31994Y0823(02)

Schlußfolgerungen des Rates vom 17. Juni 1994 zum Thema ,,Kind und Kultur"

Amtsblatt Nr. C 235 vom 23/08/1994 S. 0002 - 0002


SCHLUSSFOLGERUNGEN DES RATES vom 17. Juni 1994 zum Thema "Kind und Kultur" (94/C 235/02)

DER RAT -

in Erwägung, daß in den Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 12. November 1992 hervorgehoben wurde, daß Fragen, die für den kulturellen Bereich von Belang sind, regelmässig geprüft werden sollten;

angesichts des in Artikel 128 Absatz 4 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft verankerten Grundsatzes, wonach die Gemeinschaft die kulturellen Aspekte bei ihrer Tätigkeit aufgrund anderer Bestimmungen des Vertrages beachtet;

in Anbetracht des Umstands, daß der kulturelle Aspekt von der Vorschule bis zur Universität präsent ist, wobei er in den Bildungssystemen aller europäischen Länder nach Modalitäten und unterschiedlichen Optionen Berücksichtigung findet, die die spezifischen Merkmale des jeweiligen Systems, aber auch die kulturelle Vielfalt widerspiegeln, die eine der Grundlagen Europas darstellt;

in der Erwägung, daß sich durch die Begegnung des Kindes mit der Kultur schon in jüngstem Alter typische Eigenschaften von Kindern wie Neugier, Spontaneität und Erfindergeist fördern lassen; daß diese Begegnung ebenso wie die Förderung der Empfänglichkeit des Kindes für Kunst und Kultur sich besonders günstig auf die harmonische Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes auswirken kann und daß die Energie, die gewöhnlich durch die passive Aufnahme der Inhalte einer "Bildkultur" verbraucht wird, daher in kreativere Bahnen geleitet werden könnte;

davon ausgehend, daß durch eine Sensibilisierung für Kulturelles und eine künstlerische Ausbildung bei Kindern und Jugendlichen auch die Gleichheit und das soziale Verantwortungsbewusstsein gefördert sowie die Zukunftschancen verbessert werden, und zwar schon in der Phase der Persönlichkeitsbildung sowie im Hinblick auf die gesellschaftliche Eingliederung der Betreffenden;

in der Erkenntnis, daß wegen der Rolle, die die Schule im Alltag des Kindes spielt, der Kontakt mit der Kultur zum grossen Teil in der Schule stattfindet, wobei allerdings dem Kind allein ein sämtliche Aspekte des Lebens umfassendes Vorgehen verwirklichen Zugang zur Kultur verschaffen kann;

in der Erwägung, daß durch das Streben nach einer europäischen Dimension sowohl im Rahmen der bereits bestehenden einschlägigen Programme als auch bei einem etwaigen Erfahrungsaustausch das gemeinsame kulturelle Erbe Europas stärker in den Vordergrund gerückt werden könnte -

ÄUSSERT SEINE GENUGTUUNG DARÜBER, daß in der Europäischen Union eine Diskussion über das Thema "Kind und Kultur" begonnen hat;

ÄUSSERT DEN WUNSCH, daß diese Diskussion auf europäischer Ebene fortgeführt wird;

ERSUCHT die Kommission, diese Überlegungen fortzusetzen und dieser Dimension in ihrer Mitteilung an den Rat, die sie zugesagt hat, über kulturelle Maßnahmen Rechnung zu tragen;

WEIST DARAUF HIN, daß der Austausch von Erfahrungen und Informationen auf diesem Gebiet im Hinblick auf geeignete Maßnahmen von Bedeutung ist.


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