren. In Kaschmir wird rund 100.000 von dem Konflikt betroffenen Menschen, insbesondere Kindern, psychologische Betreuung und Schutz gewährt. Insgesamt wurde ein Betrag von 5 Mio. EUR bereitgestellt; darin enthalten ist auch ein Finanzierungsbeschluss vom Dezember zur Milderung der Folgen der nunmehr vierten Dürre in Folge in Rajasthan. Hier werden Maßnahmen getroffen, um die Auswirkungen künftiger Dürren abzufedern: über 100.000 Menschen werden 2003 mit einwandfreiem Wasser versorgt, und 350.000 werden an Nahrung-und-Bargeld-für-Arbeit-Programmen teilnehmen.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Nepal

Humanitärer Bedarf

In Lagern im Nordosten Nepals sitzen 100.000 bhutanesische Flüchtlinge fest, die weder von Nepal noch von Bhutan erwünscht sind, und die vollständig von der Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms abhängen. Die Verschärfung des langwährenden Bürgerkriegs zwischen der Regierung und den maoistischen Rebellen hat einen erheblichen humanitären Bedarf in einem Land ausgelöst, das bereits vor Ausbruch des Konflikts arm an Ressourcen war.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Der Einsatz von ECHO wurde 2002 mit einer Mittelzuweisung von 3,7 Mio. EUR ausgeweitet. Den bhutanesischen Flüchtlingen wurde fortwährende Unterstützung in Form von 5.600 Tonnen Reis, Hülsenfrüchten, Linsen, Erbsen, Öl und Salz gewährt. Erstmals wurden auch Mittel für die vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen bereitgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Schutzmaßnahmen zugunsten der verfolgten und eingeschüchterten Bevölkerungsgruppen, der Familienzusammenführung und der Bereitstellung von medizinischer Primärversorgung lag.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Burma/Myanmar und Thailand

Humanitärer Bedarf

Burma/Myanmar und die burmesischen Flüchtlinge, die über die Grenze nach Thailand gezogen sind, bilden ebenfalls eine Krise mit vergessenen humanitären Anforderungen in Asien. 2002 war ECHO in diesen Gebieten mit der Bereitstellung von 9,0 Mio. EUR aktiver als zuvor. Es ist bekannt, dass in Burma/Myanmar ein enormer humanitärer Bedarf besteht, der sich jedoch aufgrund der strikten Restriktionen der burmesischen Regierung nur schwer exakt bewerten lässt. In den Lagern entlang der thailändischen Grenze halten sich mittlerweile 134.000 burmesischen Flüchtlinge auf, d.h. ihre Zahl hat während der vergangen sieben Jahre um fast 50% zugenommen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Innerhalb der von der burmesischen Regierung vorgegebenen Grenzen wurden umfangreiche Projekte zur Bekämpfung der Malaria durchgeführt. Dies geschah über die Verteilung von Medikamenten an rund 1,5 Millionen Menschen im Südosten, Nordosten und Süden des Landes und über Verbesserungen an den Wasser- und Abwassersystemen im Easter Rakhine State, dem Trockengebiet in der Mitte des Landes und im Stadtgebiet von Rangoon.

In den Flüchtlingslagern in Thailand setzte ECHO die Unterstützung mit der Lieferung von Grundnahrungsmitteln an 60.000 Flüchtlinge in zwei Karen-Lagern, mit Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsinfrastrukturen, zur Gesundheits- und Hygieneerziehung, Immunisierungskampagnen und der Bereitstellung von Trinkwasser fort. Insgesamt profitierten schätzungsweise 61.600 Menschen von diesen Maßnahmen, darunter 800 Opfer von Minenunfällen.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Laos

Humanitärer Bedarf

Laos ist ein für Überschwemmungen und Dürren besonders anfälliges Land. Ein wesentlicher Teil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Trinkwasser oder medizinischen Versorgungseinrichtungen, und vereinzelt kommt es zu Nahrungsmittelengpässen. Seit 1980 hat die Regierung Zehntausende Menschen aus den Dörfern im Hochland zur Umsiedlung in die Niederungen angehalten oder sogar gezwungen. Die Bedingungen in diesen neuen Siedlungen erinnern vielfach an Flüchtlingslager (kein Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmittelknappheit, Epidemien).

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO stellte 1,1 Mio. EUR für gefährdete Vertriebene und die möglichen Opfer der Umsiedlungspolitik bereit. Dieser Hilfe lag das Ziel zugrunde, den ethnischen Minderheiten als Alternative zur Umsiedlung zu nachhaltigen Lebensbedingungen zu verhelfen.

SRE

2002 gab es keine Möglichkeiten für den SRE-Prozess, doch sollen 2003 Informationen im Hinblick auf eine Übergabe von Projekten im Jahr 2004 gesammelt werden.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Vietnam

Humanitärer Bedarf

Vietnam ist besonders anfällig für Überschwemmungen und sonstige Naturkatastrophen, insbesondere im Gebiet des Mekong-Delta.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Für die Opfer der tropischen Stürme, Erdrutsche und Überschwemmungen im Juli, für Maßnahmen zur Verbesserung der Wasser- und Abwassersysteme, Sensibilisierungskampagnen im Bereich persönliche Hygiene und Ernährung sowie für die Auffuellung erschöpfter Impfstoffbestände wurden insgesamt 1,2 Mio. EUR bereitgestellt.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Indonesien

Humanitärer Bedarf

Ethnische und religiöse Konflikte auf den Molucca Islands, in Sulawesi, Aceh, Papua und West Kalimantan haben zur Vertreibung von über 1,3 Millionen Menschen innerhalb des Landes geführt. Das Land ist zudem überaus anfällig für Naturkatastrophen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO hat sich aktiver als in den vorangegangenen Jahren um die Unterstützung der Opfer von Naturkatastrophen und Unruhen gekümmert. Für den Schutz, die rechtliche Betreuung und Information von intern Vertriebenen sowie für die Bereitstellung von Wasser- und Abwassersystemen, medizinischer Versorgung und Nahrungsmitteln für besonders gefährdete Gruppen wie die Opfer der durch El Niño ausgelösten Dürre wurden 3,5 Mio. EUR bereitgestellt.

SRE

Aufgrund des anhaltenden humanitären Bedarfs konnten 2002 keine ECHO-Projekte übergeben werden.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Ost- und Westtimor

Humanitärer Bedarf

In den Lagern in Westtimor, das nach wie vor zu Indonesien gehört, leben noch 35.000 Flüchtlinge.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO setzte die Unterstützung dieser Flüchtlinge mit Hilfsgütern, Nahrungsmittelhilfe, Wasserlieferungen, Gesundheitserziehung und Hilfe bei ihrer Rückführung und Wiederansiedlung fort. Insgesamt wurden 1,9 Mio. EUR bereitgestellt.

SRE

Angesichts der Tatsache, dass Osttimor nun unabhängig und die Stabilität wiederhergestellt ist, hat ECHO seinen Rückzug eingeleitet und seine frühere Tätigkeit mit Entwicklungs- und Rehabilitationsprojekten verknüpft. Das ECHO-Büro in Dili wurde Anfang 2003 geschlossen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Kambodscha

Humanitärer Bedarf

Die Erholung im Anschluss an den Konflikt in Kambodscha kommt nach dreißig Jahren Krieg, Chaos und Völkermord nur langsam voran. Der Prozess der Wiederansiedlung der Flüchtlinge ist noch nicht abgeschlossen, und infolge der Zwangsräumungen und der Suche nach bestellbarem Land nimmt die Zahl der intern Vertriebenen ständig weiter zu. Die ehemaligen Gebiete der Roten Khmer und die Kriegsschauplätze, die nun für die Außenwelt zugänglich sind, zeichnen sich durch einen Mangel an Wasser, angemessenen Hygieneeinrichtungen und Nahrungsmitteln aus und sind weitgehend mit Minen/UXO verseucht - die Zahl der zivilen Opfer liegt bei 800 pro Jahr. Nach Schätzungen von UNICEF leiden 35-45% der Kambodschaner an chronischer Unterernährung. Die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten ist äußerst schwach ausgeprägt und auf ausländische Hilfe angewiesen. Die durchschnittliche Kindersterblichkeitsrate in Kambodscha liegt bei 125 pro Tausend, doch wird in einigen Provinzen ein Wert von 225 pro Tausend erreicht. Kambodscha ist außerdem besonders anfällig für Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Zur Deckung des humanitären Bedarfs der Vertriebenen, Kinder und Bewohner abgelegener Gebiete wurden für eine Reihe von Projekten 5,5 Mio. EUR bereitgestellt. Dazu zählten Wasserversorgung, Lieferung von Geräten, Saatgut, Arzneimitteln und medizinischen Ausrüstungsgütern, Schulung für medizinisches Personal, Minenräumung (2002 wurden 800 Minenunfälle registriert) und Bekämpfung der bedrohlichen Epidemie des hämorrhagischen Dengue-Fiebers. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden 160.720 Kinder (0-5 Jahre) geimpft. Rund 78.000 Menschen in 194 Dörfern profitierten zudem vom Bau bzw. der Instandsetzung von Brunnen.

SRE

ECHO wird sein Budget in Kambodscha schrittweisen reduzieren, es sei denn, Naturkatastrophen machen einen Einsatz erneut notwendig. ECHO hat damit begonnen, sich aus der sekundären medizinischen Versorgung und Projekten, die die Übergangsphase zur Übernahme durch andere Geber erreicht haben, zurückzuziehen. So sollen beispielsweise die belgische und die britische Entwicklungshilfe (DFID) 2003-2004 Gesundheitsprojekte zugunsten der Regionen Oddar Meanchey und Mondolkiri übernehmen. Der Prozess der Übergabe an die Entwicklungsagenturen unterliegt einer ständigen Überprüfung.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

China

Humanitärer Bedarf

In diesem riesigen Land hat ECHO seinen Schwerpunkt auf besondere Naturkatastrophen in abgelegenen Gebieten gelegt, wo die chinesischen humanitären Organisationen nicht aktiv sind. An erster Stelle standen dabei die Überschwemmungen und Erdrutsche vom Juni, die über 3 Millionen Wohnhäuser zerstörten.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Für die Behebung der Folgen von Naturkatastrophen wurden 4,5 Mio. EUR bereitgestellt, die für die Verteilung von Reis und Weizen an 100.000 Menschen, die auf Selbstversorgungswirtschaft angewiesen sind, für die Bereitstellung von Kleidung und Moskitonetzen, sowie für den Bau hygienischer Toiletten, Wasserreservoirs und zwei Grundschulen eingesetzt wurden. Ferner erhielt Tibet Unterstützung für den Kauf von 8. 000 Schafen sowie Nahrungsmittel und Arzneimittel für die Nomaden, die bei den schweren Schneefällen ihre Viehbestände verloren haben.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Iran

Humanitärer Bedarf

Am 22. Juni erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala eine Reihe von Dörfern im Nordwesten des Iran, bei dem 237 Menschen umkamen, 1300 verletzt und etwa 5000 Familien (25.000 Menschen) obdachlos wurden.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO stellte für die Opfer des Erdbebens Soforthilfe im Wert von 0,5 Mio. EUR bereit. Die ECHO-Partner vor Ort konzentrierten sich auf die sanitären Verhältnisse und bauten 10 öffentliche Bäder (5 in Qazvin, 3 in Hamadan und 2 in Zanjan) und stellten 50 mobile Duscheinrichtungen bereit. Diese Maßnahmen kamen knapp 6.385 Menschen zugute.

SRE

Angesichts des begrenzten Umfangs der ECHO-Intervention wurde kein SRE-Prozess eingeleitet.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.3.2. Lateinamerika

Kolumbien

Humanitärer Bedarf

Seit nunmehr über 40 Jahren herrscht in Kolumbien ein komplizierter Bürgerkrieg zwischen der Regierung und verschiedenen Guerillas und paramilitärischen Gruppen, der jedes Jahr weitere 300.000 Vertriebene zur Folge hat.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Kolumbien bildet mit einer Mittelzuweisung von 9,2 Mio. EUR im Jahr 2002 weiterhin der Hauptschwerpunkt des Engagements von ECHO in Lateinamerika. Dank dieser Mittel konnte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz Nahrungsmittelsoforthilfe-Pakete und Non-Food-Produkte an rund 195.000 neu vertriebene Menschen verteilen. Die Lebensbedingungen von annähernd 17.000 Familien (85.000 Menschen) wurden durch die globale Hilfe erheblich verbessert, die 12 europäische NRO und Nationale Rotkreuzverbände aus Europa in über 100 Gemeinden in 19 Departements Kolumbiens geleistet haben. Dazu zählten Nahrungsmittelhilfe, Unterbringung, Verbesserung der sanitären Verhältnisse, Zugang zu frischem Wasser, einkommenswirksame Maßnahmen, psychosoziale Betreuung und Schulungsmaßnahmen. Ferner erhielten rund 25.000 Menschen Zugang zu medizinischen Grundversorgungsleistungen, die durch den von ECHO finanzierten Einsatz mobiler Versorgungsstationen des französischen und spanischen Roten Kreuzes in Nord-Putumayo, Cimitarra River, Norte de Santander und Medio Atrato erbracht wurden.

SRE

Generell gilt, dass ECHO den intern Vertriebenen im ersten Jahr nach ihrer Vertreibung Hilfe leistet, und anschließend drei Jahre lang die Interventionsinstrumente der Kommission zugunsten der entwurzelten Bevölkerungsgruppen zur Stärkung der örtlichen Kapazitäten und zur Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung der Vertriebenen zum Einsatz kommen. 2002 wurde ein von ECHO unterstütztes UNHCR-Projekt von diesem Interventionsinstrument übernommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Südamerika (Peru, Bolivien, Paraguay, Ecuador Brasilien)

Humanitärer Bedarf

In diesen Ländern interveniert ECHO auf besondere Naturkatastrophen hin, sofern dadurch ein umfangreicher humanitärer Bedarf ausgelöst wird.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Es wurden 1,3 Mio. EUR zur Unterstützung der Menschen breitgestellt, die von den schweren Schneestürmen und den außergewöhnlichen niedrigen Temperaturen betroffen waren, die im Juli im Süden Perus und im Südwesten Boliviens auftraten. Diese Soforthilfe wurde für die Instandsetzung von 500 Wohnhäusern, den Schutz von 50.000 Stück Vieh und die Schulung der örtlichen Bevölkerung im Umgang mit Naturkatastrophen eingesetzt.

Gleich nebenan, im Westen Paraguays, gewährte ECHO 0,9 Mio. EUR Unterstützung für die Lieferung von sauberem Trinkwasser und Grundarzneimitteln zur Behandlung von 32.000 gefährdeten Menschen, die von der zweijährigen Dürre betroffen waren, gegen Infektionen der Atemwege, Tuberkulose und parasitäre Krankheiten.

Im Anschluss an die heftigen Regenfälle und Überflutungen während der Monate Februar, März und April in Ecuador finanzierte ECHO (0.8 Mio. EUR ) humanitäre Projekte für10 000 Familien mit eingeschränktem Zugang zu sauberen Trinkwasser in den Provinzen Esmeraldas, Manabí, Los Ríos, Guayas and el Oro. Zusätzlich unterstützte ECHO 4000 Familien in diesen Provinzen um Minimalbedingungen der Selbstversorgung wiederherzustellen. Weiters stellte ECHO nach Ausbruch des Reventador Vulkans gegen Ende 2002 auch Finanzierungsmittel ( 0.45 Mio. EUR) für unmittelbare Soforthilfe bereit.

Für 6.000 Opfer von Erdrutschen und Überschwemmungen, von denen der Südosten Brasiliens zu Beginn des Jahres heimgesucht wurde, wurde Soforthilfe im Wert von 0,4 Mio. EUR gewährt.

SRE

Derzeit befinden sich keine geeigneten Entwicklungsprojekte in der Durchführung, die für eine Übergabe in Betracht kommen.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Zentralamerika (Guatemala, Honduras, Nicaragua, El Salvador)

Humanitärer Bedarf

Zentralamerika zählt zu den katastrophenanfälligsten Regionen der Welt. Über 80% des Gebiets ist jedes Jahr von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Überschwemmungen und Wirbelstürmen bedroht. Die nationalen Kapazitäten zur Bewältigung dieser Katastrophen sind begrenzt, im wesentlichen aufgrund der großen Armut, der Umweltschäden und der Tatenlosigkeit der Regierung, wenn abgelegene Gebiete betroffen sind. Der Zugang zu einwandfreiem Wasser ist ebenfalls ein großes Problem.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Die ECHO-Zuweisung an Lateinamerika belief sich 2002 auf 5,0 Mio. EUR. Während der vergangenen drei Jahre wurden die üblichen Gesetzmäßigkeiten der Regenfälle unterbrochen, was in einigen Gebieten zu schweren Dürren und in anderen zu Überschwemmungen führte und damit die Ernteerträge beeinträchtigte und zu einer zunehmenden Ernährungsunsicherheit führte. In den gefährdeten Gebieten in Guatemala, Honduras und Nicaragua wurden Ernährungsanalysen in Angriff genommen. Über 400.000 Menschen in diesen Ländern erhielten Zusatznahrung, Schulungen in verantwortungsvollen Ernährungs-, Hygiene- und landwirtschaftlichen Anbaugepflogenheiten sowie besseren Zugang zu einwandfreiem Wasser. Insbesondere wurde der Ernährungsstatus von über 50.000 Kindern unter fünf Jahren überprüft und Zusatzernährung an diejenigen verabreicht, deren Zustand dies erforderte.

In El Salvador fand ein Follow-up der Interventionen des vergangenen Jahres im Anschluss an das Erdbeben vom Januar 2001 statt, wobei die Bevölkerung im Bau erdbebensichererer Wohnhäuser aus traditionellen Materialien geschult und selbst zu Ausbildern in ihren Gemeinschaften herangebildet wurden.

SRE

Bei vereinzelt auftretenden Naturkatastrophen geringen Ausmaßes kommt kein SRE-Prozess in Gang. Hinsichtlich der Unterernährung findet gegenwärtige eine gemeinsame Programmierung mit den für Ernährungssicherung zuständigen Stellen von AIDCO statt, die ab 2004 ihre Interventionen mit einer Direkthilfe an Guatemala ausbauen und eine regionale Strategie aufstellen werden, die sich auf die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen konzentriert. Der Einsatz von EURONAID wird 2003 auf ein Projekt in Nicaragua beschränkt. Die Staaten Zentralamerikas erörtern gegenwärtig die Möglichkeit der Einrichtung eines regionalen Nahrungsmittelfonds für Notfälle.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Mexiko

Humanitärer Bedarf

Von dem Konflikt zwischen der mexikanischen Regierung und der einheimischen Bevölkerung in der Provinz Chiapas sind etwa 30.000 Menschen direkt betroffen, wovon 21.000 vertrieben wurden. Diese Opfer des Konflikts leiden an Unterernährung, unzureichender Gesundheitsversorgung und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen wie sauberem Wasser und Latrinen.

Humanitäre Ziele und Leistungen

Im Dezember 2002 stellte ECHO finanzielle Mittel für Nahrungsmittelrationen und medizinische Versorgungsleistungen für rund 30.000 gefährdete Menschen bereit, die in ihre Heimat zurückgekehrt oder infolge der Gewaltanwendungen noch immer vertrieben waren. Damit soll ein Beitrag zur Wiederherstellung eines Mindest-Lebensstandards für diese Menschen geleistet werden.

SRE

ECHO hat seinen Rückzug aus diesem Gebiet und die Übergabe an längerfristig ausgerichtete Entwicklungsagenturen eingeleitet.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Kuba

Humanitärer Bedarf

Im September und Oktober 2002 wurde Kuba von zwei Wirbelstürmen - Isidore und Lili - heimgesucht, die zahlreiche - vielfach aus Holz gebaute - Wohnhäuser einer wirtschaftlich schwachen Bevölkerung zerstört haben. Etwa 300.000 Menschen wurden in sicherere Regionen im Westen des Landes evakuiert.

Humanitäre Ziele und Leistungen

ECHO beteiligte sich an der Bereitstellung von wesentlichen Hilfsgütern, Nahrungsmitteln und Trinkwasser für mehr als 30.000 Opfer, um für diese Menschen einen minimalen Lebensstandard wiederherzustellen.

SRE

Angesichts des begrenzten Ausmaßes der Katastrophe wurde kein SRE-Prozess in die Wege geleitet.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3.4. Vorsorge zum Schutz vor Naturkatastrophen - Dipecho

Zusätzlich zu seinen regelmäßigen Projekten im Bereich der humanitären Hilfe stellte ECHO 8,0 Mio. EUR für sein Vorsorgeprogramm zum Schutz gegen Naturkatastrophen (DIPECHO) bereit, mit dem gefährdete Gemeinschaften bei der Ergreifung praktischer Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Katastrophenfall unterstützt werden. Den Schwerpunkt des Programms bilden die katastrophenanfälligsten Entwicklungsgebiete: Südostasien, Südasien, der karibische Raum, Zentralamerika und die Andengemeinschaft. Das allgemeine Ziel des Programms besteht in der Unterstützung der örtlichen Gemeinschaften und Institutionen beim Ausbau ihrer Kapazitäten zur Bewältigung der Katastrophen und Finanzierung von Abhilfemaßnahmen im kleinen Maßstab.

2002 befanden sich drei im Jahr 2001 angenommene DIPECHO-Aktionspläne in der Durchführung: für die Andengemeinschaft, Südasien und den karibischen Raum. Die acht Projekte für Südasien in Indien, Bangladesch, Sri Lanka, Nepal und Pakistan waren zumeist auf Probleme im Zusammenhang mit Überschwemmungen ausgerichtet, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Schulung von örtlichen Mitarbeitern und Freiwilligen gerichtet wurde. Die Evaluierungen haben ergeben, dass diese Projekte wahrscheinlich über 2 Millionen Menschen in Südasien zugute kamen.

Der dritte Aktionsplan für die Andengemeinschaft (Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela) wurde 2002 mit einer zusätzlichen Mittelzuweisung von 1,6 Mio. EUR aufgestockt. Das allgemeine Ziel besteht in der Unterstützung der örtlichen Gemeinschaften und Institutionen beim Ausbau ihrer Kapazitäten zur Bewältigung der Katastrophen und Finanzierung von Abhilfemaßnahmen im kleinen Maßstab. Die Interventionen in dieser Region befanden sich zum Jahresende noch in der Durchführung, aber schon jetzt wird geschätzt, dass über 30.000 Menschen von 400 Workshops und Schulungsseminaren für Vorbeugung, Katastropheneinsätze und erste Hilfe profitiert haben.

Im Dezember wurde ein Beschluss über die Zuweisung von 6,4 Mio. EUR für die Unterstützung gefährdeter Gemeinschaften in Südostasien (Vietnam, Laos, Kambodscha, Philippinen, Indonesien und Thailand) und Zentralamerika (Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala und Costa Rica) bei der Vorbereitung auf Naturkatastrophen angenommen. Die Projekte umfassen die Einrichtung von Frühwarnsystemen, Schulungskurse für örtliche Mitarbeiter und Freiwillige und Bewusstseinsbildung.

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

4. Querschnittsthemen

4.1. Beziehungen zu den Partnern - Partnerschaftsrahmenverträge (PRV)

Zum Ende des Jahres wurden geeigneten Maßnahmen getroffen, um die Übereinstimmung des Partnerschaftsrahmenvertrags [5] mit der neuen Haushaltsordnung und den betreffenden Durchführungsvorschriften zu gewährleisten.

[5] Der PRV ist das Instrument, das die Beziehungen zwischen ECHO und den für die Umsetzung der ECHO-finanzierten Projekte zuständigen humanitären Organisationen regelt: Er enthält die allgemeinen Grundsätze der Partnerschaft und die Bedingungen, die für die Abkommen über ECHO-Zuschüsse für humanitäre Maßnahmen gelten. Er stellt ferner das Vorauswahlverfahren von ECHO dar, indem er dem Amt für humanitäre Hilfe gestattet, die Erfuellung bestimmter objektiver Kriterien durch die potentiellen Partner zu überprüfen.

ECHO setzte ferner den Konsultationsprozess mit den Unterzeichnern des PRV fort. Ziel der Konsultationen ist die grundlegende Überprüfung und Konsolidierung des Vertrags, dessen Neufassung im zweiten Halbjahr 2003 in Kraft treten soll. Den Schwerpunkt wird dabei die ,Qualität der humanitären Hilfe" bilden. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verlagerung des Schwerpunktes weg von der Kontrolle der eingesetzten Mittel in Richtung auf eine an den Zielen, den Indikatoren und der Ergebniskontrolle ausgerichtete Planung beigemessen. Mit dieser Überprüfung wird auch der geeignete Rahmen für die Beziehungen zu internationalen Organisationen wie IKRK oder IFRK geschaffen, während die Beziehungen zu den Vereinten Nationen über das überarbeitete Abkommen EU/UN geregelt werden.

Hinsichtlich der Schwerpunktsetzung auf die Qualität der humanitären Hilfe befasste sich die Jahrestagung der ECHO-Partner (Brüssel, 14.-15. Oktober 2002) in den Arbeitsgruppen wie auch im Plenum ausführlich mit den folgenden Aspekten: (1) Instrumente für das Qualitätsmanagement im humanitären Bereich und ihr Einsatz durch die NRO, (2) Systeme für die Verwaltung der Humanressourcen, die auf im humanitären Bereich tätige NRO anwendbar sind und (3) IT-Plattformen im humanitären Bereich und Möglichkeiten ihrer Nutzung als Koordinierungsinstrumente. Diese Jahrestagung bildete 2002 ein wesentliches Element im Prozess der Konsultation und des Dialogs zwischen ECHO und seinen Partnern.

4.2. Beziehungen zu den wichtigsten humanitären Partnern und Nicht-EU-Gebern

Im Verlauf des Jahres 2002 vertiefte ECHO seine Beziehungen zu seinen wichtigsten Partnern über die sog. ,Strategischen Programmierungsdialoge". Im Rahmen dieser Dialoge erörtern ECHO und seine Partner ihre jeweiligen Prioritäten und Strategien für das nachfolgende Jahr. Sie wurden im November 2002 zum dritten Mal in Folge mit den wichtigsten UN-Sonderorganisationen (UNHCR, WEP, UNICEF, OCHA und erstmals WHO) abgehalten. Die strategischen Programmierungsdialoge mit den UN-Partnern wurden durch den Besuch des ECHO-Direktors beim UN-Sitz in New York im Dezember 2002 zusätzlich gestärkt, wo Gespräche mit den Kollegen von OCHA, UNICEF und UNDP geführt wurden. Ähnliche Dialoge fanden auch mit IKRK, IFRK und den NRO statt. Außerdem nahm ECHO an mehr Sitzungen der Durchführungsorgane der UN-Sonderorganisationen teil als in den Jahren zuvor, um auf diese Weise die Beziehungen weiter zu festigen.

Die aktive Beteiligung von ECHO am sog. ,CAP-Prozess" [6] fand durch seine Teilnahme an der Geberkonferenz Montreux II sowie an den vorbereitenden Sitzungen von OCHA in New York und vor Ort konkreten Ausdruck. Diese Sitzungen gingen der Einleitung der Koordinierten Aufrufe der UN-Sonderorganisationen im November 2002 in Brüssel voraus, wo der Direktor und Mitarbeiter von ECHO die Position der Gemeinschaft vorstellten. In diesem Zusammenhang nahm ECHO auch an 11 OCHA-Workshops vor Ort teil (Burundi, Nordkorea, DRK, Eritrea, Region der Großen Seen, Guinea, Indonesien, Liberia, Russische Föderation, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tadschikistan und Côte d'Ivoire).

[6] Der sog. Consolidated Appeals Process 'CAPS' (Prozess der konsolidierten Aufrufe) ist ein Programmierungsprozess, der vom UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Angelegenheiten OCHA koordiniert wird und auf die Mobilisierung humanitärer Hilfe für bestimmte besonders umfangreiche oder komplexe Notsituationen ausgerichtet ist.

Da die humanitäre Hilfe der Vereinigten Staaten und der Gemeinschaft zusammen über die Hälfte der humanitären Hilfe weltweit ausmacht, sind gut funktionierende Kontakte und eine gute Koordinierung zwischen ECHO und seinen Pendants aufseiten der amerikanischen Regierung von maßgeblicher Bedeutung. 2002 wurde im Rahmen des Besuchs des Direktors im April in Washington die Grundlage für den fortwährenden Dialog und die Koordinierung zwischen ECHO und PRM/USAID/OFDA [7] gelegt. Darauf folgte im Oktober 2002 eine erste Serie jährlicher strategischer Dialoge verbunden mit regelmäßigen Kontakten zwischen ECHO und der US-Regierung auf allen Ebenen in den Hauptstädten und vor Ort.

[7] PRM: Bureau of Population, Refugees and Migration; USAID: United States Agency for International Development; OFDA: Office of the U.S. Foreign Disaster Assistance

Im Hinblick auf weltweite Einsätze begann ECHO im September 2002 mit der Aufstellung von Krisenplänen für die Bewältigung der humanitären Folgen des Krieges im Irak. Dabei fand eine enge Koordinierung mit den Mitgliedstaaten, den wichtigsten Partnern, insbesondere den UN-Partnern und der Rotkreuz-Bewegung, sowie mit anderen wichtigen Gebern wie den Vereinigten Staaten statt.

4.3. Beziehungen zu den anderen Organen der Gemeinschaft

Im Jahr 2002 zeichnete sich ECHO ferner durch eine stärkere Präsenz im Europäischen Parlament aus. Neben der Vorstellung des jährlichen Arbeitsprogramms von ECHO und der GD DEV durch Kommissionsmitglied Nielson am 23. Januar 2002 unternahm ECHO beträchtliche Anstrengungen zur Verbesserung der Kommunikation, Zusammenarbeit und Koordinierung mit dem EP. Dies kam insbesondere in der Zusage des Direktors zum Ausdruck, regelmäßig an den Plenarsitzungen des Parlaments teilzunehmen. Ferner war ECHO auf drei Sitzungen des Ausschusses für Entwicklung und Zusammenarbeit (auf zwei davon durch den Direktor) vertreten, sowie auf einer Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Menschenrechte. Diese Beziehungen dürften 2003 weiter ausgebaut werden, unter anderem im Wege einer öffentlichen Sensibilisierungsveranstaltung, die von ECHO und dem Europäischen Parlament gemeinsam organisiert wird.

In dem von Frau Carlotti verfassten Bericht, der auf der Plenarsitzung vom 14. Januar 2003 angenommen wurde, äußerte sich das Europäische Parlament anerkennend zu den Fortschritten, die ECHO während des Zeitraums 2001-2002 bei der effektiven Umsetzung der Hilfe, der Vereinfachung der Verfahren und der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung erzielt hat. [8]

[8] (A5-0433/2002)

Die institutionellen Beziehungen zu den EU-Mitgliedstaaten sind in Artikel 17 der Verordnung (EG) 1257/96 festgeschrieben, und ECHO trifft im Rahmen des Ausschusses für humanitäre Hilfe regelmäßig mit den Mitgliedstaaten zusammen. Im Jahr 2002 tagte der Ausschuss zehnmal: Er gab Stellungnahmen zu 36 Entwürfen für Finanzierungsbeschlüsse ab und erörterte rund 60 strategische und politische Fragen wie die ECHO-Strategie für die humanitäre Hilfe, die Informationsstrategie, sachpolitische Papiere/Initiativen, Evaluierungen, statistische Daten usw.. Alle Entwürfe für Finanzierungsbeschlüsse, die ECHO dem Ausschuss vorlegte, erhielten dessen einstimmige befürwortende Stellungnahme.

Neben den institutionellen Beziehungen trafen die Mitgliedstaaten und ECHO ferner in weniger formalem Rahmen zu informellen Sitzungen des Ausschusses für humanitäre Hilfe zusammen, die in der Regel zweimal pro Jahr jeweils in der Hauptstadt des Landes stattfinden, das die EU-Präsidentschaft innehat. Bei diesen informellen Sitzungen erörtern führende Vertreter der humanitären Organisationen in den Mitgliedstaaten und ECHO sachpolitische oder thematische Fragen von besonderem Interesse. So wurden auf einer dieser Sitzungen im Oktober 2002 in Kopenhagen Themen wie "Zivile und humanitäre Aspekte des Krisenmanagements" und "Lehren und Monitoring im Bereich der humanitären Tätigkeiten" behandelt.

4.4. Planungsinstrumentarium

Die von ECHO bereits in der Vergangenheit entwickelten Planungsinstrumente wurden 2002 weiter ausgefeilt. Die von ECHO eingeführte globale Bedarfsbewertung, eine statistische Analyse, die eine Rangeinteilung von 130 Ländern nach ihrem humanitären Bedarf vornimmt, wurde dahingehend vervollkommnet, dass sie nun auch Daten zu den Finanzbeiträgen der verschiedenen Geber sowie zum BIP pro Kopf enthält und sich damit die Fähigkeit eines Landes zur Bewältigung von Flüchtlingsströmen genauer messen lässt. Die Aktualisierung der globalen Bedarfsbewertung ist für ECHO deshalb so wichtig, weil sich mit diesem Planungsinstrument nachweisen lässt, dass die humanitären Maßnahmen weiterhin da ihren Schwerpunkt haben, wo der größte humanitäre Bedarf besteht. Ferner entwickelte ECHO 2002 ein internes Einsatzstrategiepapier, in dem versucht wurde, objektive Kriterien dafür aufzustellen, zu welchem Zeitpunkt ECHO in Katastrophenfällen einschreiten sollte.

Die Fähigkeit von ECHO zur Ermittlung des dringlichsten humanitären Bedarfs hängt unter anderem vom Kenntnisstand über humanitäre Hilfeleistungen seitens der Mitgliedstaaten in bestimmen humanitären Krisen ab. Während die Daten über die humanitäre Hilfe der Mitgliedstaaten an Drittländer bisher manuell per Fax weitergeleitet wurden ("14 point fax"), gestattet nun eine neue EDV-Anwendung ("HOLIS 14 POINTS") die direkte elektronische Eingabe dieser Daten durch die Mitgliedstaaten und damit die automatische Weiterleitung neuer Mitteilungen per E-mail. HOLIS 14 POINTS war Ende 2002 voll einsatzfähig und löste damit das Fax-System ab. Dieses Instrument gestattet On-line-Anfragen zu Auszügen aus den Statistiken über die humanitäre Hilfe der Mitgliedstaaten über das Internet und ist auch für die UN-Sonderorganisation OCHA zugänglich, die für die Koordinierung der humanitären Maßnahmen der verschiedenen Geber zuständig ist. Durch HOLIS 14 points konnte der Informationsaustausch zwischen den wichtigsten Akteuren der humanitären Hilfe deutlich verbessert werden.

Das Jahr 2002 stand ferner ganz im Zeichen bedeutender Anstrengungen zur Umsetzung der Strategie der Kommission für die Verknüpfung von Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung (SRE) in der konkreten Verwaltungs- und Managementpraxis von ECHO und im Rahmen der gesamten ,RELEX-Famile". Dank umfassender Verwaltungsanstrengungen von ECHO gelang es, den SRE-Prozess als Querschnittsaufgabe in die von der GD DEV und der GD RELEX aufgestellten Länderstrategiepapiere aufzunehmen. Ferner entwickelte ECHO eine Methodik zur Ermittlung der Fälle, die sich für den SRE-Prozess eignen, und zur Messung der Fortschritte bei der Überleitung von der humanitären Hilfe zur Entwicklungshilfe. Diese Methodik besteht im wesentlichen darin, den humanitären Maßnahmen von ECHO eine Kennziffer für den Status-quo des SRE-Prozesses im Jahr 2002 und für die 2003 anzupeilenden Ziele zuzuweisen. Auf diese Weise dürfte sich das Monitoring des SRE-Prozesses durch ECHO objektiver und transparenter gestalten lassen.

4.5. Zuschussfazilität

Wie bereits in den vorangegangenen Jahren gewährte ECHO auch 2002 NRO und Forschungseinrichtungen Zuschüsse für Ausbildungsmaßnahmen, Studien und Kommunikation. Insgesamt wurden dafür 2,8 Mio. EUR bereitgestellt. Allgemeiner Zweck dieser Zuschüsse war es, die Kerntätigkeiten von ECHO zu ergänzen und die Qualität der Hilfsmaßnahmen zu verbessern. Außerdem trug die Zuschussfazilität zu einer größeren Öffentlichkeitswirksamkeit der humanitären Hilfe der Gemeinschaft bei.

Auf der Grundlage der ECHO-Strategie 2002 wurden für die Komponente ,Ausbildung" vier von 29 Vorschlägen für eine Unterstützung von Schulungskursen zum Ausbau verwaltungs- und finanztechnischer Kapazitäten ausgewählt. Bei der Komponente ,Studien" wurden vier von 10 Projekten ausgewählt, bei denen das Sicherheitsmanagement im Bereich internationaler humanitärer Maßnahmen und Leitlinien für die Unterstützung von Flüchtlingen und Vertriebenen im Vordergrund standen. Hinsichtlich der Komponente ,Kommunikation" wurden 11 der 24 eingereichten Projektvorschläge für einen Zuschuss ausgewählt, bei denen die "vergessenen Krisen" und an Kinder und Jugendliche in der Europäischen Union gerichtete Informationskampagnen den Schwerpunkt bildeten.

4.6. Kommunikation und Information

ECHO unternahm 2002 fortwährende Anstrengungen zum weiteren Ausbau seiner Informations-, Kommunikations- und Sensibilisierungstätigkeit, insbesondere über verstärkte Medienberichterstattung (insbesondere Fernsehen) und den Start seiner neu gestalteten Website im November [9]. Darin spiegelten sich die Prioritäten für das Jahr 2002 wider, wobei größerer Wert auf Berichte aus erster Hand und ein benutzerfreundliches interaktives Konzept sowie eine stärkere visuelle Identität gelegt wurde. Bis zum Jahresende waren über 3.000 Besucher pro Tag mit steigender Tendenz zu verzeichnen.

[9] http://europa.eu.int/comm/echo/ index_en.htm

Den Massenmedien wurde größere Aufmerksamkeit gewidmet, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Es wurde eine neue Video-Präsentation von ECHO produziert, in der die Hilfe zugunsten der Opfer von Krisen in allen Teilen der Welt herausgestellt wurde.

Ferner wurden verschiedene Fernsehsendungen über humanitäre Hilfe und die vergessenen Krisen finanziell und materiell unterstützt. Mit Hilfe der ECHO-Zuschussfazilität für Sensibilisierungsmaßnahmen wurde ein an ein jüngeres Publikum gerichteter Fernseh-Spot über die Arbeit von ECHO und einem NRO-Partner 97-mal auf Eurosport gesendet. Ein weiterer TV-Spot über den Einsatz von ECHO und NGO zugunsten der Flüchtlinge in der Westsahara wurden von zwei bedeutenden italienischen Kanälen 86-mal gesendet. Ferner wurde im staatlichen dänischen Fernsehen im Dezember ein 30-Minuten-Dokumentarfilm über die humanitäre Lage in Afghanistan gesendet.

Überdies wurde in zwei Euronews-Beiträgen von jeweils 20 Minuten sowie in zwei Dokumentarsendungen auf France 2 und Arte über ECHO berichtet.

4.7. Budget und Humanressourcen, Audit und Evaluierung

Die wichtigste Leistung bestand darin, das Qualitätsniveau der in den letzten Jahren eingeführten Rechnungsprüfungen und Finanzkontrollen aufrechtzuerhalten und weiter auszufeilen. Trotz der hohen Risiken, mit denen Operationen im Bereich der humanitären Hilfe behaftet sind, konnte dank dieser Kontrollen ein Niveau erreicht werden, das mit den Grundsätzen der Regelmäßigkeit, Rechtmäßigkeit und der wirtschaftlichen Haushaltsführung vereinbar ist.

2002 hat sich ECHO von der zentralisierten Organisationsstruktur abgewandt, wo die finanziellen und rechtlichen Verpflichtungen ausschließlich vom Direktor eingegangen werden konnten und dann weiter an Anweisungsbefugte im Referat Finanzen delegiert wurden. Stattdessen kommt nun ein teilweise dezentraler Finanzierungskreislauf zum Tragen, wo diese Verpflichtungen unter bestimmten Voraussetzungen von einem Referatsleiter/Berater eingegangen werden können, der für die Verwaltung der Einsätze zuständig ist. Die Finanzierungskreisläufe wurden weiter überarbeitet, um sie mit der neuen Haushaltsordnung in Einklang zu bringen, und für alle Maßnahmen wurde eine Ex-ante-Überprüfung auf operationeller wie auf finanzieller Ebene vorgesehen. Dieses Unterfangen ging mit der Stärkung der internen Kontrolle und der Einführung von Standard-Checklisten einher.

Im Februar 2002 nahm das ECHO-Management eine Eigenbeurteilung der Innenrevision vor, deren Ergebnisse in die verschiedenen 2001 eingesetzten internen Arbeitsgruppen [10] einflossen, die sich jeweils mit spezifischen Aspekten der Reform von ECHO befassten. Ferner nahm ECHO eine Bewertung der Vorbereitung seines internen Kontrollsystems auf den Übergang zur neuen Haushaltsordnung vor. Diese Bewertung ergänzte die Risikoanalyse durch eine ausführlichere Bewertung des Zuschuss-Managements von ECHO und ermittelte Möglichkeiten für die Senkung der Risiken auf ein vertretbares und gegebenenfalls auf ein noch niedrigeres Niveau. In diesem Zusammenhang wurde ein Bericht über das Risikoprofil von ECHO erstellt.

[10] AG Vereinfachung der Verfahren, AG Beschlüsse, AG PRV, AG FICHOP, AG Intranet und AG HOLIS.

ECHO hat seine formalen Systeme für das regelmäßige Monitoring seines Finanzmanagements und für die Bereitstellung angemessener Management-Informationen weiter ausgefeilt. Alle relevanten Informationen werden in regelmäßigen Abständen dem Management übermittelt. Diese Berichterstattung schließt die nach den internen Kontrollstandards der Kommission vorgeschriebenen Hauptindikatoren ein (Grad der Ausführung der Haushaltsmittel, Zahlungsfristen, Entwicklung der noch offenen Verpflichtungen usw.). In all diesen Bereichen wurden angemessene Berichterstattungssysteme entwickelt und spezifische Ziele festgelegt.

Mit Blick auf die Einhaltung der kommissionsweiten Vorgabe der Senkung der Zahlungsfristen auf 60 Tage wurde ein Aktionsplan zur Kürzung und Überwachung der Zahlungsfristen aufgestellt. Dabei wurde der Begriff Zahlungsfrist in die Frist für die Annahme des Projektberichts und die Frist für die abschließende Zahlung aufgeteilt. Für jede dieser beiden Fristen wurden Leitlinien erstellt. In diesem Zusammenhang könnte ECHO auch den Betrag der ruhenden Verpflichtungen (d.h. Verträge, die nicht innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Unterzeichnung abgewickelt werden) auf weniger als 4% des durchschnittlichen Jahresbudgets absenken. Die Einführung eines spezifischen Monitoring-Instruments, des zentralen Rechnungsregisters, ist für 2003 geplant.

In Einklang mit der neuen Haushaltsordnung (die am 1. Januar 2003 in Kraft getreten ist) hat ECHO seine internen Kontrollsysteme neu ausgerichtet, um die mit den Projekten verbundenen Risiken besser abschätzen und ihre Fortschritte und Wirkungen durch ergebnisorientiertes Monitoring besser überwachen zu können.

2002 erfuhr ECHO infolge eines internen Audit-Berichts über die Arbeitsbelastung der verschiedenen ECHO-Referate und auf der Grundlage früherer Anpassungen des Organisationsplans aus dem Jahr 2000 eine interne Umstrukturierung. Hauptziel dieser Umstrukturierung war die weitere Verbesserung der Effizienz des Amtes, die Schaffung neuer Synergieeffekte und eine bessere Verteilung der Arbeitsbelastung auf die verschiedenen Referate.

Die von externen Stellen (Partnern und Auftragnehmern) ausgeführten und von ECHO finanzierten Tätigkeiten werden einem Finanzaudit unterzogen. Die Ergebnisse dieses Audit sind von maßgeblicher Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung der Partnerschaftsrahmenverträge, die die Beziehungen zwischen ECHO und der Mehrzahl seiner für die Ausführung der Projekte zuständigen Partner regeln. Sie enthalten ferner nützliche Empfehlungen über Möglichkeiten zur Verbesserung der Finanz- und Verwaltungskontrollen, welche die Partner bei der Verwaltung von ECHO-Mitteln einsetzen. 2002 nahm ECHO eine systematische Finanzprüfung seiner Partner vor, um festzustellen, welche von ihnen möglicherweise nicht über eine solide finanzielle Grundlage verfügen.

Im Verlauf des Jahres wurden vierzehn Audits abgeschlossen, darunter sechs Prüfungen vor Ort zur Berichterstattung über die laufenden Projekte. Überdies befanden sich zum Jahresende 50 Audits an den Hauptsitzen der ECHO-Partner in einen fortgeschrittenen Stadium, wobei im Durchschnitt jeweils 5 abgeschlossene ECHO-Projekte geprüft wurden. Ferner befanden sich 15 Prüfungen vor Ort in einem unterschiedlichen - zumeist fortgeschrittenen - Stadium der Durchführung. Generell wurden die Audit-Methoden für die Hauptsitze der Partner und die Audits der Finanzzuschüsse grundlegend überarbeitet und neue Methoden für den jüngst hinzugekommenen Bereich der Systematischen Audits der ECHO-Büros aufgestellt. Die ECHO-Experten und Mitarbeiter wurden mit der Audit-Methode und dem Audit-Bericht vertraut gemacht, und zwar nicht nur über direkte Kontakte während oder im Anschluss an das Audit, sondern auch im Wege von ECHO-Präsentationen während der Mittagspause und Expertenwochen.

Die wichtigsten 2002 eingeleiteten und abgeschlossenen Evaluierungen betrafen die ECHO-Einsätze in Kambodscha und Thailand, DIPECHO in Zentralasien und die Bewertung der ECHO-Maßnahmen zugunsten der Opfer der Erdbeben von 2001 in Indien und El Salvador.

Einer der wichtigsten Partner von ECHO, das UNHCR, wurde Ende 2001 ebenfalls einer Evaluierung unterzogen. Die Zusammenarbeit des UNHCR mit dem Evaluierungsteam und die Verwendung der Evaluierungsergebnisse sind ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern. Die Studie leistete 2002 einen Beitrag zur besseren Feinabstimmung des wichtigsten vertraglichen Instruments von ECHO, des Partnerschaftsrahmenvertrags, auf die Beziehungen zwischen der EG und den UN-Sonderorganisationen.

Es wurden drei ursprünglich nicht vorgesehene Studien eingeleitet und gemeinsam mit dem Referat ECHO-4 für die Beziehungen zu NRO verwaltet. Dabei ging es um Humanressourcen, IT-Plattformen und Qualitätsmanagement der NRO. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der ECHO-Partner am 14.-15. Oktober 2002 in Brüssel vorgestellt.

Drei Studien befanden sich Ende 2002 noch in der Durchführung, sind jedoch inzwischen abgeschlossen. Dabei handelte es sich um die Evaluierung der von ECHO finanzierten WEP-Programme, einen Gesamtbericht über die Reaktionsstrategie von ECHO für schwere Dürren und eine Evaluierung der Echo-Vorsorgeprogramme für Naturkatastrophen in Südasien. Diese letztgenannte Evaluierung wird als Beitrag in eine weitere Gesamtevaluierung der Katastrophenbekämpfungsmaßnahmen einfließen, die Anfang 2003 in Angriff genommen werden soll.

Vier geplante Gesamtevaluierungen (Vorsorge zum Schutz gegen Naturkatastrophen, Sudan, Sicherheit der Soforthilfeteams und die Reaktionsstrategie von ECHO auf den Bedarf spezifischer gefährdeter Gruppen in Notstandsituationen) sind von 2002 auf 2003 übertragen worden.

Was das Follow-up anbelangt, so führte die 2001 durchgeführte Evaluierung des ECHO-Einsatzes in Sierra Leone zur Aufnahme der einschlägigen Empfehlungen -stärkere Ausrichtung der Maßnahmen auf Frauen und Kinder unter fünf Jahren - in den Globalplan 2002. Im Anschluss an die Evaluierung der Maßnahmen in Kolumbien befolgt ECHO die Empfehlung, von den Partnern bei ihren Projektvorschlägen die Verwendung der Programmplanungsübersicht zu verlangen.

Das ECHO-Handbuch für die Evaluierung der humanitären Hilfe wurde aktualisiert und im Laufe des Jahres 2002 in Umlauf gebracht. Außerdem wurde die ECHO-Evaluierungsdatenbank einsatzbereit, in der über 70 Evaluierer aufgeführt sind.

5. Ausblick und Perspektiven

In Anbetracht der in diesem Bericht beschriebenen Trends und Entwicklungen wird ECHO seine humanitären Einsätze auch weiterhin auf sein "Kernmandat" lebensrettender und -erhaltender Maßnahmen während und im unmittelbaren Anschluss an Notstandssituationen konzentrieren und seine interne Organisation und seine Verfahren weiter rationalisieren, um eine rechtzeitige und wirksame Bereitstellung humanitärer Hilfe gewährleisten zu können.

Wie in der ECHO-Strategie 2003 dargelegt wird sich die Reaktionsstrategie auf künftige humanitäre Herausforderungen auf bedarfsorientierte Maßnahmen, vergessene Krisen und die Qualität der humanitären Hilfe konzentrieren.

6. Statistische Anhänge

Anhänge 1 und 2: 2002 verfügte ECHO über ein Budget von EUR 537,790 Mio. EUR (Anhang 1). Insgesamt wurden 2002 798 Verträge über humanitäre Hilfe unterzeichnet (Anhang 2). Wie aus Anhang 1 ersichtlich, war die Haushaltslinie B7-210 mit 509,745 Mio. EUR weiterhin die wichtigste Finanzierungsquelle, gefolgt von Budget des Europäischen Entwicklungsfonds in Höhe von 17,475 Mio. EUR und der Haushaltslinie B7-219 mit 8 Mio. EUR für Maßnahmen im Bereich Katastrophenprävention. Schließlich wurden aus der Haushaltslinie B-210 A mit 2,57 Mio. EUR Verwaltungsausgaben (z. B. Studien, Ausbildungsmaßnahmen und Informationsaktivitäten) finanziert.

Anhänge 3 und 4: Anhang 3 gibt die geografische Verteilung der Hilfe nach Regionen aufgeschlüsselt wieder, während Anhang 4 nähere Einzelheiten auf der Ebene der Subregionen oder Länder enthält. Aus Anhang 3 wird deutlich, dass der Löwenanteil der humanitären Hilfe auch 2002 auf die AKP-Staaten (39%) und Asien (26 %) entfiel, während die Hilfe für die Balkanregion deutlich verringert wurde (8% im Jahr 2002 gegenüber 15 % im Jahr 2001).

Anhänge 5 und 6: Anhang 5 gibt Aufschluss über die Verteilung der unterzeichneten Verträge nach Durchführungspartnern, während Anhang 6 eine weitere Einteilung der Verträge nach Kategorie und Herkunftsland der Partner enthält. Einige dieser Verträge betreffen die Umsetzung von Finanzierungsbeschlüssen aus früheren Jahren. Das in Anhang 6 ausgewiesene Gesamtbudget ist mithin höher als das Jahresbudget für 2002. Die wichtigsten Vertragspartner waren Nichtregierungsorganisationen (62 %) gefolgt von der UN-Familie (27%). Wie bereits 2001entfiel mehr als ein Viertel der gesamten ECHO-Finanzierungen auf die UN-Sonderorganisationen. Im Rahmen der UN-Familie waren das UNHCR (10,2%), das WEP (8%) und UNICEF (4,7%) die wichtigsten Partner.

Anhang 7: Die Tabelle in Anhang 7 vermittelt einen Überblick über die im Rahmen der Zuschussfazilität finanzierten Projekte. 4 dieser Projekte betrafen Sicherheitsaspekte der internationalen humanitären Hilfe (252.260 EUR) und 4 weitere den Ausbau verwaltungs- und finanztechnischer Kapazitäten (307.700 EUR). Im Rahmen der Komponente Kommunikation wurden für 11 Projekte ECHO-Zuschüsse gewährt (838.840 EUR).

Anhang 1:

Finanzierungsbeschlüsse für humanitäre Hilfe der EG, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Anhang 2

Verträge über humanitäre Hilfe 1998-2002

// Anzahl der unterzeichneten Verträge

1998 // 1.004

1999 // 1.068

2000 // 926

2001 // 898

2002 // 798

Anhang 3 :

Geografische Verteilung der Finanzierungsbeschlüsse 2000-2002

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Anhang 4

Finanzierungsbeschlüsse für humanitäre Hilfe nach Regionen 2002

Land/Subregion Beschlüsse in Mio. EUR

AFRIKA, KARIBISCHER RAUM, PAZIFISCHER OZEAN 211,150

Angola 12,000

Burkina Faso, Tschad 0,175

Burundi 17,500

Karibischer Raum/Pazfischer Ozean 0,605

Kongo (Demokratische Republik) 38,100

Côte d'Ivoire 1,500

ECHO Flight 8,400

Eritrea 1,750

Äthiopien 7,750

Gabun 0,300

Kenia 2,500

Madagaskar 1,000

Malawi 1,500

Senegal 0,750

Sierra Leone, Guinea, Liberia 19,000

Somalia 4,500

Südliches Afrika 30,000

Sudan 18,000

Tansania 27,000

Uganda 2,120

UNHCR (Afrika) 11,000

Sambia 3,000

Simbabwe 2,000

Sonstige 0,700

OSTEUROPA /NUS 83,500

Armenien, Georgien 2,500

Nordkaukasus (Tschetschenien-Krise) 28,000

Tadschikistan 10,000

Westlicher Balkan

(Serbien, Kosovo, Mazedonien) 43,000

NAHER OSTEN /NorDAFRIKA 63,930

Irak 13,000

Naher Osten (Palästina) 35,000

Westsahara-Flüchtlinge 14,340

Jemen 1,590

// Land/Subregion Beschlüssen in Mio. EUR

ASIEN 137,969

Afghanistan/Pakistan/Iran 73,254

Kambodscha 5,500

China/Tibet 4,450

Osttimor 1,935

Indien 5,000

Indonesien 3,540

Laos 1,130

Myanmar/Burma 3,500

Nepal/Bhutan 3,675

Nordkorea 21,025

Sri Lanka 8,300

Thailand 5,465

Vietnam 1,195

LatEinAmeriKa 19,646

Bolivien, Peru 1,300

Brasilien 0,350

Zentralamerika (El Salvador, Guatemala,

Honduras, Nicaragua) 5,028

Kolumbien 9,200

Cuba 0,600

Ecuador 1,248

Mexiko 1,000

Paraguay 0,920

DIPECHO 8,000

Andengemeinschaft 1,640

Südostasien und Lateinamerika 6,360

SONSTIGE AUSGABEN 13,595

ECHO Experten vor Ort 8,000

Zuschüsse für Ausbildung und Studien 1,800

Information 1,350

Evaluierung 1,000

Sonstige 1,445

GESAMTSUMME 537,790

Anhang 5:

Verträge nach Durchführungspartnern

Humanitäre Hilfe der EG 2002 nach Durchführungspartnern (Jahr der Vertragsunterzeichnung)

EG-Organe // 1,5%

Regierungsorganisationen // 0,5%

Internationale Organisationen // 7,3%

NRO // 62,2%

Vereinte Nationen // 27,0%

Sonstige // 1,5%

Anhang 6:

ECHO Verträge nach Partnern und deren Herkunftsländern 2002 (Jahr der Vertragsunterzeichnung)

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Anhang 7

Aus der Zuschussfazilität unterstützte Projekte 2002

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Top