BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Kohäsionspolitik: Strategiebericht 2013 über die Umsetzung der Programme 2007–2013 /* COM/2013/0210 final */
BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE
PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN
AUSSCHUSS DER REGIONEN Kohäsionspolitik: Strategiebericht 2013
über die Umsetzung der Programme 2007–2013 1. Einleitung Dieser Bericht enthält den zweiten strategischen
Überblick über die Umsetzung der Kohäsionspolitikprogramme 2007‑2013, die
im Jahr 2015 auslaufen. Der erste Bericht wurde im März 2010 vorgelegt. Im
vorliegenden Bericht werden die 27 bis Ende 2012 von den Mitgliedstaaten
übermittelten Strategieberichte zusammengefasst[1].
Ziel der kohäsionspolitischen Investitionen ist
die Modernisierung der nationalen und regionalen Volkswirtschaften durch
Unterstützung der Innovation und der Schaffung von Arbeitsplätzen in KMU,
Förderung von FuE, Arbeitsmärkten und Humankapital sowie Aufbau wichtiger
Netzinfrastrukturen, Umweltweltschutz, Verbesserung der sozialen Inklusion und
Aufbau von Verwaltungskapazitäten. Die wirksame Durchführung der Politik hat
seit 2008 vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise an Bedeutung gewonnen,
da sie trotz der Haushaltskonsolidierung in vielen Mitgliedstaaten
kontinuierliche öffentliche Investitionen sicherstellt. Die Berichte bieten einen Überblick über die
sozioökonomischen Herausforderungen für die Mitgliedstaaten und die
Durchführung der EU-finanzierten Programme in einer Zeit von Schwierigkeiten
historischen Ausmaßes. Sie leisten damit einen Beitrag zur Stärkung der
Transparenz und der Verantwortlichkeit für die Umsetzung der
kohäsionspolitischen Ziele. In einer begleitenden Arbeitsunterlage der
Kommissionsdienststellen[2]
wird dargelegt, wie die Kommission die Fortschritte bewertet; ferner enthält
sie 13 thematische Datenblätter mit Angaben zur Durchführung. Im vorliegenden Bericht wird aufgezeigt, dass die
Umsetzung seit dem Bericht aus dem Jahr 2010 Fahrt aufgenommen hat und
Beiträge zu vielen Bereichen leistet, die für nachhaltiges Wachstum und die
Schaffung von Arbeitsplätzen notwendig sind. Ebenso sind im Hinblick auf die zu
Beginn des Zeitraums gesteckten Zielen klare Fortschritte erkennbar. Die Kohäsionspolitik hat ferner unter Beweis
gestellt, dass sie sich an veränderte Bedingungen anpassen und wirksam auf die
Krise reagieren kann. Dennoch werden von den Programmen bis Ende 2015 noch
weitere bedeutende Ergebnisse erwartet, und die bisherigen Anstrengungen müssen
aufrechterhalten und sogar verstärkt werden. Für den Zeitraum 2014‑2020 hat die
Kommission erhebliche Änderungen vorgeschlagen, die mit vielen im vorliegenden
Bericht analysierten Punkte in Verbindung stehen: Mittelkonzentration,
Ergebnisorientierung, verlässliche Berichterstattung anhand gemeinsamer
Indikatoren, Leistungsrahmen und Evaluierung. Der vorliegende Bericht und die
zugehörige Unterlagen unterstreichen die Bedeutung der vorgeschlagenen
Änderungen. 2. Sozioökonomische
Entwicklungen und Trends Die 2008 einsetzende Finanz- und Wirtschaftskrise
hat die Rahmenbedingungen radikal verändert. Das BIP-Wachstum in der EU, das im
Jahr 2008 bereits sehr niedrig (0,3 %) war, schrumpfte 2009 um mehr
als 4 %. In den Jahren 2010 und 2011 verzeichnete die EU wieder positive
Wachstumsraten, die 2012 jedoch wieder rückläufig sein dürften[3]. Die Rezession hat die
baltischen Staaten, Griechenland, Irland, Portugal und Spanien besonders hart
getroffen. Die baltischen Staaten und Irland fanden wieder zu einem positivem
Wachstumspfad zurück und werden voraussichtlich auch weiterhin ein Wachstum
verzeichnen. Portugal und Spanien werden sich 2012 und 2013 immer noch in
Rezession befinden, sollen allerdings 2014 zu einem positivem Wachstum
zurückfinden. Zypern und Griechenland dagegen sind mit einem anhaltenden
Rückgang des BIP konfrontiert[4]. Die Beschäftigung in der EU ist seit Beginn der
Krise erheblich zurückgegangen. In den fünf Jahren bis zum letzten Quartal 2012
gingen sechs Millionen Arbeitsplätze verloren. Nach einer leichten Erholung
Anfang 2010 wird seit Mitte 2011 ein Abwärtstrend verzeichnet. Das
vierte Quartal 2012 wies im Vergleich zum vierten Quartal 2011 einen
Beschäftigungsrückgang um 0,4 % auf. Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2013 bei
10,8 %, im Januar 2009 dagegen bei 8,1 %. Die neuesten Zahlen
zeigen eine deutliche Kluft zwischen den Mitgliedstaaten, insbesondere zwischen
dem Norden und dem Süden der Eurozone. Die Differenz bei der Arbeitslosenquote
in diesen beiden Gebieten lag 2000 bei 3,5 %, sank 2007 auf Null und wuchs
im Dezember 2012 auf 10,5 % an. Noch nie war die Kluft zwischen der
niedrigsten und der höchsten Arbeitslosenquote – 4,9 % (AT –
Januar 2013) bzw. 27,0 % (EL – November 2012) – größer. Die
schwächelnde Wirtschaftstätigkeit wird sich auch weiterhin negativ auf die
Arbeitsmärkte auswirken. Es wird davon ausgegangen, dass die Arbeitslosenquote
in der EU weiter bis auf 11 % in den Jahren 2013 und 2014 steigt. Der Wirtschaftsabschwung hat ferner eine
drastische Verschlechterung des Geschäftsklimas und einen Einbruch beim
Verbrauchervertrauen nach sich gezogen. Die Gesamtinvestitionen
(Bruttoanlageinvestitionen) fielen von 21 % des BIP im Jahr 2008 auf
18 % im Jahr 2012. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sowie
die ausländischen Direktinvestitionen nahmen 2009 rapide ab, haben sich
allerdings in der Zwischenzeit wieder erholt. Es gibt Anhaltspunkte dafür[5], dass die Wirtschaftskrise und
die Reaktionen darauf zu einer Vergrößerung der regionalen Unterschiede führen,
z. B. zwischen den Hauptstadt- oder Industrieregionen und den weniger
entwickelten oder Randgebieten. 3. Die Krise: Probleme und
Reaktionen Die negativen Auswirkungen der Krise waren in den
Mitgliedstaaten, Regionen und Städten nicht überall gleich stark oder
gleichzeitig zu spüren. Viele nationale Berichte spiegeln allgemeine Trends
wider, wenn auch mit unterschiedlicher zeitlicher Abfolge und Intensität. Bei manchen Programmen ging die Nachfrage nach
längerfristiger Unterstützung der Innovation zurück, einige Projekte wurden
verkleinert oder die Umsetzung auf einen längeren Zeitraum gestreckt.
Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach bzw. der Rückgriff auf Maßnahmen wie
Arbeitsmarktinterventionen, allgemeine Unternehmensunterstützung und Zugang zu
Finanzmitteln für KMU. Bei vielen Programmen gibt es Probleme mit der
nationalen oder regionalen Kofinanzierung[6]
oder Wechselkursschwankungen[7],
erfreulicherweise aber auch einen Rückgang der Baukosten[8]. Von der Haushaltskonsolidierung waren staatliche
Anlageinvestitionen besonders hart getroffen: Sie verzeichneten in den beiden
Jahren von 2009 bis 2011 einen Rückgang von real 12 % in der gesamten EU
und um mindestens diesen Prozentsatz in BG, RO, ES, GR und PT. Die Unterstützung
aus dem EFRE und dem Kohäsionsfonds macht in den meisten EU‑12‑Ländern
im Programmplanungszeitraum mehr als ein Drittel der jährlichen
Investitionsausgaben des Staates aus. Da allerdings ein Großteil der insgesamt
verfügbaren Finanzmittel noch an die Mitgliedstaaten ausgezahlt werden muss,
beläuft sich der bis zum Ablauf des Programmplanungszeitraums abrufbare Betrag
in acht der EU‑12‑Länder auf mindestens die Hälfte der jährlichen
Investitionsausgaben bzw. auf knapp ein Drittel in GR und PT. Ähnliches gilt
für die Konvergenzregionen in ES und IT. Diese Zahlen unterstreichen, wie
wichtig die Kohäsionsmittel für die Entwicklungsausgaben in vielen Teilen der
EU sind[9]. Auf diese Herausforderungen haben die EU-Organe
rasch durch die Mobilisierung und gegebenenfalls Anpassung aller zur Verfügung
stehenden Instrumente reagiert. 3.1. Programmflexibilität Knapp 36 Mrd. EUR – bzw. 11 % der
Gesamtmittel – wurden bis Ende 2012 von einem thematischen Bereich in
einen anderen umgeleitet, um die drängendsten Herausforderungen zu unterstützen
und bestimmte Interventionen zu stärken. Davon entfielen 30 Mrd. EUR
auf den EFRE und den Kohäsionsfonds, und knapp 5,5 Mrd. EUR auf den
ESF. Die wichtigsten Änderungen führten zu einem
Anstieg der Ausgaben für Innovation und FuE, allgemeine
Unternehmensunterstützung, nachhaltige Energie, Kultur- und
Sozialinfrastruktur, Straßen und Arbeitsmarkt. Einsparungen betrafen die
IKT-Dienstleistungen, Umweltmaßnahmen, den Schienen- und sonstigen Verkehr, die
allgemeine und berufliche Bildung sowie Maßnahmen zum Kapazitätenaufbau – alles
Bereiche, in denen krisenbedingt eine geringere Nachfrage bestand oder in denen
sich die Mittelzuweisungen als zu ehrgeizig erwiesen haben. Die Kommission unterstützte die Mitgliedstaaten
bei dieser Umprogrammierung. Zunächst richtete sie im Juli 2011 eine
Taskforce ein, um Griechenland bei der Umsetzung des EU-/IWF-Anpassungsprogramm
zu unterstützen und die Ausschöpfung von EU‑Mitteln zu beschleunigen. Im
Jahr 2012 befürwortete der Europäische Rat dann in ausgewählten
Mitgliedstaaten KMU-Jugendaktionsteams, um die Herausforderungen anzugehen, die
sich aus der Jugendarbeitslosigkeit ergeben (siehe 4.1). 3.2. Sonstige Antikrisenmaßnahmen Als Reaktion auf die Finanzkrise stimmten die EU‑Organe
unter anderem einem Maßnahmenpaket zur Förderung der Vereinfachung und
Verbesserung des EU-Finanzierungsflusses zu[10].
Vier Maßnahmen werden in den nationalen Berichten 2012 häufig genannt: · Verbesserung des Cashflows der Programmbehörden: Im Jahr 2009 wurden zusätzliche Vorauszahlungen der EU in Höhe von
6,25 Mrd. EUR für Vorfinanzierungen bei hauptsächlich öffentlichen
Empfängern (z. B. Gemeinden) geleistet. · Ausgabenerklärung im Zusammenhang mit noch nicht genehmigten
Großprojekten: Von beinahe allen Mitgliedstaaten mit
großen Infrastrukturprojekten verwendet. · Vereinfachung oder Rationalisierung von nationalen oder regionalen
Verfahren: Die schnellere Durchführung wurde
sichergestellt, indem an öffentliche Behörden Vorauszahlungen geleistet wurden
und die Vorauszahlungen an Unternehmen im Rahmen der Beihilfevorschriften
angehoben wurden[11]. · Kürzung der nationalen Kofinanzierung: Unter
Beachtung der vorgeschriebenen Obergrenze bewilligte die Kommission bei einigen
Mitgliedstaaten (ES, GR, IE, IT, LT und PT sowie in geringerem Umfang BE, FR
und UK) eine Kürzung der nationalen Kofinanzierungssätze. Darüber hinaus
genehmigten die EU‑Organe weitere Kürzungen der nationalen Kofinanzierung
durch vorübergehende Anhebung der Kofinanzierungssätze auf bis zu 95 % für
die Mitgliedstaaten mit den größten Haushaltsschwierigkeiten (GR, HU, IE, LV,
PT und RO). Zweck der geringeren nationalen Kofinanzierung ist die Verringerung
des gesamten Programminvestitionsvolumens um rund 15,5 Mrd. EUR –
etwa 3,1 % der geplanten Gesamtinvestitionen bzw. knapp 11 % der
nationalen öffentlichen Kofinanzierung. Die größten relativen Kürzungen der
öffentlichen Kofinanzierung gab es in IE, PT, LV, GR und ES – zwischen
26 % (ES) und 47 % (IE). Dadurch sollten in Krisenzeiten die
nationalen Haushalte entlastet und gleichzeitig dafür gesorgt werden, dass die
Investitionen in Projekte mit Wachstums- und Beschäftigungspotenzial
aufrechterhalten werden. 3.3. Sonstige Schwierigkeiten bei
der Durchführung Zwar wird in den Berichten die Krise als
Hauptgrund für die Schwierigkeiten angeführt, doch werden in einigen Berichten[12] auch andere Faktoren genannt.
Dazu zählen der späte Programmstart infolge der Verlängerung des
vorangegangenen Zeitraums, mangelhafte (oder gar rückläufige)
Verwaltungskapazitäten, die Herausforderungen bei der Vorbereitung von großen
Infrastrukturprojekten und der Erlangung der Genehmigung durch die Kommission,
Änderungen bei den Rechtsvorschriften, unbeständige Rückendeckung aus der
Politik (Wechsel in der nationalen bzw. regionalen Regierung oder Änderungen
bei Behörden) und die Auswirkungen der nationalen Branchenreformen. 4. beitrag zu
Wettbewerbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen Die Kohäsionspolitikprogramme wurden so gestaltet,
dass sie einen Beitrag zur Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung
leisten. Die Lissabon-Strategie wurde 2010 durch die Strategie Europa 2020
abgelöst. Auf den nachfolgenden Tagungen des Europäischen Rates wurden die
Europa-2020-Ziele bekräftigt, und im Juni 2012 unterstrich der Europäische
Rat in seinen Schlussfolgerungen zum Pakt für Wachstum und Beschäftigung die
Rolle der Strukturfonds und des Kohäsionsfonds bei der Unterstützung dieser
Ziele. Die meisten Mitgliedstaaten geben an, dass ihre
ursprünglichen Investitionsstrategien und ‑ziele trotz der beträchtlichen
Veränderung des sozioökonomischen Hintergrunds infolge der Krise immer noch
Gültigkeit haben. In den meisten Berichten kommt die Zuversicht zum Ausdruck,
dass die Programme ihre Ziele im Großen und Ganzen erreichen werden. In einigen Berichten wird gesagt, dass die
Kohäsionspolitik hilfreich bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen
Investitionen in wichtigen Wirtschafsbereichen war, z. B. Forschung und
Entwicklung, KMU-Unterstützung und nachhaltige Energie, Reindustrialisierung,
soziale Inklusion, Reformen der Bildungs- und Ausbildungssysteme und
Arbeitsmarktherausforderungen. In beinahe allen Mitgliedstaaten wurde auf
Finanzierungsinstrumente zurückgegriffen, um in Zeiten der Verringerung des
Kreditvolumens durch den Finanzsektor Investitionen und Schaffung von
Arbeitsplätzen in KMU zu fördern. Ende 2011 belief sich der Beitrag der
Kohäsionsprogramme zu den Finanzierungsinstrumenten für Unternehmen auf mehr
als 8,9 Mrd. EUR (4,4 % der EFRE-Mittel insgesamt), mehr als 3,6 Mrd. EUR
davon (40 %) wurden an Unternehmen ausgezahlt. Die Bedeutung des ESF bei der Bewältigung der
Krise hängt von dessen Rolle bei der Unterstützung des Arbeitsmarkts ab. Für
diejenigen Mitgliedstaaten, die zwar stark von der Krise getroffen sind,
allerdings darauf reagieren können, ist der ESF die Hauptquelle für die
Förderung aktiver Arbeitsmarktmaßnahmen. Er hat dazu beigetragen,
in Mitgliedstaaten mit Haushaltsengpässen, die traditionell eher passive
Maßnahmen unterstützen, diese Maßnahmen zu stärken. In diesen
Ländern stehen Programmänderungen in direkter Verbindung zu Änderungen der
Arbeitsmarktmaßnahmen. Einige Mitgliedstaaten heben die Rolle hervor, die
EFRE und ESF bei der Förderung nationaler Reformbestrebungen spielen, besonders
in den Bereichen bessere Rechtsetzung, Reform der Bildungssysteme,
Arbeitsmarkt, öffentliche Verwaltung und Strukturreformen in der
Wasserwirtschaft. Darüber hinaus wurde der Kapazitätenaufbau für die
Sozialpartner aus dem ESF unterstützt. Die Mitgliedstaaten beschreiben ferner Maßnahmen,
die sie im Zuge der länderspezifischen Empfehlungen des Rates ergriffen haben.
Beispiele: PL berichtet über Abhilfemaßnahmen wie einen Schienenplan, die
Hochschulreform und die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft durch den
„Wissensbasierung“. LT meldet Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen
Arbeitslosigkeit und zur Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden. UK
betont die Rolle der Kohäsionspolitik bei der Förderung von regionaler
Produktivität, Wachstum und Beschäftigung. 4.1. Junge Menschen und KMU im Fokus Im Januar 2012 befürwortete der Europäische
Rat eine Initiative für KMU-Jugendaktionsteams in den acht Mitgliedstaaten mit
der höchsten Jugendarbeitslosigkeit. Als Ergebnis der Arbeit der Aktionsteams[13] aus Kommissionsbediensteten
und nationalen Vertretern dürften schätzungsweise weitere
780 000 junge Menschen von der Neuzuweisung von ESF-Mitteln für die
Beschäftigungs- und Schulungsprogramme für junge Menschen profitieren. Die
EFRE-Maßnahmen im Rahmen dieser Initiative könnten im Vergleich zur ursprünglichen
Planung zusätzliche 54 800 KMU fördern. Diese Ergebnisse zeigen die
ehrgeizigen Maßnahmen einiger Mitgliedstaaten zur Bekämpfung der hohen
Jugendarbeitslosigkeit. 4.2. Quantifizierung der
Fortschritte bei der Umsetzung der Strategieziele Der Bericht enthält eine Fülle an Informationen
und Daten. Dies ist der erste Programmplanungszeitraum, in dem
die Kommission die Daten zu gemeinsamen Outputindikatoren in jährlichen
Durchführungsberichten und nationalen Strategieberichten aggregieren und
analysieren kann. Diese Daten zeigen, dass die Kohäsionspolitik
vor Ort spürbare Ergebnisse erzielt hat und dass im Vergleich zu den Vorjahren
für 2011 deutlich mehr Outputs und Ergebnisse gemeldet wurden. Die folgenden von den Programmen übermittelten
konkreten Leistungen können auf europäischer Ebene aggregiert werden[14]: ·
Bislang wurden knapp
400 000 Arbeitsplätze geschaffen, 190 000 davon seit 2010.
Dazu zählen: –
über 15 600 Arbeitsplätze in der
Forschung (9500 seit 2010); –
über 167 000 Arbeitsplätze in KMU
(69 100 seit 2010); Die meisten neuen Arbeitsplätze wurden für UK, IT,
DE, ES, PL und HU gemeldet. Dies zeigt, dass die kohäsionspolitische
Unterstützung eine positive – und in manchen Fällen auch eine ausgeprägte
antizyklische – Wirkung auf die Beschäftigung hat. ·
Unterstützt wurden 53 240 FTE-Projekte
und 16 000 Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und
Forschungseinrichtungen. ·
53 160 Unternehmensneugründungen wurden vor
allem in der EU‑15 gefördert (28 000 seit 2010), eine
beträchtlich Anzahl allerdings auch in HU und PL. ·
Knapp 1,9 Mio. Menschen mehr haben nun
Breitbandzugang (vor allem in ES, FR, IE, IT). ·
1222 MW an zusätzlicher
Stromerzeugungskapazität wurden seit 2007 vor allem in der EU‑15
geschaffen[15]. ·
Weitere 2,6 Mio. Menschen profitieren nun
von Wasserversorgungsprojekten und weitere 5,7 Mio. Menschen von
Abwasserprojekten. ·
Mehr als 5000 Verkehrsprojekte wurden
begonnen, und die Ergebnisse zeichnen sich vor Ort bereits ab: 460 km
TEN-V-Straßen und 334 km TEN-V-Schienen[16]. ·
Knapp 3,4 Mio. Menschen haben Zugang zu
besserem Stadtverkehr. ·
Über 19 000 Bildungsinfrastrukturprojekte
wurden unterstützt, die 3,4 Mio. Studierenden zugute kommen,
hauptsächlich in IT, aber auch in BG, ES und GR sind beträchtliche
Errungenschaften zu verzeichnen. Für den ESF hat sich die
Teilnehmerzahl zwischen 2009 und 2010 erheblich erhöht (von 10 auf über
15 Mio. Teilnehmer jährlich), und dieses hohe Niveau wurde
aufrechterhalten. Die Teilnehmerprofile sind sehr unterschiedlich und spiegeln
nationale Gegebenheiten und die Prioritäten für die Förderung aus dem ESF
wider. Von 2007 bis Ende 2011 meldeten die Mitgliedstaaten die folgenden
Ergebnisse: ·
Die ESF-Maßnahmen zur Förderung des Zugangs zu
Beschäftigung durch Schulungen und andere Unterstützungsarten zählten
12,5 Mio. Teilnehmer. Zwei Drittel aller Teilnehmer waren nicht
erwerbstätig oder arbeitslos. 2,4 Mio. Menschen fanden binnen
sechs Monaten nach Abschluss der Intervention einen Arbeitsplatz –
angesichts des Wirtschaftsabschwungs ist dies ist eine bemerkenswerte Errungenschaft. ·
15 Mio. Teilnehmer waren junge Menschen
(unter 24 Jahre), und diese Zahl stieg 2010 und 2011 infolge der Krise
beträchtlich an. In DE, FR und HU sind mindestens 40 % aller Teilnehmer
junge Menschen. ·
Knapp die Hälfte der Teilnehmer (46 %)
verfügen bestenfalls über einen Abschluss der Sekundarstufe I. In DE, GR
und MT macht diese Gruppe über 60 % aller Teilnehmer aus, in FI, SE, SI
und CY dagegen weniger als 20 %. In CY, EE, LT und SI verfügen mindestens
40 % über Hochschulbildung. ·
Im Bereich Lebenslanges Lernen unterstützte der ESF
rund 5 Mio. junge Menschen. Die 5,5 Mio. Teilnehmern wiesen
ein niedriges Bildungsprofil mit geringer Qualifizierung auf[17]. ·
Bislang wurden mehr als
14,5 Mio. Endempfänger abgedeckt; ferner wurde eine breite Palette an
Zielgruppen im Bereich soziale Inklusion angesprochen. 18 % der Teilnehmer
stammen aus Bevölkerungsgruppen, die auf dem Arbeitsmarkt besonders
schutzbedürftig sind. Trotz unterschiedlicher Gegebenheiten erreichen das UK
und AT offenbar Menschen mit einer Behinderung besonders gut. Andere, vor allem
AT, CY, NL und LV, setzen die ESF-Mittel erfolgreich bei der Unterstützung von
Angehörigen von Minderheiten oder Menschen mit Migrationshintergrund ein. ·
Rund 700 000 Teilnehmer, vor allem
Beamte, haben mithilfe der ESF-Mittel ihre Kompetenzen verbessert. Vier
Mitgliedstaaten (BG, GR, HU und RO) führen ein Programm durch, das explizit für
den Aufbau institutioneller Kapazitäten gedacht ist. ·
Mehr als die Hälfte der ESF-Teilnehmer (52 %)
sind Frauen; dies entspricht dem allgemeinen ESF-Ziel, die Chancengleichheit zu
fördern und die durchschnittliche Erwerbsbeteiligung von Frauen anzuheben. In
CY, EE, LT und LV sind mehr als 60 % der Teilnehmer Frauen. Diese Informationen bieten wichtige Einblicke in
die Durchführung, die uns zuvor nicht vorlagen, auch wenn sie nicht alle
Auswirkungen der Maßnahmen abdecken, da viele andere Indikatoren nicht
aggregiert werden können. Zwar stellt die Kommission in den letzten Jahren
beträchtliche Fortschritte bei der Qualität der Berichterstattung fest, doch
können viele Programmbehörden die Kernindikatoren für den EFRE/Kohäsionsfonds
noch stärker nutzen und die Genauigkeit der Berichterstattung weiter steigern.
Auch für den ESF muss stärker auf die gemeinsamen Ergebnisindikatoren
zurückgriffen werden. Die Daten für den Zeitraum bis Ende 2012 werden
Mitte 2013 zur Verfügung stehen. Bis zum Abschluss im Jahr 2017 wird
die Kommission auch weiterhin die gemeldeten Daten veröffentlichen. 4.3. Bewertungsergebnisse Bei der Bewertung wird beurteilt, inwiefern die Programmaktivitäten
zur Erreichung der Maßnahmenziele beitragen; die Bewertung spielt eine wichtige
Rolle für die Bereitstellung von Informationen für eine Diskussion der
Maßnahmen. Die Bewertungsanforderungen an die Mitgliedstaaten während dieses
Programmplanungszeitraums schreiben eine Folgenabschätzung nicht ausdrücklich
vor. Die erstellte Bewertung bezieht sich auf spezifische Bedürfnisse der
Verwaltungsbehörden. Manche – vor allem PL und IT – haben bislang zahlreiche
Bewertungen durchgeführt, darunter viele kleine, doch auch einige
strategischere Studien. FR und SE haben all ihre Feststellungen bei der
Bewertung zusammengestellt. In der ersten Hälfte des Programmplanungszeitraums
waren die Bewertungen zumeist verfahrensorientiert und sollten zu einer reibungsloseren
Programmdurchführung beitragen und als Begründung für Programmänderungen
dienen. Es wurden zahlreiche Halbzeitbewertungen durchgeführt (systematisch in
DE, FR, NL, UK). Die Bewertungen bestätigten eher die Gültigkeit der
ursprünglichen Strategie, obwohl in manchen Bewertungen Anpassungen bei der
Mittelzuweisung und den Durchführungsverfahren empfohlen wurden. Die Folgen der
Wirtschaftskrise waren oftmals der Hauptgrund für Änderungen. Ab 2011 wurden verstärkt Bewertungen
initiiert, um die Auswirkungen der Programme zu analysieren. Obwohl es
unmöglich ist, die Ergebnisse in allen Mitgliedstaaten zusammenzustellen,
zeigte eine Überprüfung dieser Bewertungen für die GD Regionalpolitik und
Stadtentwicklung[18]
eine Zunahme bei den Bewertungen von FTEI- und Unternehmensförderungsmaßnahmen
und eine Abnahme bei den Infrastrukturbewertungen (da diese Interventionen eine
längere Durchführungsphase haben, ist dies wenig verwunderlich). Die
Bewertungen vermelden positive Ergebnisse für FTEI. In vielen Fällen schufen
die Interventionen eine kritische Masse, die bei der nationalen oder regionalen
FuE-Aktivität einen Satz nach vorne ermöglichte. Die meisten Bewertungen von
Unternehmensförderungsmaßnahmen ergaben ebenfalls positive Ergebnisse. Die Zahl der Bewertungen von ESF-Programmen ist
seit 2010 signifikant angestiegen. Die Bewertungen zeigen, dass der ESF
seit Beginn des Programmplanungszeitraum enorm an Bedeutung gewonnen hat,
obwohl die Krise die Wirksamkeit des Fonds beeinträchtigt hat. Für die Bewertung der laufenden Programme zieht
die Kommission zwei Expertennetze für Bewertungen hinzu und führt diese
Tätigkeit auch weiter. Die Ex-post-Bewertung des jetzigen Zeitraums muss
Ende 2015 vorgelegt werden. Die Arbeit der Kommission hängt von der
Verfügbarkeit der Begleitungssysteme und Bewertungen in den Mitgliedstaaten und
Regionen ab. Es werden eindeutig mehr qualitativ hochwertige Bewertungen der
Auswirkungen der Interventionen benötigt, sowohl während des laufenden
Zeitraums als auch in Zukunft. Im Programmplanungszeitraum 2014‑2020
müssen die Verwaltungsbehörden einen Evaluierungsplan aufstellen und den
Beitrag der kohäsionspolitischen Interventionen zum Erreichen der Programmziele
evaluieren. 4.4. Absorption der Fondsmittel Die Zahlen aus Abschnitt 4.2 geben nicht das
gesamte Bild wider, da eine zeitliche Lücke zu der Erbringung von Outputs und
Ergebnissen besteht und nicht alle Indikatoren auf EU‑Ebene aggregiert
werden können. Sie können durch Finanzinformationen zur Projektauswahlquote und
zu den der Kommission gemeldeten Ausgaben ergänzt werden. Trends bei der Projektauswahl Fünf Jahre nach Beginn bzw. vier Jahre vor Ende
des Programmplanungszeitraums belief sich das gemeldete Finanzvolumen der
ausgewählten Projekte auf 246 Mrd. EUR, also 71 % der zur Verfügung
stehenden EU–Ressourcen. Schaubild 1 zeigt die Verteilung der
Projektauswahl nach Themen – manche Bereiche lagen über dem Durchschnitt
(z. B. Straßen, sonstige Unternehmenshilfen, soziale Infrastruktur sowie
Kulturerbe und Tourismus), andere darunter (z. B. Innovation und FuE,
Schienenverkehr, IT-Dienstleistungen und Breitband, Energie und
Kapazitätenaufbau). Zur zweiten Gruppe zählen Bereiche, auf denen die
Verwaltungen über weniger Erfahrungen bei der Durchführung von Programmen
verfügen (Innovation, IKT, Kapazitätenaufbau) oder die, wie der
Schienenverkehr, traditionell komplexer bei der Durchführung sind als andere
Infrastrukturen. Die Durchschnittswerte kaschieren erhebliche Unterschiede
zwischen den Mitgliedstaaten. Schaubild 1: Projektauswahlquote nach breiter
gefassten Themen – 2007‑2011 Zwar werden die detaillierten Zahlen für 2012
nicht vor Mitte 2013 offiziell mitgeteilt[19],
doch liegt in den neuesten Schätzungen die aggregierte Projektauswahl zum
Ende 2012 bei 88 %, wobei etwa 304 Mrd. EUR nun Projekten
zugewiesen wurden. Trends bei den Zahlungen Die Fortschritte bei Projektauswahl und Zahlungen
unterscheiden sich, wie in Schaubild 2 dargestellt, von Mitgliedstaat zu
Mitgliedstaat. Im Laufe des Jahres 2012 ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.
Aufgrund der systemimmanenten Verzögerung zwischen dem Anfallen der Ausgaben
vor Ort und der Meldung dieser Ausgaben an die Kommission werden die
Fortschritte unterschätzt. Dennoch besteht bei denjenigen Mitgliedstaaten, die
deutlich unter dem Durchschnitt liegen, das Risiko, dass Projekte während des
Programmplanungszeitraums nicht durchgeführt werden – es sei denn, das Tempo
wird erheblich angezogen. Die Situation in den Mitgliedstaaten ist äußerst
unterschiedlich. In AT, BE, DE, EE, IE, LT, PT und SE ist der Mittelabruf eher
hoch. Die Ausgabenquoten sind in BG, CZ, HU, IT, MT, SK und vor allem RO
besonders langsam. In diesen Ländern steigt das Risiko, dass die vorhanden
EU-Mittel, wenn sie nicht rasch in Anspruch genommen werden, in beträchtlichem
Umfang verloren gehen und die anvisierten Ziele nicht erreicht werden. Die Ausgabenquoten für die einzelnen Fonds sind im
Großen und Ganzen ähnlich. Allerdings liegen in AT, IT, LV und PT die
ESF-Ausgaben vor den EFRE- und Kohäsionsfondsausgaben, in BG, GR, HU, NL und SE
dagegen ist es umgekehrt. Schaubild 2:
Gemeldete aggregierte Projektauswahlquoten (2007‑2011) und Zahlungen nach
Mitgliedstaat (2007‑Januar 2013) 5. Fazit Es lässt sich eindeutig und immer mehr
belegen, dass die Programme in vielen Politikbereichen und Mitgliedstaaten gute
Ergebnisse erzielen. Die für den EFRE und den Kohäsionsfonds gemeldeten
kumulativen Zahlen zu den Kernindikatoren verdeutlichen den wichtigen Beitrag,
den diese Programme in vielen Bereichen leisten, in denen Investitionen in
puncto wirtschaftliche Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit notwendig sind.
Der im Jahr 2011 gemeldete Output war deutlich höher als in den Vorjahren.
Beim ESF profitieren zahlreiche Menschen von den Programmen, die in den Zugang
zu Beschäftigung, Bildung und Ausbildung, die soziale Inklusion und den Aufbau
von Verwaltungskapazitäten investieren. Die kohäsionspolitischen Programme haben
bewiesen, dass sie flexibel genug sind, um auf die Krise zu reagieren, … Dank der eingebauten Flexibilität der
Kohäsionspolitik konnte während der Krise auf regionale und nationale
Bedürfnisse eingegangen werden. Mehr als 11 % der verfügbaren
Haushaltsmittel wurden seit Beginn des Zeitraums umgewidmet. Infolge
beträchtlicher Umprogrammierungen in den Jahren 2011 und 2012 konnten die
Programme auch weiterhin auf die veränderten Bedürfnisse ausgerichtet werden. …. … doch es bleibt noch viel zu tun, und in
einigen strategischen Bereichen gibt es Risiken. In den kommenden 33 Monaten werden von diesen
Programmen noch große Ergebnisse in puncto Schaffung von Arbeitsplätzen und
intelligentem, nachhaltigem und inklusivem Wachstum erwartet. Die
Mitgliedstaaten und Regionen müssen ihre Anstrengungen verstärken und die
ausgewählten Projekte bis Ende 2015 durchführen. Dies würden auch einen
wichtigen Beitrag zu den Zielen des Pakts für Wachstum und Beschäftigung
leisten, den der Europäische Rat im Juni 2012 ins Leben gerufen hat. Aus zweierlei Gründen stellt dies eine
Herausforderung dar: Da die politische Diskussion nun immer öfter künftige
Programme zum Inhalt hat, dürfte sich die Aufmerksamkeit auf den neuen
Programmplanungszeitraum verlagern. Darüber hinaus dürfte der Druck auf die
Staatshaushalte es manchen Regionen erschweren, Kofinanzierungsmittel für die
Durchführung von Programmen aufzutreiben. Manche Mitgliedstaaten haben in den Bereichen
Innovation und FuE, Schienenverkehr, IT-Dienstleistungen und Breitband, Energie
und Kapazitätenaufbau deutlichen Rückstand. Einige Mitgliedstaaten dürften
versuchen, 2014-2015 Umprogrammierungen zugunsten von Bereichen vorzunehmen, in
denen Investitionen einfacher sind (z. B. lokale Straßen). Sämtliche
weiteren Umprogrammierungen sollten allerdings klar auf Investitionen
ausgerichtet sein, die große Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben,
und sorgfältig daraufhin überprüft wurden, ob sie zu diesem späten Zeitpunkt im
Programmplanungszeitraum tatsächlich erfolgreich durchgeführt werden können. Die Kommission ist bereit, eine niedrigere
nationale Kofinanzierung ins Auge zu fassen. Jegliche Kürzung sollte allerdings zur Bedingung
haben, dass a) damit die wichtigsten vorrangigen politischen Bereiche
umgesetzt werden, z. B. Innovation in KMU, Energieeffizienz und
erneuerbare Energien, Schienenverkehr, Bildung, soziale Inklusion und Kapazitätenaufbau,
sowie b) die so wieder verfügbaren nationalen Mittel für die Unterstützung
nationaler wachstumsfördernder Investitionen zweckgebunden werden, vor allem
für Investition mit kurzfristiger und antizyklischer Wirkung oder mit einem Durchführungszeitraum,
der über den laufenden Programmplanungszeitraum hinausgeht. Aus früheren und laufenden Programmen können
wichtige Lehren gezogen werden … Ausgehend von den Erfahrungen beim späten Start
der Programme 2007-2013 wird die Kommission auch weiterhin auf eine Annahme
aller notwendigen Rechtsakte drängen, um Verzögerungen beim Beginn der neuen
Programme zu vermeiden. Ferner wird sie bei der Genehmigung der neuen Programme
eng mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, und sie hat auch bereits informelle
Vorbereitungen mit allen Mitgliedstaaten initiiert. Die Kommission erinnert
daran, dass die Förderfähigkeit für den laufenden Zeitraum im
Dezember 2015 endet[20]
und dass die Mitgliedstaaten die Überschneidung von laufenden und künftigen
Programmen bewältigen müssen, um Verzögerungen bei den Investitionen für die
neuen Programme zu vermeiden. … die Bewertung und die Verwendung von
Indikatoren muss gestärkt werden … Es ist sehr wichtig, dass die Mitgliedstaaten und
die Verwaltungsbehörden während des restlichen laufenden
Programmplanungszeitraums auch weiterhin die Auswirkungen der unterstützten
Interventionen bewerten. Dadurch kann die Qualität der Investitionen besser
verstanden und nachvollzogen werden, welche Maßnahmen am wirksamsten sind und
aus welchem Grund. Genauso wichtig ist es, die Nutzung und die Begleitung
von Indikatoren – vor allem der gemeinsamen Indikatoren – zu konsolidieren.
Dies ist ein zentrales Merkmal des nächsten Programmplanungszeitraums. … und wir brauchen künftig eine bessere
Programmplanung. Die Programme des
Zeitraums 2007‑2013 verfügen über starke Mechanismen zur Nachverfolgung
des Mittelflusses und des Mittelabrufs und über schwächere zur Festlegung, Begleitung
und Bewertung von Zielen. Die Berichte liefern daher gute Informationen über
den Mittelabruf, enthalten allerdings nicht immer überzeugende Informationen
und quantifizierte Angaben zu den Fortschritt hinsichtlich der Ziele. Der
vorliegende Bericht und die zugehörige Arbeitsunterlage der
Kommissionsdienststellen stellen einen ersten Versuch dar, die von den
Mitgliedstaaten übermittelten Input-, Output- und Ergebnisdaten zu analysieren.
Die Kommission ist der Ansicht, dass eine öffentliche Debatte über diese Fakten
und Zahlen für die Mitgliedstaaten und Regionen einen wichtigen Anreiz
darstellen wird, um die Qualität ihrer Berichterstattung zu verbessern.
Letztlich wird diese Feedbackschleife zu einer wirksameren Umsetzung der
politischen Ziele beitragen. Die für den vorliegenden Bericht vorgenommene
Analyse bestätigt die Relevanz der Vorschläge der Kommission für den nächsten
Programmplanungszeitraum, die Politik stärker auf Ergebnisse und Leistung
auszurichten, mit einer thematischen und finanziellen Konzentration,
Ex-ante-Konditionen zur Gewährleistung der Qualität der Investitionen und einer
raschen Durchführung sowie einer regelmäßigen, verlässlichen und frühzeitigeren
Berichterstattung. Bei der Einigung auf diese grundlegende Verlagerung des
politischen Fokus werden derzeit mit den Mitgliedstaaten und dem Europäischen
Parlament gute Fortschritte erzielt. Dies wird künftig zu einer größeren
Rechenschaftspflicht für die erzielten Ergebnisse und die eingesetzten
Ressourcen führen. [1] Artikel 29 und 30 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006 des Rates. Die öffentlich zugänglichen Berichte können hier
abgerufen werden: http://ec.europa.eu/regional_policy/how/policy/strategic_report_en.cfm. [2] SWD(2013) 129 final vom 18.4.2013. [3] Jahreswachstumsbericht 2013,
November 2012 - http://ec.europa.eu/europe2020/pdf/ags2013_de.pdf.
[4] http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/european_economy/2013/pdf/ee1_en.pdf. [5] 8. Fortschrittsbericht,
geplant.
Siehe auch das Expertennetz für Bewertungen der GD REGIO zum Thema
„Errungenschaften der Kohäsionspolitik – zusammenfassender Bericht 2012“ (EFRE/Kohäsionsfonds),
Abschnitt 2 – http://ec.europa.eu/regional_policy/information/evaluations/index_de.cfm. [6] CZ, GR, IT, PL, PT, RO und SK. [7] PL und UK. [8] BG und PL. [9] Expertennetz für Bewertungen zur
Performance der Kohäsionspolitik 2007‑2013. Zusammenfassung der
nationalen Berichte 2012: http://ec.europa.eu/regional_policy/information/evaluations/index_de.cfm#1.
[10] http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docoffic/2007/working/economic_crisis_sec20101291.pdf [11] BG, CY, ES, HU, IE, IT, LT, LV, SI
und UK. [12] BG, IT, LT, LV, PL, RO, SI und
SK. [13] http://ec.europa.eu/europe2020/pdf/barroso/report_de.pdf
[14] Weitere Details aufgeschlüsselt
nach Mitgliedstaat können den thematischen Datenblättern entnommen werden, die
dem vorliegenden Bericht beiliegen. [15] Diese Zahl ist zu niedrig
angesetzt, da Regionen und Mitgliedstaaten, die andere Maßeinheiten verwenden,
bei der Aggregierung nicht berücksichtigt werden konnten. [16] Es wird davon ausgegangen, dass
diese Zahlen in den nächsten Monaten beträchtlich ansteigen, da die
Durchführung der Infrastrukturgroßprojekte Zeit in Anspruch nimmt und viele
Ergebnisse erst ganz zu Ende des Programmplanungszeitraums sichtbar werden. [17] Für Lebenslanges
Lernen; die Daten decken den Zeitraum 2007 bis Ende 2010 ab. [18] http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/evaluation/pdf/eval2007/expert_innovation/2011_synthesis_national_reports.pdf [19] Diese Informationen sind –
aufgeschlüsselt nach Thema – erst bei Erhalt der jährlichen
Durchführungsberichte 2012 verfügbar (Ende Juni 2013). [20] Artikel 56 Absatz 1 der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates.