Help Print this page 
Title and reference
Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozalausschuss und den Ausschuss der Regionen - Durchführung und Ergebnisse des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 (vorgelegt gemäß Artikel 11 des Beschlusses Nr. 1934/2000/EG)

/* KOM/2002/0597 endg. */
Languages and formats available
Multilingual display
Text

52002DC0597

Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozalausschuss und den Ausschuss der Regionen - Durchführung und Ergebnisse des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 (vorgelegt gemäß Artikel 11 des Beschlusses Nr. 1934/2000/EG) /* KOM/2002/0597 endg. */


BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN WIRTSCHAFTS- UND SOZALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN - Durchführung und Ergebnisse des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 (vorgelegt gemäß Artikel 11 des Beschlusses Nr. 1934/2000/EG)

INHALT

Zusammenfassung

Einleitung

Teil 1: Beschreibung der Strukturen und der Durchführung

1. Zielsetzungen und Zielgruppen des Europäischen Jahres der Sprachen

2. Zusammenarbeit mit dem Europarat

3. Zusammenarbeit mit den Teilnehmerländern

4. Ressourcen

5. Treffen und Veranstaltungen

6. Information und Kommunikation

7. Eurobarometer

8. Kofinanzierte Projekte

9. Schlussfolgerungen zur Durchführung des EJS

Teil 2: Ergebnisse des EJS - Politik und Strategie

10. Ergebnisse des EJS nach seinen Zielsetzungen

11. Politische und strategische Ergebnisse

12. Künftige Entwicklungen auf Europäischer Ebene

ANHÄNGE

1. Wichtigste Empfehlungen der externen Bewertung

2. Detaillierte Aufschlüsselung der Mittelbindungen zulasten des EU-Haushalts

3. Detaillierte Aufschlüsselung der Ausgaben in den Teilnehmerländern

4. Projektauswahl: Statistische Angaben

5. Kofinanzierte Projekte und andere Aktivitäten im Rahmen des EJS: Beispiele für vorbildliche Verfahrensweisen

Zusammenfassung

Das Jahr 2001 wurde von der Europäischen Union und vom Europarat zum Europäischen Jahr der Sprachen (EJS) erklärt mit dem allgemeinen Ziel, alle in Europa lebenden Menschen zum Erlernen von Sprachen anzuhalten. Am EJS beteiligten sich 45 europäische Länder. Für seine Durchführung in den EU-Mitgliedstaaten und EWR-Ländern war die Europäische Kommission verantwortlich. Auf nationaler Ebene erfolgte die Durchführung durch ein Netzwerk von Koordinierungsstellen, die von den zuständigen nationalen Behörden bestimmt wurden.

Der EU-Finanzrahmen für das EJS belief sich auf 11 Mio. Euro, die für kofinanzierte Projekte, eine Informationskampagne, Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen auf europäischer und nationaler Ebene und eine Eurobarometer-Umfrage bereitgestellt wurden. Zwei Termine im Verlauf des EJS sollten als Kristallisationspunkte wirken: eine Europäische Woche ,Erwachsene lernen Sprachen" im Mai und ein Europäischer Tag der Sprachen im September. Diese beiden Ereignisse sollten dazu anregen, Aktivitäten in großem Maßstab zu organisieren. Zwischen Januar und Juni 2002 wurde eine externe Bewertung des EJS vorgenommen.

Auf lokaler, regionaler, nationaler und transnationaler Ebene wurden insgesamt 190 kofinanzierte Projekte durchgeführt. Sie umfassten in der Regel 3 oder 4 verschiedene Arten von Aktivitäten wie Festivals, Konferenzen, Seminare, Ausstellungen, Tage der offenen Tür, Schnupperkurse und Wettbewerbe. Die meisten von ihnen boten eine Website und Publikationen, die in großer Zahl verteilt wurden. Die Projekte betrafen über 60 Sprachen, mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Amtssprachen, Regional- und Minderheitensprachen, Sprachen der Beitrittsländer und Gebärdensprachen. Im Durchschnitt erreichten die einzelnen Projekte mehr als 12 000 Menschen. Unter den ausgewählten Vorhaben war auch eine kleine Anzahl von Medieninitiativen, mit denen mehrere Millionen Fernsehzuschauer und Radiohörer erreicht wurden.

Die Informationskampagne hatte drei Hauptkomponenten: eine Presse- und Kommunikationskampagne, die Erstellung eines Logos sowie einer Reihe von Publikationen und Werbeträgern und eine europäische Website. Die Presse- und Kommunikationskampagne umfasste die direkte Unterstützung der NKS und drei gezielte Presseinitiativen im Laufe des EJS (eine Eurobarometer-Umfrage, die Kofinanzierung von Projekten und den Europäischen Tag der Sprachen). Zu den Publikationen zählten ein Infopaket und eine Broschüre über das EJS und seine Zielsetzungen sowie ein Leitfaden für Sprachenlernende und eine Broschüre über Höhepunkte des EJS. Während des EJS wurden über 4 Millionen Werbeträger hergestellt und verteilt, u. a. Kugelschreiber, T-Shirts und Poster. Außerdem wurden Postkarten als Beilage zu amtlichen Veröffentlichungen der EU und direkt über Bars und Cafés verteilt. Die europäische Website war in hohem Maße interaktiv und stand in 11 Sprachversionen zur Verfügung. Sie blieb bis zum Ende des EJS online. Sie sollte Informationen über das EJS und über seine Zielsetzungen und Aktivitäten, direkte Links zu nationalen EJS-Websites und anderen sprachenbezogenen Internetseiten sowie eine Reihe von Sprachlernhilfen bieten. Außerdem trugen Dienststellen sämtlicher EU-Organe im Zuge ihrer Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des EJS bei.

Alles in allem ist es gelungen, mit dem Europäischen Jahr der Sprachen einen Rahmen zur Förderung von Aktivitäten an der Basis mit einer gemeinsamen europäischen Identität zu schaffen. Dieser gemeinsame Rahmen war flexibel genug, um Raum für unterschiedliche nationale Gegebenheiten und Schwerpunkte hinsichtlich der Zielsetzungen und der gewählten Instrumente zu bieten.

Das EJS hat all seine Zielvorgaben erfuellt. Es hat die Förderung einer Vielzahl von Sprachen unterstützt und in den Aktionen sowie den strategischen und politischen Entwicklungen standen unterschiedliche Arten von Sprachen gleichrangig nebeneinander.

Generell war die Wirkung des EJS bei Sprachenlehrern und -lernenden sowie Entscheidungsträgern sehr stark. Vor allem die Aktivitäten zum Europäischen Tag der Sprachen und in der Europäischen Woche ,Erwachsene lernen Sprachen" waren Kristallisationspunkte, die die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zogen, und auch die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage fanden ein breites Echo in der Presse. Außerdem war die Teilnahme von Prominenten an EJS-Aktivitäten ein wirksames Mittel, um die Aufmerksamkeit der Medien zu gewinnen.

Zur Zeit lässt sich noch nicht sagen, welche nachhaltigen Auswirkungen - insbesondere für die Entscheidung, mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu beginnen - das EJS haben wird. Es gibt Anzeichen dafür, dass mehr Menschen, insbesondere Erwachsene, Sprachen erlernen wollen bzw. dass Bedarf für neue Sprachkurse besteht. Eine der stärksten Auswirkungen des EJS waren die verbesserten Verbindungen zwischen Organisationen und Einrichtungen, die mit sprachlichen Angelegenheiten befasst sind. Der Wert dieser neu entstandenen Netzwerke kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden.

Neben seiner Publikumswirksamkeit bot das EJS nationalen und regionalen Behörden und NRO Gelegenheit, über Sprachunterricht und Sprachenlernen zu diskutieren. Konferenzen, Seminare und diverse Anlässe im wissenschaftlichen Bereich lieferten politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und Sprachlehrern ein geeignetes Diskussionsforum für Fragen des Sprachenlernens. Aus diesen Diskussionen ergaben sich mehrere Grundsatzpapiere, die Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt propagieren und bereits einige Veränderungen in der Sprachenpolitik bewirkt haben. Eine Reihe von Ländern veranlasste das EJS auch, die Implementierung des Sprachenportfolios und des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens des Europarats in Betracht zu ziehen.

Der Vorschlag, dass Schulabgänger in Europa mindestens ihre "Muttersprache plus 2 Fremdsprachen" beherrschen sollten, findet sich in vielen Grundsatzerklärungen und wurde auf europäischer Ebene von der Ratstagung in Barcelona gebilligt. Bei anderen politischen Debatten stand der Status von Fremdsprachenkenntnissen als einer Grundkompetenz europäischer Jugendlicher im Mittelpunkt. Außerdem wächst die Auffassung, dass dafür gesorgt werden muss, dass sich alle Bürger auf Englisch verständigen können, Englisch allein aber nicht ausreicht.

Die Erfahrungen des EJS haben überzeugende Beweise dafür geliefert, dass alle in einer Gemeinschaft vertretenen Sprachen in integrierter Weise gefördert werden können. Es ist notwendig, sich mit der Frage der allgemeinen Einbeziehung der Förderung von Regional- und Minderheitensprachen und von Gebärden- und Einwanderersprachen in Politik und Praxis (Mainstreaming) und der Entwicklung eines stärker integrierten Ansatzes zu befassen, um die Kenntnisse zweisprachiger Bürger entsprechend einschätzen und fördern zu können.

Die mit dem EJS befassten nationalen Stellen plädieren entschieden dafür, die in diesem Jahr gegebenen Anstöße weiterzuverfolgen. Die gezielten Aktionen müssen kurzfristig fortgesetzt werden, wobei die einschlägigen Gemeinschaftsprogramme als wesentliche Instrumente angesehen werden. Beispiele für vorbildliche Verfahrensweisen zur Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt müssen weiten Kreisen zugänglich gemacht werden, um andere zur Durchführung weiterer Aktivitäten in der Zukunft anzuregen.

Auf europäischer Ebene hat das EJS Impulse für künftige Entwicklungen gegeben, die durch eine Reihe von Entschließungen und Stellungnahmen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen und des Rates der EU festgelegt wurden. Mitte 2003 wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat eine Mitteilung über einen Aktionsplan zur Förderung der Sprachenvielfalt und des Sprachenlernens vorlegen. Hierfür sollen Mittel verwendet werden, die im Rahmen bestehender Gemeinschaftsprogramme und -maßnahmen verfügbar sind.

Einleitung

1. Am 17. Juli 2000 wurde das Jahr 2001 durch einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates zum Europäischen Jahr der Sprachen (EJS) erklärt [1] mit dem allgemeinen Ziel, alle in den Mitgliedstaaten ansässigen Menschen zum Erlernen von Sprachen anzuhalten. Außerdem wurde das EJS am 15. Dezember 2000 in das EWR-Abkommen aufgenommen [2]. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Europarat veranstaltet und somit in 45 europäischen Ländern durchgeführt.

[1] Beschluss Nr. 1934/2000/EG, ABl. L 232 vom 14.9.2000, S. 1.

[2] Beschluss Nr. 112/2000 des Gemeinsamen EWR-Ausschusses, ABl. L 52 vom 22.2.2001, S. 37.

2. Dieser Bericht stützt sich inhaltlich vor allem auf folgende Quellen: unabhängige Bewertung durch die Firma ECOTEC Research and Consulting Limited, die aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung beauftragt wurde [3] und deren Bericht der Europäischen Kommission im September 2002 [4] vorgelegt wurde; nationale Bewertungsberichte (soweit verfügbar) und Bewertungsbericht des Europarats; während des EJS und im Anschluss daran veröffentlichte Grundsatzpapiere von nationalen und regionalen Behörden und NRO; Abschlussbericht der Firma EurO&M, die aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung mit der Erbringung von Kommunikations- und Produktionstleistungen beauftragt wurde [5]; Abschlussberichte von kofinanzierten Projekten.

[3] Im Wege des offenen Verfahrens vergebener öffentlicher Dienstleistungsauftrag EAC/28/2001 gemäß Bekanntmachung 2001/S 128-086687 vom 6.7.2001. Vorinformation 2001/S 100-068433 vom 26.5.2001.

[4] Wichtigste Empfehlungen der Bewerter siehe Anhang 1.

[5] Im Wege des offenen Verfahrens vergebener öffentlicher Dienstleistungsauftrag EAC 31/00 gemäß Bekanntmachung 2000/S 67-043013 vom 5.4.2000. Vorinformation 2000/S 33-019578 vom 17.2.2000.

3. Die Durchführung des EJS erfolgte großenteils dezentral, mit Finanzmitteln aus den verschiedensten Quellen. Aus diesem Grund waren nicht immer vergleichbare und vollständige Daten verfügbar, vor allem, was die nationalen EJS-Budgets und die Quantifizierung von Aktivitäten und Presseberichterstattung betrifft. Dessen ungeachtet zeigt der Bericht die großen Trends auf und berücksichtigt alle verfügbaren quantitativen Daten (die unvollständig und damit zu niedrig veranschlagt sind).

4. Dieser Bericht bezieht sich auf Maßnahmen, die in den und im Namen der 15 EU-Mitgliedstaaten und 3 ERW-Mitglieder Liechtenstein, Island und Norwegen durchgeführt wurden. Sämtliche beitrittswilligen Länder wurden im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Europarat in die allgemeine EJS-Kampagne einbezogen. Für das Europäische Jahr der Sprachen wird in diesem Bericht die Abkürzung ,EJS" und für die nationalen Durchführungsstellen, die als nationale Koordinierungsstellen bezeichnet werden, die Abkürzung ,NKS" verwendet.

5. Der Bericht ist in zwei Teile untergliedert. Teil 1 enthält eine Beschreibung der Strukturen und des Inhalts des EJS sowie Schlussfolgerungen bezüglich seiner Durchführung. Teil 2 behandelt die politischen und strategischen Ergebnisse des EJS.

Teil 1: Beschreibung der Strukturen und der Durchführung

1. Zielsetzungen und Zielgruppen des Europäischen Jahres der Sprachen

Im Beschluss über die Ausrufung des Europäischen Jahres der Sprachen wurden fünf spezifische Ziele festgelegt, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:

- Bewusstmachung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in Europa

- Förderung der Mehrsprachigkeit

- Nahebringen der Vorteile, die Kenntnisse in mehreren Sprachen bieten

- Förderung des lebenslangen Sprachenlernens

- Verbreitung von Informationen über die verschiedenen Methoden des Sprachunterrichts und des Erlernens von Fremdsprachen

Der Beschluss betraf alle in den Mitgliedstaaten ansässigen Menschen und sah neben den 11 Amtssprachen der EU [6] auch die Einbeziehung von Irisch und Letzeburgesch vor. Darüber hinaus bot er den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, noch weitere Sprachen einzubeziehen, und da keiner von ihnen eine restriktive Sprachenliste vorlegen wollte, deckte das EJS in der Praxis alle Sprachen ab, die von Europäern benutzt und erlernt werden.

[6] Castellano, dansk, Deutsch, elliniká, Englisch, français, italiano, Nederlands, português, suomi, svenska.

Zu den im Beschluss genannten Maßnahmen zählten Treffen und Veranstaltungen auf europäischer und nationaler Ebene, Informations- und Förderkampagnen, Erhebungen und Studien, eine begrenzte Anzahl kofinanzierter Projekte und moralische Unterstützung für Aktivitäten, die ohne EU-Fördermittel durchgeführt wurden. Das EJS umfasste drei Hauptkomponenten: eine Informations- und Kommunikationskampagne, die von dem externen Kommunikationsunternehmen EurO&M durchgeführt wurde, kofinanzierte Projekte, die im Wege einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen in zwei Auswahlrunden ausgewählt wurden, und weitere Aktivitäten im Zeichen des EJS, für die keinerlei EU-Mittel bereitgestellt wurden, die aber als Maßnahmen des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 ausgewiesen waren und zur Erreichung seiner Zielsetzungen beitrugen.

2. Zusammenarbeit mit dem Europarat

Eine der Stärken des EJS lag in der Zusammenarbeit mit dem Europarat, die nicht nur für die Ausdehnung des EJS auf ein größeres geografisches Gebiet sorgte, sondern auch einen Austausch von Fachkenntnissen ermöglichte. Sie konzentrierte sich auf eine Reihe gemeinsamer Initiativen: die europäische Eröffnungsveranstaltung in Lund und die Abschlussveranstaltung in Brüssel (die vom schwedischen bzw. vom belgischen Ratsvorsitz organisiert wurden); die Europäische Woche ,Erwachsene lernen Sprachen" (5.-11. Mai 2001) und den Europäischen Tag der Sprachen (26. September 2001); die Veröffentlichung eines Leitfadens für Sprachen lernende Erwachsene mit dem Titel "Sprachenlernen für ALLE"; die Entwicklung einer gemeinsamen Website für das EJS; die Festlegung eines Logos (vier Köpfe, die sich partiell überschneiden) und eines Slogans für das EJS (,Sprachen öffnen Türen").

Der Europarat und die Europäische Kommission beteiligten sich gegenseitig aktiv an der Ausschussarbeit und veranstalteten gemeinsame Sitzungen der für die Koordinierung des EJS auf nationaler Ebene zuständigen Stellen. Viele Länder bestimmten die gleichen Kontaktpersonen für den Europarat und für die EU. Die Europäische Kommission stellte dem Europarat einen Teil ihrer Publikationen und Werbeträger zur Verteilung an seine Nicht-EU/EWR-Mitglieder und den zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten des Europarats alle verwendeten grafischen Gestaltungselemente in elektronischer Form zur Verfügung. Außerdem tauschten die vom Europarat und von der Europäischen Kommission beauftragten Evaluierungsunternehmen Informationen über ihre Bewertungsarbeiten aus.

3. Zusammenarbeit mit den Teilnehmerländern

Im September 2000 wurde ein im EJS-Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates vorgesehener Beratender Ausschuss eingesetzt, der zwischen September 2000 und Juli 2002 fünfmal zusammentrat. Davor, im Februar und Mai 2000, tagte eine Arbeitsgruppe aus nationalen Experten, die die Aufnahme der Arbeiten vor der endgültigen Annahme des Beschlusses ermöglichte. Die Mitglieder dieser beiden Gremien waren großenteils identisch. Außerdem hatten die Mitgliedstaaten gemäß dem Beschluss nationale Koordinierungsstellen (NKS) für das EJS einzurichten. Diese Stellen hatten einen beträchtlichen Arbeitsaufwand zu bewältigen: Auswahl der für eine Kofinanzierung in Betracht kommenden Projekte; Verbreitung von Informationen über das EJS; Kontakte zu den nationalen Medien und Öffentlichkeitsarbeit; Organisation von Aktivitäten und Veranstaltungen auf nationaler Ebene. In vielen Ländern hatten die NKS noch keine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und in manchen Fällen waren die verfügbaren nationalen Ressourcen äußerst gering.

4. Ressourcen

Gemäß den der Europäischen Kommission übermittelten Angaben wurden in den 18 Ländern, auf die sich dieser Bericht bezieht, mindestens 30,7 Mio. Euro für das EJS aufgewendet. Dieser Betrag umfasst die Finanzierungsbeiträge der zuständigen nationalen und regionalen Ministerien sowie der Koordinatoren der kofinanzierten Projekte und die direkt bereitgestellten EU-Mittel. Nicht darin enthalten sind die Aufwendungen der Organisationen, die ohne finanzielle Unterstützung seitens der EU oder ihrer nationalen bzw. regionalen Regierung EJS-Aktivitäten durchgeführt haben. Die Gesamtaufwendungen waren daher zweifellos erheblich höher. Hinter dem genannten Gesamtbetrag verbergen sich beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, wenn sich bei den Aufwendungen pro Kopf der Bevölkerung auch ein einheitlicheres Bild bietet: In den meisten Ländern wurden zwischen 0,10 und 0,50 Euro pro Kopf der Bevölkerung aufgewendet.

4.1. Europäischer Finanzrahmen

Das EJS-Budget der EU belief sich auf 11 Mio. Euro und bestand aus zwei Teilen: Mittel für Maßnahmen, die bis zu 100 % finanziert werden konnten, und Mittel für Maßnahmen, die bis zu einer Höhe von 50 % der Gesamtkosten kofinanziert werden konnten [7]. Zwischen 1999 und 2002 wendete die Europäische Kommission etwa 170 Mann-Monate für die Kernaktivitäten des EJS auf.

[7] Siehe Anhang 2: Detaillierte Aufschlüsselung der Mittelbindungen zulasten des EU-Haushalts.

Das EJS-Budget wurde zwar zentral verwaltet, 70 % gingen jedoch direkt an auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene tätige Organisationen und Einrichtungen. 7,6 Mio. Euro wurden von der EU für Projekte, Eröffnungsveranstaltungen, direkt durch die NKS verteilte Werbeträger und Publikationen, PR-Schulung und -Unterstützung für die NKS und von der Europäischen Kommission organisierte besondere nationale Aktivitäten anlässlich des Europäischen Tags der Sprachen am 26. September 2001 aufgewendet. Der restliche Betrag wurde auf zentraler Ebene für grafische Gestaltung, eine Website, Studien, zentral verteilte Materialien und technische Hilfe bei der Projektauswahl verwendet.

In Anbetracht des an den Zielsetzungen gemessen bescheidenen EJS-Budgets bemühte sich die Europäische Kommission nach Kräften, bei jedem Budgetposten den größtmöglichen Nutzeffekt zu erzielen. Um die Kosten der für die Veranstalter von EJS-Aktivitäten kreierten Artikel verringern und dadurch die Stückzahlen erhöhen zu können, wurde dafür gesorgt, dass sämtliche Werbeträger in jedem sprachlichen Kontext eingesetzt werden konnten. Um sicherzustellen, dass die Botschaften und die visuelle Identität des EJS möglichst viele Menschen erreichten, wurden die Publikationen und die Werbeträger über verschiedene Kanäle - die NKS, den Europarat und die befassten Dienststellen der Kommission - verteilt. Zur Förderung einer möglichst umfassenden Presseberichterstattung während des EJS wurden die Pressemitteilungen auf zentraler Ebene unter maßgeblicher Beteiligung der NKS erstellt, um ihre Relevanz im jeweiligen lokalen Kontext zu gewährleisten. Auch bei der Auswahl der Projekte wurde der potenziellen Medienwirksamkeit Rechnung getragen.

4.2. Nationale Ressourcen

Von Ministerien, privaten Sponsoren und Projektkoordinatoren wurden für das EJS 19,7 Mio. Euro aufgewendet [8]:

[8] Siehe Anhang 3: Detaillierte Aufschlüsselung der Ausgaben in den Teilnehmerländern.

- 10,7 Mio. Euro wurden von den zuständigen Ministerien direkt für die NKS bereitgestellt.

- 1,8 Mio. Euro wurden von privaten Sponsoren beigesteuert.

- 7,2 Mio. Euro wurden von begünstigten Organisationen und Einrichtungen für kofinanzierte Projekte aufgewendet.

Bei diesen Beträgen handelt es sich aber eindeutig um vorsichtige Schätzungen, da die Aufwendungen von Organisationen und Einrichtungen für weitere 8 000 Aktivitäten, zu denen keine Finanzdaten vorliegen, darin nicht enthalten sind. Die Kommission hat keinen Zugang zu vollständigen Informationen über die Mittelzuweisungen innerhalb der Länder: In manchen Fällen umfassen die Angaben über die nationalen Aufwendungen z. B. auch Personalkosten, in anderen Fällen nicht. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass alle Länder mindestens eine strategisch bedeutsame oder festliche Veranstaltung zusätzlich zur offiziellen Eröffnung und viele Mitgliedstaaten auch eine Abschlussveranstaltung durchgeführt haben. Fast alle Länder haben eigene Werbeträger, u. a. Briefmarken, Verzeichnisse von Sprachunterrichtsanbietern und Schautafeln, produziert.

5. Treffen und Veranstaltungen

5.1. Europäische Eröffnungsveranstaltungen

Der belgische und der schwedische Ratsvorsitz führten gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem Europarat eine besondere Eröffnungs- bzw. Abschlussveranstaltung zum EJS durch. Die Eröffnungsveranstaltung, bei der Viviane Reding, Mitglied der Kommission, und Walter Schwimmer, Generalsekretär des Europarats, zugegen waren, umfasste u. a. einen hochrangig besetzten Runden Tisch, Darbietungen und Aktivitäten zur Würdigung der sprachlichen Vielfalt, Vorführungen von Lehrmethoden und Diskussionen. Die Veranstaltung fand - hauptsächlich aufgrund der gleichzeitigen Unterrichtung der Presse über die Ergebnisse der nachstehend erwähnten Eurobarometer-Umfrage - europaweit große Beachtung durch die Medien. Die vom Europäischen Parlament organisierte Abschlussveranstaltung wurde von seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip von Belgien eröffnet und umfasste u. a. eine Ausstellung über die Projekte und eine Reihe von durch Organisatoren von EJS-Aktivitäten geleiteten Round-Table-Diskussionen.

5.2. Nationale Eröffnungsveranstaltungen und Präsentationen

In allen Ländern wurden Eröffnungsveranstaltungen durchgeführt, die zumeist mit EU-Mitteln kofinanziert wurden. Sie waren außerordentlich unterschiedlich: Manche hatten festlichen, andere politischen und wieder andere hauptsächlich Informationscharakter. Fast alle wurden durch hochrangige Politiker und berühmte Persönlichkeiten unterstützt.

5.3. Weitere Treffen

Im Oktober 2001 wurde in Rotterdam eine Konferenz abgehalten, auf der eine vielfältige Auswahl jüngster Entwicklungen im Bereich der Sprachlehr- und -lernmethoden präsentiert wurde, insbesondere die Methoden, die im Rahmen der Programme Sokrates und Leonardo da Vinci entwickelt wurden. Die Konferenz wurde vom niederländischen Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und dem Europarat organisiert und mit Mitteln von Sokrates und Leonardo da Vinci kofinanziert, die die volle Beteiligung der Beitrittsländer im Rahmen der betreffenden EU-Budgets ermöglichten.

Fast alle Länder führten zusätzlich zu den nationalen Eröffnungsveranstaltungen im Laufe des Jahres noch mindestens eine größere Veranstaltung durch, die sich auf die Verfolgung der nationalen Hauptstrategie für das EJS konzentrierte. Dabei handelte es sich um unterschiedliche - von festlichen bis hin zu politischen - Veranstaltungen, an denen sich fast alle mit allgemeiner und beruflicher Bildung, Kultur und Integration befassten Bereiche beteiligten. In vielen Ländern werden jetzt daraus resultierende Erklärungen und Grundsatzdokumente von den zuständigen politischen Stellen geprüft.

5.4. Europäische Woche ,Erwachsene lernen Sprachen" (5.-11. Mai 2001)

Zur Verdeutlichung der Vorteile des lebenslangen Sprachenlernens und insbesondere der Lernbedürfnisse von Erwachsenen wurde eine Woche mit Aktivitäten zu diesem Thema veranstaltet. In ihrem Verlauf wurde der für Erwachsene bestimmte Leitfaden "Sprachenlernen für ALLE" veröffentlicht und in großer Zahl verteilt. Die Europäische Kommission ließ zudem einen Werbeträger speziell für diese Woche anfertigen - ein Notizbuch mit Sprachlerntipps in 11 Sprachen, das sie insbesondere anlässlich der Feiern zum 9. Mai in Straßburg und Brüssel verteilen ließ. Auch einige kofinanzierte Projekte waren schwerpunktmäßig auf diese Woche ausgerichtet. In den meisten Teilnehmerländern wurden Aktivitäten wie Festivals, Verteilung von Publikationen, Schnupperkurse und Konferenzen durchgeführt und die Woche fand breite Beachtung in den Medien.

5.5. Europäischer Tag der Sprachen (26. September 2001)

Der Tag der Sprachen fand großen Widerhall und war ein bedeutender Erfolg. Er wirkte als Kristallisationspunkt für tausende von Festivals, Konferenzen, Publikationen und anderen Aktivitäten, war Gegenstand von gut der Hälfte der kofinanzierten Projekte und fand in der Presse und anderen Medien mehr Beachtung als irgendein anderer Zeitpunkt im EJS. Die Europäische Kommission organisierte in 17 Ländern Aktionen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit einer nationalen oder einer lokalen Rundfunkanstalt.

6. Information und Kommunikation

6.1. Einleitung

Die Informationskampagne war der zweitgrößte EU-Beitrag und beanspruchte 30 % der Gesamtmittel. Trotz seiner beträchtlichen Höhe reichte er aber bei weitem nicht aus, um eine EU-weite Medienwerbekampagne zu finanzieren. Deshalb basierte die Strategie für die Durchführung der Kampagne auf der Schaffung von Multiplikatoreffekten. Die wichtigsten Aspekte werden nachstehend einzeln behandelt.

6.2. Presse- und Kommunikationskampagne

Der strategischen Kampagne lagen zwei wichtige Feststellungen zugrunde. Erstens würde man, da die nötigen Mittel für eine zentrale, hochkarätige Werbekampagne fehlten, darauf setzen müssen, dass das EJS aus sich heraus attraktiv genug sein würde, um sich die erwünschte Berichterstattung der Medien zu sichern. Zweitens musste eine Pressekampagne auf nationaler und lokaler Ebene durchgeführt werden. Deshalb kam der Zusammenarbeit mit den NKS bei der Realisierung dieses Aspekts der Kampagne außerordentlich große Bedeutung bei.

Zunächst einmal unterzog die Firma EurO&M alle NKS einer Prüfung, um den Stand ihrer Kenntnisse und ihrer Erfahrung in Presse- und PR-Fragen sowie ihre Prioritäten und geplanten Aktivitäten zu ermitteln. Bei dieser Prüfung wurden bei den NKS spezifische Bedarfsmomente festgestellt, deren Art und Umfang von Land zu Land verschieden waren. Deshalb wurde beschlossen, dass jede NKS einen ihrem ermittelten Bedarf entsprechenden Vertrag mit einem lokalen PR-Unternehmen schließen sollte. Außerdem wurde im Januar 2001 ein Kommunikations- und Medien-Lehrgang veranstaltet, der großen Anklang fand, den man sich aber viel früher gewünscht hätte. Im Februar 2001 wurde ein Kommunikationshandbuch veröffentlicht und allen NKS zugeleitet. Allen kofinanzierten Projekten wurde eine modifizierte Version des Handbuchs zugesandt.

Ferner wurden wichtige Termine im EJS ermittelt, zu denen ein gezielter Vorstoß in den Medien wirkungsvoll sein konnte: die Veröffentlichung der Eurobarometer-Ergebnisse im Februar 2001, die mit der europäischen Eröffnungsveranstaltung zusammenfiel; die Veröffentlichung der Liste der kofinanzierten Projekte im Juni 2001 und der Europäische Tag der Sprachen im September 2001. Zu diesen Anlässen wurden zusätzlich zu einer europäischen Standardpressemitteilung noch 20 individuelle Pressemitteilungen ausgearbeitet, die auf die Situation im jeweiligen Land abgestellt waren und in der/den Landessprache/n veröffentlicht wurden.

Die Informations- und Kommunikationskampagne setzte stark auf Multiplikatoreffekte durch Aktivitäten in den Teilnehmerländern. Die Presseberichterstattung über das Europäische Jahr der Sprachen war allgemein umfangreich, vor allem im September 2001 in der Zeit um den Europäischen Tag der Sprachen. Sie wurde häufig durch gewichtige, mit Faktenmaterial wie z. B. die Ergebnisse der Eurobarometer-Erhebungen untermauerte Erklärungen oder durch die Beteiligung namhafter Persönlichkeiten ausgelöst. Auch die Projekte waren wichtige und erfolgreiche Auslöser für Berichte in der lokalen und regionalen Presse. Viele NKS und Ausschussmitglieder meinten, dass eine umfangreichere Darstellung im Fernsehen wünschenswert gewesen wäre, wenngleich sie die diesbezüglichen Möglichkeiten realistisch einschätzten.

6.3. Logo, Werbeträger und Publikationen

Das Logo für das EJS wurde aufgrund einer Ausschreibung [9] im Einvernehmen mit dem Europarat und den Mitgliedstaaten entwickelt. Es war über die NKS, die europäische Website und nationale Websites sowie direkt durch Übermittlung an Interessenten erhältlich. Für den Gebrauch des Logos gab es eine Reihe von Regeln. Die externe Bewertung gelangt zu dem Schluss, dass sich das Logo in Bezug auf Gebrauch, Eignung und Erkennungswert bewährt hat. Es soll auch künftig zur Kennzeichnung des Europäischen Tages der Sprachen verwendet werden, der jährlich am 26. September unter der Schirmherrschaft des Europarats begangen wird.

[9] Im Wege des nicht offenen Verfahrens vergebener Dienstleistungsauftrag EAC/33/00 vom 31.3.2000 auf der Basis einer aufgrund des Aufrufs zur Interessenbekundung 97/S 153-97419 vom 8.8.1997 erstellten Liste von Grafikern.

Über die Firma EurO&M ließ die Europäische Kommission rund 2 Millionen Werbeträger (Poster, T-Shirts, Postkarten, Kugelschreiber, Farbstiftkästen, Notizblöcke, Luftballons, Plastiktüten, Mauspads) herstellen und verteilen. Es gab Artikel, die sich für die meisten Zielgruppen eigneten, ganz besonders für Kinder. Die grafischen Gestaltungselemente für alle diese Werbeträger wurden zum allgemeinen Gebrauch auf der europäischen Website bereitgestellt und auf diese Weise ein einheitliches Aussehen der EJS-Produkte gewährleistet; es wurde auch dafür gesorgt, dass sprachliche und gestalterische Anpassungen vorgenommen werden konnten, um individuellen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Außerdem wurde ein kurzer Zeichentrickfilm produziert und an eine Vielzahl von Fernsehanstalten, Projekten und Organisatoren von EJS-Veranstaltungen verteilt. Er konnte auch über die europäische Website beschafft werden.

Darüber hinaus wurde eine Reihe von Publikationen erstellt und verteilt: ein Infopaket mit Informationen über das EJS und über die Aktivitäten der EU und des Europarats im Bereich des Sprachenlernens sowie einigen Statistiken; eine Broschüre auf der Basis des Infopakets; ein Leitfaden zum Sprachenlernen für Erwachsene und eine Broschüre über Höhepunkte des EJS. All diese Publikationen wurden in den 11 Amtssprachen der EU veröffentlicht und Text und grafische Gestaltung allgemein verfügbar gemacht, um die Entwicklung weiterer Sprachfassungen im gleichen Stil zu ermöglichen. Die diesbezüglichen Reaktionen waren allgemein positiv.

Sämtliches Material wurde auf zentraler Ebene produziert und 72 % davon durch die NKS auf nationaler Ebene verteilt. 18 % wurden direkt von der EU verteilt, hauptsächlich auf Konferenzen und Ausstellungen, und 10 % vom Europarat. Diese Regelung bedingte einen erheblichen Arbeitsaufwand auf nationaler Ebene. Die Werbeträger wurden positiv aufgenommen, viele NKS waren allerdings der Auffassung, dass die bereitgestellten Mengen bei einigen Artikeln zu gering waren, und die externe Bewertung gelangte zu dem Schluss, dass ein kleineres Sortiment von Artikeln in größeren Stückzahlen zweckmäßiger gewesen wäre. Außerdem lassen die Rückmeldungen darauf schließen, dass dieser Aspekt der Informationskampagne zwar alles in allem erfolgreich war, aber Kosten und Logistik der Lagerung und Verteilung in den Budgets künftiger Europäischer Jahre vollständiger berücksichtigt werden müssen. Über die Wirkung des Zeichentrickfilms ist nichts bekannt, wenngleich feststeht, dass er im griechischen Staatsfernsehen gezeigt wurde.

6.4. Europäische Website

Ein zentrales Element der Informationskampagne war die Website, die rund ein Viertel des Budgets für die Informationskampagne beanspruchte. Ihre Adresse stand in fast allen Publikationen und auf fast allen Werbeträgern. Die Website war in den 11 Amtssprachen der EU verfügbar. Von Mitte Februar 2001 bis Ende Januar 2002 war sie in vollem Umfang online zugänglich und konnte über 75 000 Besucher verzeichnen; insgesamt wurde rund 170 000 Mal zugegriffen.

Die Website war in hohem Maße interaktiv und in 4 verschiedene Bereiche gegliedert: einen Bereich Information, der Erläuterungen zum EJS, Informationen über EJS-Aktivitäten, Downloadmöglichkeiten für das Logo sowie sämtliche Publikationen und Presseberichte bot; einen Bereich Lernen mit Tipps zum Sprachenlernen und Informationen über die einschlägigen Aktivitäten der EU und des Europarats; einen Bereich Poesie, in dem Kinder Gedichte eingeben und übersetzen konnten; ein Diskussionsforum. Außerdem stand eine umfangreiche Liste von Links zur Verfügung, die in mehrere Kategorien untergliedert waren.

700 Benutzer lieferten Beiträge im Rahmen einer Online-Umfrage. Außerdem wurden die NKS und Projektkoordinatoren nach ihrer Meinung gefragt. Alles in allem wurde die Website positiv aufgenommen und von ihren Benutzern geschätzt. Sie meinten, das sie gut gestaltet sei und zufriedenstellende, klare Surfmöglichkeiten biete. Offenbar wurde sie hauptsächlich von Personen, die sich für Fragen des Sprachenlernens interessierten, und vor allem zu Informationszwecken benutzt. Bei der Bewertung wurde die Zweckmäßigkeit der kurzen Bereitstellungsdauer der Website in Frage gestellt; die Europäische Kommission hat jedoch alles darin enthaltene Material für eine spätere Nutzung gespeichert. Die Möglichkeit, über Links zu den Internetseiten der NKS zu gelangen, wurde ebenso begrüßt wie die breite Vielfalt der anderen Links auf der Website. Es wurde von allen Sprachversionen der Website Gebrauch gemacht, manche Benutzer waren allerdings enttäuscht, dass sie nicht in noch mehr Sprachen verfügbar war. Es wurden etwa 50 000 Downloads von Dokumenten registriert, was darauf schließen lässt, dass bei knapp 30 % der Zugriffe Dokumente heruntergeladen wurden.

6.5. Zusätzliche Werbemaßnahmen

Die befassten Dienststellen der Europäischen Kommission haben durch ihre Kernaktivitäten erheblich zur Bekanntmachung des EJS und seiner Zielsetzungen beigetragen. Die GD Bildung und Kultur ließ eine Reihe von Schautafeln zum EJS für den Hauptausstellungsstand und zwei mobile Ausstellungsstände, die europaweit von Organisationen benutzt wurden, sowie einen kurzen Videoclip über die Zielsetzungen des EJS herstellen. Das Amt für amtliche Veröffentlichungen stellte 2 Millionen Postkarten her und verteilte sie als Beilage zu amtlichen Publikationen. Der Übersetzungsdienst und der Gemeinsame Dolmetscher- und Konferenzdienst wirkten bei der Veröffentlichung eines Handbuchs [10] mit, das Informationen für Menschen, die sich für die Arbeit als Übersetzer oder Dolmetscher interessieren, enthält und Tipps für die Erzielung bestmöglicher Leistungen von Übersetzungs- und Dolmetscherdiensten bietet. Die GD Presse und Kommunikation wirkte an der Organisation einer Aktion zur Information des Brüsseler Pressecorps im Vorfeld des Europäischen Tages der Sprachen mit. Das Europäische Parlament veranstaltete eine Konferenz und erstellte und verteilte ein Poster zum EJS.

[10] Abrufbar unter http://europa.eu.int/comm/translation/en/eyl/traduc-int-en.pdf.

7. Eurobarometer 54 [11]

[11] Eurobarometer 54 "Die Europäer und die Sprachen", 2001: http://europa.eu.int/comm/Bildung/Sprachen/lang/eurobarometer54_en.html.

Eine Eurobarometer-Meinungsumfrage, die im Dezember 2000 unter 16 000 Bürgern der Europäischen Union durchgeführt wurde, liefert Informationen über die Sprachkenntnisse der Europäer, ihre Möglichkeiten, die Fremdsprachen, die sie kennen, anzuwenden, ihre Ansichten, inwieweit es von Vorteil wäre, weitere Sprachen sprechen zu können, ihr Interesse an der Beherrschung dieser Sprachen und Sprachlernmethoden. Der Bericht über die Umfrage wurde der Presse im Februar 2001 anlässlich der europäischen Eröffnungsveranstaltung zum EJS in Stockholm vorgestellt. Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage sind seit ihrer Veröffentlichung vielfach zitiert worden und finden in Strategie- und Grundsatzpapieren weiterhin europaweit Erwähnung.

8. Kofinanzierte Projekte

Die Kommission stellte 6 Mio. Euro für insgesamt 185 kofinanzierte Projekte bereit und setzte weitere 21 Projekte auf eine Warteliste, auf die zurückgegriffen wurde, nachdem alle Mittelzuweisungen für die 185 Vorhaben abgeschlossen waren. Schließlich wurden insgesamt 190 Projekte durchgeführt - 40 mehr, als in der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veranschlagt. Für die einzelnen Projekte wurden im Durchschnitt 32 000 Euro von der EU und 41 000 Euro aus anderen Quellen bereitgestellt, so dass sich die Gesamtkosten eines Projekts auf durchschnittlich 73 000 Euro beliefen. Die Firma ECOTEC führte im Rahmen ihrer unabhängigen Bewertung mithilfe eines elektronischen Fragebogens eine detaillierte Umfrage über die kofinanzierten Projekte durch. Von knapp 50 % der Projekte wurde der Fragebogen ausgefuellt zurückgesandt. Darüber hinaus wurden 45 Projekte und 27 nicht kofinanzierte Aktivitäten für ein eingehendes Interview ausgewählt.

8.1. Auswahlverfahren

Die aufgrund einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen [12] gestellten Förderanträge gingen an die NKS, die sie mit einem Kommentar versehen an die Europäische Kommission weiterleiteten. Die Auswahl der Projekte erfolgte durch die Europäische Kommission, die dabei von einer Gruppe durch den Beratenden Ausschuss benannter Sachverständiger unterstützt wurde und den übermittelten Kommentaren Rechnung trug. Es wurden fast 1 300 Anträge gestellt und über 47 Mio. Euro Fördermittel beantragt. Vielen Anträgen konnte nicht stattgegeben werden, weil sie Aktivitäten betrafen, die im Rahmen bereits bestehender Maßnahmen finanziert werden konnten. Die betreffenden Antragsteller wurden auf andere Gemeinschaftsinitiativen verwiesen.

[12] Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen EAC/66/00, ABl. C 257 vom 8.9.2000, S. 6. Stichtage für die Einreichung der Anträge: 2. Oktober 2000 und 15. Februar 2001.

Die meisten NKS fanden das Auswahlverfahren zufriedenstellend, einige waren allerdings der Ansicht, dass es den NKS einen starken Verwaltungsaufwand aufbürdete. Manche meinten zudem, dass ein dezentrales Auswahlverfahren wirkungsvoller gewesen wäre. Die Projektkoordinatoren hielten die Auswahl-, Verwaltungs- und Berichterstattungsverfahren für schwerfällig, wenngleich die in Interviews befragten Koordinatoren allgemein einräumten, dass eine faire Auswahl detaillierte Informationen erfordert, und die meisten von ihnen ihre Kontakte zu den für die Projekte zuständigen Bediensteten der Europäischen Kommission als positiv bewerteten.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission gewährleistete das zentrale Verfahren, dass die endgültige Projektauswahl eine breite Palette unterschiedlicher Aktivitäten umfasste, und ein einheitliches Vorgehen hinsichtlich der veröffentlichten Förderkriterien und Prioritäten. Die gewählte Vorgehensweise ermöglichte auch die Berücksichtigung nationaler Prioritäten und sorgte dafür, dass die knappen EJS-Mittel nicht für Aktivitäten bereitgestellt wurden, die im Rahmen bereits bestehender Maßnahmen finanziert werden konnten. Außerdem gestattete sie den NKS, direkte Kontakte zu den kofinanzierten Projekten zu unterhalten.

8.2. Merkmale der ausgewählten Projekte

Es konnten Projekte auf lokaler, regionaler, nationaler oder transnationaler Ebene durchgeführt werden. Zwar konnten nur in den 18 Teilnehmerländern ansässige Organisationen und Einrichtungen gefördert werden, aber die Wirkung einiger Projekte reichte über diese geografischen Grenzen hinaus, da die Mitwirkung von Organisationen aus weiteren Ländern aus anderen Quellen finanziert worden war. Die Projekte wurden von ganz unterschiedlichen Einrichtungen verwaltet. Die weitaus häufigsten federführenden Organisationen bzw. Einrichtungen waren gemeinnützige Vereinigungen, gefolgt von Behörden und Hochschuleinrichtungen. Außerdem waren Erwachsenenbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen darunter, während Privatunternehmen und -schulen in dieser Funktion seltener waren.

Die meisten Projekte umfassten 3 oder 4 verschiedene Arten von Aktivitäten [13]. Am häufigsten wurden Konferenzen und Festivals als ,Hauptaktivität" ausgewiesen, die häufigsten ,Nebenaktivitäten" waren medienbezogene Maßnahmen. Schnupperkurse und Wettbewerbe kamen ebenfalls häufig vor, insbesondere im Rahmen von Festivals. Das Gros der Projekte wurde auf regionaler und lokaler Ebene durchgeführt.

[13] Siehe Anhang 4: Statistische Angaben zu den ausgewählten Projekten.

Die meisten Aktivitäten galten der Allgemeinheit, es gab aber auch zahlreiche Aktivitäten, die sich an Experten richteten. Durch Festivals, Schnupperkurse und Wettbewerbe wurden viele Menschen erreicht (im Durchschnitt 11 000); durch Medienaktivitäten wie Fernseh- und Rundfunksendungen wurden sogar noch mehr Menschen angesprochen. Die EJS-Projekte richteten sich zumeist an ,die Allgemeinheit", gefolgt von Lernenden und Lehrenden auf verschiedenen Bildungsebenen. Ferner ist erwähnenswert, dass sich fast 50 innerhalb von Projekten vorgesehene Aktivitäten an politische Entscheidungsträger richteten - die somit die achtwichtigste von insgesamt 17 Zielgruppen waren - und damit Aussichten für eine längerfristige Wirkung boten. Die einzelnen Projekte betrafen im Durchschnitt 12 verschiedene Sprachen. Insgesamt ging es um mindestens 65 verschiedene Sprachen mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen EU-Sprachen, Sprachen der mittel- und osteuropäischen Länder, Nicht-EU-Sprachen, Gebärdensprachen, Regional- und Minderheitensprachen und Sprachen von Einwanderergemeinschaften.

8.3. Ergebnisse und Auswirkungen der kofinanzierten Projekte [14]

[14] Einige Beispiele für Projektaktivitäten sind Anhang 5 zu entnehmen.

Hohe Ansprechquoten

Die meisten Menschen wurden durch Projekte erreicht, die sich auf Fernseh- oder Rundfunksendungen konzentrierten. Es ist klar, dass mit einer einzigen Sendung zur Hauptsendezeit im staatlichen Fernsehen viele Millionen Zuschauer erreicht werden. Desgleichen erreichte eine Rundfunkserie, die von Partnersendern in einer Reihe von Ländern zur gleichen Sendezeit ausgestrahlt wurde, eine außerordentlich große Hörerzahl. Diese Art von Aktionen sollte hauptsächlich der Sensibilisierung der Öffentlichkeit dienen, deshalb waren die Hauptthemen die Sprachenvielfalt in Europa und der Nutzen von Sprachkenntnissen. Außerhalb des Kofinanzierungsrahmens gab es jedoch noch weitere Fernseh- und Rundfunkinitiativen, die eine breite Werbung für die Zielsetzungen und Aktivitäten des EJS ermöglichten.

Erhebliche Auswirkungen im Hinblick auf die Förderung des Sprachenlernens

Im EJS wurden viele Schnupperkurse/Minikurse durchgeführt. Die Veranstalter boten meist mehr als nur einen einzigen Kurs innerhalb eines Projekts und in vielen Fällen eine breite Auswahl von Sprachen. Die Wirkung solcher Projekte im Hinblick auf die angestrebte Förderung des Sprachenlernens ist außerordentlich groß, weil sie die Teilnehmer in den Sprachlernprozess hineinziehen. Damit können sie die Teilnehmer auch auf direktem Wege über die verschiedenen Sprachlernmethoden informieren und ihnen zeigen, dass diese Spaß machen und nützlich sein können.

Erhebliche Auswirkungen auf die Sprachenpolitik

Die externe Bewertung ergab, dass sich eine beträchtliche Anzahl von Maßnahmen, vor allem Konferenzen, Seminare und Umfragen, an Entscheidungsträger und Multiplikatoren, namentlich mit Sprachunterricht Befasste, richtete. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse von vielen dieser Aktivitäten findet sich in Teil 2 des vorliegenden Berichts.

Werbung für das EJS

Bei allen Projekten war vertraglich vorgeschrieben, durch Verwendung des Logos auf das EJS hinzuweisen. Darüber hinaus boten die Europäische Woche ,Erwachsene lernen Sprachen" und der Europäische Tag der Sprachen einen Rahmen, in dem viele Aktivitäten durchgeführt wurden. Einige Projekte reichten noch erheblich weiter und entwickelten unter Nutzung bestehender oder durch die Einrichtung neuer Netzwerke Aktivitäten an zahlreichen Orten. In einem Fall organisierte ein europäischer Verband in 50 Städten in ganz Europa gleichzeitig eine Unterrichtsstunde in einer Fremdsprache; in einem anderen Fall entwickelte ein nationaler Verband von Erwachsenenbildungseinrichtungen, der im Rahmen eines Festivals zum Tag der Sprachen in 7 großen Städten eine Meinungsumfrage durchführte, eine Informationsbasis für seine Mitglieder.

Schaffung eines sprachenfreundlichen Umfelds

Eine erhebliche Anzahl von Aktivitäten des EJS, namentlich Festivals, haben deutlich gemacht, wie ein sprachenfreundliches Umfeld beschaffen sein könnte. Beispielsweise könnte ein zentrales Festival u. a. Filme aus anderen Ländern in der Originalfassung und Informationen über Sprachunterrichtsanbieter bieten oder Gelegenheit zum Ausprobieren neuer Sprachlernmethoden geben. Schüler könnten die Sprachen, die in ihrer Gemeinde gesprochen werden, die Sprachen und Kulturen ihrer Freunde und ihrer Partnerschulen erkunden. Durch solche Aktivitäten könnten die lokalen Medien angeregt werden, eine Reihe von Geschichten aufzugreifen, die damit zusammenhängen und sowohl journalistisch als auch von den Bildern her interessant sind. Das Internet würde dann als Quelle für weitere Informationen dienen und noch mehr Sprachpraxis bieten. Lokale Unternehmen, die engere Verbindungen zu künftigen Mitarbeitern herstellen wollen, könnten als Sponsoren auftreten und Preise für vorbildliche Verfahrensweisen stiften.

Nachhaltigkeit

Die Bewertung umfasste u. a. eingehende Interviews mit den Veranstaltern von 72 Aktivitäten des EJS, von denen 45 kofinanziert und 27 nicht kofinanziert wurden. Die Veranstalter wurden ausdrücklich gefragt, ob sie beabsichtigten, ihre Arbeit fortzusetzen. Fast 3 von 4 Veranstaltern rechnen mit einer gewissen Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten. Dabei dürften sich die kofinanzierten Initiativen eher als die nicht kofinanzierten Maßnahmen als nachhaltig erweisen.

9. Schlussfolgerungen zur Durchführung des EJS

Besonders aus dem externen Bewertungsbericht geht klar hervor, dass die drei Arten von Maßnahmen, die im EJS im Mittelpunkt standen (die Informationskampagne, die Kofinanzierung einer relativ kleinen Zahl von Projekten und die Unterstützung "spontaner" Aktivitäten, die unter dem Zeichen des EJS liefen), im Großen und Ganzen erfolgreich waren. Trotz des verzögerten Starts, der begrenzten personellen Mittel und der an den zu bewältigenden Aufgaben gemessen bescheidenen Finanzausstattung wirkte das EJS als Katalysator, der zur Entwicklung von über 8 000 Aktivitäten an der Basis anregte und das Fundament für künftige Politiken auf nationaler und europäischer Ebene legte. Die kofinanzierten Projekte trugen spürbar zu diesen Ergebnissen bei und die Informationskampagne lieferte Materialien, Orientierungshilfen und eine grafische Identität, deren sich Akteure auf allen Ebenen bedienen konnten und tatsächlich bedienten.

Es ist klar ersichtlich, dass die Durchführung des EJS aus den genannten Gründen in sich erfolgreich war, doch sollte im Hinblick auf künftige Europäische Jahre noch eine Reihe praktischer Fragen erörtert werden.

* Ein Europäisches Jahr ist eine 3-Jahres-Initiative. Benötigt werden mithin finanzielle und personelle Mittel für ein Vorbereitungsjahr, das die Möglichkeit bietet, Strategien zu entwickeln, für Einweisung und Schulung zu sorgen, Projekte auszuwählen, Informationsmaterial und Werbeträger zu produzieren und eine Website einzurichten, für das Durchführungsjahr, in dem der Schwerpunkt auf Koordinierung und Überwachung liegt, und für ein Abschlussjahr, in dem sich die Tätigkeit auf Berichterstattung und Bewertung konzentriert. Für das Europäische Jahr der Sprachen standen im Vorbereitungsjahr keine ausreichenden personellen und finanziellen Mittel zur Verfügung, so dass die wenigen verfügbaren Bediensteten im Jahr 2001 noch mit der Entwicklung von Schlüsselelementen beschäftigt waren, aber auch die geplanten Aktivitäten durchführen mussten.

* Für die Veranstaltung eines solchen Jahres auf europäischer Ebene sind ein bestimmtes Maß an Fachwissen und bestimmte allgemeine Kenntnisse, z. B. in den Bereichen Kommunikation, Logistik und Projektmanagement, erforderlich. Daher wird unbedingt ein Kernteam für Europäische Jahre gebraucht, das sich mit den allgemeinen Fragen befasst, während die fachspezifischen Fragen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Referat zu behandeln sind.

* Die gleiche Mischung unterschiedlicher Sachkenntnisse ist auch auf nationaler Ebene ideal für die Abwicklung eines Europäischen Jahres. Es wäre zweckmäßig, die PR-Schulung und den Aufbau eines PR-Netzwerks im Zusammenhang mit weiteren Europäischen Jahren in ähnlicher Weise zu wiederholen. Außerdem muss eine Vereinbarung über die erforderliche Finanz- und Personalausstattung für die Lagerung und Verteilung von Publikationen und Werbeträgern bestehen, um sicherzustellen, dass diese die Zielgruppen auf lokaler Ebene erreichen, ohne dass dringend benötigtes Personal auf der NKS- oder Kommissionsebene damit belastet wird. Für diesen Bereich könnte eine spezielle Ausschreibung durchgeführt werden.

* Das Europäische Jahr der Sprachen war das erste Europäische Jahr, das in signifikanter Weise im Internet präsent war. Aus dieser Erfahrung gilt es bestimmte Lehren zu ziehen. Die Europäische Kommission ist der Auffassung, dass eine mehrsprachige Website bei jedem Europäischen Jahr, für das die breite Öffentlichkeit gewonnen werden soll, unverzichtbar ist. Die Ambitionen in Bezug auf eine solche Website müssen allerdings der verfügbaren Zeit und den Erfordernissen der Informationskampagne Rechnung tragen. Es sollte eine spezifische Internetseite vorgesehen werden, die sich auf die wesentlichen Aktivitäten und Nachrichten konzentriert, mit Download-Möglichkeiten und klaren Links zu nationalen und sonstigen relevanten Websites. Aufwendungen für eine interaktive Website-Gemeinde sind innerhalb des engen Finanzspielraums eines Europäischen Jahres nur dann zu rechtfertigen, wenn Mittel für die künftigen Hosting- und Managementkapazität zur Verfügung stehen.

Teil 2: Ergebnisse des EJS - Politik und Strategie

10. Ergebnisse des EJS nach seinen Zielsetzungen

10.1. Bewusstmachung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in Europa

Die lokalen Gemeinschaften in Europa werden jeweils von wenigen Sprachen beherrscht: einer oder eventuell zwei Amtssprachen und Sprachen, die häufig gelernt werden. Das Europäische Jahr der Sprachen bot einen Rahmen, in dem sich Europas vielfältige Sprachgemeinschaften öffentlich darstellen und in einem größeren Gesamtkontext für ihre Kulturen und Sprachen werben konnten. 94 % der kofinanzierten Projekte bemühten sich um die Verwirklichung dieser Zielsetzung und deckten damit 65 verschiedene Sprachen ab.

Das ganze Jahr über offenbarte sich auf allen Aktionsebenen die echte Vielfalt der verschiedenen Gemeinschaften. Natürlich waren die an den Schulen häufig unterrichteten Sprachen bei zahlreichen Aktivitäten vertreten, aber Gebärdensprachen, Regional- und Minderheitensprachen und andere Sprachen wie Arabisch oder Türkisch, die über Zuwanderungswellen nach Europa gekommen sind, standen - vielleicht zum ersten Mal - ebenso im Rampenlicht wie die "dominanteren" Sprachen. Es gibt auch deutliche Anzeichen dafür, dass die Einbeziehung aller in Europa gesprochenen Sprachen in das EJS Bürgern, die in der Öffentlichkeit selten benutzte Sprachen sprechen, den Rücken gestärkt und mit Stolz auf ihr Erbe erfuellt hat.

10.2. Förderung der Mehrsprachigkeit

Die Einbeziehung unterschiedlicher Sprachen war ein erfreulicher Aspekt des EJS, der es ermöglichte, die Vorteile der - bislang relativ unterbewerteten - Zwei- und Mehrsprachigkeit zu veranschaulichen und dafür zu werben. Viele Projekte haben gezeigt, dass Menschen neugierig auf andere Sprachen sind und gern lernen möchten, sich ein wenig in einer Gebärdensprache, einer Regionalsprache oder einer bislang als exotisch angesehenen Sprache zu verständigen. Die "Schnupperkurse" haben sich als besonders effektiver Rahmen erwiesen, um wissbegierige, aber möglicherweise skeptische Menschen über neue und unterschiedliche Sprachlernmethoden zu informieren und ihnen Gelegenheit zu geben, sie auszuprobieren.

10.3. Nahebringen der Vorteile von Kenntnissen in mehreren Sprachen

Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass infolge des EJS mehr Menschen die Vorteile von Kenntnissen in mehreren Sprachen erkennen. Die Eurobarometer-Umfrage hat gezeigt, dass die meisten europäischen Bürger davon überzeugt sind, dass die Beherrschung mehrerer Sprachen wichtig ist.

Durch die Projekte des Europäischen Jahres der Sprachen wurden tausende von Schülern angeregt, über den Nutzen von Sprachkenntnissen nachzudenken, und erhielten Gelegenheit, das Erlernen neuer Sprachen auszuprobieren. Auf bedeutenden Konferenzen und Seminaren wurden (Grundsatz-)Erklärungen abgegeben, in denen die nationalen Entscheidungsträger und die Entscheidungsträger in den betreffenden Einrichtungen aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass das Bildungsangebot umfassende Wahlmöglichkeiten bei den Fremdsprachen umfasst, und in einigen Mitgliedstaaten gibt es Anzeichen dafür, dass dieser Aufforderung nachgekommen wird. Die Medien haben mittlerweile auf Schwachstellen in den nationalen Verhältnissen hingewiesen und sich aktiv für vorbildliche Verfahrensweisen eingesetzt.

10.4. Förderung des lebenslangen Sprachenlernens

Bei den Aktivitäten im Rahmen des EJS wurde hervorgehoben, dass lebenslanges Sprachenlernen im frühesten Kindesalter beginnt und sich durch die Schulzeit und das gesamte Berufs- und Privatleben hindurch fortsetzt. Sie haben die Öffentlichkeit mit vielen Initiativen bekanntgemacht, die den Beginn des Fremdsprachenlernens in der Vor- und Grundschule propagieren. Auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung - sei es in formellem oder informellem Rahmen - regten Veranstalter von EJS-Aktivitäten zum Nachdenken über den Zweck des Sprachenlernens in den einzelnen Lebensphasen an und demonstrierten unterschiedliche Lernmethoden für die verschiedenen Arten von Lernenden. Die Schlussfolgerungen aus diesen Aktivitäten sind unterschiedlich, unterstreichen jedoch alle eine gemeinsame Auffassung: In jeder Phase des Sprachenlernens im formellen Bildungssystem müssen Unterrichtsblöcke von Sprachwissen, -kompetenz und -verstehen vermittelt werden, auf denen beim weiteren Sprachenlernen aufgebaut werden kann.

Das EJS hat zudem gezeigt, dass viele Menschen über Sprachkenntnisse verfügen, die an ihrem Arbeitsplatz kaum genutzt werden, aber auch, dass Arbeitgeber bestrebt sind, Arbeitskräfte einzustellen, die bereits über Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung sowie die Fähigkeit verfügen, sich neue Sprachen anzueignen. In der Erwachsenenbildung liegt der Schwerpunkt auf drei Bereichen: berufliche Entwicklung, Integration in die lokale Gemeinschaft und Freizeitaktivitäten. Einige Aktionen des EJS befassten sich auch gezielt mit den Wissensreserven, die Pensionäre mit Sprachkenntnissen bieten.

10.5. Verbreitung von Informationen über verschiedene Methoden für den Sprachunterricht und das Erlernen von Sprachen

Die Eurobarometer-Umfrage hat gezeigt, dass zwar viele Bürger meinen, Fremdsprachenkenntnisse seien für sie und ihre Kinder nützlich, dass aber die Zahl derer, die glauben, die erforderliche Zeit, das nötige Geld oder die notwendigen Fähigkeiten zu besitzen, um selbst eine Sprache zu erlernen, geringer ist und viele der Ansicht sind, das Fremdsprachenangebot in ihrem Umfeld sei nicht gut. Diese Umfrageergebnisse liefern den lokalen, regionalen und nationalen Entscheidungsträgern eine Agenda für die erforderliche Überprüfung und Verbesserung des Sprachlernangebots.

Viele Sprachschulen öffneten im EJS ihre Tore für die Öffentlichkeit und führten neue Sprachlerntechniken vor; nationale und regionale Behörden erstellten Verzeichnisse von Sprachanbietern in elektronischer Form und in Papierform. In zahlreichen Seminaren und Konferenzen berichteten Experten aus verschiedenen Ländern über die neuesten Entwicklungen im Bereich des Sprachenlehrens und -lernens. Außerdem veröffentlichten Experten Leitfäden für Eltern und Schulen, in denen die Vorteile von Entwicklungen wie integriertem Lernen von Inhalten und Sprache (Unterrichtung eines Fachs in einer Fremdsprache) erläutert werden.

11. Politische und strategische Ergebnisse

Das EJS bot eine Plattform für Überlegungen und Diskussionen auf allen Ebenen. Auf europäischer Ebene veröffentlichten sowohl das Europäische Parlament als auch der Ausschuss der Regionen im Jahr 2001 Erklärungen zugunsten der Sprachenvielfalt in Europa, insbesondere zur Förderung von Regional- und Minderheitensprachen. Bei der Europäischen Kommission gingen im Laufe der Zeit zahlreiche Grundsatz- und Strategiepapiere von Ministerien, NKS, europäischen Dachverbänden, Forschungszentren, lokalen Behörden und kofinanzierten Projekten ein.

Der vorliegende Bericht kann unmöglich eine umfassende Aufstellung dieser Papiere liefern und bei einer verallgemeinernden Zusammenfassung könnten komplexe Sachverhalte zu sehr vereinfacht werden, aber bestimmte Schlüsselfragen und -ergebnisse sollten in den Bericht aufgenommen werden, um die Überlegungen zu den zentralen Themen auf eine breitere Grundlage zu stellen. Im Übrigen kann das EJS nicht alle einschlägigen Politikentwicklungen für sich reklamieren: Einige Länder hatten schon vor dem EJS mit der Überprüfung ihres nationalen Sprachlernangebots begonnen, so dass das EJS für sie eher einen Rahmen zur Erweiterung der bereits laufenden Debatte bot als einen Ansporn zur Ingangsetzung von Diskussionen darstellte. In anderen Fällen ist offensichtlich, dass das EJS den Anstoß zu künftigen Maßnahmen gegeben hat.

Der folgende Abschnitt liefert eine Übersicht über die Politikbeschreibungen, Erklärungen und Berichte, die der Kommission bereits übermittelt wurden, sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen, über die derzeit diskutiert wird, und die daraus erwachsenden Fragen.

11.1. Allgemeine Übersicht

Auf nationaler und regionaler Ebene hat das EJS die Entstehung bedeutender strategischer Entwicklungen gefördert. Deutschland, Irland, die Niederlande, Österreich, das Vereinigte Königreich - sie alle haben Berichte über die Aktivitäten und Ergebnisse des EJS veröffentlicht. Viele dieser Berichte verweisen auf künftige Politikentwicklungen. In Frankreich wurde in der ministeriellen Mitteilung über die Einrichtung eines ,Maison des Langues" (Haus der Sprachen) vom April 2002 auch eine stattliche Reihe von Entwicklungen im Bereich des Sprachunterrichts angekündigt. In Dänemark und im Vereinigten Königreich wurde auch die Herabsetzung des Alters in Aussicht gestellt, in dem mit dem Fremdsprachenunterricht an Schulen begonnen wird, und Irland ist gerade dabei, seine erste nationale Sprachenpolitik zu formulieren. Die durch diese Entwicklungen ausgelösten Diskussionen finden auch gegen Ende des Jahres 2002 noch erhebliche Beachtung in der Presse.

Auf regionaler Ebene regte das EJS zu bedeutenden Aktivitäten an, aus denen sich mehrere Überprüfungen sowie Strategiepapiere ergaben. In Spanien führte die Communidad de Madrid eine einjährige Überprüfung des Sprachunterrichts durch und Katalonien veröffentlichte einen umfassenden Bericht über strategische und politische Initiativen während des EJS. In Deutschland trugen alle Bundesländer erheblich zur Entwicklung neuer Verfahrensweisen im ganzen Land bei. Einige regionale Bildungsbehörden, namentlich im Vereinigten Königreich und in Italien, fungierten als Anlaufstelle für vielfältige Aktivitäten.

Eine Reihe von europäischen Dachverbänden und NRO stellten bereits im Vorfeld des EJS bzw. im Vorgriff darauf Überlegungen zu seinen Themen an. Die European Parents Association (Europäische Elternvereinigung) und der European Trade Union Committee for Education (Bildungsausschuss des Europäischen Gewerkschaftsbunds) veröffentlichten bereits im November 2000 eine Erklärung zum Thema "Erfolgreiches Sprachenlernen" [15].

[15] Abrufbar unter http://www.epa.be/eindex.html und http://www.csee-etuce.org/main/Englisch/index.html.

Im Laufe des Jahres 2001 mobilisierten bedeutende europäische Verbände, die sich für Spezialsprachen einsetzen, ihre Mitglieder und stellten Überlegungen zum Status der von ihnen vertretenen Sprachen an. Die European Union of the Deaf (EUD - Europäische Union der Gehörlosen) veröffentlichte im Dezember eine ,Resolution der EUD zum Tag der Gebärdensprachen" [16] und Mitgliedsorganisationen der EUD in vielen Ländern, namentlich in Deutschland, Finnland, Griechenland und Spanien, führten während des gesamten EJS Großveranstaltungen durch. Auch Studierende und Jugendliche nahmen das EJS 2001 zum Anlass, sich mit Sprachenfragen auseinanderzusetzen. Das European Bureau for Lesser Used Languages (EBLUL - Europäisches Büro für weniger verbreitete Sprachen) gab im EJS zwar keine offiziellen Erklärungen ab, unterrichtete seine Mitglieder jedoch eingehend darüber. Diese Bemühungen haben sich zweifellos auf Veranstaltungen in vielen Ländern ausgewirkt und bestehenden EBLUL-Resolutionen Gehör verschafft. Die Kulturinstitute begingen das EJS auf vielfältige Weise und in einer Reihe europäischer Hauptstädte arbeiteten die verschiedene Sprachen und Kulturen vertretenden Institute zusammen, um ihren Aktivitäten größere Wirkung zu verleihen.

[16] Abrufbar unter http://www.eudnet.org/shownews.php3?id=35.

Im Schulbereich entwickelte das Organising Bureau of European School Student Unions (Organisationsbüro der europäischen Schülerverbände) im Herbst eine Erklärung zum Sprachenlernen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass lebenslanges Lernen in der Schule beginnt [17], die im Jahr 2002 veröffentlicht werden soll. Die Lehrerverbände erarbeiteten im Rahmen des erwähnten European Trade Union Committee for Education ebenfalls eine Resolution. Im Hochschulbereich wurden zwei wegweisende Resolutionen veröffentlicht. Im Dezember legte das European Students' Forum AEGEE (Europäisches Studentenforum AEGEE) das "AEGEE-Papier zur Sprachenpolitik" [18] vor und auf institutioneller Ebene entwickelte der Conseil Européen des Langues (Europäischer Sprachenrat) seine Berliner Erklärung "Sprachstudien im Hochschulbereich: Ein entscheidender Beitrag zur europäischen Integration" [19].

[17] Nähere Informationen beim OBESSU unter http://www.obessu.org/index2.htm.

[18] Abrufbar unter http://www.karl.aegee.org/aeg-info.nsf/7560fdaee30cc69bc1256368004b00e3/181c5a2f235823a9c1256bcd005740af?OpenDocument.

[19] Abrufbar unter http://www.fu-berlin.de/elc/en/berldecl.html.

11.2. Zusammenfassende Übersicht über die (Grundsatz-)Erklärungen

Die Semantik der Sprachenpolitik hat sich weiterentwickelt. In Bezug auf die Mehrsprachigkeit wurden folgende Kriterien formuliert: das Recht der Bürger, sich ihrer eigenen Sprachen zu bedienen, der Bedarf der verschiedenen Gemeinschaften, Zugang zu hochwertigen Lehrangeboten für eine breite Palette von Sprachen zu haben, der Nutzen von Sprachkenntnissen für die Gesellschaft, den Handel und den einzelnen Menschen und die Pflicht der Regierungen und der europäischen Institutionen, die Sprachenvielfalt in Europa zu fördern und dafür zu sorgen, dass das Bildungsangebot lebenslanges Sprachenlernen sichert. Außerdem wurden Sprachenfragen eng mit Fragen der sozialen Eingliederung verknüpft, insbesondere im Hinblick auf die Gebärdensprachen und die Anerkennung der Tatsache, dass sie nicht nur Sprachen für Gehörlose und ihre Angehörigen sind, sowie die Sprachkenntnisse von Zuwanderern, wo großes Gewicht auf das Erlernen einer Zweitsprache gelegt wurde.

Als fremdsprachliche Mindestkompetenz, über die Jugendliche bei Abschluss ihrer formellen Bildung verfügen sollten, wird in den vorliegenden Erklärungen durchweg die Beherrschung von 2 Sprachen zusätzlich zur Muttersprache gefordert. In einigen Ländern steht weiterhin die Frage der Kontinuität im gesamten Bildungssystem und darüber hinaus zur Debatte. Außerdem kristallisiert sich zunehmend die Auffassung heraus, dass Fremdsprachenkenntnisse als eine Grundkompetenz neben Lesen und Schreiben, Rechnen und IT-Kenntnissen behandelt werden sollten. Mehrere Länder haben bestimmte Altersschwellen für die Aufnahme von mindestens zwei vorgesehenen Fremdsprachen in das Curriculum festgelegt, und wo es bereits vor dem EJS solche Altersschwellen gab, finden sich Beispiele für eine Herabsetzung des Startalters.

Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass in den Grundsatzerklärungen auf nationaler Ebene ein starker Wunsch nach Nachhaltigkeit der im EJS angestoßenen Entwicklungen zum Ausdruck kommt. In einigen Ländern wird die Nachhaltigkeit als politische Frage betrachtet und werden die - in vielen Fällen erstmals unternommenen - Schritte zur Schaffung einer nationalen Sprachenpolitik als entscheidende Entwicklung angesehen. Auch die im EJS geschaffenen Netzwerke werden in den nationalen Berichten stark herausgestellt: Die neu geknüpften Beziehungen zwischen Pädagogen, Sozialpartnern und kulturellen Einrichtungen werden als entscheidendes Mittel zur Förderung weiterer Entwicklungen angesehen. An anderer Stelle wird die Auffassung geäußert, dass von den Akteuren des EJS und dem dank ihren Initiativen Erreichten Impulse für eine umfassendere und bessere Förderung des Sprachenlernens und des Sprachbewusstseins ausgehen.

11.3. Spezifische Handlungsvorschläge

Notwendigkeit zur Verbesserung der Sprachkenntnisse

Es wurde eine neue, dringende Notwendigkeit zur Verbesserung der Sprachkenntnisse aller europäischen Bürger definiert. Wirtschaftliche Faktoren und berufliche Anforderungen geben eine klare Agenda vor, aber auch Fragen der persönlichen Identität und der Entwicklung gegenseitigen Verständnisses sind wesentliche Faktoren. Beschäftigte mit Sprachkenntnissen sind wertvolle Mitarbeiter, nicht nur, weil die Unternehmen diese Kenntnisse für sich nutzen können, sondern auch deshalb, weil Menschen mit Sprachkenntnissen noch über weitere nützliche Kompetenzen verfügen: Sie haben häufig eine besondere Befähigung für Kommunikation, für strategisches und logisches Denken und für Problemlösungen.

Möglichkeiten zur Verbesserung des Sprachenlernens

Es wird allgemein hervorgehoben, dass es beim Sprachenlernen entscheidend auf die Motivation ankommt. Die Schüler geben an, eigenverantwortlich über ihre Lernwege entscheiden zu wollen. Sie verweisen auf ihr Bedürfnis, ihre persönlichen Lernmotive selbst zu entdecken und zu entwickeln, und meinen, dass sich Entwicklungen in diesem Bereich aus der Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Lernenden ergeben sollten. Die Lehrer fordern ebenfalls eine stärkere Beteiligung an der Auswahl von geeignetem Unterrichtsmaterial und geeigneten Methoden.

Im Hochschulbereich sind sich Studierende und Fachleute einig, dass unabhängig vom gewählten Studiengang obligatorischer Fremdsprachenunterricht vorgesehen werden sollte und zum Erwerb eines akademischen Grades führende Studienprogramme oder Teile von Studienprogrammen in anderen Sprachen unterrichtet werden sollten. Die betreffenden Einrichtungen müssen die notwendigen Voraussetzungen für selbständiges Sprachenlernen unter Einsatz von IKT und E-Learning schaffen und für alle Sprachlernprogramme müssen klare Lern- und Kommunikationsziele festgelegt werden.

Der direkte Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern wird als unerlässlicher Bestandteil des Sprachstudiums angesehen. Dabei ist die Mobilität ein wesentlicher Aspekt, wenn auch der IKT eine wichtige Rolle bei der anschaulichen Vermittlung von Fremdsprachen und Kulturen im Unterricht zuerkannt wird. Die sprachliche und interkulturelle Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt und die Unterstützung der Mobilität sollten verbessert werden. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, welche Bedeutung der Entwicklung neuer Lernwege zukommt, die es den Studierenden ermöglichen, Kommunikationskompetenzen in den Ländern ihrer Partner bzw. den Ländern, wo sie zeitweise studieren oder arbeiten wollen, zu erwerben.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität des Sprachunterrichts

Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern in der Schule und im Lernprozess ist im Wandel begriffen und die Lehrer arbeiten auf die Erleichterung des Lernens hin. Außerdem fordern die Lehrer verbesserten Zugang zu innovativen Unterrichtsmethoden und zu den Ergebnissen von Forschungsprogrammen und sie würden sich mehr Möglichkeiten zur Durchführung von Forschungsprojekten und zur Mitwirkung an solchen Vorhaben wünschen.

Eine Erhöhung der Anzahl der Muttersprachler unter den Lehrern im Allgemeinen und den Hochschullehrern im Besonderen würde ebenso begrüßt wie eine Vorschrift, dass alle Sprachlehrer sechs Monate in einem Land gearbeitet oder studiert haben müssen, dessen Sprache sie unterrichten. Fachleute im Bereich der Hochschulbildung fordern, durch die Einführung von Postgraduierten-Programmen und Weiterbildungsmodulen für hoch qualifizierte Sprachlehrer an den Hochschulen zu sorgen, die alle die Fähigkeit, den Unterricht in ihrer Fremdsprache zu halten, besitzen und davon Gebrauch machen sollten. Zudem schlagen sie vor, dass in der Ausbildung befindliche Sprachlehrer gehalten sein sollten, im Rahmen ihres Studiums noch eine weitere Sprache zu lernen.

Das lebenslange Lernen sollte nachdrücklich propagiert werden. Die Lehrerschaft weist insbesondere auf die Notwendigkeit hin, kleine Kinder für unterschiedliche Sprachen und Kulturen zu sensibilisieren. Außerdem verweist sie auf die spezifischen Bedürfnisse von Erwachsenen, deren Muttersprache nicht die Landessprache ist. Ein weiterer Aspekt, der genannt wurde, ist die Notwendigkeit, den Zugang zu Sprachlernmöglichkeiten für alle, die ihre formelle Bildung abgeschlossen haben, zu verstärken und für vielfältige Lernangebote zu sorgen, u. a. Ferienkurse und Fernunterricht und E-Learning auf anspruchsvollem Niveau.

Mehrsprachigkeit

Die Formel "Muttersprache plus 2" gilt als Grundziel für das Bildungssystem und viele äußerten die Auffassung, dass Englisch allein nicht ausreicht, wenn es auch eindeutig als unerlässlich angesehen und als fremdsprachliche Mindestkompetenz von Schulabgängern gefordert wird. Hochschulabsolventen müssen im Sprachstudium ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz erworben haben und zudem gezielt dazu befähigt worden sein, ihr Fremdsprachenrepertoire bei geändertem Bedarf anzupassen und weiter auszubauen. Sprachstudenten sollten dazu ermuntert werden, neben ihrer Hauptsprache noch eine Zweitsprache zu studieren, und Studierende, die eine Sprache von Grund auf erlernen, sollten vor dem eigentlichen Studium Zugang zu intensiven Grundkursen haben.

Bewertung und Akkreditierung

Es besteht allgemein Einigkeit darüber, dass die Systeme zur Bewertung von Sprachkenntnissen verbesserungsbedürftig sind. Studierende weisen darauf hin, dass es viele Systeme zur Anerkennung von Sprachkenntnissen gibt, aber nur wenige Anwendung finden. Sprachenlernende und Fachleute stimmen darin überein, dass im Wege nicht formeller Bildung erworbene Sprachkenntnisse auch anerkannt werden müssen; hierzu zählen Sprachkenntnisse, die im Rahmen von Mobilitätsprogrammmen, in Ferienkursen oder in informellem Rahmen erworben wurden. Es muss für Transparenz und Vergleichbarkeit von Sprachkenntnissen und -kompetenzen gesorgt werden. Es besteht Einigkeit darüber, dass der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen und das Sprachenportfolio des Europarats Schlüsselinstrumente darstellen. Initiativen wie Dialang, ein europäisches Projekt, das Bürgern ein Online-Testsystem für ihre Sprachkenntnisse bieten soll, werden besonders begrüßt.

12. Künftige Entwicklungen auf Europäischer Ebene

Das EJS hat den Aktivitäten im Sprachenbereich neue Impulse und größere Bekanntheit verliehen. Die Europäische Kommission will dafür sorgen, dass dieser Schwung weiter anhält.

Am 13. Dezember 2001 nahm das Europäische Parlament eine Entschließung [20] an, in der Maßnahmen zur Förderung der Sprachenvielfalt und des Spracherwerbs gefordert werden, wobei der Schwerpunkt auf den Kommunikationskompetenzen und der Erhaltung und Förderung der Regionalsprachen und der weniger gesprochenen Sprachen liegt. Neben seinen Bemühungen, der Sprachendimension weiterhin einen Platz in seiner Tätigkeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung zu sichern, hat das Parlament durch seine Ausschussinitiativen die Förderung der Sprachenvielfalt und des Sprachenlernens auch in so unterschiedliche Bereiche wie Filmvertrieb, Theater und andere darstellende Künste, Verlagswesen und Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung einbezogen.

[20] ABl. C 177 E vom 25.7.2002, S. 334.

Am 14. Februar 2002 nahmen der Rat (Bildung) und die Kommission das Detaillierte Arbeitsprogramm zur Umsetzung der Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa an, in dem Fremdsprachen ausdrücklich zu den ,Grundkenntnissen" gezählt werden, über die alle europäischen Bürger verfügen sollten. Die ,Verbesserung des Fremdsprachenlernens" ist eine konkrete Zielsetzung.

Bei gleicher Gelegenheit forderte der Rat der Bildungsminister die Mitgliedstaaten auf, konkrete Schritte zu unternehmen, und beauftragte die Kommission, bis Anfang 2003 Vorschläge für Maßnahmen zur Förderung der Sprachenvielfalt und des Erwerbs von Sprachkenntnissen zu unterbreiten [21].

[21] ABl. C 50 vom 23.2.2002, S. 1.

Auf der Tagung des Europäischen Rates vom 15./16. März 2002 in Barcelona forderten die Staats- und Regierungschefs weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Aneignung von Grundkenntnissen, insbesondere durch Fremdsprachenunterricht in mindestens zwei Sprachen vom frühesten Kindesalter an. Sie verlangten die Erstellung eines Sprachkenntnisse-Indikators im Jahr 2003 [22].

[22] Die Schlussfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates in Barcelona sind abrufbar unter http://europa.eu.int/council/off/conclu/.

Um die Kommission in ihrem Bemühen um Fortschritte in diesen Punkten zu unterstützen, haben die Mitgliedstaaten eine Gruppe nationaler Sachverständiger im Sprachenbereich benannt. Sie hat die zweifache Aufgabe, die Kommission bezüglich der praktischen Möglichkeiten der Mitgliedstaaten zur Verwirklichung deren selbst gesetzter Ziele im Sprachenbereich zu beraten und zu informieren und bei der Ausarbeitung der vom Rat geforderten Vorschläge für Maßnahmen auf europäischer Ebene zu unterstützen.

Im Herbst 2002 wird die Kommission ein Diskussionspapier auf der Basis der Fragen veröffentlichen, die durch das Europäische Jahr der Sprachen sowie die seit einem Jahrzehnt bestehende Beteiligung der Kommission an der Förderung des Fremdsprachenlernens und der Sprachenvielfalt in den Vordergrund gerückt wurden. Es soll eine umfassende Konsultation einschlägiger Organisationen und Einrichtungen durchgeführt werden. Anhand der Antworten wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat Mitte 2003 eine Mitteilung über einen Aktionsplan zur Förderung der Sprachenvielfalt und des Sprachenlernens vorlegen. Hierfür sollen Mittel verwendet werden, die im Rahmen bestehender Gemeinschaftsprogramme und -maßnahmen zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund nimmt die Kommission derzeit eine Bestandsaufnahme über ihre bisherigen Aufwendungen in diesem Bereich vor und prüft weitere Mittel und Wege zur Förderung der Sprachenvielfalt und des Sprachenlernens auf europäischer Ebene. Sie ist bei all ihren Maßnahmen und Programmen im Bildungs- und Kulturbereich in Ergänzung zu den Maßnahmen der Mitgliedstaaten entschieden um eine kohärente und proaktive Vorgehensweise bemüht.

Die im vorliegenden Bericht dargelegten Ergebnisse des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 werden gewiss in erheblichem Maße zu diesen künftigen Entwicklungen beitragen.

ANHÄNGE

1. Wichtigste Empfehlungen der externen Bewertung

(1) Bereitstellung von Informationen über EJS-Projekte und -Publikationen, u. U. durch eine Übersicht über EJS-Projekte mit vorbildlichen Verfahrensweisen. Außerdem sollte dafür gesorgt werden, dass Informationen über Fördermöglichkeiten und geplante Aktivitäten für den alljährlich zu begehenden Europäischen Tag der Sprachen allgemein zugänglich sind, um den im EJS entwickelten Schwung aufrechtzuerhalten.

(2) Die Veranstalter künftiger Europäischer Jahre sollten sich bewusst sein, wieviel Zeit und Ressourcen die Planung und Durchführung eines Europäischen Jahres erfordern. Ein Jahr ist ein kurzer Zeitraum, um ehrgeizige Ziele zu verwirklichen. Zur Sicherung des Erfolgs ist es daher wichtig, gut vorbereitet direkt in medias res zu gehen. Im Hinblick darauf dürfte ein dreijähriger Zeitrahmen mit einem Vorbereitungsjahr, einem Durchführungsjahr und einem Jahr zur Gewährleistung der nötigen Folgemaßnahmen angemessen sein.

(3) Bei der Bestimmung der nationalen Koordinierungsstellen sollten so weit wie möglich bestehende europäische Netzwerke genutzt und die Managementkompetenzen und -verpflichtungen ausdrücklich anerkannt werden.

(4) Die bewährte Organisationsstruktur des EJS sollte unter Berücksichtigung folgender Überlegungen für künftige Europäische Jahre beibehalten werden:

(a) Es sollte auch künftig eine spezielle Website vorgesehen werden, aber in Anbetracht der knappen Ressourcen und der längerfristigen Zielsetzungen sollte sorgfältig überlegt werden, worin ihre Rolle bestehen und wo ihr Schwerpunkt liegen soll. Ihre Gestaltung und ihre Mittelausstattung sollten eine Weiterführung über das jeweilige Europäische Jahr hinaus gewährleisten.

(b) Das grafische Logo für das EJS hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Aufgrund der gewonnenen Erfahrungen wäre möglicherweise noch einmal darüber nachzudenken, inwieweit ein gemeinsamer Slogan erforderlich ist. Die Teilnehmerländer sollten ermutigt werden, einen Slogan zu wählen, der auf ihre nationalen Verhältnisse abgestimmt ist.

(c) Die nationale PR-Unterstützung sollte beibehalten und verstärkt und entsprechend dem Bedarf der NKS inhaltlich klar umrissen werden. Möglicherweise sollte sich diese Unterstützung darauf konzentrieren, den NKS zu helfen, die kofinanzierten Aktivitäten in ihren nationalen Medienkampagnen wirkungsvoller in Szene zu setzen.

(d) Es sollte ein kleineres Sortiment von Werbeträgern produziert werden, jedoch mit größeren Stückzahlen, und für die Deckung der Kosten gesorgt werden, die für Lagerung und Verteilung der Werbeträger anfallen.

(5) Um die gewonnenen Erfahrungen festzuhalten, könnte eine "Arbeitsschablone" für Europäische Jahre konzipiert werden, die u. a. eine Übersicht über die in den verschiedenen Phasen benötigten finanziellen und personellen Mittel, Angaben zur Art der erforderlichen personellen und finanziellen Mittel, Angaben zu den verschiedenen Arten von Aktivitäten und zu den Mindestkontrollerfordernissen umfasst.

(6) Möglicherweise wäre es auch nützlich, über die zweckdienliche strategische Rolle nachzudenken, die Europäische Jahre bei der nachhaltigen Förderung von Themen von europäischem Interesse spielen.

2. Detaillierte Aufschlüsselung der Mittelbindungen zulasten des EU-Haushalts

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3. Detaillierte Aufschlüsselung der Ausgaben in den Teilnehmerländern

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Erläuterungen

(1) Quelle: Alle Angaben stammen aus den Interviews der Firma ECOTEC mit NKS im Mai/Juni 2002, außer im Falle Luxemburgs, für das keine Angaben verfügbar waren, und Dänemarks, für das die Angaben dem Fragebogen entnommen wurden, der dem Europarat im März 2002 vorgelegt wurde.

(2) Quelle: Abschlussbericht von EurO&M. Die ausgewiesenen Kosten für die Rundfunk- und Fernsehberichterstattung beruhen auf den Angaben der Sendeanstalten, die die offiziellen Partner bei den Veranstaltungen waren. In Frankreich und Schweden konnten keine Partnersender ermittelt werden.

(3) Quelle: Unterlagen der Europäischen Kommission. Alle Teilnehmerländer konnten Mittel zur Kofinanzierung nationaler Eröffnungsveranstaltungen und anderer Präsentationen zum EJS beantragen. Außer Finnland, Island und Norwegen haben sämtliche Teilnehmerländer Mittel beantragt. Außerdem erhielten der schwedische und der belgische Ratsvorsitz Mittel für die europäische Eröffnungs- bzw. Abschlussveranstaltung.

(4) Quelle: Unterlagen der Europäischen Kommission. NKS und Ministerien waren von der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die Kofinanzierung von Projekten nicht ausgeschlossen, mussten jedoch angeben, wenn ein Interessenkonflikt bestand und sie deshalb in Bezug auf die betreffenden Projekte keine nationale Empfehlung abgeben konnten. Es wurden von NKS und Ministerien verwaltete oder mit ihrer Beteiligung durchgeführte nationale Initiativen in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal und im Vereinigten Königreich unterstützt.

(5) Quelle: Abschlussbericht von EurO&M. Die Beträge für Publikationen und Werbeträger wurden durch Multiplizieren der Stückzahlen der einzelnen Artikel, die direkt von den Teilnehmerländern verteilt wurden, mit den Herstellungskosten je Artikel ermittelt. Die übrigen Materialbestände wurden direkt von EurO&M, von der Europäischen Kommission und vom Europarat verteilt. Die Kosten für den Zeitaufwand des Kernteams für Inhalt oder Gestaltung der Materialien wurden bei diesen Berechnungen nicht berücksichtigt.

(6) Quelle: Abschlussbericht von EurO&M. Ein Teil des von EurO&M verwalteten Budgets war für Verträge mit PR-Unternehmen in den Teilnehmerländern bestimmt, die direkt und ausschließlich ihnen von den NKS übertragene Aufgaben in Zusammenarbeit mit diesen durchführten. Dieser Teil des Budgets deckt auch die Kosten der PR-Schulung für die NKS im Januar 2001 in Paris.

(7) Quelle: Abschlussbericht von EurO&M. Die Berechnung bezieht sich auf 18 Teilnehmerländer, obwohl die Aktion ,Sprachen heben ab" nur in 17 Ländern durchgeführt wurde: Ein Mitgliedstaat sagte nach dem 11. September ab, bei den Vorbereitungen waren aber bereits gewisse Ausgaben angefallen.

(8) Quelle: Abschlussbericht von EurO&M. Die Postkarten-Kampagne wurde auf EU-Ebene durchgeführt, weil der Text auf den Postkarten in den 11 Amtssprachen der EU abgefasst war.

(9) Quelle: Projektberichte der Europäischen Kommission. Die Unterschiede gegenüber dem Gesamtbetrag der Mittelbindungen sind durch die Zurückziehung einer kleinen Anzahl von Projekten nach Vornahme der endgültigen Mittelbindungen bedingt.

(10) Quelle: Projektberichte der Europäischen Kommission.

EJS-Ausgaben in den Teilnehmerländern pro Kopf der Bevölkerung

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

In dieser Tabelle sind keine Angaben zu den europäischen Projekten enthalten, weil keine korrekte Zuordnung der Finanzierungsbeträge zu einzelnen Teilnehmerländern möglich ist.

4. Projektauswahl: Statistische Angaben

Verteilung der kofinanzierten Projekte nach Maßnahmenarten

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Im Rahmen der Projekte behandelte Themen

// %

Erlernen einer bestimmten Sprache/bestimmter Sprachen // 73 %

Wissen über eine bestimmte Sprache/bestimmte Sprachen // 72 %

Lernmethoden/-ansätze für bestimmte Sprachen // 59 %

Vorteile von Sprachkenntnissen für die persönliche Entwicklung // 94 %

Vorteile von Sprachkenntnissen für die berufliche Entwicklung // 77 %

Allgemeine Sprachlernkompetenzen // 65 %

Wissen über bestimmte Kulturen // 79 %

Informationen über und/oder Zugang zu Sprachunterrichtsanbietern // 57 %

Kenntnisse über bzw. verstärkte Nutzung von E-Learning (Nutzung des Internets und/oder anderer technischer Möglichkeiten beim Sprachenlernen) // 61 %

Politikentwicklungen oder institutionelle Entwicklungen in Bezug auf Sprachunterricht und Sprachenlernen // 38 %

Zielsprachen

Sprachengruppe // Häufigkeit, mit der Sprachen aus der Gruppe Gegenstand von Projekten waren

Amtssprachen (EU- und EWR-Länder) [23] // 812

[23] Einschließlich Isländisch, Norwegisch, Irisch und Letzeburgesch.

Sprachen der Beitrittsländer // 111

Sprachen anderer mittel-/osteuropäischer Länder // 68

Gebärdensprachen // 60

Regional- oder Minderheitensprachen // 53

Sprachen, die migrationsbedingt in signifikantem Ausmaß in Europa vertreten sind // 42

Quelle: ECOTEC-Umfrage zu den kofinanzierten Projekten.

5. Kofinanzierte Projekte und andere Aktivitäten im Rahmen des EJS: Beispiele für vorbildliche Verfahrensweisen

Kofinanzierte Aktivitäten unter Beteiligung von Fernseh- oder Rundfunksendern

Danmarks Radio präsentierte eine 10-teilige Sendereihe (15 Minuten je Folge) und 4 einzelne Rundfunksendungen (von jeweils 30 Minuten) in anderen EU-Sprachen, um zum Erlernen neuer Sprachen anzuregen. Die Sendungen wurden insgesamt von 758 000 Menschen gehört.

Das griechische Staatsfernsehen ERT produzierte hundert 2-minütige Fernsehspots, in denen berühmte Persönlichkeiten über ihre Erfahrungen mit dem Sprachenlernen berichteten. Diese Spots wurden vom 26. September bis 30. November 2001 täglich zur Hauptsendezeit im Anschluss an die Nachrichtensendung (20 Uhr und 23 Uhr) ausgestrahlt. Allabendlich wurden etwa 200 000 Zuschauer erreicht.

Der Finnische Verband der Fremdsprachenlehrer (SUKOL) erstellte einen 20-Sekunden-Fernsehspot, der Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ermuntern sollte, mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu beginnen. Der Spot wurde zwischen dem 17. und 26. September 2001 32 Mal im Fernsehsender MTV3 gezeigt. Gemäß der Analyse der Kampagne wurde der Spot von 65 % der Zielgruppe alles in allem 425 000 Mal angeschaut, d. h. etwa 200 000 Kinder im Alter von 10 bis14 Jahren sahen sich den Beitrag im Durchschnitt rund zweimal an. Einer der Gründe für den Erfolg der Aktion war die Vereinbarung mit dem Sender MTV3, der sich verpflichtete, den Spot so oft zu zeigen, bis eine bestimmte Zuschauerzahl erreicht sein würde.

Der internationale französischsprachige Fernsehsender TV5 produzierte 84 Videoclips, in denen Jugendliche erläuterten, warum es ihnen Spaß macht, sich in verschiedenen Sprachen unterhalten zu können, und was sie mithilfe ihrer Sprachkenntnisse erreicht haben. Jeder Spot wurde 120 Tage lang je 20 Mal über die transnationalen Fernsehnetze von TV5 und seine Partnernetze ausgestrahlt und erreichte damit potenziell 600 Millionen Zuschauer. Außerdem wurden die Videoclips ein Jahr lang täglich auf einer Endlosschleife in einer zentralen Pariser Metrostation gezeigt und in ein Lehrer-Materialpaket aufgenommen, das direkt an 14 500 Lehrer versandt wurde, die Französisch als Fremdsprache unterrichten, und sind auch über die Website von TV5 zugänglich.

Die Confédération nationale des Radios Libres (CNRL - Nationale Vereinigung freier Radiosender) in Frankreich produzierte und sendete in Zusammenarbeit mit Partnernetzen in Belgien, Italien und Spanien 30 Rundfunksendungen speziell über Regionalsprachen. Die Beiträge wurden weiträumig in die Netze der Unternehmen eingegeben, die sie produziert hatten, und von 275 Einzelsendern ausgestrahlt. Die Hörerstatistik für diese Sendungen weist aus, dass sie von mindestens 4 Millionen Menschen eingeschaltet wurden, wobei es sich allerdings um eine vorsichtige Schätzung handelt, die lediglich auf glaubwürdigen Hörerumfragen beruht. Die CNRL hat eine spezielle Internetseite eingerichtet, die den Regionalsprachen gewidmet ist und von der die Sendungen heruntergeladen werden können, und sie hat zudem den Posten eines für Sprachen zuständigen Vizepräsidenten eingerichtet.

Nicht kofinanzierte Fernseh- und Rundfunkberichterstattung

Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat sich im EJS stark engagiert und in Rundfunk und Fernsehen ausführlich darüber berichtet. Das Projekt Sprachpavillon, das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und vom ORF gemeinsam durchgeführt wurde, war ein sehr erfolgreiches Beispiel für eine Sensibilisierungsaktion. Der Pavillon ist eine mobile Konstruktion, die auf einem LKW transportiert wird und hauptsächlich Bildschirme für Präsentationen und PC-Terminals mit Internetzugang enthält. Im Mai 2001 ging der LKW auf Tour durch alle österreichischen Bundesländer zur Unterstützung der dortigen Auftaktveranstaltungen mit einer Fülle von Aktivitäten, die das Publikum anlockten. Außerdem wurde der Pavillon zur Begleitung kleinerer EJS-Maßnahmen in Österreich wie z. B. des Projekts Youki eingesetzt, das von der Europäischen Kommission kofinanziert wurde. Alle Sprachpavillon-Events wurden übertragen und in nationalen und regionalen Zeitschriften darüber berichtet. In den meisten Bundesländern arbeiteten die regionalen ORF-Sender mit den Regionalsendern der Nachbarländer (z. B. RAI Trieste, Radio Maribor) zusammen.

In Irland diente ein Sprachenbus zur Durchführung einer Sensibilisierungsaktion, über die im Fernsehen in hervorragender Weise berichtet wurde. Für die Initialzündung sorgte eine Pressemitteilung zum Start des Busses, der landesweit bekannt wurde, als in der Nachrichtensendung des betreffenden Tages an dritter Stelle über ihn berichtet wurde. Dies trug dazu bei, dass der Bus zu einem Begriff wurde, und löste zahlreiche Anrufe von Menschen aus, die sich wünschten, dass er bei ihnen vorbeikäme.

Der Norwegische Rundfunk (NRK) produzierte 6 Sendungen, die sich speziell mit dem EJS befassten und in der Sendereihe , On the blackboard", einem wöchentlichen Programm für den Bereich Lernen, Entwicklung und Unterricht, ausgestrahlt wurden. Die Themen waren u. a. ,Get to know your own and others' language", "Language in Norway: more than the two written Norwegian languages", "Who bothers to learn Norwegian?", "The landscape of languages in Europe". Außerdem wurde eine Sommer-Sendereihe mit Tipps für Touristen in Europa (10 Sendungen) ausgestrahlt.

Entwicklung von neuem Lehrmaterial für den Sprachunterricht und diesbezüglicher Informationsaustausch

Eines der Ziele des vom Deutschen Gehörlosen-Bund e. V. in München veranstalteten Eurosign-Kongresses bestand darin, die Nutzung neuer Technologien, u. a. Fernsehen, Internet und Visicast (virtuelle Sprachtechnik), für Gehörlose zu propagieren. Auch die Idee der Einrichtung einer europäischen Gehörlosen-Universität wurde erörtert. Der Kongress bot Teilnehmern aus 15 Ländern ein Diskussionsforum für diese Themen. Inzwischen existiert ein Netzwerk und im Juni 2002 wurde in Spanien eine Folgetagung abgehalten.

In Weilburg, Deutschland, wurde eine Tagung abgehalten, die speziell dem Erfahrungsaustausch über Fremdsprachenunterricht und -lernen an Schulen diente und auf der Lehrer und Wissenschaftler Fragen wie Sprachprogramme, Kerncurriculum, Fremdsprachenunterricht an Grundschulen, bilingualer Unterricht und Einsatz moderner Medien erörterten. Die Ergebnisse der Diskussionen fließen direkt in die Entwicklung eines neuen Curriculums in Hessen ein. In dem in diesem Zusammenhang eingerichteten Netzwerk wird sowohl in formellen Arbeitsgruppen als auch auf informeller Basis gearbeitet.

Am Rande des Projekts KELTIC in Spanien wurde im Jahr 2001 von einer Gruppe von Fachleuten eine Methode für eine "Selbstlernklasse" initiiert, deren Entwicklung im Jahr 2002 abgeschlossen werden soll. Der internationale Kongress zum Fremdsprachenfrühbeginn ermöglichte auch einen Erfahrungsaustausch über vorbildliche Methoden für frühzeitigen Fremdsprachenunterricht. Derzeit ist eine Veröffentlichung der Schlussfolgerungen in Vorbereitung.

Das IRRE Lombardia in Italien hat eine CD-ROM mit den Ergebnissen von 16 Konferenzen zu verschiedenen methodischen Aspekten des Fremdsprachenunterrichts in Kindergärten entwickelt. Es wurden vorbildliche Verfahrensweisen in den einzelnen Regionen ermittelt und von regionalen Studienteams erörtert sowie auf Konferenzen darüber informiert. Jede Region erhält 100 Stück der CD-ROM.

In Island wurden eine Website und eine CD-ROM über alternative Sprachlern- und -lehrmethoden erstellt, die auf den Ergebnissen einer Tagung zu diesem Thema basieren, die von 200 Fremdsprachenlehrern (30-40 % aller Sprachlehrer in Island) besucht wurde. Die CD-ROM und die Website enthalten Präsentationen von Experten aus ganz Europa, die mithin innerhalb und außerhalb Islands allgemein verfügbar sind.

Entwicklung von Sensibilisierungsinstrumenten

In Belgien entwickelte das Erwachsenenbildungszentrum der Brüsseler Handelskammer eine Reihe 30-minütiger Lingua-Snacks (Schnupperkurse) auf der Basis der Ganzkörpereinsatz-Methode. Erwachsene Kursteilnehmer im Zentrum wurden dafür gewonnen, bei dem EJS-Projekt als Lehrer zu fungieren, und entsprechend geschult. 417 Personen erhielten Schnupperkurse in 15 Sprachen. Der Projektkoordinator entwickelte eine interaktive CD-ROM mit der Bezeichnung "Lingua-Snacks - Durchführung von Schnupperkursen unter Ganzkörpereinsatz", die für alle Lehrer und Einrichtungen erhältlich ist, die ähnliche Schnupperkurse starten wollen.

Ein vom Verband der Französischlehrer in Griechenland entwickelter Openair-Französischkurs (Une classe dans la Ville) wurde vom Fernsehsender TV5 auf dem wichtigsten Platz von Saloniki aufgenommen und übertragen. Aus den Sendebeiträgen sowie Videoclips, Sprachspielen und interaktiven Aktivitäten wurde ein Lernwerkzeug erstellt. Am Tag nach der Veranstaltung wurde ein Schulungsseminar veranstaltet, in dem lokale Lehrer die bei dem Französischkurs angewandte Methode erläuterten. Zur Verbreitung des Lernwerkzeugs wurde eine Videoband erstellt, das Ausschnitte aus dem Kurs enthält und die Kursmethode anhand von TV- und interaktiven Aktivitäten erklärt.

Außerdem wurde vom Generalsekretariat für Erwachsenenbildung in Griechenland ein Sprachenportfolio entwickelt, das insofern innovativen Charakter hat, als es sich um ein Portfolio sowohl für formelles als auch für informelles Sprachenlernen handelt, während sich die meisten Portfolios auf die formellen Sprachkompetenzen konzentrieren. Das neue Portfolio soll Erwachsenen, die möglicherweise schon eine Reihe von Wörtern einer anderen Sprache kennen, ohne sich dessen bewusst zu sein, mehr dazu vermitteln. Das von 100 Erwachsenen entwickelte Pilotportfolio soll im Laufe des Jahres 2002 von weiteren 300 Benutzern vervollständigt werden, bevor es dann von allen Teilnehmern von Erwachsenenlernprogrammen verwendet wird.

Das in Frankreich veranstaltete "Fête de Toutes les Langues" (Fest aller Sprachen) bestand aus zwei Wettbewerben, in denen das beste von einer Schulklasse organisierte Fest zur Förderung der Sprachenvielfalt ermittelt wurde. Die Vorbereitung für das Fest umfasste Recherchen, das Erlernen fremder Schriften, das Befassen mit der Geschichte der betreffenden Sprachen, die Untersuchung sprachlicher Unterschiede und die Benutzung in der unmittelbaren Umgebung gesprochener Sprachen. Außerdem wurde viererlei experimentelles Unterrichtsmaterial entwickelt und an Schulen verteilt, um diese in ihren Aktivitäten zu unterstützen. Das Material basierte auf dem Programm Evlang, das von der Europäischen Kommission finanziert wurde.

Im Rahmen seiner Aufklärungskampagne "Gebärdensprache: Eine von vier Sprachen" entwickelte der Finnische Gehörlosen-Verband ein Materialpaket aus Gebärdensprache-Lektionen, das an 1 200 finnische Sekundarschulen (Stufen I und II) verteilt wurde. Das Material ist auch über die Website des Verbands abrufbar.

Grenzübergreifende Initiativen

Deutschland und Niederlande: Auf beiden Seiten der Grenze wurde im öffentlichen Dienst ein Wettbewerb zur Ermittlung der "sprachenfreundlichsten Behörde" veranstaltet. Bei der Beurteilung der Bewerbungen sorgten die Organisatoren für die Durchführung von Besuchen vor Ort, um die Qualität der verschiedenen Initiativen zu bewerten sowie Information und Beratung für weitere Entwicklungen zu bieten.

Schweden und Dänemark: Bei einem Projekt der Stadtverwaltung von Malmö wurden zu beiden Seiten des Öresund eine Reihe von Aktivitäten durchgeführt, die dazu dienen sollten, Grundschülern und Lehrern die Sprache des Nachbarlandes näherzubringen und besser verstehen zu helfen. Es ist ein Folgeprojekt geplant, das im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms für Sekundarbildung Interreg III-A unterstützt werden soll.

Österreich und Tschechische Republik (sowie weitere MOEL): GymRadio Hollabrunn ist ein Rundfunkprogramm, das von Lehrern und Schülern des Gymnasiums Hollabrunn zur besseren Verständigung zwischen der österreichischen und der tschechischen Bevölkerung in der Grenzregion entwickelt wurde. Sprache wird als wichtiges Verständigungsmittel angesehen. Deshalb sendet die Radiostation zweimal wöchentlich Tschechisch-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Um für Publicity zu sorgen, wurde auch der Ministerpräsident der Tschechischen Republik Vaclav Klaus interviewt. Im Jahr 2001 richteten die österreichische Schule, die das Projekt realisiert, und eine grenznahe tschechische Schule eine Partnerschaft ein und die Radiostation dient als Plattform für die Entwicklung des Austauschs von Schülern, Künstlern und regionalen Touristikmanagern.

Irland, Spanien und Vereinigtes Königreich: Das von Artslab durchgeführte irische Theaterprojekt sollte Jugendliche in Irland anregen, Verbindungen zu Jugendlichen in anderen zweisprachigen Regionen Europas wie Navarra und Katalonien herzustellen. Es bestand bereits ein internationales Netzwerk, aber bei früheren Projekten lag der Schwerpunkt eher auf künstlerischen Themen als auf Sprache. Diesmal wurde die Bedeutung der Sprache in den Vordergrund gestellt und waren Künstler an dem Projekt beteiligt, die sich in 3 Ländern zu experimentellen Arbeiten, Übungen und Darbietungen trafen, um 5 Sprachen (Kastilisch, Baskisch, Katalanisch, Irisch und Englisch) zu feiern. Die Aktivitäten gipfelten in einem gemeinsamen Fest in den 6 teilnehmenden Städten.

Spanische und andere Einrichtungen der Länder des "Atlantischen Bogens": Das Projekt KELTIC in Spanien wurde im Rahmen von Netzwerken durchgeführt. Das an den fünf wichtigsten Zielsetzungen des EJS ausgerichtete Vorhaben entwickelte ein lokales/regionales Netzwerk mit einschlägigen Einrichtungen in ganz Asturien, ein nationales Netzwerk und ein internationales Netzwerk, dem Einrichtungen aus dem Atlantischen Bogen angehörten. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählte ein 3-tägiges Sprachen- und Kulturtreffen mit vielfältigen Aktivitäten, in deren Mittelpunkt Workshops und Runde Tische, ein Video-Event in Oviedo und ein internationaler Kongress zum Fremdsprachenfrühbeginn standen.

Rotterdam-Frankfurt-Brüssel: Beim Projekt Sprachenzug, das von der Akademie der Sprachen in Maastricht organisiert wurde, kamen 20 Jugendliche aus 4 verschiedenen Ländern in einem Zug zusammen, in dem sie im Verlauf einer gemeinsamen Reise die Sprachen der anderen Jugendlichen erlernen sollten. Über diese Aktivitäten wurde in den Medien, u. a. Rundfunk, Zeitungen und Fernsehen, berichtet. An den Haltepunkten des Zuges wurden ebenfalls bestimmte Aufgaben durchgeführt, um die Öffentlichkeit an die Thematik heranzuführen. Zur Zeit ist ein neues Projekt in Vorbereitung mit einem Zug, der von Athen nach Brüssel fahren soll.

Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland: Die vier Länder organisierten einen Sprachenbus, der an einer Reihe von Orten in Frankreich, Luxemburg, Deutschland und Belgien Station machte, wo jeweils ein Fest veranstaltet wurde, um für die Sprachen der Nachbarländer zu werben und sie der Bevölkerung näher zu bringen. Die lokalen Stadtverwaltungen waren eng in die Vorbereitung und Durchführung dieses Projekts eingebunden, dem es deshalb gelang, sowohl die lokalen Entscheidungsträger für das Sprachenthema zu sensibilisieren als auch Schüler, Lehrer und Entscheidungsträger zusammenzuführen.

Top