SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-0495/03 von Joan Vallvé (ELDR) an die Kommission. Achtung und Förderung der Sprachenvielfalt in Europa.
Amtsblatt Nr. 161 E vom 10/07/2003 S. 0223 - 0224
SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-0495/03 von Joan Vallvé (ELDR) an die Kommission (21. Februar 2003) Betrifft: Achtung und Förderung der Sprachenvielfalt in Europa Die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 14. Januar 2004 zur Rolle der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften beim Aufbau Europas (P5_TA_PROV(2003)0009) fordert in Ziffer 13 Buchstabe f), folgenden neuen Artikel 151 a in den EG-Vertrag aufzunehmen: Die Gemeinschaft achtet und fördert im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die sprachliche Vielfalt in Europa, einschließlich der Regional- oder Minderheitensprachen als Ausdruck dieser Vielfalt, indem sie die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördert und andere geeignete Instrumente zur Förderung dieses Ziels einsetzt. Kann die Kommission darlegen, auf welchem Weg sie dieses Ziel erreichen möchte, und zwar unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 2002 zum Europäischen Jahr der Sprachen erklärt worden war und in Europa Sprachen existieren, die zwar auf dem Gebiet der jeweiligen Mitgliedstaaten offiziell anerkannt sind, auf EU-Ebene jedoch nicht als Amtssprachen gelten, wie Katalanisch? Welche konkreten Vorschläge hat die Kommission, um diese Gruppe von Sprachen zu fördern, die eine Sonderstellung genießen? Antwort von Frau Reding im Namen der Kommission (19. März 2003) Nachdem das Europäische Jahr der Sprachen wie dem Bericht über seine Durchführung zu entnehmen ist(1) sicher zur Förderung der sprachlichen Vielfalt und des Sprachenlernens beigetragen hat, galt es, den vom Sprachenjahr ausgelösten Schwung zur Förderung des Sprachenlernens und der sprachlichen Vielfalt weiter zu nutzen. So hat die Kommission ein Konsultationsdokument zur Förderung des Sprachenlernens und der sprachlichen Vielfalt(2) erarbeitet, zu dem im Dezember 2002 eine breite öffentliche Konsultation begonnen hat und das auch dem Parlament zugeleitet worden war. Anhand der Ergebnisse der Konsultation will die Kommission Mitte 2003 einen Aktionsplan zur Förderung des Sprachenlernens und der sprachlichen Vielfalt verabschieden; dabei sollen Ressourcen aus den bestehenden Gemeinschaftsprogrammen und -aktivitäten zugrunde gelegt werden. Die Kommission hat ein umfassendes Konzept auch unter Einschluss der Regional- und Minderheitensprachen vorgeschlagen. Dabei wurde in dem entsprechenden Diskussionsdokument auch die Frage gestellt, wie die Union die Mitgliedstaaten bei der Förderung der sprachlichen Vielfalt unterstützen könnte. Parallel dazu hat die Kommission eine größere Studie zur Förderung von Minderheitensprachen in Europa finanziert, die nunmehr auf der Website der Generaldirektion Bildung und Kultur abgerufen werden kann(3). Ihre finanzielle Unterstützung des Europäischen Büros für weniger gebräuchliche Sprachen und des Informationsnetzes Mercator hat die Kommission fortgesetzt. (1) KOM(2002) 597 endg. (2) SEK(2002) 1234 vom 13. November 2002. (3) http://europa.eu.int/comm/education/langmin.html.