Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen - Evaluierung des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008
/* KOM/2010/0361 endg. */
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[pic] | EUROPÄISCHE KOMMISSION |
Brüssel, den 6.7.2010
KOM(2010)361 endgültig
BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN
Evaluierung des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008
BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN
Evaluierung des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008
EINFÜHRUNG
Auf der Grundlage der Entscheidung Nr. 1983/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates[1] wurde das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs (nachfolgend als „EJID“ oder „das Jahr“ bezeichnet) erklärt.
In diesem Bericht werden die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der von ECOTEC Research and Consulting Limited durchgeführten externen Evaluierung des Jahres sowie die Stellungnahme der Kommission zu diesen Ergebnissen vorgestellt. Die Evaluierung kann abgerufen werden unter:
http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/evalreports/index_en.htm#cultureHeader
ZIELE UND HAUSHALT DES JAHR ES
Mit dem Jahr des interkulturellen Dialogs wurde der zunehmenden kulturellen Vielfalt in Europa, die sich aus der Erweiterung der EU, der Mobilität der Arbeitskräfte im Binnenmarkt, alten und neuen Migrationsbewegungen sowie der Globalisierung ergibt, Rechnung getragen. Das Ziel bestand darin, den großen Wert der kulturellen Vielfalt stärker ins Bewusstsein zu rücken und Maßnahmen zu fördern, die ein Lernen aus unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen in anderen Ländern ebenso wie innerhalb von Gemeinschaften ermöglichen.
Bei der Bewertung wurde zwischen drei Kategorien von Zielen für das Jahr unterschieden:
Allgemeine Ziele
- Erklärung des interkulturellen Dialogs (worum es sich dabei handelt, was dabei geschieht und weshalb);
- Beeinflussung der Ansichten und Einstellungen möglichst vieler Menschen;
- Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger;
- Anstoß eines nachhaltigen Prozesses von Aktivitäten, die den interkulturellen Dialog betreffen;
- Förderung eines besser strukturierten Dialogs mit der Zivilgesellschaft;
- Unterstützung bei der Vermittlung interkultureller Kompetenzen für die in Europa lebenden Menschen.
Spezifische Ziele
- Sensibilisierung der Allgemeinheit, und insbesondere von Jugendlichen, für die Bedeutung des Konzepts des interkulturellen Dialogs;
- Förderung des Interesses an EU-Programmen, die zum interkulturellen Dialog beitragen;
- Ermittlung und Verbreitung bewährter Praktiken und Innovationen;
- aufzeigen, wie Bildung und Medien zur Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Kulturen beitragen können.
Operative Ziele
- Förderung des interkulturellen Dialogs durch Veranstaltungen auf europäischer Ebene;
- Förderung der Zielsetzungen des Jahres auf nationaler und regionaler Ebene;
- Verbreitung der wichtigsten Botschaften zu den Zielen des Jahres und den bewährten Praktiken;
- Evaluierung und Berichterstattung über die Vorbereitung des Jahres, seine Effizienz und Wirkung.
Zur Verwirklichung dieser Ziele wurden Finanzmittel in Höhe von 10 Mio. EUR für folgende Maßnahmen bereitgestellt:
- Nationale Projekte, ein Projekt je Mitgliedstaat, erhielten einen Zuschuss für Maßnahmen auf nationaler und/oder regionaler Ebene. Diese Projekte wurden in der Regel in jedem Land von einer nationalen Koordinierungsstelle für das Jahr durchgeführt. Die Zuschüsse wurden im Verhältnis zur Größe der einzelnen Länder vergeben und lagen zwischen 26 000 EUR für Malta und 252 000 EUR für Deutschland.
- Europäische Vorzeigeprojekte wurden nach einer offenen Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählt. Sieben Projekte aus den 300 eingegangenen Projektvorschlägen erhielten finanzielle Mittel für transnationale Sensibilisierungsmaßnahmen, die mit Partnern aus fünf bis zweiundzwanzig Ländern durchgeführt wurden. Der durchschnittliche Zuschussbetrag belief sich auf 340 000 EUR.
- Gemeinsam mit einem externen Kommunikationsunternehmen wurde eine Informationskampagne auf Gemeinschaftsebene durchgeführt, zu der unter anderem eine Website und ein Veranstaltungsprogramm gehörten. Im Rahmen dieser Kampagne wurden für die jeweiligen nationalen Koordinierungsstellen Mittel bereitgestellt, um die Dienste des nationalen Büros des Kommunikationsunternehmens in Anspruch nehmen zu können.
- Die vom slowenischen und dem französischen Ratsvorsitz der EU organisierten Auftakt- und Abschlussveranstaltungen wurden finanziell gefördert.
Außerdem wurde Organisationen, die auf den Bezug zwischen ihren Aktivitäten und dem Jahr hinweisen wollten, das Logo des Jahres sowie Informationsmaterial kostenlos zur Verfügung gestellt.
In der nachfolgenden Tabelle sind die gemäß der Entscheidung vorgesehenen Finanzmittel sowie die tatsächlich gebundenen Beträge aufgeführt.
Art der Aktivität | Mittelzuweisung in EUR gemäß der Entscheidung | Mittelbindungen in EUR | Prozentualer Anteil am Haushalt |
Nationale Projekte | 3 000 000 | 2 993 830 | 30 |
Europäische Vorzeigeprojekte | 2 400 000 | 2 363 248 | 24 |
Auftakt- und Abschlussveranstaltungen des EU-Ratsvorsitzes | 600 000 | 600 000 | 6 |
Informationskampagnen, Umfragen und Studien auf Gemeinschaftsebene (davon Unterstützung für nationale Kommunikationskampagnen) | 4 000 000 | 3 922 639 (1 254 033) | 40 (12) |
Gesamtmittel für das Jahr | 10 000 000 | 9 879 717 | 100 |
Neben der Kommission waren die Hauptakteure bei der Durchführung der oben beschriebenen Maßnahmen die in jedem Mitgliedstaat benannten nationalen Koordinierungsstellen (in vielen Fällen das Ministerium für Kultur), die Koordinatoren der europäischen Vorzeigeprojekte und deren Partner, der externe Auftragnehmer für die Kommunikationskampagne sowie zahlreiche Akteure der Zivilgesellschaft.
EVALUIERUNG
Methodik
Im April 2008 wurde mit der über einen Zeitraum von 15 Monaten durchgeführten Evaluierung begonnen. Neben der Überprüfung der Unterlagen führten die Bewerter 50 Befragungen von Mitarbeitern der Kommission, dem externen Kommunikationsunternehmen, den Koordinatoren der Vorzeigeprojekte, den nationalen Koordinierungsstellen sowie den Akteuren der Zivilgesellschaft durch und erstellten vier länderbezogene Fallstudien. Direkte Teilnehmer an Veranstaltungen des Jahres, Nutzer des Logos und die 1000 Verbände oder Einzelpersonen, die sich auf der Website als „Partner des Jahres“ registriert hatten, wurden ebenfalls befragt.
Die Bewerter untersuchten die folgenden fünf Kriterien, auf die auch im vorliegenden Bericht Bezug genommen wird: Relevanz, externe Kohärenz, Effizienz, Effektivität und Nachhaltigkeit.
Schlussfolgerungen der Bewerter
Das Jahr wurde im Hinblick auf verschiedene Aspekte sehr positiv beurteilt. Es war relevant für die Bedürfnisse der Akteure und die Herausforderungen, die im Bereich der kulturellen Vielfalt in Europa bestehen. Der effiziente Einsatz der Mittel wurde unter anderem durch einen „zweigleisigen Ansatz“ sichergestellt, bei dem eine breit angelegte Kommunikationskampagne auf europäischer Ebene und eine kleine Zahl von Vorzeigeprojekten mit dezentralen Initiativen und einem nationalen Projekt je Mitgliedstaat kombiniert wurden. Das Jahr hat mit einer Vielzahl an Veranstaltungen die allgemeine Sensibilisierung für Themen des interkulturellen Dialogs gestärkt, die Akteure erfolgreich mobilisiert und den Anstoß für zahlreiche relevante Aktivitäten gegeben, die ohne direkte finanzielle Unterstützung durchgeführt wurden.
Schwieriger war die Bewertung, inwieweit das Jahr die Einstellungen der Öffentlichkeit in diesem komplexen Bereich beeinflusst hat. Zwar beteiligten sich die Akteure im Kultur- und teilweise auch im Bildungssektor überaus rege an dem Jahr, doch konnte das ehrgeizige Ziel einer sektorübergreifenden Mobilisierung nicht erreicht werden. Da keine umfassenderen strukturellen Veränderungen (beispielsweise bei Verwaltungen) in Gang gesetzt wurden, stellt sich die Frage, ob eine tragfähige Basis für nachhaltige Folgemaßnahmen zum interkulturellen Dialog vorhanden ist.
Diese Punkte werden weiter unten noch ausführlicher behandelt.
Relevanz im Hinblick auf Probleme und hinsichtlich der Bedürfnisse von Akteuren
Die Ziele des Jahres waren für die ermittelten Probleme und für die Bedürfnisse der Akteure gleichermaßen relevant. Dank der umfassenden Einbeziehung der Zivilgesellschaft, insbesondere in der Rainbow-Plattform (mittlerweile umbenannt in Plattform für das interkulturelle Europa[2]), in die Vorbereitung des Jahres konnte eine exakte Abstimmung zwischen Bedürfnissen und Zielen erreicht werden. Für die Akteure war es ohne großen Aufwand möglich, einen Bezug zwischen dem Jahr und spezifischen nationalen Themen herzustellen, und sie haben klar erkannt, welche Rolle der interkulturelle Dialog bei der Behandlung dieser Themen spielen kann.
Durch die allgemein gehaltene Definition der Ziele in der Entscheidung war die Flexibilität gewährleistet, die die einzelnen Mitgliedstaaten brauchten, um innerhalb eines Gesamtrahmens mit einer einheitlichen Definition des übergeordneten Ziels die Durchführungsaktivitäten auf ihre eigenen spezifischen Gegebenheiten abzustimmen. Nach Ansicht einiger Akteure hätte ein präziseres, zentral festgelegtes Paket an Zielmaßnahmen die Strukturierung ihrer Vorbereitungen für die Durchführung des Jahres erleichtert.
Kohärenz mit bestehenden Programmen und Maßnahmen
Das Jahr stand im Einklang mit bestehenden Programmen und Maßnahmen, insbesondere auf internationaler und europäischer Ebene. Der Begriff der Interkulturalität ist in vielen Bereichen der europäischen und internationalen Politik präsent, ohne dass damit zwangsläufig eine konkrete Notwendigkeit des Dialogs zum Ausdruck gebracht wird. Die Bedeutung der Interaktion zwischen den Kulturen als Triebfeder für den Fortschritt wird allgemein anerkannt und spiegelt sich in der Politik der Vereinten Nationen, des Europarats und der OSZE wider. Spezielle Synergieeffekte wurden mit den gemeinsamen Aktionen der Europäischen Kommission und des Europarats erreicht, beispielsweise beim Projekt „Interkulturelle Städte“[3].
Auf der operationellen Programmebene wurde der interkulturelle Dialog stärker ins Blickfeld gerückt, auch wenn der Begriff unterschiedlich verstanden wird. Projekte werden durch Programme wie „Jugend in Aktion“, „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, „Kultur“ und „Lebenslanges Lernen“ gefördert.
Als schwieriger erwies sich die Beurteilung der Kohärenz des Jahres mit nationalen politischen Maßnahmen, da es, wenn überhaupt, nur in sehr wenigen Ländern gezielte, belegbare Strategien für den interkulturellen Dialog per se gibt. In mehreren Ländern ergänzten sich die Agenda des Jahres und die nationalen Maßnahmen, in anderen standen die nationalen Maßnahmen in Bereichen wie der Nichtdiskriminierung oder der Kultur zumindest nicht im Widerspruch zu dem Jahr.
Effiziente Verwendung der Ressourcen
Die für das Jahr bereitgestellten Mittel wurden effizient verwendet.
Durch die Unterscheidung zwischen europäischen transnationalen Vorzeigeprojekten und nationalen Projekten konnten in dem Jahr die Vorteile einer gewissen Dezentralisierung (ein auf europäischer Ebene kofinanziertes nationales Projekt je Mitgliedstaat) mit einer EU-weiten Projektdurchführung bei den sieben Vorzeigeprojekten verknüpft werden. Damit wurde dem Bedarf an Aktivitäten zum interkulturellen Dialog zwischen wie auch innerhalb der Länder Rechnung getragen.
Ein relativ großer Teil des Haushalts (fast 40 %) wurde für meist zentralisierte Kommunikationstätigkeiten verwendet, bei denen die Website des Jahres im Vordergrund stand. Der externe Auftragnehmer arbeitete gemeinsam mit der Kommission an der Umsetzung einer auf Gemeinschaftsebene koordinierten, aber auch in den Mitgliedstaaten durchgeführten Kampagne mit einer einheitlichen grafischen Darstellung, gemeinsam genutztem Informationsmaterial und einem eigens für die einzelnen nationalen Kampagnen eingerichteten Bereich der Website. Die Länder erhielten Zugang zum Netzwerk der Medienpartner des Auftragnehmers, das sie bei ihrem nationalen Verbreitungsplan unterstützte.
Manche Akteure hätten es vorgezogen, selbst über ein größeres dezentralisiertes Budget für Kommunikationsaktivitäten verfügen zu können, doch in den meisten Fällen wurde die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Koordinierungsstellen und dem lokalen Medien-Unterauftragnehmer als gut und reibungslos bewertet.
Die Bewerter kommen zu dem Ergebnis, dass bei einem ausschließlich dezentralen Ansatz die Wirkung der Kommunikationskampagne für das Jahr möglicherweise geringer gewesen wäre, so dass der „zweigleisige Ansatz“, bei dem eine Kampagne auf europäischer Ebene und Vorzeigeprojekte mit dezentralisierten Maßnahmen kombiniert wurden, die geeignetste Lösung war.
Die Mitgliedstaaten waren aufgefordert, ergänzende Aktivitäten zusätzlich zu dem mit europäischen Mitteln kofinanzierten nationalen Projekt gegebenenfalls selbst zu finanzieren. Bei der Bereitstellung solcher Mittel gab es große Unterschiede. Während einige wenige Länder ein nationales Budget von mehreren Millionen Euro für Projekte und Kommunikationsaktivitäten auswiesen, wurden von anderen Ländern, die keine Finanzmittel zur Verfügung stellten, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen geschaffen.
Effektivität
Die Aktivitäten, die aus dem Budget für das Jahr und aus den zusätzlichen Mitteln der Mitgliedstaaten finanziert wurden, standen im Einklang mit den Zielen des Jahres. Bei den europäischen Vorzeigeprojekten wurde über Partnerschaften mit zahlreichen Ländern zusammengearbeitet. Kreativität war das wichtigste Element, um Menschen zusammenzubringen. Daher gehörten zu den Projektergebnissen meist CDs, DVDs und die Nutzung neuer medialer Räume. Bei den nationalen Projektaktivitäten ergab sich ein gemischtes Bild. In Ländern mit relativ geringer Erfahrung im Bereich der Multikulturalität konzentrierten sich die Aktivitäten vorrangig darauf, eine Sensibilisierung für unterschiedliche Kulturen zu erreichen und diese Multikulturalität zu feiern. Die Mitgliedstaaten mit einer längeren Geschichte der Einwanderung und/oder einer größeren Kapazität der Zivilgesellschaft oder staatlicher Stellen zur Durchführung von Projekten versuchten häufig, konkrete Möglichkeiten zum Dialog anzubieten und die bestehenden Netzwerke einzubinden.
Die Bedeutung des nationalen Kontexts ist ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, die Effektivität des Jahres zu bewerten. Aufgrund der großen Unterschiede beim kulturellen und demografischen Hintergrund, den institutionellen Strukturen und der Kapazität der öffentlichen Verwaltung sowie der Zivilgesellschaft hatte jeder Mitgliedstaat eine andere Ausgangssituation. Die Bewerter verweisen auf die enormen Fortschritte, die einige Mitgliedstaaten im Verlauf des Jahres erreicht haben, deren nationale Gegebenheiten dadurch gekennzeichnet waren, dass der interkulturelle Dialog noch in den Anfängen steckte und somit weniger Strukturen zur Unterstützung der Durchführung zur Verfügung standen.
Ein erheblicher Teil der Aktivitäten, die in dem Jahr stattfanden, wurde nicht unmittelbar aus den Haushaltsmitteln für das Jahr finanziert. Nach Schätzungen der nationalen Koordinierungsstellen wurden zwischen 8000 und 10 000 Aktivitäten durchgeführt, von denen etwa die Hälfte durch nationale Koordinierungsstellen organisiert und mit öffentlichen Mitteln unterstützt wurde, während dies bei der anderen Hälfte nicht der Fall war.
Durch die große Zahl an Veranstaltungen wurde ein breites Medieninteresse erreicht und die Zusammenarbeit mit den Medien erleichtert. In über 11 500 Pressemeldungen wurde über das Jahr berichtet. Die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten mit den Medien reichte vom nationalen Fernsehen und nationalen Zeitungen (insbesondere in kleineren Mitgliedstaaten) bis hin zu fachspezifischen Publikationen oder Sendungen. Die Verwendung des Logos für Initiativen, die im Zusammenhang mit dem Jahr standen, trug ebenfalls zur Verbesserung der Sichtbarkeit bei. Es wird geschätzt, dass das Logo 2700 Mal eingesetzt wurde. Auf der Website des Jahres, auf der es einen speziellen Bereich für die einzelnen Mitgliedstaaten gibt, wurden 800 000 Besuche und über fünf Millionen Seitenaufrufe registriert.
Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse des Jahres erläutert:
- Verstärkte allgemeine Sensibilisierung. Das Jahr hat mit großem Erfolg zur Sensibilisierung für den interkulturellen Dialog beigetragen, insbesondere durch künstlerische und kulturelle Aktivitäten. Mit den Aktivitäten wurden einem relativ großen Publikum, und besonders jungen Menschen, verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie der interkulturelle Dialog den Erfolg der Wirtschaft und die Solidarität in der Bevölkerung stärken kann. Die direkten Teilnehmer an den Veranstaltungen des Jahres gaben ein positives Feedback und hoben hervor, dass sich aus der Teilnahme neue Impulse ergeben können. Fast 70 % der Befragten erklärten, ihre Teilnahme habe bewirkt, dass sie den interkulturellen Dialog bei der Entwicklung von Maßnahmen und Strategien zukünftig anders als bisher berücksichtigen werden. In welchem Umfang das Jahr die Einstellungen vieler Menschen zum interkulturellen Dialog beeinflusst hat, ist weitaus schwieriger zu messen.
- Verstärkte Beteiligung und Mitwirkung von Akteuren, Förderung von Kontakten zwischen verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft und der öffentlichen Verwaltung. Hier waren in denjenigen Mitgliedstaaten die größten Erfolge zu verzeichnen, die vorrangig mit bestehenden Netzwerken oder einem bestimmten Sektor, häufig dem Bildungsbereich, zusammenarbeiteten oder darauf aufbauten. An erster Stelle standen Kunst- und Kulturorganisationen, gefolgt vom Bildungssektor. Andere Bereiche, wie Sport, Religion und Weltanschauung, in denen von einer zentralen Bedeutung des interkulturellen Dialogs ausgegangen werden könnte, waren zumindest in den meisten Ländern relativ schwach vertreten. Das ursprüngliche Ziel eines Jahres, das alle Bereiche umfassend einbezieht, war nur schwer zu verwirklichen.
- Strategien und Ansätze zur Durchführung oder Förderung von Maßnahmen, die den interkulturellen Dialog ausdrücklich berücksichtigen. Beispiele hierfür finden sich vor allem im Bereich der Schulbildung und betreffen unter anderem: neue Formen des Fremdsprachenunterrichts; die Reform von Lehrplänen zur Einbeziehung interkultureller Kompetenzen; Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte und den Dialog mit dem schulischen Umfeld, insbesondere den Familien. Ferner hat das Jahr dazu beigetragen, dass in den Bereichen Bildung, Jugend und Sport eine integrierte Strategie angewandt wird und in mehreren Mitgliedstaaten die Finanzierungsinstrumente weiterbestehen, die während des Jahres zur Förderung von Initiativen zum interkulturellen Dialog von Künstlern und Kulturschaffenden eingeführt wurden.
- Zur Vorbereitung des Jahres wurde von jedem Mitgliedstaat eine nationale Strategie[4] erarbeitet, in der der nationale Kontext und die Prioritäten erläutert und Maßnahmen zur Einbindung der Zivilgesellschaft und des Kommunikationssektors festgelegt wurden, um junge Menschen und andere Zielgruppen zu erreichen. In vielen Ländern wurde eine solche Strategie zum ersten Mal erarbeitet, und in den Mitgliedstaaten, in denen der interkulturelle Dialog bislang noch nicht zu den vorrangigen Themen der politischen Agenda zählte, hat sich diese Arbeit als besonders nützlich erwiesen.
- Strukturen. Nach den vorliegenden Informationen konnten nur vereinzelt strukturelle Veränderungen erreicht werden, doch es gibt einige interessante Beispiele für solche Veränderungen, wie die Schaffung neuer Abteilungen oder Einrichtungen für den interkulturellen Dialog in öffentlichen Verwaltungen, interministerielle Ausschüsse zur Förderung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit oder Arbeitsgruppen mit wichtigen Akteuren, zu denen auch die Zivilgesellschaft gehört. In einigen Ländern gab es Fortschritte bei der Aufnahme eines strukturierten Dialogs mit der Zivilgesellschaft, allerdings war dies nicht in allen Mitgliedstaaten der Fall.
Nachhaltigkeit
Aufgrund der unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten fällt die Antwort auf die Frage, ob die positiven Auswirkungen des Jahres von Dauer sein werden, uneinheitlich aus. In mehreren Mitgliedstaaten, meist solchen, in denen bereits vor dem Jahr ein Rahmen oder ein Aktionsplan für den interkulturellen Dialog vorhanden waren, werden die während des Jahres entwickelten Strategien und Strukturen Bestand haben. In anderen beschränkte sich die Wirkung des Jahres dagegen häufig auf den unmittelbaren Einfluss auf Einzelne und dürfte deshalb nur von kurzer Dauer sein. Am wahrscheinlichsten ist die Weiterführung der Arbeit im Bereich der Schulbildung; einige Länder haben bereits bekräftigt, dass sie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, eine Reform der Lehrpläne und Sensibilisierungsmaßnahmen durchführen werden.
Ein klarer Nutzen des Jahres auf europäischer Ebene bestand darin, dass die Relevanz des interkulturellen Dialogs für ein breites Spektrum an Politikbereichen verdeutlicht und das Verständnis für die Notwendigkeit der Kohärenz und Komplementarität, beispielsweise bei interkulturellen Kompetenzen, der Bildung von Migrantenkindern und integrierten politischen Initiativen auf städtischer Ebene, verbessert werden konnte. Neben dem Kultursektor wurden die Notwendigkeit und der Nutzen des interkulturellen Dialogs in Politikbereichen wie zum Beispiel Bildung, Beschäftigung, Justiz und Sicherheit, Außenbeziehungen und regionale Entwicklung unterstrichen. Es ist davon auszugehen, dass die formellen und informellen Netzwerke politischer Entscheidungsträger, die im Rahmen dieser Bemühungen entstanden sind, weiterbestehen werden und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Unterstützung des interkulturellen Dialogs auf europäischer Ebene steigt.
Eine klare Botschaft dieses Jahres besteht darin, dass Folgemaßnahmen unverzichtbar sind, wenn die mit dem Jahr erreichten Fortschritte auf lokaler, nationaler oder europäischer Ebene Bestand haben sollen. Daher lauten zwei wichtige Empfehlungen, dass sichergestellt werden muss, dass die Materialien und Erfahrungen des Jahres weiterhin genutzt und weitergegeben werden und dass auf EU-Ebene über die finanzielle Unterstützung und/oder ein Forum interessierter Mitgliedstaaten Folgemaßnahmen durchgeführt werden.
WICHTIGSTE EMPFEHLUNGEN – ANMERKUNGEN DER KOMMISSION
Die Bewerter sprachen elf Empfehlungen an die Kommission und sechs Empfehlungen an die Mitgliedstaaten aus. Diese sollen in der zweiten Jahreshälfte 2010 mit den Mitgliedstaaten erörtert werden, wenn der nächste Arbeitsplan im Kulturbereich für die Zeit ab 2011 festgelegt wird. Eines der Instrumente für die Umsetzung des Arbeitsplans ist die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode (Expertengruppen), bei der Erfahrungen verglichen und politische Vorschläge für Maßnahmen auf europäischer und/oder nationaler Ebene erarbeitet werden. Bei der Erörterung des nächsten Arbeitsplans soll festgelegt werden, welche der folgenden Empfehlungen in einer solchen Zusammenarbeit wirksam umgesetzt werden kann.
Förderung des Dialogs mit der Zivilgesellschaft
Der strukturierte Dialog mit der Zivilgesellschaft, zum Beispiel durch Plattformen, sollte weiter gefördert werden.
Das Programm „Kultur“ bietet unter dem Aktionsbereich 2 „Strukturen für die politische Unterstützung der Kulturagenda“ Unterstützung für diesen strukturierten Dialog. In diesem Kontext erhält die Plattform für das interkulturelle Europa derzeit einen Zuschuss zu ihren Betriebskosten. Diese Art des Dialogs in Kandidaten- und potenziellen Kandidatenländern wird durch das Instrument für Heranführungshilfe („Fazilität zur Förderung der Zivilgesellschaft“) gefördert.
Verwertung der Leistungen und Ergebnisse des Jahres
Die kontinuierliche und systematische Verbreitung und Nutzung der Leistungen und Ergebnisse des Jahres sollte sichergestellt werden, beispielsweise dadurch, dass die Beibehaltung relevanter Bereiche der EJID-Website unterstützt und der Erfolg des Fotowettbewerbs „Kulturen vor meiner Haustür“ verwertet wird, indem geprüft wird, wie diese Fotos für verschiedenste Aktivitäten auf EU- oder nationaler Ebene eingesetzt werden können.
Die Website des Jahres ist weiterhin zugänglich. Derzeit wird daran gearbeitet, bestimmte Bereiche in die Websites für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission zu übernehmen. Die Arbeitsergebnisse (Lehrmaterialien, DVDs, Handbücher usw.), die unter der Rubrik „Ressourcen“ auf der Website des Jahres zusammengefasst sind, sollen ebenfalls in die Websites der Europäischen Kommission für die Bereiche Bildung und Kultur übernommen werden. Die Fotos des Wettbewerbs „Kulturen vor meiner Haustür“ wurden bereits in mehreren Veröffentlichungen der Kommission verwendet und können weiterhin von den Mitgliedstaaten und vom Kultursektor in Bereichen eingesetzt werden, die den interkulturellen Dialog betreffen.
Untersuchung der Wirkung des interkulturellen Dialogs in Schulen
Es sollte geprüft werden, ob weitere Untersuchungen, insbesondere über die Wirkung des interkulturellen Dialogs in Schulen, durchgeführt werden sollten, da dieser Bereich einen der Schwerpunkte des Jahres bildete und in einigen Ländern eine langfristige Wirkung zu erwarten ist.
Die Wirkung des interkulturellen Dialogs in Schulen wird in den verschiedenen Einzelprogrammen des Programms für lebenslanges Lernen oder im Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung näher untersucht werden.
Weitere Maßnahmen im Bildungsbereich
Es sollte insbesondere geprüft werden, mit welchen Maßnahmen die Dynamik aufrechterhalten werden kann, die mit dem Jahr im Bildungsbereich in Gang gesetzt wurde, zum Beispiel durch die Förderung und Erleichterung der Weitergabe von Wissen über die pädagogischen Grundlagen des interkulturellen Dialogs, die Lehrplanentwicklung und die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte.
Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten wird durch die Arbeit an den thematischen Prioritäten des strategischen Rahmens für die allgemeine und berufliche Bildung für die Zeit bis 2020 fortgesetzt, insbesondere mit den Aktivitäten zur Umsetzung der 2006 ausgesprochenen Empfehlungen zu den Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen. Die Weitergabe von Wissen durch Peer-Learning-Aktivitäten ist ein zentrales Element dieses Prozesses. Die Weiterverfolgung der 2008 vorgelegten Schlussfolgerungen des Rates zu interkulturellen Kompetenzen wird ein wichtiger Bereich der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten sein.
Erfahrungen weitergeben
Es sollte geprüft werden, wie die Weitergabe der bei der Durchführung des Jahres gewonnenen Erfahrungen zwischen den Mitgliedstaaten gefördert und angeregt werden kann, beispielsweise durch Arbeitsgruppen auf EU-Ebene, denen Vertreter staatlicher Stellen, der Zivilgesellschaft und andere Akteure angehören.
Expertengruppen in den Bereichen Bildung und Kultur werden im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode weiterhin beim Peer-Learning und gegebenenfalls bei der Erarbeitung politischer Empfehlungen zusammenarbeiten. Die Kommission wird prüfen, wie der Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren, z. B. durch themenbezogene Seminare, erleichtert werden kann.
Überwachung der Fortschritte und Berichterstattung
Es sollte ein Rahmen für die Überwachung und Berichterstattung geschaffen werden, der die Bewertung der Fortschritte beim interkulturellen Dialog in den Mitgliedstaaten ermöglicht, z. B. durch bestehende Überwachungs- und Berichterstattungsverfahren in den Bereichen Bildung und Integration von Migranten.
Im Bildungsbereich wird die Kommission gemäß dem Ersuchen des Rates „Bildung, Jugend und Kultur“ vom 26. November 2009 ihre Maßnahmen zur Beobachtung des Leistungsgefälles zwischen Schülern mit und Schülern ohne Migrationshintergrund weiterentwickeln.
Stärkung von Gemeinschaftsprogrammen
Es sollte geprüft werden, wie der Bereich des interkulturellen Dialogs in Gemeinschaftsprogrammen mit der Durchführung jährlicher Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen gestärkt werden kann, um die Kofinanzierung themenbezogener Projekte zu verbessern, insbesondere solcher, bei denen zum einen die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Bildung, Kultur und Jugend und zum anderen öffentliche Dienste und/oder aktive Bürgerschaft im Vordergrund stehen.
Die Möglichkeit einer gezielten Unterstützung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit durch Gemeinschaftsprogramme wird 2010 im Rahmen der öffentlichen Konsultation zur nächsten Programmgeneration untersucht.
Zusammenarbeit zwischen Politikbereichen
Durch die Zusammenarbeit mit anderen relevanten Bereichen der Europäischen Kommission (innerhalb und außerhalb der GD EAC), unter anderem bei den Themen Jugend, lebenslanges Lernen, Beschäftigung und Bildung, sollte sichergestellt werden, dass der interkulturelle Dialog in EU-Programmen konkreter und systematischer berücksichtigt wird; dazu gehört auch, andere Bereiche der Kommission über die Erfahrungen bei der Gestaltung und Durchführung des Jahres zu informieren.
Bei der 2010 anstehenden Konsultation und anschließenden Erarbeitung von Kommissionsvorschlägen für die nächste Generation von Gemeinschaftsprogrammen wird untersucht, wie die Priorität des interkulturellen Dialogs noch konkreter berücksichtigt werden kann, beispielsweise durch eine einheitlichere Definition.
Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen
Aufbauend auf den bestehenden strategischen Partnerschaften sollte die Zusammenarbeit mit wichtigen internationalen Organisationen, insbesondere dem Europarat und der UEFA, fortgesetzt werden.
Die Zusammenarbeit mit wichtigen internationalen Organisationen wird weitergeführt, insbesondere mit dem Europarat, unter anderem mit dem Projekt „Interkulturelle Städte“, und auch im Rahmen der gemeinsamen Arbeit mit und zwischen den Ländern der Europäischen Nachbarschaftspolitik.
Weniger sichtbare Bereiche einbeziehen
Es sollte geprüft werden, wie in den während des Jahres weniger sichtbaren Bereichen – Sport, benachteiligte Gruppen und öffentliche Dienste – Fortschritte erreicht werden können; dazu sollten in staatlichen Stellen und in der Zivilgesellschaft geeignete Partner für eine Zusammenarbeit ermittelt werden.
Die Kommission wird untersuchen, wie unterrepräsentierte Bereiche in künftigen Initiativen stärker eingebunden werden können, unter anderem durch die Weitergabe von Erfahrungen zwischen diesen Bereichen in der nächsten Generation von Gemeinschaftsprogrammen.
Lehren ziehen für zukünftige Europäische Jahre
Im Hinblick auf zukünftige Europäische Jahre sollte Folgendes geprüft werden:
- Wie könnte ein systematischer Dreijahreszyklus für Europäische Jahre in den Prozess (Vorbereitung – Durchführung – Nachbearbeitung) eingebunden werden, um eine optimale Vorbereitung und Dynamik zu erreichen?
- Wie könnte die Messbarkeit der Ziele zukünftiger Jahre verbessert werden?
Die Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung des Jahres wurden an andere relevante Kommissionsdienststellen weitergegeben, insbesondere an die GD Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, die das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 koordiniert, sowie an die GD Kommunikation, die für die Koordinierung des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 zuständig ist.
Die Bewerter sprachen außerdem sechs Empfehlungen an die Mitgliedstaaten aus, da die übergeordnete Zuständigkeit für einen Großteil der betreffenden Maßnahmen auf nationaler, in einigen Fällen auch regionaler und lokaler Ebene liegt. Diese Empfehlungen sehen vor, dass jeder Mitgliedstaat:
- einen nationalen Aktionsplan für den interkulturellen Dialog erarbeitet, der sich auf Forschungsergebnisse und statistische Daten stützt;
- Leitlinien für die Erarbeitung von Strategien für den interkulturellen Dialog in Bereichen wie Sport, öffentliche Dienste und aktive Bürgerschaft entwickelt;
- den interkulturellen Dialog in verschiedenen Bereichen, wie der Gestaltung und Bereitstellung öffentlicher Dienste, umfassender berücksichtigt, um den Zusammenhalt in der Bevölkerung und die soziale Eingliederung zu fördern;
- dazu beiträgt, die Kapazität von Organisationen der Zivilgesellschaft zur Förderung des interkulturellen Dialogs insbesondere dort zu stärken, wo nur eine unzureichende NRO-Basis vorhanden ist. Dies soll vor allem durch eine genaue Analyse des Sektors, den Aufbau von Netzwerken und die Bereitstellung von Schulungsangeboten erreicht werden;
- einen Beitrag zu Foren und Arbeitsgruppen auf EU-Ebene leistet, in denen Informationen ausgetauscht, die politische Entwicklung gesteuert und die Berücksichtigung des interkulturellen Dialogs in der Politikgestaltung auf nationaler und EU-Ebene gefördert wird;
- die Einrichtung eines nationalen Systems zur Überwachung und Überprüfung der Fortschritte beim interkulturellen Dialog und die Festlegung geeigneter Indikatoren in Betracht zieht.
SCHLUSSFOLGERUNGEN DER KOMMISSION
Die Kommission stimmt der von den Bewertern abgegebenen Gesamtbeurteilung des Jahres zu. Das Jahr hat mit großem Erfolg zur Sensibilisierung für Themen des interkulturellen Dialogs, insbesondere bei politischen Entscheidungsträgern, sowie zur Mobilisierung der Akteure, vor allem in den Bereichen Kunst und Kultur, beigetragen. Schwieriger zu messen war, wie sich das Jahr auf die Einstellungen zum interkulturellen Dialog ausgewirkt hat, da für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ein längerer Zeitraum notwendig ist und diese Einstellungen durch eine Reihe komplexer Faktoren beeinflusst werden.
Zur Nachbereitung des Jahres sind gemeinsame Anstrengungen der Europäischen Kommission, anderer EU-Institutionen, der Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft erforderlich. Die Kommission wird den im Abschnitt 4 aufgeführten Empfehlungen der Bewerter Priorität einräumen und ihre Folgemaßnahmen darauf konzentrieren:
- die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen Experten verschiedener Politikbereiche, die für den interkulturellen Dialog relevant sind, zu fördern. Die offene Koordinierungsmethode wird das wichtigste Instrument für diese Art der Zusammenarbeit und die Nutzung der Ergebnisse und Leistungen des Jahres sein. Die Erfahrungen sollen auch an die Bereiche weitergegeben werden, die in dem Jahr unterrepräsentiert waren. Maßnahmen, wie das Projekt „Interkulturelle Städte“, das eine gemeinsame Initiative der Kommission und des Europarats ist, oder das geplante Expertennetz für Roma-Studien sind Möglichkeiten, um diese Art des Erfahrungsaustauschs und der Zusammenarbeit gezielt zu fördern.
- Projekte und Initiativen zum interkulturellen Dialog finanziell zu unterstützen. Die Vorbereitung der nächsten Generation von EU-Programmen wird Gelegenheit zur ausführlichen Beratung über die Möglichkeiten zur Förderung des interkulturellen Dialogs, beispielsweise durch die Unterstützung der Zusammenarbeit verschiedener Politikbereiche bieten. Die Kommission wird außerdem dafür sorgen, dass die Priorität, die dem interkulturellen Dialog in bestimmten Programmen eingeräumt wird, konkret berücksichtigt wird.
- die Arbeit im Bildungsbereich voranzutreiben, in dem der interkulturelle Dialog eine wichtige Rolle bei Initiativen, beispielsweise zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen und zur Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften spielt.
Die vorgelegten Empfehlungen werden dazu beitragen, dass der interkulturelle Dialog auch zukünftig ein zentrales Thema auf der politischen Agenda der EU sein wird. Die Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs zählt zu den strategischen Zielen der europäischen Kulturagenda. Die EU-Institutionen, die Mitgliedstaaten und die Zivilgesellschaft werden sich weiterhin gemeinsam für dieses Ziel einsetzen. Durch das Jahr konnten das Bewusstsein und das Verständnis für die Notwendigkeit eines kohärenten sektorübergreifenden Ansatzes gestärkt werden; damit wurde ein stabiles Fundament geschaffen, auf dem die weitere Zusammenarbeit bei der Verwirklichung dieses Ziels aufgebaut werden kann.
[1] ABl. L 412 vom 30.12.2006, S. 44.
[2] http://www.intercultural-europe.org/
[3] http://www.coe.int/t/dg4/cultureheritage/culture/Cities/Default_en.asp
[4] http://ec.europa.eu/culture/archive/dialogue/strategies_de.html
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